Die Englische Limited, ist die mit Abstand häufigste Gesellschaftsform in Großbritannien. Sie bezeichnet eine in England oder Wales gegründete Private Limited Company by Shares. Diese Rechtsform ist nicht in einem Schritt durch Erlass eines Gesetzes entstanden, wie es insbesondere bei der GmbH in Deutschland ist, sondern in einem Jahrhunderte andauernden Prozess. 1 Seitdem der Europäische Gerichtshof in dem Urteil EuGH (sog. Überseering-Urteil) entschieden hat, dass aufgrund der bestehenden Niederlassungsfreiheit eine in einem der EU-Mitgliedsländer gegründete Kapitalgesellschaft, auch in einem anderen EU-Mitgliedsland als Kapitalgesellschaft geführt werden kann, kam es auch in Deutschland zu einem gewaltigen Anstieg von Limited-Gründungen.2 Infolgedessen haben durch die Entscheidung des EuGH in Sachen Centros, Überseering und Inspire Art also auch viele ausländische Kapitalgesellschaften die Möglichkeit in Deutschland rechtskräftig ein Unternehmen zu führen. 3
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Niederlassungsfreiheit
1.1.1 Primäre Niederlassungsfreiheit
1.1.2 Sekundäre Niederlassungsfreiheit
1.1.3 Art.48 EGV
1.1.4 Beschränkung der Niederlassungsfreiheit
1.2 Rechtsprechung
1.2.1 Daily Mail
1.2.2 Centros
1.2.3 Überseering
2. Überblick zur Limited Company
2.1.1 Private Limited Company by Shares
2.1.2 Private Company Limited by Guarantee
2.1.3 Private Unlimited Company
2.2 Die Gründung
2.2.1 Kosten der Gründung
2.2.2 Sprache der Anmeldung
2.3 Constitution
3. Organe der Private Limited Company
3.1 General Meeting
3.2 Director
3.3 Secretary
3.4 Ständiger Vertreter
3.5 Rechtsgeschäftliche Vertretung
4. Die Haftung
4.1 Haftung der Gesellschaft
4.2 Haftung des director
4.2.1 Haftung gegenüber der Gesellschaft
4.2.2 Haftung gegenüber den Gläubigern
4.3 Haftung der Gesellschafter
5. Rechte der Gesellschafter
6. Besteuerung
6.1 Tätigkeit in Deutschland
6.1.1 Besteuerung der Gesellschaft
6.1.2 Besteuerung der Gesellschafter
6.2 Tätigkeit in Großbritannien
6.2.1 Besteuerung der Gesellschaft
6.2.2 Besteuerung der Gesellschafter
7. Insolvenz
7.1 Britisches Insolvenzrecht
7.1.1 Rechtsfolge der Eröffnung
7.1.2 Ende des Insolvenzverfahrens
7.2 Deutsches Insolvenzrecht
8. Löschung der Limited
9. Die Limited im Vergleich zur GmbH
10. Die Umwandlung der Limited zur GmbH
11. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit untersucht die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der Private Limited Company, insbesondere deren Zulässigkeit und Anwendung in Deutschland vor dem Hintergrund der europäischen Niederlassungsfreiheit. Ziel ist es, die Vor- und Nachteile dieser englischen Gesellschaftsform im Vergleich zur deutschen GmbH strukturiert darzustellen.
- Entwicklung und rechtliche Einordnung der Limited
- Organstruktur und Haftungsfragen
- Steuerrechtliche Behandlung bei Tätigkeit in Deutschland und Großbritannien
- Vergleich der Gründungs- und Verwaltungsprozesse zwischen Limited und GmbH
- Verfahrensweise bei Insolvenz und Löschung
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Daily Mail
Im Jahre 1988 wollte die britische Zeitung „Daily Mail“ dem drückenden Steuersatz entfliehen und ihren Verwaltungssitz von der Insel nach Europa verlegen.
Doch die britischen Finanzbehörden wollten diesen Wegzug vermeiden und untersagten dies.
Dadurch kam es zu einem Rechtstreit, das bis zum EuGH gelang.
Entscheidung des EuGH
Die EuGH kommt zu dem Beschluss, dass jetzt Art. 43, 48 EG, beim derzeitigen Stand des Gemeinschaftsrechts einer Gesellschaft, die nach dem Recht eines Mitgliedstaats gegründet ist und in diesem ihren satzungsmäßigen Sitz hat, nicht das Recht gewähren, den Sitz ihrer Geschäftsleitung in einen anderen Mitgliedstaat zu verlegen.“ 9
Mitgliedstaaten konnten also nationalen Gesellschaften den Wegzug untersagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Entstehung der englischen Limited und die durch EuGH-Urteile gestärkte Niederlassungsfreiheit, die den Einsatz dieser Rechtsform in Deutschland ermöglichte.
2. Überblick zur Limited Company: Klassifiziert die verschiedenen Typen der Limited Company und erläutert die wesentlichen Schritte sowie Kosten einer Gründung.
3. Organe der Private Limited Company: Beschreibt die Funktionen und Verantwortlichkeiten der zentralen Organe wie General Meeting, Director und Secretary.
4. Die Haftung: Analysiert die Haftungsstruktur der Gesellschaft, der Directors sowie der Gesellschafter im Innen- und Außenverhältnis.
5. Rechte der Gesellschafter: Führt die wesentlichen Mitwirkungs- und Kontrollrechte der Anteilseigner auf.
6. Besteuerung: Erläutert die steuerlichen Aspekte bei einer Tätigkeit in Deutschland bzw. Großbritannien und differenziert zwischen Gesellschafts- und Gesellschafterbesteuerung.
7. Insolvenz: Untersucht die Anwendung des britischen bzw. deutschen Insolvenzrechts unter Berücksichtigung des Tätigkeitsschwerpunktes der Gesellschaft.
8. Löschung der Limited: Beschreibt die Voraussetzungen und Verfahrensweisen für die Löschung einer Limited durch das Companies House.
9. Die Limited im Vergleich zur GmbH: Stellt die beiden Rechtsformen hinsichtlich Gründung, Handelsregister, Haftung und Verwaltung gegenüber.
10. Die Umwandlung der Limited zur GmbH: Behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und das Verfahren einer Verschmelzung auf eine deutsche Aktiengesellschaft.
11. Schlusswort: Zieht ein Fazit über die Vor- und Nachteile der Limited unter besonderer Berücksichtigung der strengen Publizitätspflichten.
Schlüsselwörter
Private Limited Company, Niederlassungsfreiheit, EuGH, GmbH, Gründung, Haftung, Besteuerung, Insolvenzrecht, Companies House, Gesellschafter, Director, General Meeting, Satzung, Publizitätspflicht, Verschmelzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Aspekte der englischen Private Limited Company und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie Herausforderungen bei einer Tätigkeit in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Niederlassungsfreiheit, die Gründung, die Unternehmensführung, Haftungsfragen, steuerliche Behandlung und Insolvenzverfahren der Limited im Vergleich zur GmbH.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Interessierten einen fundierten Überblick über diese Rechtsform zu geben und zu analysieren, ob die Vorteile des einfacheren Gründungsverfahrens gegenüber den Nachteilen, wie etwa den Publizitätspflichten, überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische und betriebswirtschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von relevanter Rechtsprechung des EuGH, gesetzlichen Grundlagen wie dem Company Act und einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Beschreibung der Limited, deren Organe und Haftung, die steuerliche Einordnung bei grenzüberschreitender Tätigkeit sowie den direkten Vergleich mit der deutschen GmbH und Möglichkeiten zur Umwandlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Limited Company, Niederlassungsfreiheit, Haftungsbeschränkung, Unternehmenssteuern, GmbH-Vergleich und Rechtsformwahl.
Warum ist die Niederlassungsfreiheit so bedeutend für die Limited?
Durch die EuGH-Rechtsprechung (wie die Fälle Centros, Überseering und Inspire Art) wurde erst die Möglichkeit geschaffen, dass ausländische Kapitalgesellschaften wie die Limited in Deutschland rechtskräftig unternehmerisch tätig werden können.
Was ist der wesentliche Unterschied beim Stammkapital?
Während die deutsche GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erfordert, kann die Limited theoretisch mit einem Kapital von lediglich 1 Pfund gegründet werden, wobei 100 Pfund in der Praxis üblich sind.
Wie unterscheidet sich die Publizitätspflicht?
Eine Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland unterliegt strengen Publizitätspflichten und ist verpflichtet, ihre Abschlüsse sowohl in England als auch in Deutschland zu veröffentlichen.
- Quote paper
- Ahmet Sahin (Author), Oezbek Yildirim (Author), 2012, Private Limited Company, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266595