Das Heimkehrermotiv wird insbesondere in Verbindung mit Heimkehrenden Soldaten verwendet. Im Roman "Deutscher Sohn" des Autorenkollektivs Ingo Niermann und Alexander Wallasch kehrt der Soldat Toni verwundet aus dem Afghanistaneinsatz zurück. Das Leben Zuhasue hat sich jedoch gewandelt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Charakteristika des Heimkehrermotivs und untersucht daraufhin den Roman "Deutscher Sohn" und dessen Hauptfigur Toni auf selbiges.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erzähltextanalyse des Romans Deutscher Sohn nach Martínez/Scheffel
3. Das Heimkehrermotiv
3.1 Problematik von Heimkehr
3.2 Das Motiv und seine Spielarten
3.3 Das Heimkehrermotiv in deutscher Literatur in Verbindung mit den Weltkriegen
4. Das Heimkehrermotiv im Roman Deutscher Sohn
4.1 Tonis Lebensumstände vor und nach dem Bundeswehreinsatz
4.2 Tonis Unterbewusstsein
4.3 Tonis Verhältnis zur Bundeswehr
4.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das literarische Heimkehrermotiv unter besonderer Berücksichtigung des Romans "Deutscher Sohn" von Ingo Niermann und Alexander Wallasch aus dem Jahr 2010. Dabei wird analysiert, wie sich das Motiv des Kriegsheimkehrers im zeitgenössischen Kontext der Bundeswehreinsätze verändert hat und ob das Werk als moderner Heimkehrerroman klassifiziert werden kann.
- Erzähltheoretische Analyse des Romans nach Martínez/Scheffel
- Historische und soziologische Grundlagen des Heimkehrermotivs
- Konflikt zwischen Heimkehrer-Identität und zivilem Alltag
- Psychologische Auswirkungen von Kriegseinsätzen und Traumatisierung
- Rolle von Militär-Identität in der Nachkriegsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Problematik von Heimkehr
Eine Rückkehr in die Heimat nach längerer Zeit bietet die Ausgangslage für literarische Stoffe seit jeher. Der Reiz dürfte in der konfliktreichen Situation liegen, dass eine Person aus bestimmten Gründen abwesend war, und nun an alter Wirkungsstätte zurückkehrt.
Doch es stellt sich die Frage, weshalb diese Konstellation Konfliktpotenzial birgt. Aufschlussreich dürfte da ein Blick in die Soziologie sein, die gruppendynamische Prozesse und Folgen menschlichen Zusammenlebens untersucht:
„Der Heimkehrer erwartet, in eine vertraute Umgebung zurückzukehren, um die er vormals »intimes« Wissen besaß und in der er – so seine Annahme – sich aufgrund dieses Wissens problemlos bewegen kann.“ Der Reiz liegt nun im erlebten »Schock«, denn der Heimkehrende unternimmt den Versuch, sich aufgrund von „Erinnerungen an eine vergangene Zeit“ an seiner alten Wirkungsstätte einzufinden. Diese Bestrebung ist jedoch zum Scheitern verurteilt, da sich beide Seiten unabhängig voneinander entwickelt haben. Die Daheimgebliebenen nehmen zwar keine Veränderung an sich selber war, da ein „kontinuierlicher und daher eher unbemerkter Wandel“ stattfand. Für den Heimkehrer werden die Änderungen von Zielen, Relevanzen und Sinndeutungen jedoch in geballter Form ersichtlich. Doch auch dieser hat sich verändert. Und so liefert die soziologische Erklärung auch einen Hinweis, weshalb das Motiv des Heimkehrers in der Literatur ein gern genutztes ist. Denn es ist „ein schwieriger Prozess der Anpassung“ und „schwer bis unmöglich, die Erlebnisse des anderen nachzuvollziehen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Heimkehrerromans ein und skizziert die Fragestellung zur Untersuchung des Romans "Deutscher Sohn" im Kontext aktueller militärischer Einsätze.
2. Erzähltextanalyse des Romans Deutscher Sohn nach Martínez/Scheffel: In diesem Kapitel wird eine narratologische Untersuchung durchgeführt, die sich mit der dissonanten zeitlichen Ordnung, der Fokalisierung und der Erzählsituation innerhalb des Romans befasst.
3. Das Heimkehrermotiv: Dieser theoretische Abschnitt beleuchtet die soziologischen und literaturgeschichtlichen Hintergründe des Heimkehrermotivs sowie dessen Spezifika im deutschsprachigen Raum während und nach den Weltkriegen.
4. Das Heimkehrermotiv im Roman Deutscher Sohn: Der Hauptteil analysiert die spezifische Ausgestaltung des Motivs im Roman, wobei insbesondere die veränderte Lebensrealität der Figur Toni, sein Unterbewusstsein und seine Bindung an das Militär untersucht werden.
Schlüsselwörter
Heimkehrermotiv, Deutscher Sohn, Literaturwissenschaft, Kriegsheimkehrer, Bundeswehr, Erzähltheorie, Trauma, Identitätsverlust, Ingo Niermann, Alexander Wallasch, zeitgenössische Literatur, Soziologie, Nachkriegsliteratur, Psychologie, Fiktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung von Soldaten, die aus dem Kriegseinsatz in ihre Heimat zurückkehren, und analysiert dies am Beispiel des Romans "Deutscher Sohn".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erzähltheorie nach Martínez/Scheffel, soziologischen Aspekten der Heimkehrproblematik und der psychologischen Aufarbeitung von Kriegserlebnissen.
Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwieweit der Roman "Deutscher Sohn" als moderner Heimkehrerroman fungiert und wie das klassische Motiv an zeitgenössische Bedingungen angepasst wurde.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die erzähltheoretische Analyse sowie einen literaturwissenschaftlichen Vergleich mit historischen Werken der Heimkehrerliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf die Figur des "Toni", inklusive seiner veränderten Lebensumstände, seiner Träume und seines Verhältnisses zur Bundeswehr.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind das Heimkehrermotiv, die spezifische Erzählweise des Romans, die Auswirkungen des Militärdienstes auf die Psyche sowie der Vergleich zwischen fiktionaler und nicht-fiktionaler Realität.
Welche Rolle spielt die Hypnose im Roman für die Analyse des Heimkehrers?
Die Hypnose dient im Roman als erzählerisches Mittel, um den Zugang zum Unterbewusstsein der Hauptfigur zu öffnen und die tiefsitzende psychische Verwundung offenzulegen.
Inwiefern beeinflusst das Zitronenmotiv die Interpretation?
Das wiederkehrende Zitronenmotiv ist eng mit dem Trauma des Anschlags verknüpft, fungiert aber gegen Ende des Romans als Symbol für einen Neuanfang und die Versöhnung mit dem Erlebten.
- Arbeit zitieren
- Andreas J. Moj (Autor:in), 2013, Eine Betrachtung des Heimkehrermotivs im Roman "Deutscher Sohn", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266275