Alfred Wolfenstein: „Die Städter“. Gedichtsanalyse und -interpretation

Das Paradox der Anonymität in der Großstadt der Moderne


Hausarbeit, 2013

6 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0) Text

1) Einleitung

2) Inhaltsangabe

3) Interpretation

4) Eigene Meinung

1) Einleitung

Alfred Wolfensteins Sonett „Die Städter“ stammt aus dem Jahr 1914, also jener Epoche, die als Expressionismus bezeichnet wird. Es thematisiert die Enge des modernen Großstadtlebens, genauer eine paradoxe Situation: Einerseits beschreibt das lyrische Ich das dichte Beieinandersein der Menschen, andererseits die große Anonymität derselben zueinander. Dieser Scheinwiderspruch kann logisch so aufgelöst werden, dass zwar Menschen auf engstem Raume zusammenleben, sich aber im Grunde nicht kennen, also einander fremd sind.

2) Inhaltsangabe

01 Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn
02 Fenster beieinander, drängend fassen
03 Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
04 Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Im ersten Quartett des Sonetts, das aus fünfhebigen Trochäen mit männlichen und weiblichen Kadenzen und unreinen umarmenden Reimen besteht, beschreibt das lyrische Ich die Umgebung. Diese sei durch eng aneinander stehende Häuser charakterisiert.

05 Ineinander dicht hineingehakt
06 Sitzen in den Trams1 die zwei Fassaden
07 Leute, ihre nahen Blicke baden
08 Ineinander, ohne Scheu befragt.

Das zweite Quartett, das formal der ersten Strophe ähnelt, nimmt ebenfalls eine beschreibende Funktion an. Es handelt sich um das Innere einer Straßenbahn, in welcher Menschen gleichfalls sehr nah beieinander sitzen.

09 Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
10 Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
11 Unser Flüstern, Denken … wird Gegröle …
12 – Und wie still in dick verschlossner Höhle
13 Ganz unangerührt und ungeschaut
14 Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.

Die beiden Terzette weisen folgendes Reimschema auf: efg-gef. Im ersten Terzett findet ein Perspektivenwechsel statt. Das lyrische Ich spricht nun nicht mehr unpersönlich von irgendeiner Großstadtszenerie, sondern wechselt in den Plural. Es gelte für alle Städter, dass sie keine wirkliche Intimsphäre oder Rückzuggelegenheit hätten. Stattdessen merke jeder, was jemand anderes im Nachbarzimmer mache. Das lyrische Ich, beispielsweise weinend, empfindet eine solche Dünnwändigkeit als unangenehm übersteigert laut.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Alfred Wolfenstein: „Die Städter“. Gedichtsanalyse und -interpretation
Untertitel
Das Paradox der Anonymität in der Großstadt der Moderne
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
6
Katalognummer
V266739
ISBN (eBook)
9783656571926
ISBN (Buch)
9783656571865
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alfred, wolfenstein, städter, gedichtsanalyse, paradox, anonymität, großstadt, moderne
Arbeit zitieren
Jan Kersting (Autor), 2013, Alfred Wolfenstein: „Die Städter“. Gedichtsanalyse und -interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266739

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