Das Bestreben vieler Lehrerinnen und Lehrer, den Unterricht durch vielfältige Formen zu öffnen, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine mögliche Form wäre die Durchführung von Projekten. Der damit verbundene Aufwand ist enorm und stellt auch an Schülerinnen und Schüler hohe Anforderungen, da sie nach Möglichkeit größere Teile weitestgehend eigenverantwortlich bearbeiten, selbstständig Themen anregen und an der Planung aktiv beteiligt sein sollen. Am Ende sollte ein sinnvolles Produkt entstanden sein. Diesen hohen Ansprüchen des eigentlichen Projektgedankens gerecht zu werden, ist verständlicherweise schwer zu realisieren und schreckt viele Lehrer ab. Ein vernünftiger Kompromiss wäre daher ein projektorientierter Unterricht. Hier kann fachspezifisch oder auch fächerübergreifend zu einem bestimmten Thema gearbeitet werden. Unterschiedliche Sozialformen bieten sich dabei an.
Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis
II. Einleitung
III. Theoretische Überlegungen
1. Grundlagen des projektorientierten Unterrichts
2. Grundlagen des fächerübergreifenden Unterrichts
3. Möglichkeiten des fächerübergreifenden Unterrichts Mathematik - Kunst
4. Verankerung von projektorientiertem und fächerübergreifendem Unterricht im Lehrplan der Grundschule allgemein
5. Fachprofile im Lehrplan und ihr Bezug auf den durchgeführten Unterricht
a) Fachprofil Mathematik
b) Fachprofil Kunsterziehung
IV. Praktische Umsetzung
1. Vorbereitung des Unterrichts
a) Vorkenntnisse der Klasse
b) Auswahl der zu verwendenden Unterrichtseinheiten
c) Vorbereitung des Materials
2. Durchführung des Unterrichts
a) Lernziele
b) Unterrichtsplanung
3. Auswertung
a) Abweichungen von der geplanten Durchführung
b) Schwierigkeiten bei der Umsetzung
c) Beurteilung des Unterrichts durch die Schüler
V. Fazit
VI. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung eines projektorientierten und fächerübergreifenden Unterrichts, der die Fächer Mathematik und Kunst in einer vierten Grundschulklasse kombiniert. Ziel ist es, alternative Unterrichtsformen zu erproben, um die Motivation der Schüler zu steigern, ihr mathematisches Verständnis durch angewandte und kreative Prozesse zu vertiefen und das oft abstrakte Fach Mathematik durch die Verknüpfung mit künstlerischen Inhalten lebendiger und lebensweltbezogener zu gestalten.
- Grundlagen des projektorientierten Lernens
- Fächerübergreifender Unterricht zwischen Mathematik und Kunst
- Verankerung fächerübergreifender Ansätze im Grundschullehrplan
- Praktische Umsetzung anhand von Kunstwerken
- Auswertung von Unterrichtsverläufen und Schülermeinungen
Auszug aus dem Buch
1. Grundlagen des projektorientierten Unterrichts
Der Ursprung des Projektunterrichtes wie wir ihn heute kennen liegt in den USA, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die amerikanische Schulreformbewegung („Progressive Education Movement“) begann damals, einen Unterricht zu fordern, der sich der Erfahrung, dem Leben und der Schülerselbsttätigkeit annähert. Damals bezeichnete das Wort ‚Projekt’ eine Lernform der handwerklichen Bildung, bei der die Schüler eine wirkliche Aufgabe nach einem eigenen Plan selbst ausarbeiten sollten. Desweiteren beinhaltete der damalige Projektbegriff bereits die wichtigen Aspekte der Produktorientierung und des möglichen außerschulischen Lernortes.
John Dewey wurde und wird häufig als Vater der Projektmethode bezeichnet, obwohl manche Stimmen den Ursprung der Projektidee auf wesentlich ältere Wurzeln zurückführten. Dewey war eine zentrale Figur der „Progressive Education Movement“. Er entwickelte die Projektmethode und brachte den Projektbegriff in die Erziehungswissenschaft ein. Er gründete 1896 die Chicagoer Laborschule, die er zusammen mit seiner Frau leitete und wo er das Unterrichtskonzept der „active and social occupations“, also der aktiven und sozialen Beschäftigungen, entwickelte.
Zusammenfassung der Kapitel
II. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Öffnung des Unterrichts durch Projektarbeit und skizziert den Unterschied zwischen Projektunterricht und projektorientiertem Unterricht.
III. Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und Merkmale projektorientierten sowie fächerübergreifenden Unterrichts und setzt diese in Bezug zu mathematischen Lernprozessen.
IV. Praktische Umsetzung: Hier wird detailliert die Planung, Durchführung und Auswertung einer Unterrichtsreihe mit fünf Einheiten in einer vierten Klasse beschrieben, die geometrische Formen mit künstlerischem Schaffen verknüpft.
V. Fazit: Das Fazit bewertet den Einsatz des Arbeitsheftes „Tridorix und Cleobine“ und bestätigt den positiven Einfluss des praxisorientierten Unterrichts auf die Motivation der Schüler.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, fächerübergreifender Unterricht, Mathematikunterricht, Kunsterziehung, Grundschule, Handlungsorientierung, Produktorientierung, Geometrie, Kreativität, entdeckendes Lernen, Lebensweltorientierung, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie und Praxis eines projektorientierten und fächerübergreifenden Unterrichts in der Grundschule, bei dem die Mathematik (Geometrie) mit dem Kunstunterricht verknüpft wird.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Grundlagen der Projektpädagogik, die Konzepte fächerübergreifenden Lernens sowie deren praktische Umsetzung und methodische Gestaltung im Grundschulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Kombination von Geometrie und Kunst eine praxisorientierte, schülerzentrierte Unterrichtsform gestaltet werden kann, die das Interesse und die Motivation für Mathematik fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse zur Theorie des Projektunterrichts sowie der Dokumentation und Evaluation einer praktisch durchgeführten Unterrichtsreihe in einer vierten Klasse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung der Projektmethode und des fächerübergreifenden Lernens sowie einen umfangreichen Praxisteil, der die Vorbereitung, Planung, Durchführung und Auswertung konkreter Unterrichtseinheiten beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Projektorientierung, fächerübergreifender Unterricht, Handlungs- und Produktorientierung sowie die Förderung von Kreativität im Mathematikunterricht gekennzeichnet.
Wie wurde der Fächerbezug zwischen Mathematik und Kunst hergestellt?
Der Bezug wurde hergestellt, indem mathematische Inhalte wie Symmetrie, Flächenberechnung und geometrische Figuren durch das praktische Anfertigen von Schablonen, das Konstruieren von Mustern und das Gestalten von Collagen und Ausstellungen künstlerisch umgesetzt wurden.
Wie reagierten die Schüler auf die projektorientierte Unterrichtsform?
Die Reaktionen der Schüler waren laut den anonymen Fragebögen fast ausschließlich positiv; besonders der hohe Anteil an zeichnerischen und bastlerischen Aktivitäten sowie die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung stießen auf großes Interesse.
- Quote paper
- Nicole Lohr (Author), 2004, Kunst und Geometrie. Projektorientierter und fachübergreifender Unterricht in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26648