Betreuung einer Seminarfachgruppe in Klasse 11 und 12. Reflexion fachwissenschaftlicher und wissenschaftspropädeutischer Aspekte


Examensarbeit, 2013

27 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Seminarfachunterrichtes in der Schulgesetzgebung des Landes Thüringen

3. Reflexion
3.1. Übernahme der Fachbetreuung in der Klassenstufe 11
3.2. Seminarfachkonsultationen
3.3. Die weiteren Kommunikationsformen zum fachlichen Austausch zwischen dem Lehramtsanwärter als Seminarfachbetreuer und der Seminarfachgruppe
3.4. Die Zusammenarbeit zwischen der Seminarfachlehrerin und dem Lehramtsanwärter
3.5. Wissenschaftspropädeutische Aspekte anhand fachwissenschaftlicher Beispiele

4. Ausblick und Gesamtreflexion der Tätigkeit

5. Anhang
5.1. Konsultationen
5.2. Email-Korrespondenz (Exemplarisch)
5.3. Zwei beispielhafte Korrekturen per Email erhaltener Ausarbeitungen (Auszug).
5.4. Literaturverzeichnis
5.4.1. Printmedien
5.4.2. Internetquellen

1. Einleitung

Entsprechend der „Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter“ ist die schriftliche Prüfung ein elementarer Bestandteil, um „ein abgegrenztes Thema aus der Schulpraxis selbstständig“ zu reflektieren.1 Ein besonderes, relativ junges und in der bundesdeutschen Bildungslandschaft sieben Mal vorkommendes Phänomen ist der fächerunabhängige Seminarfachunterricht.2 In der vorliegenden Hausarbeit soll die Betreuung einer solchen Seminarfacharbeit als Seminarfachbetreuer im Rahmen der Ausbildung als Lehramtsanwärter exemplarisch reflektiert werden. Dabei werden sowohl fachwissenschaftliche als auch wissenschaftspropädeutische3 Aspekte bei der Begleitung der Schülerinnen untersucht. Den Abschluss bildet eine zusammengefasste Reflexion meiner Tätigkeit in Verbindung mit den Ausbildungszielen der Zweiten Phase der Lehramtsausbildung in Thüringen. Der Beschluss der Kultusministerkonferenz zu den „Ländergemeinsamen Anforderungen für die Ausgestaltung des Vorbereitungsdienstes und die abschließende Staatsprüfung“ vom 06.12.2012 beschreibt die Ausbildungsinhalte mit Hilfe der Handlungsfelder gemäß den „Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften“.4 Es ist in der vorliegenden Arbeit zu beweisen, dass die reflektierte Tätigkeit als Seminarfachbetreuer die Handlungsfelder „Bildung und Erziehung“, „Didaktik und Methodik“, „Lernen, Entwicklung und Sozialisation“, „Leistungs- und Lernmotivation“, „Diagnostik, Beurteilung und Beratung“, „Kommunikation“ und „Medienbildung“ umfasst. Das Handlungsfeld „Beruf und Rolle des Lehrers“ wird nur indirekt berührt, da der Seminarfachbetreuer laut der Thüringer Schulordnung keine Lehrkraft sein muss, sondern allein durch die Seminarfachschüler ausgewählt wird. Dennoch sind die Anwesenheit und die daraus resultierende Verfügbarkeit der Fachlehrer ist für viele Schüler ein Grund, auf einen schulfremden Seminarfachbetreuer zu verzichten und stattdessen eine gewünschte Lehrkraft zu fragen. Die Handlungsfelder „Schulentwicklung“ und „Bildungsforschung“ können im Vorfeld ausgeklammert werden.

2. Grundlagen des Seminarfachunterrichtes in der Schulgesetzgebung des Landes Thüringen

Die besondere wissenschaftspropädeutische Bedeutung des obligatorischen Seminarfaches ist anhand der in der Thüringer Schulordnung postulierten Ziele für die Oberstufe erkennbar: „Der Unterricht in den Fächern […] sowie im Seminarfach vermittelt die Grundlagen für den Übergang zur Hochschule“5. Darüber hinaus fördert das Seminarfach neben der themenimmanenten Sachkompetenz die Sozial- und Selbstkompetenz der Schüler, da sie „sowohl [ihre] Selbstständigkeit als auch ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit“ verbessern und „ihre Stellung in der Arbeitsgruppe reflektieren“ sollen.6

Die Schulordnung gibt vor, dass das Seminarfach in der Orientierungsphase der Oberstufe, d.h. in der 10. Klassenstufe, mit einer Wochenstunde unterrichtet wird.7 In den Jahrgangsstufen 11 und 128 sind lediglich vier Kompaktseminare im ehemaligen Klassenverband und in einer Länge von je mindestens 90 Minuten sowie vier Konsultationen der einzelnen Seminarfachgruppen mit dem Seminarfachlehrer vorgesehen. Zusätzlich werden die Schüler angehalten, mindestens vier Konsultationen mit dem Seminarfachbetreuer zu vereinbaren, um mögliche inhaltliche oder methodische Fragestellungen zu erläutern.

So erklärt es sich auch, dass die Seminarfachleistung aus einer Prozessnote, bezogen auf die Erstellung der Seminarfacharbeit und auf die Vorbereitung des Kolloquiums, einer Produktnote und einer Präsentationsnote gebildet wird.9 In den folgenden Abschnitten soll die Tätigkeit als Seminarfachbetreuer während meines Vorbereitungsdienstes als Lehramtsanwärter am X-Gymnasium Y unter den oben genannten Aspekten reflektiert werden.

3. Reflexion

3.1. Übernahme der Fachbetreuung in der Klassenstufe 11

Die Seminarfachgruppe, bestehend aus den Schülerinnen A, B und C, entstand schon im Laufe des 10. Schuljahres (2011/2012) mit dem Ziel ein psychologisches Thema zu bearbeiten10. Im Laufe der 11. Klassenstufe änderte sich dieses Vorhaben und die Gruppe sprach mich am 19.03.2013 an, ob ich ihr neues geschichtliches Seminarfachthema betreuen könnte. Bevor ich die Aufgabe des Seminarfachbetreuers übernahm, war die konkrete Themenfindung jedoch noch nicht abgeschlossen.11 Lediglich das Vorhaben, eine Seminarfacharbeit im Kontext der Kinder- und Jugenderziehung in der späten DDR zu schreiben, stand für die Gruppe fest und begründete für mich unter anderem die Bereitschaft, ihr Seminarfachbetreuer zu werden. Hinzu kam, dass ich die Schülerin B in meinem Geschichtskurs mit erweitertem Anforderungsniveau unterrichtete und somit ihr Interesse an der Zeitgeschichte fördern wollte. Gleichzeitig interessierte ich mich für diese schülerzentrierte, kompetenzübergreifende und das spätere Studium vorbereitende Form der Unterstützung.

3.2. Seminarfachkonsultationen

Obwohl der Bearbeitungszeitraum geringer war als bei den Vergleichsgruppen des Jahrgangs, die ihr Seminarfachthema nicht änderten, wurde mir schnell klar, dass regelmäßige und fest strukturierte Seminarfachkonsultationen von der Schülerinnengruppe nicht angestrebt wurden. Stattdessen schlugen sie eine Mischung aus einer Emailkorrespondenz und der Möglichkeit, mich jederzeit im Schulalltag zu sprechen vor. Im nachfolgenden Abschnitt sollen die vier Seminarfachkonsultationen reflektiert werden, während die umfangreiche Emailkorrespondenz in einem separaten Unterkapitel rückblickend thematisiert wird.

Die klassische Form der Kommunikation zwischen dem Fachbetreuer und der Seminarfachgruppe sind die Konsultationen, die von beiden Seiten mit dem Ziel der größtmöglichsten Erkenntnisgewinns vor- und nachbereitet werden sollten.

Die erste Seminarfachkonsultation fand im Anschluss meines Geschichtsunterrichtes im Kurs der Klassenstufe 11 statt. Zwei der drei Schülerinnen ließen sich entschuldigen. B teilte mir lediglich mit, dass der als Ideenvorlage gedachte Themenvorschlag von mir übernommen wurde. Weiterhin besprach ich die markantesten Fehler in den von ihr vorgelegten Ausarbeitungen und bat sie, in einer Woche eine Literaturliste mit Hilfe des Internets zu erstellen. Im Gegensatz zu späteren Korrekturen unterlief mir der Fehler, dass ich die korrigierten Texte nicht kopierte und archivierte. Die wichtigste Erkenntnis der ersten Seminarfachkonsultation bestand jedoch darin, dass die grundlegenden Kompetenzen der Recherche- und Quellenarbeit mit der gesamten Gruppe wiederholt werden müssen.

Zu Beginn der zweiten Konsultation, die per Email angekündigt wurde, erklärten mir die drei Schülerinnen, dass sie nicht wüssten, wie sie im Internet eine adäquate Literaturrecherche durchführen sollen. Da die damalige Ausstattung des X-Gymnasiums eine spontane Unterrichtseinheit, in der jeder Schüler an einem Internetfähigen PC sitzt, lediglich im Raum 208 zuließ, der dortige Internetanschluss jedoch defekt war, beschränkte ich mich darauf, ihnen einige Links zu nennen und ihnen zu versprechen, dass ich ihnen eine ausführliche Hilfestellung zeitnah per Email zuschicke. Darüber hinaus eröffnete ich ihnen das Angebot, Bücher aus den Universitätsbibliotheken in Greifswald und Rostock auszuleihen.

Die sich aus der Korrektur ergebenden Fragen bezüglich der Zitierungstechnik konnten schnell geklärt werden. Sehr umfangreich war jedoch der Gesprächsbedarf bezüglich des Umgangs mit digitalen Quellen. Aufgrund meiner fehlenden Vorbereitung zu diesem Konsultationsthema und der Unsicherheit, inwiefern ich mich am Geschichtsunterricht der 11. Klassenstufe orientieren soll, versuchte ich den Schülerinnen an improvisierten Beispielen zu erklären, wie wichtig die Quellenvielfalt und die sich daraus ergebende Plausibilitätsprüfung der genutzten Texte sind. Es war sehr mühsam, die Aussage von B, dass das da so stehe und deshalb das so sei, unvorbereitet zu revidieren, ohne den Geschichtsunterricht umfassend zu wiederholen.12

Nach einem abschließenden Gespräch mit A entwickelte ich die These, dass die während der zweiten Seminarfachkonsultation erkannten Defizite bei der Einhaltung wissenschaftspropädeutischer Inhalte und die fehlende Verbindung zwischen dem Fachunterricht und dem Seminarfach gegebenenfalls durch die fehlende Bewertung des Seminarfachunterrichtes in der 10. Jahrgangsstufe mitbegründet wurden.13

Leider haben mir die Schülerinnen zu Beginn der dritten Konsultation am letzten Schultag mitgeteilt, dass sie die Seminarfachleistung nicht gemäß § 92 Abs. 4 der Thüringer Schulordnung als Ersatz für eine mündliche Prüfung in die Bewertung des Abiturs einbringen wollen. Rückblickend gehe ich davon aus, dass dieser Entschluss die Priorität der Seminarfacharbeit merkbar reduzierte. Obgleich sie es mir nicht explizit benannten, muss ich zurzeit davon ausgehen, dass es ihr Minimalziel ist, die Seminarfachleistung mit einem Notenpunkt gemäß § 95 Abs. 3 der Thüringer Schulordnung zu bestehen. Darüber hinaus musste ich in der dritten Konsultation erneut anmerken, dass nicht jede Internetquelle rezitierfähig ist. Dazu hatte ich ihnen einen Text von der Seite http://www.bild.de mitgebracht, in denen subjektive Aussagen über die Jugenderziehung in der DDR pauschalisierend dargestellt wurden. Parallel dazu hatte ich einen Fachartikel, den ich für die Schülerinnen aus der Universitätsbibliothek Greifswald auslieh, kopiert. Ich hoffte durch diesen Exkurs die Prinzipien der Quellenvielfalt und der Plausibilitätsprüfung einzelner Aussagen deutlich dazustellen. Die vierte Konsultation diente der Korrekturbesprechung und der Zeitzeugenbefragung als Eigenanteil der Seminarfacharbeit.

Der nächste Abschnitt der Reflexion meiner Tätigkeit als Fachbetreuer der Seminarfachgruppe soll die gewählten digitalen Kommunikationswege beschreiben, ihre Vor- und Nachteile aufzeigen und mögliche Konsequenzen aus der Erfahrung strukturiert darlegen.

3.3. Die weiteren Kommunikationsformen zum fachlichen Austausch zwischen dem Lehramtsanwärter als Seminarfachbetreuer und der Seminarfachgruppe

Da ich nur eine Schülerin regelmäßig im Geschichtsunterricht des erweiterten Anforderungsniveaus der Klasse 11 sah, war ich von Beginn an bereit, einen Großteil der Kommunikation zwischen dem Fachbetreuer und den Schülerinnen auch per Mail stattfinden zu lassen. Hierfür nutzte ich die schon zuvor eingerichtete schuldienstliche Mailadresse.

So war es mir möglich, eventuelle Fachfragen zeitnah zu beantworten und die Korrekturen der abgegebenen Seiten digital zu speichern und zurückzuschicken.14 Natürlich wäre es auch möglich gewesen, alle handschriftlichen Korrekturen zu kopieren und zu archivieren, doch aus Gründen der Übersicht und Kostenersparnis favorisierte ich die digitale Archivierung. Darüber hinaus hatte der Emailverkehr den positiven Effekt einer erhöhten Verbindlichkeit beim Austausch der bisher geschriebenen Ausführungen, denn die Schülerinnen konnten sich nicht – wie im Fachunterricht mehrfach angetragen – darauf berufen, mich im Lehrerzimmer nicht angetroffen zu haben, bzw. behaupten, dass sie die Erstmanuskripte doch bei einem anderen Lehrer abgegeben hätten.

Auf der anderen Seite wurde die zum Schuljahresende 2012/2013 einen Höhepunkt erreichende Unzuverlässigkeit der Gruppe bei der Erfüllung organisatorischer und inhaltlicher Aufgabenstellung gegebenenfalls durch die elektronische Kommunikationsform mitverschuldet. So wurden die terminlichen Absprachen für eine persönliche Konsultation in der Hälfte der Fälle erst als verbindlich angesehen, als dem digitalen Schriftverkehr ein öffentlicher Aushang in der Schule folgte. Mit Hilfe der obligatorischen Empfangsbestätigung meiner Emails kann ich rückblickend davon ausgehen, dass die Schülerinnen mein Anliegen lasen.

Zusammengefasst hatte die Emailkorrespondenz den Vorteil der besseren Erreichbarkeit, der einfacheren Archivierung der eingeschickten Texte und ihrer Korrektur. Bedingt durch die Größe der Schule und das Kurssystem erreichte ich so die Schülerinnen schneller und zuverlässiger. Auf der anderen Seite reagierten sie nicht auf jedes Anliegen und zwangen mich in zwei von vier Fällen, einen Aushang anzubringen. Besonders ärgerlich war dies, als ich am Ende des Schuljahres 2012/2013 die verliehnen Bücher zurückerwartete, da sie in der Bibliothek abgegeben werden mussten. Darüber hinaus hätte ich im Vorfeld der Arbeit mit den Schülerinnen vereinbaren sollen, dass der Empfang von Korrekturen oder ausführlichen schriftlichen Facherklärungen analog zum Umgangston bei persönlichen Konsultationen in der Schule immer mit einer kurzen Antwort quittiert wird.15

3.4. Die Zusammenarbeit zwischen der Seminarfachlehrerin und dem Lehramtsanwärter

Spätestens nach der ersten Konsultation mit der Seminarfachgruppe war mir die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Seminarfachlehrer deutlich geworden. Frau D bot mir an, beratend zur Seite zu stehen. Sie informierte mich leider in unkonkreter Form über die Inhalte des Seminarfachunterrichtes in der Klassenstufe 10 und unterstützte mich bei zeitnahen Entscheidungen, inwiefern ich den Entstehungsprozess der Seminarfacharbeit mit meiner eigenen Vorstellungen lenken sollte.

Begründet in der unterschiedlichen Technikaffinität und einer möglichen Antipathie zwischen der Seminarfachgruppe und Frau D kam es über die Sommerferien zu einer Diskrepanz im Kenntnisstand um den Fortschritt der Arbeit. Dies führte mich zeitweise in einen persönlichen Konflikt, da ich die Kollegin über die mir geschickten Seiten informieren, den Schülerinnen aber keine obligatorischen Handlungen abnehmen wollte. Zu Beginn des 12. Schuljahres kamen die Schülerinnen ihrer Auskunftsverpflichtung dem Seminarfachlehrer nach und übergaben ihr ebenfalls die bis dato ausgearbeiteten Texte ohne jedoch über konzeptionelle Schwierigkeiten zu sprechen.

Um zusätzlich eine Übersicht über schulinterne und schulgesetzliche Vorgaben bei der Betreuung der Seminarfachschüler am X-Gymnasium zu erhalten, besuchte ich die schulinterne Seminarfachlehrerbesprechung am 22.08.2013.

3.5. Wissenschaftspropädeutische Aspekte anhand fachwissenschaftlicher Beispiele

Spätestens seit dem „Strukturplan für das Bildungswesen“ von 1970 ist die Wissenschaftsorientierung des schulischen Handelns eines der zentralen Ziele der Lehr- und Lernprozesse im gymnasialen Unterricht.16 In einer angestrebten Wissensgesellschaft ist es notwendig, dass die Schüler vor dem Erreichen der Hochschulreife wissenschaftspropädeutische Methoden kennenlernen und an eigenen Beispielen erproben.

In diesem Abschnitt soll folglich darüber reflektiert werden, inwiefern zum einen die theoretische Vorarbeit des Seminarfachunterrichtes in der Jahrgangsstufe 10 unter wissenschaftspropädeutischen Aspekten angewandt wurde und zum anderen ein Erkenntnisgewinn bei diesen methodischen Kompetenzen während der Begleitung als Fachbetreuer in der Jahrgangsstufe 11 und zu Beginn der 12. Klasse erkennbar war. Dabei werden vereinzelnd fachwissenschaftliche Beispiele aus dem Entstehungsprozess der Seminarfacharbeit zitiert.

Das Finden und Ausformulieren eines Themas ist eines der ersten wichtigen Lernziele des Seminarfachunterrichtes der Klassenstufe 10. Frau D übte dies laut ihrer eigenen Aussage mit Hilfe verschiedener Übungen zur Erstellung einer Mindmap. Leider war es mir nicht möglich, konkrete Arbeitsblätter oder Ausarbeitungen einzusehen. Trotzdem gehe ich rückblickend davon aus, dass den drei Seminarfachschülerinnen unklar war, wie der inhaltliche Umfang eines Themas im Vorfeld der Arbeit konkretisiert werden kann.17 Darauf aufbauend ist die Erstellung eines Exposés ein wichtiger Schritt einer wissenschaftlich konzipierten Arbeit. Sie hat das Ziel, das Thema inhaltlich und methodisch genau zu beschreiben. Bei den ersten beratenden Gesprächen mit Be B und A wurde mir bewusst, dass den Schülerinnen die Struktur und der Sinn des Exposés unklar waren. An dieser Stelle fragte ich mich somit, inwiefern die Wichtigkeit dieser Vorarbeit im Seminarfachunterricht exemplarisch gezeigt wurde und inwiefern den Schülern die Folgen eines unkonkreten oder fehlerhaften Exposés verdeutlicht wurden.

[...]


1 Vgl. Thüringer Kultusministerium: Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter vom 3. September 2002, zuletzt geändert durch Verordnung vom 23. Juni 2012, S.14.

2 In den Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und dem Saarland heißt das Unterrichtsfach „Seminarfachunterricht“. In Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg ist es als „Seminarkurs“ im Fächerkanon der Gymnasien und Berufsschulen verzeichnet, während es in Bayern „Wissenschaftspropädeutisches Seminar genannt wird. (Vgl. Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur: Thüringer Schulordnung vom 20. Januar 1994, zuletzt geändert durch Verordnung vom 07. Juli 2011, Erfurt 2011., Niedersächsisches Kulturministerium: Die gymnasiale Oberstufe und die Abiturprüfung, Holzminden 2013., Ministerium für Bildung und Kultur: Empfehlungen und Handreichungen für das Seminarfach in der Hauptphase der gymnasialen Oberstufe Saar, Saarbrücken 2010., Baden-Württemberg: http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/biologie/medik/seminarkurs/, 16.11.2013, Berlin und Brandenburg: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/8821.html, 16.11.2013, Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst: Schulordnung für Gymnasien in Bayern, Fassung vom 23.01.2007, § 51.)

3 Vgl. Mandl, Heinz: Wissenschaftspropädeutischer Unterricht. In: Tenorth, Tippelt (Hrsg.): Lexikon Pädagogik. Beltz: Weinheim, S. 777: Der wissenschaftspropädeutische Unterricht, zudem das Seminarfach gehört baut auf den Unterricht der Sekundarstufe I auf und ermöglicht den Schülern auf Basis des selbstständigen Lernens exemplarisch den Umgang mit wissenschaftlichen Fragestellungen, Theorien, Konzepten, Methoden und Arbeitsweisen reflektierend zu üben. Diese Möglichkeiten des forschenden Lernens gelten als Vorbereitung für die Allgemeine Hochschulreife. Heinz Mandl umschreibt die angestrebten Kompetenzen als die eines „gebildeten Laien“.

4 Die in Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Beschluss der Kultusministerkonferenz, 16.12.2004), S.4 angegebenen Kompetenzen bilden die Grundlage für die ebd.: Ländergemeinsame Anforderungen für die Ausgestaltung des Vorbereitungsdienstes und die abschließende Staatsprüfung“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.12.2012), S. 3 genannten und der vorliegenden Arbeit als Grundlage dienenden Handlungsfelder.

5 Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur: Thüringer Schulordnung vom 20. Januar 1994, zuletzt geändert durch Verordnung vom 07. Juli 2011, Erfurt 2011 (Nachfolgend TSchO genannt), § 72, Abs. 2. Die wissenschaftspropädeutische Zielstellung des Seminarfachunterrichtes wird darüber hinaus im § 75, Abs. 4 deutlich.

6 TSchO, § 75, Abs. 4.

7 TSchO, Anlage 4, S.78.

8 TSchO, § 76, Abs.5.

9 Vgl. TSchO, § 78, Abs. 1 und Abs. 5.

10 Entsprechend der Aussage von Frau D sollte das Thema „Schönheitswahn – ‚Baustelle Körper’“ lauten.

11 Vgl. TSchO, § 78, Abs. 2: Eine Änderung des Seminarfachthemas zu diesem Zeitpunkt war abhängig von der Genehmigung des Schulleiters, da das Thema laut Schulordnung mit dem Abschluss des ersten Halbjahres der 11. Klasse feststehen soll. In dem vorliegenden Fall wurde das neue Thema ohne Rückfrage zugelassen. In der Reflexion meiner Tätigkeit betrachte ich es als nachteilig, dass die Themen in der 11. Klasse einfach gewechselt werden können. Die Schüler unterschätzen den zeitlichen Aufwand, sich in ein neues Thema einzuarbeiten.

12 Rückblickend hätte ich mit Hilfe diverser Geschichtslehrbücher der Oberstufe aus der Seminarbibliothek, damals im gut erreichbaren Raum 207, oder dem Raum 308 einen inhaltlich umfassenden Exkurs in Quellenkunde unterrichten können.

13 Vgl. TSchO, § 74, Abs. 2: “In der Einführungsphase wird das Seminarfach nicht bewertet.“

14 Zwei Beispiele für diese digitalen Korrekturen befinden sich im Anhang 5.3.

15 Zur Verdeutlichung wurde eine entsprechende Email im Anhang 5.2. eingefügt.

16 von Borries, Bodo: Wissenschaftsorientierung. Geschichtslernen in der Wissensgesellschaft. In: Mayer, Pandel, Schneider (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2004, S.30-31.

17 Diesbezüglich möchte ich im Kapitel 4 diverse methodische Ideen vorstellen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Betreuung einer Seminarfachgruppe in Klasse 11 und 12. Reflexion fachwissenschaftlicher und wissenschaftspropädeutischer Aspekte
Autor
Jahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V266566
ISBN (eBook)
9783668217126
ISBN (Buch)
9783668217133
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um die Hausarbeit des 2. Staatsexamens im Land Thüringen
Schlagworte
betreuung, seminarfachgruppe, klasse, reflexion, aspekte
Arbeit zitieren
Matthias Widner (Autor), 2013, Betreuung einer Seminarfachgruppe in Klasse 11 und 12. Reflexion fachwissenschaftlicher und wissenschaftspropädeutischer Aspekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266566

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Betreuung einer Seminarfachgruppe in Klasse 11 und 12. Reflexion fachwissenschaftlicher und wissenschaftspropädeutischer Aspekte



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden