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Die Protokolle der Weisen von Zion

Die jüdische Weltverschwörung als antisemitische Kollage für die Legitimation des Völkermords

Title: Die Protokolle der Weisen von Zion

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Hujara (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Summary Excerpt Details

Die Protokolle der Weisen von Zion – eine Fälschung, die keine ist: Aus einem brillanten Dialog abgeschrieben, von einem drittklassigen Roman inspiriert, zusammengestückelt aus alten religiösen Vorurteilen und neuen sozialen Vorwürfen gegen die Juden, angereichert mit einer abstrusen Verschwörungstheorie – judenfeindliches Gedankengut aller Zeiten vereint sich in den Protokollen zur wirkungsmächtigen Kollage des Antisemitismus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Vorlage und Prototypen der Protokolle

II.1. Die Vorlage : Dialogue aux Enfers entre Machiavel et Montesquieu

II.2. Die Prototypen: Biarritz und Ein Rabbiner über die Gojim

III. Die jüdische Weltverschwörung – eine antisemitische Kollage

III.1. Martin Luther und die religiösen Vorurteile

III.2. Adolf Stoecker und der soziale Antisemitismus

III.3. Die Weltverschwörung als Synthese

IV. Die jüdische Auctoritas

V. Die Widersprüche in den Protokollen

VI. Die Protokolle als Legitimation für den Völkermord

VII. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorischen Strategien und die inhaltliche Zusammensetzung der „Protokolle der Weisen von Zion“. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Fälschung trotz ihrer offensichtlichen inhaltlichen Mängel und logischen Widersprüche eine solch verheerende historische Wirkung entfalten und als ideologische Grundlage für die Legitimation des Völkermords an den Juden dienen konnte.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und der Quellen der „Protokolle“
  • Vergleich der „Protokolle“ mit zeitgenössischen antisemitischen Schriften (Luther, Stoecker)
  • Dekonstruktion der rhetorischen Beweisführung und der „Auctoritas“
  • Untersuchung der Funktion von Verschwörungstheorien als soziales Erklärungsmittel
  • Reflektion über die Rolle des Textes als „Warrant for Genocide“ im Nationalsozialismus

Auszug aus dem Buch

II.1. Die Vorlage: Dialogue aux Enfers entre Machiavel et Montesquieu

Im Jahre 1864 veröffentlichte der liberale Advokat Maurice Joly den Dialogue aux Enfers entre Machiavel et Montesquieu, ein brillantes Totengespräch zwischen Machiavelli und Montesquieu, ein Streitgespräch zwischen Despotismus und Liberalismus. Montesquieus humanistische und demokratische Ideale der Französischen Revolution stehen hierbei Machiavellis Machtpolitik gegenüber. Joly kritisierte mit dieser Satire die Regierung Napoleons III. Von den Juden, oder gar dem Plan einer jüdischen Weltherrschaft ist freilich in dieser politischer Schrift in keiner Weise die Rede.

Also sind die Protokolle ein Phantom, das aus einem vollkommen andersartigen Kontext, der mit einer angeblichen Weltverschwörung der Juden nicht den geringsten Berührungspunkt aufweist, herausgenommen und umfunktioniert wurde.

Es besteht tatsächlichen kein Zweifel daran, dass Passagen aus Jolys Dialogue regelrecht abgeschrieben und in den Protokollen lediglich in den Zusammenhang des jüdischen Weltherrschaftsplans gestellt wurden. Zu deutlich gleichen sich viele Textstellen, ja sogar die Reihenfolge der abgehandelten Themenschwerpunkte wurde nur vereinzelt geändert. Schon der Vergleich der ersten Worte beider Werke entlarvt die Protokolle als Plagiat: Joly lässt Machiavelli zu Beginn erläutern:

Der Mensch fühlt sich mehr zum Bösen als zum Guten hingezogen. [...] Die Menschen streben alle nach der Herrschaft, und es gibt unter ihnen keinen, der nicht ein Unterdrücker wäre, wenn er es sein könnte. Alle, oder fast alle, sind dazu bereit, die Rechte ihrer Mitmenschen ihren eigenen Interessen zu opfern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der „Protokolle der Weisen von Zion“ ein und verortet sie als einflussreiches, jedoch gefälschtes Dokument des modernen Antisemitismus.

II. Vorlage und Prototypen der Protokolle: Hier wird nachgewiesen, dass der Text als Plagiat aus Maurice Jolys Satire und dem Roman „Biarritz“ konstruiert wurde.

III. Die jüdische Weltverschwörung – eine antisemitische Kollage: Diese Sektion arbeitet die Verbindung zwischen klassischen religiösen Vorurteilen (Luther), sozialem Antisemitismus (Stoecker) und dem synthetischen Konstrukt der Weltverschwörung heraus.

IV. Die jüdische Auctoritas: Das Kapitel thematisiert, wie die „Protokolle“ durch den rhetorischen Kunstgriff der vorgetäuschten jüdischen Selbstbezichtigung eine suggestive Beweiskraft erlangen.

V. Die Widersprüche in den Protokollen: Eine Untersuchung der inhaltlichen Fehler und logischen Inkonsistenzen innerhalb des Textes, die ihn als stümperhafte Fälschung entlarven.

VI. Die Protokolle als Legitimation für den Völkermord: Dieser Teil analysiert, wie der Text als propagandistische Notwehr-Legitimation durch das Nazi-Regime instrumentalisiert wurde.

VII. Schlussbetrachtung: Ein zusammenfassender Ausblick auf die zeitlose Funktion der Verschwörungstheorie als Erklärungsmittel und ihre Rolle bei der Vorbereitung der Endlösung.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Protokolle der Weisen von Zion, Verschwörungstheorie, Fälschung, Weltverschwörung, Nationalsozialismus, Völkermord, Rhetorik, Judenfeindschaft, Plagiat, Propaganda, Maurice Joly, Adolf Stoecker, Martin Luther

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die „Protokolle der Weisen von Zion“ nicht nur als gefälschtes Dokument, sondern untersucht ihre spezifische rhetorische Struktur und Funktion bei der Förderung von Judenfeindlichkeit.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte, den Nachweis als Plagiat, die Verknüpfung von religiösen und sozialen Antisemitismen sowie die tödliche politische Instrumentalisierung im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie ein textlich minderwertiges Plagiat durch spezifische rhetorische Strategien und die Kombination existierender Vorurteile eine solch massive historische Wirkmächtigkeit entfalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine eigenständige Textanalyse und ein systematischer Vergleich mit anderen antisemitischen Quelltexten durchgeführt, um die Abhängigkeiten und die Konstruktionsweise der „Protokolle“ offenzulegen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Vordergrund?

Im Hauptteil werden vor allem der direkte Vergleich mit den Quellen (Joly, Goedsche) sowie die diskursive Verbindung von Luthers religiösen Vorurteilen und Stoeckers sozialem Antisemitismus behandelt.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?

Die Schlüsselwörter spannen den Bogen von den theoretischen Grundlagen der Textanalyse über die historischen Akteure bis hin zu den fatalen Folgen in der nationalsozialistischen Ideologie.

Warum spielen die Widersprüche in den „Protokollen“ eine so wichtige Rolle für das Fazit der Arbeit?

Der Autor zeigt auf, dass gerade die Tatsache, dass die Fälschung nicht an ihren inneren Widersprüchen scheiterte, ihre suggestive Kraft als „Warrant for Genocide“ unterstreicht, da sie das Bedürfnis nach einer einfachen Erklärung für komplexe Weltveränderungen bedient.

Inwiefern beeinflusste die „Auctoritas“ die Glaubwürdigkeit des Textes für damalige Leser?

Die „Auctoritas“ – also das fiktive Zitat aus dem Munde der Juden selbst – diente als rhetorischer Kunstgriff, um die Beweislast zu umgehen und den Leser in die Rolle eines Zeugen der „jüdischen Umtriebe“ zu drängen.

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Details

Title
Die Protokolle der Weisen von Zion
Subtitle
Die jüdische Weltverschwörung als antisemitische Kollage für die Legitimation des Völkermords
College
University of Tubingen  (Seminar für Allgemeine Rhetorik)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Markus Hujara (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V26622
ISBN (eBook)
9783638289030
ISBN (Book)
9783638825436
Language
German
Tags
Protokolle Weisen Zion Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Hujara (Author), 2004, Die Protokolle der Weisen von Zion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26622
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