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Kritik einer Gebrauchssemantik

Zur Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik

Titel: Kritik einer Gebrauchssemantik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 34 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eva Lippold (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Kritik einer handlungstheoretischen Semantiktheorie
In dieser Hausarbeit sollen verschiedene Ansätze einer Bedeutungstheorie gegenübergestellt und kritisch untersucht werden. Man kann zunächst zwei grundlegende Theorieansätze in der Semantik unterscheiden: Eine „pragmatische“ bzw. „instrumentalistische“ und eine „realistische“ bzw. „repräsentationistische“ Semantikauffassung. Einen kurzen Überblick über einen realistischen Semantikansatz und die Probleme, die sich mit ihm stellen, gebe ich im ersten Kapitel. Für den realistischen Semantiker baut die „parole“ auf der „langue“ auf, nicht umgekehrt. Handlungstheoretische Bedeutungstheoretiker halten dagegen eine klare Trennung der linguistischen Disziplinen Semantik und Pragmatik für eine Verkürzung des Gegenstandsbereichs, da sie davon ausgehen, dass sprachliche Zeichen nur eine Bedeutung erlangen, wenn sie eine Funktion in einer sprachlichen Handlung übernehmen. Bedeutung ist für sie eng mit sprachlichem Handeln, mit dem Vorgang des Kommunizierens verknüpft. (...) In Kapitel 2.1. werde ich Wittgensteins Gebrauchstheorie der Bedeutung vorstellen, in Kapitel 2.2. wird es um Wittgensteins Begriff der Konvention und seinen (Anti-) Instrumentalismus gehen.
Die „intentionalistischen“ Gebrauchstheoretiker räumen dagegen bei der Bedeutungsbestimmung dem „Meinen“, d.h. der Intention des Sprechers, die bedeutungskonstitutive Hauptrolle ein. Ihnen geht es also um den zweckgerichteten Gebrauch. Herbert Paul Grice gilt in der linguistischen Literatur zur Bedeutungstheorie im allgemeinen als Begründer und Hauptvertreter dieses Intentionalismus. Seine „Analyse des Meinens“ stelle ich in Kapitel 3.1. vor. Trotz seines scheinbar radikalen Intentionalismus setzt auch Grice gewisse Konventionen voraus: Seinen Konventionsbegriff schauen wir uns in Kapitel 3.2. genauer an. Besonders wurde Grice für seinen Ansatz kritisiert, die Äußerungsbedeutung oder gar die wörtliche Bedeutung allein über den kommunikativen Sinn zu bestimmen. Ziff (1967) und Searle (1969) haben das „Grice’sche Grundmodell“ mit wenigen einfachen Beispielen widerlegt, was ich in Kapitel 3.3. zeigen werde. (...) Bierwischs Sprechaktmodell, das für die klare Trennung von Pragmatik und Semantik, jedoch unter neuen Prämissen, plädiert, schauen wir uns im vierten Kapitel an.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Realistische Semantik

2.1. Wittgenstein: Eine konventionelle Gebrauchssemantik

2.2. Wittgenstein: Konvention und der Zweck der Sprache

3.1. H. Paul Grice: Eine intentionalistische Gebrauchssemantik

3.2. Der Begriff der Konvention bei Grice

3.3. Kritik an Grice‘ Bedeutungstheorie

4. Manfred Bierwisch: Eine pragmatische Gretchenfrage

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit verschiedenen Ansätzen der Bedeutungstheorie auseinander, wobei der Fokus auf dem Übergang von einer realistischen Semantik hin zu handlungstheoretischen und pragmatischen Modellen liegt. Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der Gebrauchstheorien von Ludwig Wittgenstein und H. Paul Grice sowie das kognitive Modell von Manfred Bierwisch im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit bei der Trennung von Semantik und Pragmatik zu analysieren.

  • Gegenüberstellung realistischer und pragmatischer Semantikkonzepte
  • Analyse von Wittgensteins Gebrauchstheorie und seinem Konventionsbegriff
  • Kritische Untersuchung des Grice’schen Grundmodells der Kommunikation
  • Evaluation von Manfred Bierwischs 3-Ebenen-Modell der Bedeutung

Auszug aus dem Buch

2.1. Wittgenstein: Eine konventionelle Gebrauchssemantik

Der entscheidende Durchbruch in Richtung einer pragmatischen Semantik gelang Ludwig Wittgenstein mit seiner Gebrauchstheorie der Bedeutung. Mit seiner Formel „Bedeutung = Gebrauch“ wendet er sich vom Entitäten-Dualismus, wie ihn die realistische Semantik verfolgt, mit sprachlichen Entitäten einerseits und nicht-sprachlichen Entitäten als deren Bedeutungen andererseits, klar ab. Er schlägt stattdessen vor:

Lass dich die Bedeutungen der Worte von ihren Verwendungen lehren.

Erst durch seinen Gebrauch erhält ein sprachliches Zeichen Bedeutung.

Jedes Zeichen scheint allein tot. Was gibt ihm Leben? – Im Gebrauch lebt es. Hat es da den lebenden Atem in sich? – Oder ist der Gebrauch sein Atem?

Die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke ist für Wittgenstein nichts anderes als die Art und Weise ihrer Verwendung im „Sprachspiel“. Innerhalb verschiedener „Sprachspiele“ kann ein Wort unterschiedliche Rollen annehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentralen Ansätze der Bedeutungstheorie, insbesondere die Unterscheidung zwischen „realistischer“ und „pragmatischer“ Semantik, gegenüber.

1. Realistische Semantik: Dieses Kapitel umreißt die traditionelle abendländische Sprachauffassung, die Sprache primär als Abbild der Welt betrachtet, und benennt deren Probleme.

2.1. Wittgenstein: Eine konventionelle Gebrauchssemantik: Hier wird Wittgensteins bahnbrechende Formel „Bedeutung = Gebrauch“ vorgestellt, die den Entitäten-Dualismus verwirft.

2.2. Wittgenstein: Konvention und der Zweck der Sprache: Das Kapitel analysiert Wittgensteins Spätwerk anhand der destruktiven und konstruktiven Thesen, die eine enge Verknüpfung von Sprache und Konvention fordern.

3.1. H. Paul Grice: Eine intentionalistische Gebrauchssemantik: Dieser Abschnitt erläutert Grice’ Unterscheidung zwischen natürlicher und nicht-natürlicher Bedeutung sowie sein Grundmodell der intentionalen Kommunikation.

3.2. Der Begriff der Konvention bei Grice: Hier wird dargelegt, dass Grice trotz seines Fokus auf die Sprecherintention keineswegs auf einen Konventionsbegriff verzichtet.

3.3. Kritik an Grice‘ Bedeutungstheorie: Dieses Kapitel präsentiert die Kritik von Autoren wie Ziff und Searle am Grice’schen Modell und zeigt dessen Grenzen auf.

4. Manfred Bierwisch: Eine pragmatische Gretchenfrage: Bierwischs kognitiver Ansatz und sein 3-Ebenen-Modell zur Klärung der Trennung von Semantik und Pragmatik bilden den inhaltlichen Schwerpunkt.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein brauchbares Bedeutungsmodell sowohl referentielle als auch gebrauchstheoretische Aspekte integrieren muss, um dem Wandel der Sprache gerecht zu werden.

Schlüsselwörter

Bedeutungstheorie, Realistische Semantik, Gebrauchstheorie, Sprachspiel, Pragmatik, Intentionalismus, H. Paul Grice, Ludwig Wittgenstein, Manfred Bierwisch, Sprechakt, Konvention, Semantik, Kommunikation, Sprachphilosophie, Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Semantik, indem sie realistische Auffassungen der Bedeutung kritisch gegen pragmatische und handlungstheoretische Modelle abwägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Semantik und Pragmatik, die Bedeutung als Gebrauch bei Wittgenstein, das Intentionalitätsmodell von Grice und das kognitive 3-Ebenen-Modell von Bierwisch.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Untersuchung der Frage, wie eine adäquate Bedeutungstheorie die wörtliche Bedeutung von kommunikativem Sinn abgrenzen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende sprachphilosophische Analyse, die zentrale Primärtexte und die dazu existierende Forschungsliteratur kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der realistischen Semantik sowie der Ansätze von Wittgenstein (Gebrauchssemantik), Grice (Intentionalismus) und Bierwisch (kognitives Modell).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bedeutungstheorie, Semantik, Pragmatik, Gebrauchstheorie, Konvention, Intention, Sprachspiel, Bierwisch, Grice, Wittgenstein.

Warum spielt der Begriff der Konvention bei Grice eine wichtige Rolle?

Obwohl Grice als Vertreter des Intentionalismus gilt, erkennt er an, dass stabile Kommunikation ohne konventionelle Basis, die den Sprecherabsichten einen festen Rahmen gibt, kaum möglich ist.

Inwiefern unterscheidet sich Bierwischs Ansatz von dem Wittgensteins oder Grices?

Bierwisch verfolgt einen stärker kognitionspsychologischen Ansatz, der versucht, die Prozesse der Bedeutungskonstitution durch definierte Kenntnissysteme im menschlichen Gehirn zu verorten.

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Details

Titel
Kritik einer Gebrauchssemantik
Untertitel
Zur Schnittstelle zwischen Semantik und Pragmatik
Hochschule
Universität zu Köln  (Deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,0
Autor
Eva Lippold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V266394
ISBN (eBook)
9783656565444
ISBN (Buch)
9783656565574
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritik gebrauchssemantik schnittstelle semantik pragmatik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Lippold (Autor:in), 2007, Kritik einer Gebrauchssemantik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266394
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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