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Oswald von Wolkenstein, Es leucht durch graw (Kl.34). Marienpreis oder Liebeslyrik?

Titel: Oswald von Wolkenstein, Es leucht durch graw (Kl.34). Marienpreis oder Liebeslyrik?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kerstin Scheibel (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kaum ein anderer Dichter des Mittelalters ist so gut dokumentiert wie Oswald von Wolkenstein. Er wird oft als der letzte Minnesänger bezeichnet. Sein Werk umfasst geistliche wie auch weltliche Themengebiete. Die Arbeit befasst sich mit Oswalds Lied Es leucht durch graw (Kl. 34). Das Lied schöpft aus unterschiedlichen Liedtraditionen und wird in der Forschung sowohl als Marienpreis als auch geistliches Tagelied typisiert. Inhaltlich vereinigen sich religiöse Themen mit Motiven der weltlichen Natur– und Liebesdichtung zu einer schwer zu durchleuchtenden Geschlossenheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie Oswalds von Wolkenstein

3. Das Tagelied

4. Marienlyrik im Mittelalter

4.1 Marienlyrik bei Oswald von Wolkenstein

5. Lied Analyse Es leucht durch graw (Kl. 34.)

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Lied Es leucht durch graw (Kl. 34) von Oswald von Wolkenstein. Ziel ist es, die in der Forschung diskutierte Ambivalenz des Werkes zu analysieren, das sowohl als Marienpreis als auch als geistliches Tagelied gedeutet wird. Dabei wird hinterfragt, wie der Dichter durch die Verbindung von weltlicher Liebeslyrik und spiritueller Marienverehrung ein neues, sinnliches Verständnis religiösen Erlebens schafft.

  • Analyse der Gattungsmischung zwischen Tagelied und Marienlyrik
  • Biographische Einordnung Oswalds von Wolkenstein
  • Untersuchung der metaphorischen Sprache und Symbolik in Kl. 34
  • Die Rolle der Bhakti-Frömmigkeit als Interpretationsrahmen
  • Die Bedeutung der Grenzüberschreitung zwischen profaner und geistlicher Literatur

Auszug aus dem Buch

5. Lied Analyse Es leucht durch graw (Kl. 34.)

Es leucht durch graw die vein lasur durchsichtiklich gesprenget; Blick durch die braw, rain creatur, mit aller zier gemenget. Breislicher jan, dem niemand kan nach meim verstan blasnieren neur ain füssel, An tadels mail ist si so gail, wurd mir zu tail von ir ain freuntlich grüssel, So wër mein swër mit ringer wag volkomenlich gescheiden, von der man er, lob singen mag ob allen schönen maiden.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei Kl. 34 um eine Kombination aus weltlichem Tagelied und Marienlyrik. Das dreistrophige Lied gliedert jede Strophe in jeweils zwölf Verse. Das Lied ist einstimmig angelegt und birgt eine Besonderheit in sich. Diese Besonderheit bezeichnete der Musikwissenschaftler Bruno Stäblein als Individuallied und Oswald von Wolkenstein als Erfinder dieser Form. Ein Individuallied kennzeichnet sich durch einen bestimmten Inhalt, der sich in einer bestimmten textlichen und musikalischen Form gestaltet, so dass andere Inhalte in das für den primären Inhalt gefertigte Kostüm schlüpfen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Dichters Oswald von Wolkenstein und Einführung in die Problematik der Deutung des Liedes Kl. 34 als Marienpreis oder geistliches Tagelied.

2. Biographie Oswalds von Wolkenstein: Zusammenfassung der Lebensdaten und der dichterischen Schaffensphase Oswalds sowie der Überlieferungsgeschichte seiner Werke in Handschriften.

3. Das Tagelied: Definition und gattungsspezifische Merkmale des Tagelieds, insbesondere die Rolle des Wächters und die Einordnung im Kontext des Minnesangs.

4. Marienlyrik im Mittelalter: Darstellung der historischen Entwicklung des Marienkults und der damit verbundenen Symbolik im deutschen Mittelalter.

4.1 Marienlyrik bei Oswald von Wolkenstein: Analyse der Bedeutung der Marienlyrik im Gesamtwerk Oswalds und die innovative Verwendung religiöser Sinnbilder.

5. Lied Analyse Es leucht durch graw (Kl. 34.): Detaillierte philologische und interpretatorische Analyse des Liedes unter Berücksichtigung von Metrik, Bildsprache und der Verschränkung von weltlichen und spirituellen Motiven.

6. Zusammenfassung: Fazit der Arbeit zur bewussten Grenzüberschreitung Oswalds und zur Verbindung der zwei gegenläufigen Liedgattungen im analysierten Werk.

Schlüsselwörter

Oswald von Wolkenstein, Kl. 34, Es leucht durch graw, Tagelied, Marienlyrik, Minnesang, Mittelalter, Individuallied, Religionsgeschichte, Bhakti, Symbolik, Literaturwissenschaft, Grenzüberschreitung, Marienpreis, Liebeslyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Lied "Es leucht durch graw" (Kl. 34) von Oswald von Wolkenstein und untersucht, wie der Dichter zwei eigentlich gegensätzliche Gattungen – das Tagelied und den Marienpreis – miteinander verbindet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Spannungsfeld zwischen weltlicher erotischer Liebesdichtung und geistlicher Marienverehrung im Spätmittelalter.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob es sich bei dem Lied um einen reinen Marienlobpreis oder ein geistliches Tagelied handelt und wie die Doppeldeutigkeit zur Vermittlung religiöser Inhalte genutzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere die philologische Textanalyse, Gattungsgeschichte und die Interpretation von Symbolen unter Einbeziehung kunsthistorischer und religionsgeschichtlicher Diskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der Biographie des Dichters und einer Einführung in die Gattungen werden Strophe für Strophe die metrischen Strukturen sowie die metaphorische Sprache analysiert, um die Identität der besungenen Frauenfigur zu erschließen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Oswald von Wolkenstein und dem Werk Kl. 34 vor allem Gattungsmischung, Individuallied, Symbolik und die Verbindung von erotischen und spirituellen Motiven.

Wie deutet die Arbeit die Figur der Maria in Oswalds Liedern?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Oswald Maria in einer Weise darstellt, die sie gleichzeitig als irdische Geliebte und transzendente Heilige erscheinen lässt, um ein intensiveres religiöses Empfinden zu erzeugen.

Was bedeutet der Begriff "Individuallied" im Kontext dieser Arbeit?

Das Individuallied beschreibt eine von Oswald entwickelte Form, bei der ein spezifischer inhaltlicher und formaler Rahmen geschaffen wurde, der es ermöglicht, unterschiedliche, teils konträre Inhalte auf dieselbe musikalische Vorlage anzuwenden.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit hinduistischer Bhakti-Frömmigkeit?

Der Vergleich dient als Modell, um die personalisierte, hingebungsvolle Art der Gottesbeziehung in Oswalds Lyrik zu erklären, bei der das Göttliche menschliche Züge annimmt und erlebbar wird.

Wie bewertet die Arbeit die These zur Verbindung mit Jan van Eyck?

Die Autorin diskutiert die Hypothese, dass das Lied eine Huldigung an den Maler Jan van Eyck sein könnte, weist jedoch darauf hin, dass ein direkter Beweis durch ein konkretes Marienbildnis fehlt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Oswald von Wolkenstein, Es leucht durch graw (Kl.34). Marienpreis oder Liebeslyrik?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Oswald von Wolkenstein. Leben im Werk
Note
1,7
Autor
Kerstin Scheibel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V266415
ISBN (eBook)
9783656565079
ISBN (Buch)
9783656565031
Sprache
Deutsch
Schlagworte
oswald wolkenstein marienpreis liebeslyrik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Scheibel (Autor:in), 2013, Oswald von Wolkenstein, Es leucht durch graw (Kl.34). Marienpreis oder Liebeslyrik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266415
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Leseprobe aus  23  Seiten
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