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Die goldene Madonna des Hildesheimer Doms

Ein Sinnbild ottonischen Glaubens

Titel: Die goldene Madonna des Hildesheimer Doms

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Luise Schendel (Autor:in)

Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Zeitalter der Liudolfinger war vor allem durch einen starken christlichen Glauben geprägt, der sich unter anderem in zahllosen kostbaren Kirchengeräten widerspiegelte, von denen heute jedoch nur noch relativ wenige Exemplare erhalten sind. Deren Stifter waren vor allem wohlhabende Mitglieder des Hochadels, wie der ‚Wanderkaiser’ Heinrich II, der zum Beispiel das berühmte Baseler Antependium anfertigen ließ, und Inhaber eines hohen Kirchenamtes. Dabei waren es besonders die Bischöfe wie Bischof Egbert, der 993 n. Chr. starb, oder Bischof Thietmar von Salzburg, der im Jahre 1041 a. D. verblich, die sich als Förderer der kostspieligen Goldschmiedekunst erwiesen . In ihre Reihe tritt auch Bischof Bernward von Hildesheim, auf den ein nicht unerheblicher Teil der prunkvollen ottonischen Kirchenausstattung zurückgeht. Jener war von 993 n. Chr. bis 1022 n. Chr. in seinem Amt, stammte aus einem aristokratischen Haus, war Vertrauensmann des Königs und Mäzen dieser bedeutenden Diözese. Sein Biograph Thangmar rühmte ihn seines frommen Herzens, seines wachen Geistes und seines künstlerischen Verständnisses. So zeigt sich die qualitätvolle Arbeit seiner Stiftungen noch heute zum Beispiel in der berühmten Bernwardsäule oder der bronzenen Bernwardstür Hildesheims. Wesentlich kleiner, dabei aber nicht minder bedeutsam ist daneben die große, wahrscheinlich ebenfalls von Bischof Bernward gestiftete „Goldene Madonna“ des Hildesheimer Doms.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bischof Bernward und die ottonischen Stiftungen

2. Die „goldene Madonna“

2.1. Maria und Christus in ihrem formalen Aufbau

2.1.1. Die Gottesmutter

2.1.2. Der Sohn Marias

2.1.3. Die „goldene Madonna“ und die Plastiken Bernwards

2.2. Die Sitzmadonna in ihrem frühmittelalterlichen Umfeld

2.2.1. Marienbilder und Monumentalskulptur

2.2.1.1. Die goldene Madonna aus Essen

2.2.1.2. Die bemalte Madonna aus Paderborn

2.2.2. Die Entwicklung der plastischen Mariensitzstatuen

2.3. Die Figurengruppe in ihrer Wirkung

2.3.1. Material und Dualität

2.3.2. Madonnen und Reliquien

3. Zwischen Jenseits und Diesseits

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Goldene Madonna des Hildesheimer Doms als zentrales ottonisches Kultbild, analysiert deren formale Gestaltung, ihre kunsthistorische Einordnung im frühmittelalterlichen Kontext sowie ihre spirituelle und soziale Funktion als Vermittlerin zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt.

  • Stilistische Analyse der Sitzmadonna im Vergleich zu zeitgenössischen Werken
  • Untersuchung der Bedeutung von Materialität (Holz, Gold, Edelsteine)
  • Erforschung der Funktion als Reliquiar und ihrer liturgischen Bedeutung
  • Einordnung in die ottonische Monumentalskulptur und Mariologie
  • Reflexion über die Vermittlerrolle der Plastik für den mittelalterlichen Rezipienten

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Die Gottesmutter

Maria zeigt sich dabei in direkter Frontalität zum Betrachter sitzend auf einem kastenförmigem Thron, der sich seitlich bogenförmig öffnet. Der Gottesmutter ist ein Kopftuch (Palla) über Schultern und Rücken gelegt, welches im Faltencharakter des Tuches dem des übrigen Gewandes entspricht. Über dem Halsausschnitt wird der Betrachter eines kleinen gefältelten Untergewandrestes ansichtig. Der rechte Arm der Maria ist angewinkelt. Der Unterarm führt gerade nach vorne. Jener gipfelte wohl vormals in einer, ein Kreuz haltenden rechten Hand. Der linke Arm ist gleichfalls angewinkelt und in einer, das Christuskind weiträumig umgreifenden Geste eingefroren.

Die Ärmel über den Armen sind weit und tief herunterhängend. Die Ärmelseiten erscheinen durch eingeritzte, teils bogenförmige Fältchen belebt. Die Ärmelsäume, den Kopfdurchlass des Kleides und die Säume des Schultertuches der Maria sind mit plastischen Borten aus Filigran, Gemmen, Perlen und Edelsteinen besetzt. Die Einzelteile des Zierschmuckes nun, finden mannigfaltige Entsprechungen. Darunter gibt es auch manche Zierbeschläge mit zukunftsweisender Gestaltung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bischof Bernward und die ottonischen Stiftungen: Einleitende Darstellung des kulturellen Umfelds der Liudolfinger und des Wirkens von Bischof Bernward von Hildesheim als Förderer ottonischer Kirchenkunst.

2. Die „goldene Madonna“: Detaillierte Beschreibung der physischen Beschaffenheit, der fragmentarischen Erhaltung und des ikonographischen Typs der Hildesheimer Madonna.

2.1. Maria und Christus in ihrem formalen Aufbau: Untersuchung der formalen Gestaltung und Haltung der beiden Figuren sowie ihrer symbolischen Darstellung als "Sitz der Weisheit".

2.2. Die Sitzmadonna in ihrem frühmittelalterlichen Umfeld: Einordnung der Hildesheimer Madonna in den Kontext zeitgenössischer Marienbilder, insbesondere im Vergleich mit den Stücken aus Essen und Paderborn.

2.3. Die Figurengruppe in ihrer Wirkung: Analyse der spirituellen und theologischen Strahlkraft der Statue auf den mittelalterlichen Betrachter sowie ihre Funktion als Medium zwischen Irdischem und Göttlichem.

3. Zwischen Jenseits und Diesseits: Abschließende Synthese, in der die Madonna als Vermittlerfigur zwischen der Welt der Gläubigen und dem verheißenen Himmlischen Jerusalem charakterisiert wird.

Schlüsselwörter

Goldene Madonna, Hildesheim, Bischof Bernward, Ottonik, Monumentalskulptur, Mariologie, Sitz der Weisheit, Kultbild, Reliquien, Goldblech, Mittelalter, Kunstgeschichte, christliche Ikonographie, Nikopoia, Jenseitsvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Goldenen Madonna des Hildesheimer Doms, einer bedeutenden ottonischen Sitzfigur, und analysiert ihre kunsthistorische sowie theologische Relevanz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die formale Stilanalyse der Statue, die Bedeutung der verwendeten Materialien, die historische Einordnung in die ottonische Kunst und die religiöse Funktion des Bildwerks.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Goldene Madonna über ihre materielle Erscheinung hinaus als komplexes Sinnbild ottonischen Glaubens zu begreifen und ihre Rolle als Vermittlerin in der mittelalterlichen Frömmigkeit zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die formale Bildbeschreibung, stilistische Vergleiche mit zeitgenössischen Skulpturen sowie die Auswertung historischer Quellen und theologischer Konzepte kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse der Figuren, den Vergleich mit anderen bedeutenden Madonnenstatuen wie der Essener oder Paderborner Madonna sowie die Interpretation der Wirkung durch Materialität und Reliquienverehrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Goldene Madonna, Hildesheim, Bischof Bernward, Ottonik, Monumentalskulptur, Mariologie, Kultbild und die Bedeutung von Reliquien.

Inwiefern beeinflusst das Material (Gold und Holz) die Interpretation der Statue?

Das Gold wird als Symbol für Göttlichkeit und Unvergänglichkeit gedeutet, während das Holz als irdischer Kern die menschliche Natur und Sterblichkeit repräsentiert, was die Dualität Christi verdeutlicht.

Warum wird vermutet, dass die Hildesheimer Madonna ein Reliquiar war?

Hohlräume innerhalb der Figuren und die allgemeine mittelalterliche Praxis, Skulpturen mit Reliquien zu kombinieren, um deren spirituelle Intensität zu erhöhen, stützen diese Vermutung.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die goldene Madonna des Hildesheimer Doms
Untertitel
Ein Sinnbild ottonischen Glaubens
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Kunsthistorisches Seminar und Kustodie)
Note
1,0
Autor
M.A. Luise Schendel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V266623
ISBN (eBook)
9783656568988
ISBN (Buch)
9783656568957
Sprache
Deutsch
Schlagworte
madonna hildesheimer doms sinnbild glaubens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Luise Schendel (Autor:in), 2008, Die goldene Madonna des Hildesheimer Doms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266623
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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