Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Miscellaneous

Historische Entwicklungstendenzen der DDR am Beispiel von Bedürfnis und Konsum

Title: Historische Entwicklungstendenzen der DDR am Beispiel von Bedürfnis und Konsum

Seminar Paper , 2002 , 25 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Melanie Schauer (Author), Daniela Rose (Author)

Politics - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Konsumverhalten der Menschen eines Landes spiegelt deren Befinden und Entwicklung in dem von ihnen bewohnten System in überaus deutlicher Weise wieder. Konsum ist in der Konsumgesellschaft nicht nur wirtschaftliche Antriebskraft, sondern sowohl Ursache als auch Ergebnis von Wertewandel und gesellschaftlicher Entwicklung.1 Nun war die DDR aber keine Marktwirtschaft und es herrschte keine Konsumwirtschaft, sondern das System der Planwirtschaft. Aus diesem Grund stellen wir uns im Rahmen des Seminars „Herrschaft und Alltag in der DDR“ die Frage, inwiefern Bedürfnis und Konsum historische Entwicklungstendenzen beeinflussten? Dabei wollen wir besonders auf die Rolle der Regierung und deren mögliche Manipulation der Lebensumstände der Menschen in der DDR eingehen. Bei unseren Ausarbeitungen stützen wir uns speziell auf Ina Merkel. Die 1957 im Oderbruch in der damaligen DDR geborene Professorin habilitierte 1999 auf dem Gebiet der Konsumgeschichte der DDR. Besondere Bedeutung hatte für uns, dass sie in der DDR aufgewachsen ist und somit eigene Erfahrungen einbringen kann. Wir sind selbst in der DDR groß geworden und haben dadurch ein besonderes Interesse an diesem Thema, da wir herausfinden wollen, ob das sich hartnäckig haltende Gerücht der Mangelwirtschaft und Manipulation durch den Staat in der DDR wirklich gerechtfertigt ist. Wir haben unsere Ausarbeitung in zwei Bereiche gegliedert, die sich aus einer wissenschaftlichen Analyse und der Untersuchung der Konsumverhältnisse anhand zweier Beispiele zusammensetzen. 1 Vgl., Rosenkranz, D., Schneider, N.F., Konsum. Soziologische, ökonomische und psychologische Perspektiven, Opladen 2000, S. 7.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Konsum

2.2 Konsumgesellschaft

2.3 Bedürfnis

3. Die DDR auf dem Weg in die Konsumgesellschaft

3.1 Der Übergang von der Bedarfsdeckung zur Bedürfnisbefriedigung

3.2 Der Konsumalltag: Schlüsselrolle für Stabilität und Zerfall der DDR?

3.3 Die Kunst des „Selbermachens“

4. Aufarbeitung der Fakten anhand zweier Beispiele

4.1 Wohnen in der DDR

4.1.1 War Wohnen eher Staats- als Privatangelegenheit?

4.1.2 Eine Wohnung besitzen = oberste Priorität ?

4.1.3 Die „P2“, die perfekte Wohnung?

4.2 Tourismus

4.2.1 Der Tourismus nimmt seine Anfänge

4.2.2 Camping, eine echte Alternative?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungstendenzen von Bedürfnis und Konsum in der DDR während der 1960er Jahre. Ziel ist es, die Rolle des Staates bei der Gestaltung der Lebensumstände zu analysieren und zu hinterfragen, ob die damalige Mangelwirtschaft und staatliche Manipulation der Konsumgewohnheiten tatsächlich gerechtfertigt waren.

  • Historische Analyse des Konsumverhaltens im sozialistischen Planwirtschaftssystem
  • Die Transformation von der reinen Bedarfsdeckung zur Bedürfnisbefriedigung
  • Wohnungsbaupolitik und der Anspruch der staatlichen Lebensraumgestaltung
  • Entwicklung des Tourismus und die Bedeutung des Campingwesens als staatlich geförderte Freizeitform
  • Spannungsfeld zwischen privater Individualisierung und staatlicher Lenkung

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Kunst des „Selbermachens“

Komplementär zur lückenhaften Versorgungssituation bildeten sich sehr differenzierte individuelle Verhaltensweisen heraus. Aus Mängeln mussten Tugenden gemacht, in der Freizeit organisiert und improvisiert werden. Ich möchte mich hier mit dem Phänomen des „Selbermachens“ beschäftigen. Beispielhaft für diese Erscheinung ist wohl die Zeitschrift „Practic“ und das Heimwerken.

Dabei geht es im Wesentlichen um die Aneignung, den Gebrauch und die Veränderung von Produkten der DDR-Konsumgüterindustrie. Als Dokumente dieses Gestaltungswillens können unter anderem die Ratgeberzeitschriften „Guter Rat“ und „Practic“ angesehen werden. „Der gute Rat für Haus und Kleid“ war die erste Neugründung einer Zeitschrift nach dem Zweiten Weltkrieg. Darin fanden sich Tipps für die Nachkriegsdeutschen, zum Beispiel lehrten Schnittmuster wie man aus Uniformen Knabenanzüge nähte, wie man richtig umfärbte, Reste verwertete oder improvisierte.

Die einzelnen Hefte sorgten mit genauen Bauanleitungen für einen Ansturm auf die Bastlerläden und kompensierten Versorgungslücken der Möbelindustrie. Die Zeitschrift hatte die Funktion eines Vermittlers. Irgendjemand hatte eine Frage, wie er dies oder jenes verbessern könnte und ein anderer Leser hatte eine Idee. Somit diente die Zeitschrift auch der Kommunikation und Innovation. Zurückzuführen war dies auf den Unwillen der Betriebe bzw. der Regierung, die keinerlei Interesse daran hatten, Konsumentenwünsche zu befriedigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und gesellschaftlichem System sowie das Forschungsinteresse an der DDR-Konsumgeschichte.

2. Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Konsum, Konsumgesellschaft und Bedürfnisse im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext sowie in der spezifischen DDR-Perspektive definiert.

3. Die DDR auf dem Weg in die Konsumgesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den Übergang zur Bedürfnisbefriedigung, die Konsumalltagsproblematik und die Rolle des Heimwerkens.

4. Aufarbeitung der Fakten anhand zweier Beispiele: Dieser Abschnitt analysiert konkret die staatliche Wohnungsbaupolitik und die Entwicklung des Tourismus in der DDR.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der 1960er Jahre als Phase eines Aufschwungs zusammen, der jedoch mit staatlicher Manipulation und dem Preis einer unfreien Lebensgestaltung erkauft wurde.

Schlüsselwörter

DDR, Konsumgeschichte, Planwirtschaft, Bedürfnisbefriedigung, Konsumalltag, Mangelwirtschaft, Wohnungsbau, P2-Wohnung, Tourismus, Camping, 1960er Jahre, Staatsführung, sozialistisches Bewusstsein, Individuelle Lebensgestaltung, Systemvergleich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlich gelenkter Planwirtschaft und dem individuellen Konsumverhalten in der DDR während der 1960er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen von Konsum in sozialistischen Systemen, dem Wohnungsbau und der Entwicklung des Tourismus als Teil des Alltags.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Hinterfragung, inwiefern die Regierung den Konsum beeinflusste und ob die Wahrnehmung der DDR als Mangelwirtschaft in den 1960er Jahren zutreffend ist.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Autoren nutzen eine wissenschaftliche Analyse, gestützt auf Fachliteratur (insb. Ina Merkel), kombiniert mit der Untersuchung konkreter Beispiele wie Wohnen und Tourismus.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, eine historische Einordnung der Konsumkultur in der DDR sowie zwei empirische Fallstudien zu Wohnen und Tourismus.

Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?

DDR, Konsumgeschichte, Planwirtschaft, Mangelwirtschaft, Wohnungsbau, Camping, 60er Jahre und staatliche Lenkung sind die prägenden Begriffe.

Warum war das „Selbermachen“ eine so wichtige Strategie für die DDR-Bürger?

Es fungierte als notwendiger Lückenbüßer für die Defizite der staatlichen Konsumgüterindustrie und ermöglichte es den Bürgern, mit eigenen Mitteln einen höheren Gebrauchswert für ihre Produkte zu schaffen.

Welche Rolle spielte der Wohnungsbau bei der Abgrenzung gegenüber dem Westen?

Der staatliche Wohnungsbau wurde als ideologisches Instrument genutzt, um die vermeintliche Überlegenheit des sozialistischen Systems zu beweisen, was sich insbesondere im ehrgeizigen, aber oft mangelhaften „P2“-Plattenbauprogramm widerspiegelte.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Historische Entwicklungstendenzen der DDR am Beispiel von Bedürfnis und Konsum
College
Technical University of Berlin  (Institut für Gesellschaft und Politik)
Course
Herrschaft und Alltag in der DDR
Grade
sehr gut
Authors
Melanie Schauer (Author), Daniela Rose (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V26617
ISBN (eBook)
9783638288996
Language
German
Tags
Historische Entwicklungstendenzen Beispiel Bedürfnis Konsum Herrschaft Alltag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Schauer (Author), Daniela Rose (Author), 2002, Historische Entwicklungstendenzen der DDR am Beispiel von Bedürfnis und Konsum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26617
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint