Spaßguerilla 2.0 oder globale Revolution?

Eine motivorientierte Analyse von Struktur, Kultur und Methoden der Anonymous-Bewegung


Masterarbeit, 2012
69 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Einführende Bemerkungen
1.2 Formulierung der Leitfrage
1.3 Forschungs- und Literaturbericht

2. Ideologisch-theoretische Grundlagen
2.1 Das Konzept Spaßguerilla
2.2 Der Hacker-Begriff

3. Ursprung und Entwicklung der Anonymous-Bewegung
3.1 Generelles zur Mitgliedschaft bei Anonymous
3.2 Die Wiege der Bewegung auf 4chan.org
3.2.1 Christopher Poole und 4chan – Das Anti-Facebook
3.2.2 Konstituierung von Anonymous als kollektives Bewusstsein
3.3 Schlüsselereignis Project Chaonology 2008
3.4 Operation Payback 2010
3.5 Der HBGary-Hack und LulzSec

4. Strukturanalyse der Anonymous-Bewegung
4.1 Die Rollen von Barrett Brown und Gregg Housh
4.2 Die Splittergruppe Lulz Security
4.3.Kommunikationsstruktur
4.3.1 Das Tor-Netzwerk und weitere Virtual Private Networks
4.3.2 IRC-Netzwerke – Zentrale Koordinationsinstanz
4.3.3 We are Legion – Mobilisierung via Twitter, YouTube und Imageboards
4.3.4 Websites und Präsenz in Sozialen Netzwerken

5. Methoden und Techniken der Anonymous-Bewegung
5.1 Mit Wörterbuch und Regenbögen – Die Brute-Force-Methode
5.2 „Hier spricht der Systemadministrator“ – Königsdisziplin Social Engineering
5.3 Denial-of-Service Angriffe und die Rolle von Botnets
5.3.1 Prinzip des Distributed Denial of Service
5.3.2 „FIRE, FIRE, FIRE!!“ – Die Low Orbit Ion Cannon
5.3.3 Anonymous’ Zombiearmee – Das Botnet
5.4 SQL-Injections und weitere Hacking Techniken
5.5 Umgang mit Informationen
5.6 Offline-Aktivitäten

6. Motivbewertung und Auswertung

7. Ausblick

1. Einleitung

1.1 Einführende Bemerkungen

We are Anonymous.

We are Legion.

We do not forgive.

We do not forget.

Expect us!

Als im Juni 2011 obenstehender Fünfzeiler immer mehr Regierungs- und Behörden-websites auf der ganzen Welt erschütterte und manche Hacker sich gar anschickten, den nächsten logischen Schritt – den Angriff auf Facebook selbst – zu wagen, kratzte sich der Rest der Welt verwundert am Kopf und fragte: „Wer sind diese Typen?“ Wer sind die Leute, die einst enthüllten, dass der gefährlichste Despot des Nahen Ostens das Passwort 12345 bevorzugt? Die für ein paar Stunden den Rapper 2Pac von den Toten auferstehen und Ruppert Murdoch auf dem Cover seiner eigenen Zeitung versterben ließen? Wer sind die Hacker, die sich von einem erst 16-Jährigen Mädchen anführen ließen und einen waffenfähigen Satelliten kontrollierten? Die, die gegen das australische Verbot von Pornofilmen mit zu flachbrüstigen Frauen vorgingen, wer sind sie? Wer sind die „hackers on steroids“ aus der „internet hate machine“ (FOX News, 2008), die per Mausklick Existenzen auslöschten? Wer sind sie, die an jenen 50 Tagen im Sommer 2011 die Netzgemeinde in Atem hielten und am Ende von ihrem eigenen Anführer verraten wurde?

Wer ist Anonymous?

1.2 Formulierung der Leitfrage

In vorliegender Arbeit wird folgender Leitfrage nachgegangen:

„Wer oder was ist die sogenannte Anonymous-Bewegung? Woher kommt sie, wie ist sie strukturiert, was wollen ihre Mitglieder und welche Mittel haben sie bisher dazu eingesetzt? Lassen sich bestimmte Motive als zentrale Motivation erkennen, wenn ja welche? Ist die Anonymous-Bewegung Überbringer einer globalen Revolution oder einfach nur eine Hackergruppe?“

Zu diesem Zwecke werden zunächst die wichtigsten Phasen der Entwicklung der Anonymous-Bewegung dargestellt, insbesondere die die Bewegungs-interne Kultur prägende Zeit auf 4chan.org, und aufgezeigt wie sich Anonymous 2008 ideologisch wie strukturell zweiteilte. Im darauf folgenden Abschnitt wird näher auf verschiedene mit Anonymous assoziierte Akteure, insbesondere die zentralen Mitglieder der Splittergruppe LulzSec eingegangen sowie die komplett (bekannte) Kommunikationsstruktur der Bewegung aufgezeigt. Um auch ein methodisches Verständnis für die Aktionen von Anonymous zu entwickeln, wird im darauf folgenden fünften Abschnitt der Arbeit mit der, im politikwissenschaftlichen Kontext dieser Arbeit gebotenen Tiefe, sowohl auf technische wie soziale Hacking-Techniken eingegangen. In einer abschließenden Bewertung der Motive werden die beiden wichtigsten ideologischen Grundrichtungen im Sinne zweier Generationen von Anonymous dargestellt.

Darüber hinaus wird am Ende, in begrenztem Umfang der Versuch unternommen, die zukünftige Entwicklung von Anonymous vorauszusehen.

1.3 Forschungs- und Literaturbericht

Das Phänomen „Anonymous“ ist bisher noch nicht in der breiten akademischen Forschung in Erscheinung getreten. Daher könnte sich das im November erscheinende Buch Gabriella Colemans als zu Forschungszwecken besonders wertvoll erweisen. Von der Inhaberin des Lehrstuhls für Scientific & Technological Literacy an der McGill University in Montreal ist bekannt, dass sie schon seit Längerem in gutem Kontakt mit der Hacker- und Anonymous-Szene steht und von dieser trotz oder gerade wegen ihrer Recherchen gewürdigt wird. Die gleiche Art der Recherche wählte auch Parmy Olson, deren Werk „Inside Anonymous“ zwar mehr dokumentarischen Charakter hat, aber die derzeit größte erhältliche Nähe zu den Motiven und Gedanken einiger mit Anonymous, insbesondere LulzSec assoziierten Hacker bietet. Die zahlreichen von Olson mit fast allen (mittlerweile verhafteten) Mitgliedern der Gruppe geführten Interviews, geben dabei genug Material zur Interpretation von deren Motivationen und Zielen an die Hand. Dennoch ist zu erwähnen, dass die genauen Abschriften der Interviews (noch) nicht verfügbar sind; es konnte derzeit nicht geklärt werden, inwiefern dies im Zusammenhang der noch ausstehenden Gerichtsprozesse der vor deren Verhaftung von Ihr Befragten steht. Darüber hinaus widmet sich der Journalist Cole Stryker in „Epic Win For Anonymous“ den vielen kulturellen Eigenheiten des Entstehungsortes von Anonymous, dem 2003 gegründeten Imageboard 4chan.org zu. Für einen, mit der sogenannten „Chankultur“ bisher nicht vertrauten Leser bietet Strykers Buch eine umfassende Quelle an Erklärungen und Beispielen.

2. Ideologisch-theoretische Grundlagen

2.1 Das Konzept Spaßguerilla

Das Konzept des „Spaßguerilla“, das in Deutschland während den 70er Jahren bekannt wurde, zeichnet sich durch sein satirisches oder parodistisches Auftreten in der Öffentlichkeit aus. Dabei bediente man sich verschiedener Präsentationsformen, darunter beispielsweise (AG Spass muss sein!, 2001, S. 12f):

Fälschung von Behördenschreiben
- Happenings
- Tortenwürfe gegen Politiker und Prominente
- Verstecktes Theater
- Verkleidung

Ziel war es, die als herrschend wahrgenommene, humorbezogene Lethargie der Zuschauer zu überwinden und einen bewussten Gegenpol zum politisch angespannten Kontext der 70er und 80er Jahre zu schaffen. Dabei ist zu betonen, dass Spaßguerilla trotz dessen Wurzeln in der linken Sponti-Szene kein direktes politisches Mittel war. Zwar wurden insbesondere in gefälschten Behördenbriefen oder öffentlichen Bekanntmachungen oft Politiker aufs Horn genommen, doch stand hierbei stets der satirische Effekt der Aktion im Mittelpunkt. Die Spaßguerilla ist daher klar von den außerparlamentarischen Protestformen wie bspw. den Studentenprotesten getrennt zu betrachten (Roth und Rucht 2008, S. 418f).

2.2 Der Hacker-Begriff

Es ist an dieser Stelle zwingend erforderlich, der empirischen Untersuchung des Phänomens „Anonymous“, welches offensichtlich in personellem wie methodischen Zusammenhang mit der Hackerkultur steht, eine einführende Darlegung des Begriffs des „Hackers“ voranzustellen. Da „Hacker“ anders als den Medien manchmal dargestellt per se keine moralische sondern lediglich eine arbeitsethische Wertung beinhaltet, haben sich in der IT-Sicherheitsszene drei anerkannte Klassifikationen von Hackern anhand der von ihnen imaginär getragenen Hüte durchgesetzt:

White-hat Hacker: Als White-hat bezeichnet man in der Regel Hacker, die ihre Computer-technischen Fähigkeiten nicht zur persönlichen Bereicherung auf Kosten Dritter einsetzen, sondern sich viel mehr den Idealen der freiwilligen Kooperation und des Teilens von Informationen verpflichtet fühlen; sie sind daher oft Anhänger der Open-Source-Bewegung, die sich dafür stark macht, den Quellcode von Programmen stets offenzulegen, um Anderen in die weitere Verbesserung mit einbeziehen zu können. White-hats arbeiten mit den selben Methoden wie andere Hacker und versuchen, Sicherheitslücken in Computer- und Netzwerksystemen aufzufinden, welche sie nach Aufdeckung wiederum an den betroffenen Stellen weitergeben. Aus diesem Grund finden sie sich oft auf den Gehaltslisten von namenhaften Softwareentwicklern oder Behörden und haben nicht selten eine Vergangenheit als Black hat Hacker vorzuweisen. Zu den bekanntesten White-hat Hackern zählen u.a. der Linux-Entwickler Linus Torvalds, aber auch Unternehmer wie Steve Jobs oder Bill Gates.

Black-hat Hacker: Sie entsprechen dem in den Medien oft gezeichneten stereotypen Bild des gefährlichen und missgünstigen digitalen Einbrechers. Black-hats hacken möglicherweise auch, aber nicht primär aus Spaß oder politischen Motiven, sondern einzig und allein, um sich einen direkten, nicht selten finanziellen Vorteil auf Kosten Anderer zu sichern.

Grey-hat Hacker: Sie sind die interessanteste, aber gleichzeitig auch am öftesten missverstandene Kategorie von Hackern und stellen das ideologische Bindeglied zwischen White- und Black-hat Hackern dar. Sie teilen die Ablehnung der White-hats gegenüber einen reinen Instrumentalisierung des Hackens und sind oft große Technik-Enthusiasten; die Verbindung zu den Black-hats ist für sie nicht ideologischer sondern viel mehr rein methodologischer Natur: beide brechen illegal in fremde Computersysteme ein und nehmen dabei auch in Kauf evtl. Schaden beim Opfer solcher Attacken anzurichten; anders als die rein materiell orientierten Black-hats ist der Grey-hat dabei jedoch zuerst und vor Allem von seiner reinen Neugier angespornt. Gerade diese ist es, die den Grey-hat Hacker zu seiner so interessanten Person machen, denn im Gegensatz zu Vertretern der anderen beiden Kategorien muss er bei jedem neuen erfolgreichen Eindringen in ein System eine echte Entscheidung fällen, was er mit den so gewonnen Informationen anfangen möchte. Der wohl bekannteste und oft fälschlicherweise als Black-hat eingestufte Grey-hat Hacker ist Kevin Mitnick.

Ein einigendes Merkmal dieser drei Personengruppen ist deren technische Begabtheit. Der mit einem negativen Unterton behaftete Begriff des Script Kiddies hingegen bezeichnet eine Person, die ihr Defizit an Fachkenntnissen durch den Einsatz automatisierter Programme zu kompensieren versucht. Die Motivation eines Script Kiddies kann jeder der Hacker-Varianten nahestehen, ist jedoch schon allein begrifflich klar von dieser zu trennen.

3. Ursprung und Entwicklung der Anonymous-Bewegung

Dieser Abschnitt der vorliegenden Arbeit zeichnet die bisherige Entwicklung, der im Allgemeinen oft als Anonymous bezeichneten Bewegungen nach. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis für die entscheidenden Abschnitte zu schaffen - von der langsamen Konstituierung auf 4chan.org bis hin zur Gründung der sich später aus der Bewegung erhebenden Hackergruppe LulzSec. Dabei wird bewusst vermieden, sich dort in den kleinsten Verästelungen dokumentarischen Eifers zu verlieren, wo das Interesse der reinen Vollständigkeit den Nutzen durch Verständnis aussticht. Diese Vorgehensweise ist insofern von Bedeutung, als eine komplette Abbildung aller im Namen von Anonymous durchgeführten Aktionen den Rahmen dieser Arbeit sprengen und nur wenig zum allgemeinen Verständnis für die Bewegung beizutragen hätte.

3.1 Generelles zur Mitgliedschaft bei Anonymous

An dieser Stelle muss bereits festgehalten werden, dass sich das Phänomen „Anonymous“ einer Beschreibung durch das Prinzip der Mitgliedschaft entzieht. Anonymous wurde weder gegründet, noch gibt es eine offizielle Postanschrift; es existieren weder zentrale Führungsstrukturen noch offizielle Entscheidungsgremien oder Organe; ohnehin ist der Begriff des „Offiziellen“ auf Anonymous nicht anwendbar. Daher empfiehlt es sich, weniger von Mitgliedern als viel mehr von Anhängern oder Unterstützern zu sprechen. Dies ist insofern von Bedeutung, dass in den Medien im Zusammenhang mit Anonymous anfänglich das Bild einer geheimen aber dennoch klar strukturierten Organisation gezeichnet wurde. Während es in anderem Kontext durchaus legitim erscheinen mag, von Mitgliedern einer bestimmten Bewegung zu sprechen, ist es gerade im Zusammenhang mit der Frage nach dem eigentlichen Wesen von Anonymous daher ratsam, diese bewusst überdeutlich ausgedrückte, semantische Unterscheidung zu treffen.

Die bisher vorgenommene Charakterisierung als Bewegung kann jedoch, ohne tiefere Analyse, nicht ausreichend beschreiben, worum es sich bei Anonymous tatsächlich handelt. Im folgenden Teil dieser Arbeit wird daher zunächst auf die infra-strukturellen Besonderheiten des Phänomens „Anonymous“ eingegangen, sowie in einem späteren Teil auch die grundlegende(n) Motivation(en) von Anhängern ent-schlüsselt (vgl. Abschnitt 7 – Motive und Einordnung der Anonymous-Bewegung).

3.2 Die Wiege der Bewegung auf 4chan.org

3.2.1 Christopher Poole und 4chan – Das Anti-Facebook

Am 1. Oktober 2003 eröffnete der damals 15-Jährige Amerikaner Christopher „moot“ Poole das am japanischen Imageboard 2chan orientierte 4chan.org.[1] Imageboards sind Foren, die das Erstellen eines Topics stets an das Hochladen eines Bildes binden und generell dem Austausch von themenbezogenem Material dienen. Der von Poole ursprünglich intendierte Zweck 4chans war es, eine Onlineplattform zum Teilen von insbesondere unter Jugendlichen sehr beliebten japanischen Comicsdarstellungen, sogenannten Animes und Mangas, zu schaffen. Zwar liegt noch heute ein Schwerpunkt der Seite auf japanischer Kultur, doch wurde das Projekt mit zunehmender Beliebtheit auf zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt 58 Subforen ausgeweitet und bildet mittlerweile die praktisch gesamte Bandbreite an im Internet diskutierten Themen ab. Im Ranking des Analysedienstes Alexa Internet Inc., einem Tochterunternehmen von Amazon.com, rangiert 4chan.org aktuell unter den 1.000 beliebtesten Homepages weltweit (Alexa 2012) und konnte in den USA zwischenzeitlich bis auf den 56. Rang vorstoßen (Landers 2008).[2] Dennoch gilt 4chan als eine der speziellsten, absurdesten, verstörendsten aber gleichzeitig aber auch faszinierendsten Websites in der Geschichte des Internets, die lange Zeit abseits jeglichen Internet-Mainstreams existierte und sich in Ermangelung von Eigenwerbung nur durch Mundpropaganda verbreitete (Stryker 2011, S. 39). Dabei ist die bemerkenswerteste Eigenschaft 4chans dessen im Jahre 2012 durchaus als „alternativ“ zu bezeichnende Funktionsweise. So besteht ein zentrales Wesensmerkmal der Website in einer Praktik, die man am treffendsten als „vergessendes Forum“ umschreiben kann: Anders als im Internet üblich, werden die Beiträge der User nicht archiviert sondern verschwinden schon nach kurzer Zeit wieder aus dem System. So existiert für jedes Subforum eine Maximalanzahl an aktiven Themen, weshalb jede Erstellung eines neuen Threads mit der Löschung des aktuell Unbeachtetsten einhergeht. Darüber hinaus verlangt 4chan weder eine vorherige Registrierung seiner Nutzer, noch die Wahl eines Pseudonyms beim Erstellen eines neuen Themas. Auch bezüglich des Umgangs mit Nutzerdaten sagte Poole, als Zeuge vor Gericht geladen, aus, dass diese, insbesondere die IP-Adressen, nur über einen sehr begrenzten Zeitraum auf den Servern des Imageboards gespeichert und im Anschluss vollständig gelöscht werden (United States Court - Eastern District of Tennessee 2010). Diese bewusste, Inhalts-zentrierte Maßnahme dient der Förderung objektiver Diskussionen, führt jedoch nicht selten dazu, dass es insbesondere in den Subforen derberen Inhalts regelmäßig zu Beschimpfungen kommt, deren Intensität mit keinem Attribut der deutschen Sprache auch nur annähernd beschrieben werden könnte. Dennoch finden außerhalb dieser speziellen Foren durchaus zivilisierte, wenn auch nur kurzweilige Unterhaltungen über Themen wie beispielsweise Reisen (/trv/), Mode (/fa/), Mathematik (/sci/), aber auch Waffen (/k/) statt.

Aufgrund des einfachen Zugangs, des durch die öffentliche Berichterstattung gestiegenen Bekanntheitsgrads, sowie der Offenheit für beinahe alle Inhalte, entstanden 2008 allein im Subforum /b/, dem Bereich für random“, d.h. beliebige Inhalte, pro Woche zwischen 150.000 und 200.000 neue Posts (Grossman 2008). Bereits Anfangs 2011 belief sich der Wert der auf 4chan pro Tag getätigten Posts auf gar 800.000 (Grigoriadis 2011). Dies hat wiederum zur Folge, dass dort Inhalte oft nur kurz und oberflächlich diskutiert werden und weniger der Information als viel mehr der reinen Unterhaltung der User dienen.

Die an dieser Stelle bereits zu erkennende Dualität, das gleichzeitige Nebeneinander von Bildern spielender Tierbabys und dem Austausch von Kochrezepten auf der einen, sowie Fotos gestellter Vergewaltigungen und entstellter Leichenteile auf der anderen Seite, machen 4chan.org zu einer Plattform, die derzeit ein immer breiteres Publikum anzieht. Reissmann et al. stellen korrekt fest, dass es wohl keinen anderen Ort gebe, an dem Genialität und Grauen so nahe beieinander lägen wie auf 4chan.org (Reißmann et al. 2012, S. 13), während Olson die Website, aufgrund der Verhaltensweisen eines Großteils der User, als „pulsierenden Knoten der Negativität“ beschreibt (Olson 2012, S. 36). Letztgenannte Aussage ist im Bezug auf 4chan als Ganzes jedoch zu pauschal und daher unangebracht. So finden sich auch immer wieder Ausnahmen von der – zugegebenermaßen – auf 4chan vorherrschenden Kultur des gegenseitigen Hasses, sodass Usern mit ehrlich anmutenden Problemen insbesondere in /r/ ( Request“) durchaus wohlwollend begegnet wird. Darüber hinaus ist 4chan seit Jahren die Keimzelle kreativer Neugestaltung von Inhalten und hat bis heute einen erheblichen Anteil an kulturellen Remixes hervorgebracht, die sich in der Folge über das gesamte Internet verbreiteten.

Diese sogenannten „Memes“[3] stellen ein zentrales Kulturgut der Anonymous-Bewegung dar und gehen, in ihrer allgemeinen Definition, auf Richard Dawkins zurück. Dieser postulierte 1976, dass es neben dem Gen als Träger physischer Eigenschaften, auch ein imaginäres Medium zur kognitiven Replikation von Ideen gäbe – das Meme:

“Examples of memes are tunes, ideas, catch-phrases, clothes fashions, ways of making pots or of building arches. Just as genes propagate themselves in the gene pool by leaping from body to body via sperms or eggs, so memes propagate themselves in the meme pool by leaping from brain to brain via a process which, in the broad sense, can be called imitation.”

- (Dawkins 2006, S. 192)

Dawkins Beschreibung der Fortpflanzung von Inhalten erscheint im Zeitalter des Internets als besonders passend. Durch die weltweite Vernetzung haben es Memes heutzutage deutlich leichter, sich dank Plattformen wie YouTube und Facebook innerhalb von nur wenigen Stunden auf der ganzen Welt auszubreiten. Dabei kann nahezu alles zum Meme werden, doch haben sich im Netz v.a. drei Formen durchgesetzt: Sprüche, Bilder und Videos. Während die beiden letztgenannten offensichtlich erscheinen sollten, sind Sprüche, insbesondere in /b/, oft als reine Insiderwitze zu verstehen und gehen dabei meist auf ein bestimmtes, besonders großartig empfundenes Ereignis zurück. Ein Beispiel hierfür sind die Bezeichnungen “internet hate machine“ oder “hackers on steroids“, die einem einstigen FOX News Bericht über Anonymous entstammen.

Durch die Kombination genereller Anonymität, der nicht vorhandenen Archivierung von Inhalten, sowie dem Verzicht auf jegliche Eigenwerbung oder Suchmaschinen-optimierung, stellen Poole und 4chan den krassen anarchischen Gegenentwurf zu Mark Zuckerberg und Facebook dar. Bemerkenswert ist, dass während Zuckerberg im Jahr 2010 vom TIME Magazine als „Person of the Year“ ausgezeichnet wurde (TIME 2010), Christopher „moot“ Pooles bereits 2008 in einer Online-Umfrage desselben Magazins zur einflussreichsten Person der Welt gewählt wurde (TIME 2009). Wie erst später festgestellt, versteckten die Anhänger Pooles dabei eine geheime Botschaft in den Anfangsbuchstaben der auf den ersten 21 Plätzen gelandeten Personen: „Marblecake also the game“ – eine Anspielung auf den Chatroom #marblecake, von dem aus ein Teil der Aktionen der Anonymous-Bewegung gegen die Church of Scientology geplant wurde (vgl. Abschnitt 6.1.x – Operation Chanology).[4]

3.2.2 Konstituierung von Anonymous als kollektives Bewusstsein

1. You do not talk about /b/

2. You do NOT talk about /b/

- Erste und zweite Regel des Internets[5]

Es herrscht generelle Einigkeit darüber, dass die Anonymous-Bewegung ihre Wurzeln in der sogenannten „Chankultur“, genauer, im 4chan-Subforum /b/ hat. (Olson 2012, S. 35; Reißmann et al. 2012, S. 32; Stryker 2011). Verzichtet dort ein User, wie in diesem Forum üblich auf die freiwillige Wahl eines Pseudonyms so wird ihm stattdessen der Nutzername „Anonymous“ zugeteilt, welcher im Laufe der Zeit zur kollektiven Identität der Besucher von /b/, der selbsternannten „/b/tards“, avancierte. Um den aber nun folgenden Schritt, die Evolution einer aktiven Bewegung aus einem zunächst nur kollektiven Bewusstsein heraus, verstehen zu können, ist es an dieser Stelle erforderlich, das tägliche Geschehen auf /b/ näher zu beleuchten:

Wie in jedem anderen Forum/Imageboard gelten auch auf 4chan.org die allgemein akzeptierten Verhaltensregeln des Internets, die sogenannte Netiquette. Einzig /b/ hat sich bis heute eine Sonderstellung erhalten und wird nur durch die beiden Regeln, weder Kinderpornographie noch anderweitige, im Land des Nutzers oder den USA als illegal eingestufte Inhalte, zu posten (4chan.org 2012). Durch diesen Zustand der praktischen inhaltlichen Anarchie, fernab von Zensur und Verhaltenskodizes, hat sich auf /b/ seit 2003 eine eigene Subkultur entwickelt, die sich sowohl durch eine kryptische, für Außenstehende kaum noch als Englisch zu erkennende Sprache, als auch ein eigenes Set an Ritualen und Aktionen auszeichnet. Zu den harmlosesten, aber sich am schnellsten über die Grenzen 4chans verbreitenden Entwicklungen, zählte hierbei die Institutionalisierung des sogenannten „Caturdays“, in dessen Rahmen die User jeden Samstag Bilder von meist kleinen Katzen posteten, die sie zuvor mit einem ironischen, tollpatschigen oder unschuldigen Schriftzug in gebrochenem Englisch versehen wurden. Das beliebteste Bild, eine “I can has Cheezbuger?“ fragenden Katze gab den Ausschlag zur Gründung des 2007 für 2 Millionen US-Dollar aufgekauften und im Januar 2011 mit weiteren Investitionen in Höhe von 30 Millionen US-Dollar versehenen Blogs Cheezburger Network (Parfeni 2011).

Daneben zeichnet sich die /b/-Userschaft durch das regelmäßige Spielen von bewusst rücksichtslosen und – je nach Betrachtungsweise – geschmacklosen Streichen aus. Ein Beispiel ist das gemeinschaftliche, massenweiße Bespammen von YouTube Videos mit „R.I.P.“ oder anderen Arten der Kondolenzbekundungen, um unwissende User glauben zu machen, der betroffene Künstler sei gerade verstorben (Reißmann et al. 2012, S. 19). Generell erscheint die subversive Manipulation von sozialen Räumen als einer der Standardtaktiken auf /b/. So sorgten dessen User dafür, dass eine Online-Abstimmung über den Ort des ersten Auslandskonzerts Justin Biebers, zugunsten Nordkoreas ausging oder sie platzierten sogenannte Google Bombs, bei denen bestimmte, meist despektierliche Begriffe mit dem Namen von Prominenten assoziiert werden.[6] Besonders beliebt ist auch das sogenannte Pedobaiting, bei dem sich User unter kindlichen Namen in, für die Präsenz von Pädophilien bekannte Chatrooms, einloggen, um diese dann beispielsweise im Rahmen einer Webcam-Sitzung bloßzustellen[7]. Sein gesamtes Potenzial an moralischer Unbekümmertheit entfaltet das frühe Anonymous jedoch gegenüber unbeteiligten Facebook-Nutzern, denen es zum Verhängnis wurde, ein all zu leicht zu erratendes Passwort gewählt zu haben. So beschreibt ein von Olson zu seinen Aktivitäten auf 4chan Befragter wie er regelmäßig die Identität anderer Nutzer auf Facebook stahl, um deren Lebensgefährten zu überreden, ihm intime Fotos oder Videos zuzusenden. Gehen diese darauf ein, werden sie in der Folge zu einer besonders demütigenden Handlung erpresst, um die Veröffentlichung des Materials abzuwenden (Olson 2012, S. 44ff). Innerhalb der /b/-Kultur hat es sich dabei etabliert, stets das Fotografieren eines über den eigenen Kopf gehaltenen Schuhs einzufordern. Weitere bekannte Aktionen ähnlicher Natur waren das massenweise Posten bunt blinkender Animationen im Forum der Epilepsy Foundation (Poulsen 2008) oder Telefonanrufe bei den Eltern eines zuvor Selbstmord verübt habenden Siebenjährigen, in denen man sich als der Geist ihres toten Sohnes ausgab und verlangte, vom Friedhof abgeholt zu werden (Schwartz 2008).

Da eine rein abstrakte Umschreibung der Vorgänge auf /b/ nicht geeignet ist, das dort vorherrschende Maß an Menschenverachtung und gesellschaftlichem Nihilismus hinreichend zu beschreiben, sind die oben genannten Beispiele, bei denen es sich keineswegs um extreme Einzelfälle handelt, nötig, um ein korrektes Bild dieses Ortes zu zeichnen.

Ein erstes Ausbrechen aus diesem System der spontanen und oft nur mit wenigen Minuten Vorlaufzeit geplanten, Flashmob-artigen Aktionen, lässt sich im Sommer 2006 feststellen. In mehreren Wellen, die ihren Höhepunkt am 12. Juli fanden, überfluteten Hunderte /b/tards die Server des kostenlosen, einem Urlaubshotel nachempfundenen Onlinespiels Habbo Hotel, belästigten die dort anwesenden Spieler und nahmen Hackenkreuz-Formationen ein. Insbesondere die Blockade des Swimmingpools der Spielwelt durch die allesamt mit dunkelhäutigen Avataren mit Afrofrisuren und Anzug auftretenden 4chan-Nutzer, gilt heute als einer der größten Erfolge in der Geschichte 4chans und führte zur Entstehung des Memes „Pool’s closed“ (Know Your Meme 2012). Die Besonderheit dieses sogenannten Raids (=Schlachtzug; eine gemeinsame Aktion mehrerer User) liegt in dessen – in Relation zu vorherigen Aktionen /b/s – deutlich höheren Maß an Organisation. Erstmals wurden von einzelnen Usern Flugblätter angefertigt, um das Verhalten aller Beteiligten zu koordinieren und sogar eine eigene „Pool Tool“ getaufte Software bereitgestellt, die der Unterstützung des belästigenden Verhaltens im Spiel diente. Zwar würden noch zwei weitere Jahre vergehen bis ein Teil von Anonymous während den Scientology-Protesten seinen Stil grundlegend zugunsten mittelfristig angelegter Operationen wandeln würde, doch stellt bereits der Habbo Hotel Raid den ersten Schritt in ebendiese Richtung dar.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die zu dieser Zeit noch vorherrschende Methode anhand derer Anonymous in /b/ seine Opfer auswählte: So wird dort jedem Posting ein Zahlenwert zugeordnet, der mit der Anzahl der bisher gesamt getätigten Beiträgen auf 4chan korrespondiert. Im Zusammenhang mit diesen Werten hat es sich untern den Usern /b/s etabliert, sogenannte GET s abzuhalten. Ein GET ist das Tätigen eines Posts mit einer bestimmten, vorher ausgerufenen Laufnummer und berechtigt in der Folge dazu, die quantitative wie qualitative Macht Anonymous’ gegen ein selbst gewähltes Ziel zu richten. Da dieses System aufgrund der hohen Postfrequenz auf 4chan (vgl. vorherigen Abschnitt) praktisch nicht zu beeinflussen ist, sorgt es für die Unterdrückung der Herausbildung von Herrschaft und Hierarchie im Forum. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass einzelne, nicht durch temporäre GET s legitimierte User versuchen, Anonymous gegen bestimmte Ziele zu wenden. Die mittlerweile als Meme etablierte Antwort lautet dabei stets: “[We Are] Not Your Personal Army” (Know Your Meme 2010).

In der Sprache Anonymous’ gelten erfolgreiche Aktionen als Win (Superlativ: Epic Win) während Scheitern als (Epic) Fail tituliert wird. Dabei spielt die moralische Komponente bewusst keine Rolle. So gilt es beispielsweise als klarer Win, einen Pädophilien vor laufender Kamera ins offene Messer laufen zu lassen; geschieht dies jedoch mit einem der eigenen Belustigung übergeordneten Motive, wird eine solche Aktionen in /b/ als genereller Fail bewertet. Moral ist in dieser frühen Generation von Anonymous kein Anspruch sondern ein Makel – mit den Worten der Figur The Plague aus dem 1995er Spielfilm Hackers ausgedrückt: “ There is no right or wrong. Just fun and boring” (Iain Softley 1995) . „Fun “ und „ Boring “ sind die zum Verständnis der Motivation der Taten der /b/tards entscheidenden Kategorien. In den ersten fünf Jahren des Bestehens von Anonymous (2003-2008) war dies die einzig akzeptierte Kategorisierung von Verhalten. Dieser Zeit entspringt auch das Motto “ We did it for the Lulz!”, anhand dessen User auf, den eines tieferen Sinnes entbehrenden, Charakter ihrer Taten hinweisen, denen einzig der Wunsch nach weiteren Lulz – also der Generierung von Schadenfreude – innewohnt. Dieser besonderen Ablehnung von moralisch motivierten Handlungen entspricht auch die abwertende Bezeichnung von als Moralaposteln empfundenen Usern als moralfags („Moralschwuchteln“).

Erst mit dem großen Erfolg der weltweiten Scientology-Proteste im Rahmen der Operation Chanology in der ersten Jahreshälfte 2008, wurden moralische Kategorien, zumindest in Teilen der Bewegung, saloonfähig und bewirkten in der Folge eine ideologische Aufspaltung, die auch strukturelle Konsequenzen nach sich zog.

3.3 Schlüsselereignis Project Chaonology 2008

Seit dem bis dato größten Win 4chans, dem Hobbo Hotel Raid 2006, hatte sich in einem Teil der Userschaft des Imageboards das Bewusstsein entwickelt, dass möglicherweise eine Kanalisierung der Stärke des „Schwarms“ durch eine Verbesserung der Organisation herbeigeführt werden könnte. Vom Vorbild des erfolgreichen Schlachtzugs gegen die Server der schwedischen Hotelsimulation lernend, setzte eine langsame Veränderung in /b/ ein. So kam es zwischen 2006 und 2008 zu einer relativ geringen, aber wahrnehmbaren Häufung von Späßen, denen zumindest etwas mehr Vorbereitung vorausgegangen war als nur ein spontanes GET.

Manchmal sind es dann einzelne, kleine Ereignisse, die ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen. Im Falle von Anonymous ist ein solches „kleines Ereignis“ Tom Cruise.

In einem, am 14. Januar 2008 ins Internet gestellten, Video des Filmstars und bekennenden Scientologen, rühmte dieser in teils Trance-ähnlichen Zuständen den Weg Scientologys als den einzigen wahren und rief u.a. dazu auf, bei Autounfällen stets einen Vertreter der, in den USA als Kirch anerkannten, Organisation hinzuzuziehen (YouTube.com 2012). Die ganze Aufmachung des, mit dem Mission: Impossible Soundtracks unterlegten, Filmmaterials wirkt derart bizarr, dass die, bis heute naheliegendste Erklärung ist, dass das, möglicherweise nur zur internen Verwendung gedachte, Video niemals für die Augen der breiten Öffentlichkeit bestimmt war – und erst recht nicht für die Augen der schon den nächsten Epic Win erspähenden /b/tards. Noch am selben Abend wurde ein Thread auf 4chan eröffnet, in dem ein User den als heldenhaft charakterisierten Einsatz gegen Scientology forderte. Eine gute Dokumentation der, aufgrund der technischen Eigenschaften von 4chan nicht mehr online verfügbaren, resultierenden Diskussion findet sich bei Olson (Olson 2012, S. 67ff): So kam es zwar auch hier zu den fast schon obligatorisch anmutenden Beschimpfungen des OP (= Original Poster; dt.: Themenersteller), doch lässt sich neben diesen, auch die Fortentwicklung zu einer echten Diskussion des Vorschlags feststellen. So konnten einzelne User, durch flammende Monologe über das Potenzial und die Zukunft von /b/, eine allgemeine Aufbruchsstimmung erzeugen, in deren Folge bereits erste, größtenteils aber noch unkoordinierte Angriffe gegen die Homepage der Church of Scientology gestartet wurden. Wenige Stunden später sammelten sich Massen an euphorisierten Mistreitern in #Xenu, einem Chatroom, benannt nach dem wohl absurdesten und daher von Scientology gerne verschwiegenen Mythos der Organisation.[8] #Xenu avancierte in den Folgewochen und –monaten zur zentralen Sammelstelle der Operation Chanology, einem Kofferwort aus Chan und Scientology. Neben 4chan nahmen auch weitere, teils einst verfeindete, Imageboards wie 711chan teil. Darüber hinaus wurden auf dem chanology-wiki.info Vorschläge gesammelt, wie man möglichst effektiv gegen Scientology vorgehen könnte – inwiefern „effektiv“ sich dabei auf zu induzierende Lulz, oder aber die moralische Komponente bezog, lag dabei an den individuellen Präferenz des jeweiligen Users.

[...]


[1] Zum damaligen Zeitpunkt noch unter der URL http://www.4chan.net

[2] Laut Alexa sind die aktuell beliebtesten Homepages des Internets 1. Facebook.com, 2. Google.com, 3. YouTube.com, 4. Yahoo.com sowie an fünfter Stelle die chinesische Suchmaschine Baidu.com.

[3] dt. auch oft „Mem“.

[4] Der Zusatz „the game“ bezieht sich hierbei auf ein als The Game bekanntes Meme/Spiel, dessen Ziel es ist, nicht an selbiges zu denken. Durch die Inkorporation der Erinnerung an The Game in besagtem TIME-Ranking, verfolgten die Anhänger Pooles das Ziel, eine möglichst große Anzahl an Personen das Spiel verlieren zu lassen.

[5] „Rules of the Internet“ ist ein im Zusammenhang mit 4chan und Anonymous entstandenes Meme, das in teils ironischer Art verschiedene „Gesetzmäßigkeiten“ des Internets aufzählt.

[6] Eine der ersten und wohl bekanntesten Google Bombs der Geschichte war die Positionierung der Biographie George W. Bushs als erstes Ergebnis einer Suche nach „Failure“. Die im Zusammenhang mit Anonymous erfolgreichste Google Bomb war die Assoziation von Justin Bieber mit Geschlechtskrankheiten, welche ein realweltliches Presseecho nach sich zog; vgl. Stryker 2011, S. 246.

[7] Dabei kam es bestätigten Berichten zufolge in mindestens einem Fall zur Festnahme eines 53-jährigen Kanadiers. Vgl. Jenkins 2007.

[8] Gemäß der Glaubenslehre von Scientology, die Mitgliedern oft erst nach Jahr(zehnt)en der Mitgliedschaft in ihrer ganzen Breite eröffnet wird, war Xenu vor langer Zeit ein intergalaktischer Planetenherrscher, der die Überbevölkerung seiner Welt dadurch löste, dass er einen Teil seiner Untertanen auf die Erde deportieren und durch das Zünden von Wasserstoffbomben in den Vulkanen von Hawaii umbringen lies.

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Details

Titel
Spaßguerilla 2.0 oder globale Revolution?
Untertitel
Eine motivorientierte Analyse von Struktur, Kultur und Methoden der Anonymous-Bewegung
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Internet Politics
Note
1.7
Autor
Jahr
2012
Seiten
69
Katalognummer
V266196
ISBN (eBook)
9783656559450
ISBN (Buch)
9783656559436
Dateigröße
1503 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Among others, the thesis was especially praised for its extensive research and portrayal of the development of Anonymous.
Schlagworte
Anonymous, Internetpolitik, Hacking, Hacker, 4Chan, Lulzsec, Sabu, Topiary
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Julian Knab (Autor), 2012, Spaßguerilla 2.0 oder globale Revolution?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266196

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Titel: Spaßguerilla 2.0 oder globale Revolution?


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