Der spanisch-amerikanische Krieg des Jahres 1898. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen


Referat (Ausarbeitung), 2013
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen

Überblick:

Der Spanisch-Amerikanische Krieg (Splendid Little War) war eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Königreich Spanien von April bis August 1898. Er endete mit der Besetzung Kubas, Puerto Ricos, Guams und der Philippinen durch die USA und für Spanien mit dem Verlust seiner letzten bedeutsamen Kolonien. Dieser Krieg steht unter anderem für den Anfang einer Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Interessensgebiete über das nordamerikanische Festland hinaus auszuweiten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts befand sich das spanische Kolonialreich in Auflösung und auch die Beziehungen zwischen Washington und Madrid verschlechterten sich laufend: Die USA sahen ihre wirtschaftlichen und strategischen Interessen vor allem in der Karibik gefährdet, außerdem bewirkten die harten Repressionsmaßnahmen der spanischen Kolonialmacht gegen die kubanische Unabhängigkeitsbewegung, vor allem durch die durchgeführte Zwangsumsiedlung ganzer Bevölkerungsteile in Kuba (im Spanischen als reconcentrado bezeichnet) heftige Kritik seitens der amerikanischen Öffentlichkeit.1

Angesichts der Politik der USA in den zurückliegenden Jahrzehnten liefen im Jahre 1898 viele Entwicklungsstränge zusammen, die den amerikanischen Aufstieg zur Weltmacht manifest machten. So waren Kuba und Puerto Rico zwei der letzten Bastionen des einst weltumspannenden spanischen Kolonialreiches, jedoch war die ökonomische und politische Situation auf Kuba im Laufe der 1890er Jahre durch kubanische Aufstände und spanischen Unterdrückungsmaßnahmen immer unerträglicher geworden. Wirtschaftliche Probleme sowie die Unfähigkeit und Unwilligkeit der spanischen Kolonialverwaltung führten 1895 zu einem erneuten Aufstand in Kuba, der die spanische Kolonialmacht an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit brachte. Da die amerikanische Wirtschaft eng mit der kubanischen verflochten war, behinderten die stattfindenden Kämpfe weitere Investitionen und schmälerten mögliche Gewinnperspektiven. Außerdem schien der asiatische Markt für die USA immer verlockender zu werden, wobei die Philippinen von hohem strategischem Wert waren, weil die Hauptstadt Manila unter der spanischen Kolonialmacht zu einer Drehscheibe des Handels zwischen Ostasien und Amerika geworden war.2

Wegen einer Revolte spanischer Truppen in Havanna gegen die neue, moderate Autonomiepolitik für Kuba im Januar 1898 entsandte die US-Regierung das Schlachtschiff USS Maine als Geste der Stärke in den Hafen von Havanna und ließ gleichzeitig die US- Flotte für eine Blockade der Insel zusammenziehen, um die spanischen Kolonialtruppen vom Nachschub abzuschneiden und weitere Truppenverstärkungen zu unterbinden. Um Provokationen zu vermeiden, verbot der Kommandant der USS Maine seiner Besatzung, an Land zu gehen. Mitte Februar 1898 kam es auf dem Schiff zu einer verheerenden Explosion, bei der 266 Seeleute den Tod fanden, das zu einer Empörung der amerikanischen Öffentlichkeit führte. Als Reaktion beschuldigte die Regierung der USA die Spanier, einen Angriff verübt zu haben.3 Diese Spannungen führten zum Krieg zwischen beiden Ländern, der nur knapp vier Monate dauerte.4

Dieser sog. Splendid Little War besiegelte das Ende der spanischen Kolonialherrschaft, wobei sich die Kampfhandlungen nicht nur auf die Anlandung von US-Truppen in Kuba und Puerto Rico beschränkten, sondern auch Marineoperationen gegen spanische Flottenstützpunkte im Pazifik umfassten, wobei am 1. Mai 1898 die spanische Flotte in der Bucht von Manila, der Hauptstadt der Philippinen, versenkt wurde.5

Am 19. April 1898 verabschiedeten der Kongress und der Senat gemeinsam eine Resolution, in welcher der Abzug Spaniens aus Kuba gefordert wurde und die den Präsidenten William McKinley autorisierte, alle militärischen Mittel zur Sicherung der Unabhängigkeit von Kuba einzusetzen. Das nach Senator Henry M. Teller benannte Teller- Amendment ergänzte den Beschluss durch die Bedingung, dass die USA von einer Annexion von Kuba Abstand halten sollte. Am 25. April erfolgte die offizielle Kriegserklärung an Spanien, worauf jener Äglänzende kleine Krieg“ ausbrach, der schon nach 133 Tagen zu Ende war, obwohl die USA kaum für ihn gerüstet war. Die reguläre Armee zählte nur 28.000 Mann, doch hatten sich 1 Million Freiwillige gemeldet, wobei ein Viertel der amerikanischen Kriegstruppen Schwarze waren, deren Einsatz trotz dauernder Diskriminierung seitens der Weißen von kriegsentscheidender Bedeutung wurde. Der Krieg wurde zwar auf den Philippinen begonnen, jedoch hatte man auf Kuba bald die spanische Flotte festgesetzt und Ende Juni mit der Invasion begonnen, die bereits nach wenigen Wochen mit der Versenkung der spanischen Flotte beendet war, sodass am 12. August in Washington die vorläufigen Friedensbedingungen unterzeichnet werden konnten.6

Nach der Niederlage in der Karibik war auch auf den Philippinen die Lage der spanischen Truppen aussichtslos. Die Garnison in Manila vereinbarte deshalb mit dem Oberbefehlshaber der US-Truppen die Kapitulation, weil sich die Spanier lieber den Amerikanern als den Einheimischen ergaben, denn sie fürchteten deren Rache wegen der vorangegangenen kolonialen Unterdrückung. Während des Krieges versuchte das Deutsche Reich, europäische Mächte für ein Eingreifen auf der Seite Spaniens zu gewinnen, da der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1898 Anspruch auf Manila erhob. Daher kam es zu Provokationen der deutschen Kriegsmarine gegen US-Kriegsschiffe in der Bucht von Manila sowie deutschen Waffenlieferungen an spanische Truppen. Nach Drohungen der US-Navy zogen sich die deutschen Kriegsschiffe von den Philippinen zurück. Das Kriegsende erfolgte mit der Unterzeichnung des sog. Vorfriedensprotokolls unter Vermittlung des französischen Botschafters Jules Cambon in Washington am 12. August 1898. Daraufhin wurde Manila am 13. August von der US-Armee besetzt.7

Das Königreich Spanien musste im Pariser Frieden vom Dezember 1898 sowohl Puerto Rico (inklusive der Spanischen Jungferninseln), Guam als auch die Philippinen an die Vereinigten Staaten von Amerika abtreten und erhielt dafür von den USA eine Entschädigungssumme von 20 Millionen US-Dollar. Kuba wurde, wie im sog. Teller-Amendment festgelegt, im Jahre 1902 formal unabhängig, blieb aber zunächst unter US-Militärverwaltung. Spanien erhielt außerdem für zehn Jahre die Erlaubnis, philippinische Häfen mit Schiffen anzulaufen und Handel zu denselben Konditionen wie die USA zu betreiben.8

Der Krieg auf den Philippinen:

Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen kann als eine direkte Folge des SpanischAmerikanischen Krieges gesehen werden. Bereits seit dem Jahre 1896 war es durch die philippinische Unabhängigkeitsbewegung zur Erhebung gegen die spanischen Kolonialherrn gekommen, deren Gallionsfigur Emilio Aguinaldo war, der im Juni 1898 die Philippinen für unabhängig erklärte. Die Streitkräfte der USA konnten in Zusammenarbeit mit der Unabhängigkeitsbewegung der spanischen Herrschaft im Jahre 1898 ein Ende setzen. Im Frühjahr des darauffolgenden Jahres kam es zur Gründung der ersten philippinischen Republik, welche jedoch von der US-Regierung ignoriert wurde. ÄWährend der provisorischen Regierung der Philippinen die Anerkennung durch die USA versagt blieb, erreichten auch die Beziehungen zwischen den inzwischen angelandeten US-Truppen und der Armee der Unabhängigkeitsbewegung den Nullpunkt.“9

Am 4. Februar 1899 führte eine Schießerei zwischen US-Soldaten und Filipinos zum Philippinisch-Amerikanischen Krieg, welcher bis zum Jahre 1913 andauern sollte, wobei der Kriegsverlauf in drei Phasen unterteilt werden kann. Die erste Phase, die bis November 1899 andauerte, war geprägt von offenen Feldschlachten auf der Hauptinsel Luzon.

[...]


1 Vgl. Schumacher, Kolonialkrieg auf den Philippinen, S. 109.

2 Vgl. Dippel, Geschichte der USA, S. 74.

3 Vgl. Fisher, Destruction of the Maine, S. 1 (Online-Version).

4 Siehe Schoonover, Uncle Sam's War of 1898 and the Origins of Globalization. Lexington 2003.

5 Vgl. Schumacher, Kolonialkrieg auf den Philippinen, S. 109.

6 Vgl. Dippel, Geschichte der USA, S. 75.

7 http://de.wikipedia.org/wiki/Spanisch-Amerikanischer_Krieg (Zugriff: 11.08.2013).

8 Vgl. Schumacher, Kolonialkrieg auf den Philippinen, S. 110.

9 Ebd., S. 110.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der spanisch-amerikanische Krieg des Jahres 1898. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Geschichte)
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V266713
ISBN (eBook)
9783656568902
ISBN (Buch)
9783656568896
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philippinen, Kolonialkrieg, Spanisch-amerikanischer Krieg
Arbeit zitieren
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor), 2013, Der spanisch-amerikanische Krieg des Jahres 1898. Der Kolonialkrieg der USA auf den Philippinen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266713

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