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Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ursachen und Prävention im schulischen Kontext

Title: Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ursachen und Prävention im schulischen Kontext

Seminar Paper , 2012 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Gärtner (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Betrachtet man rückwirkend die Meldungen in den Medien, so verging in den letzten Monaten kaum ein Tag, an dem nicht über die rechte Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) berichtet wurde. In diesem Zusammenhang muss gefragt werden, wie dies über einen solch langen Zeitraum unbemerkt bleiben konnte? Hierbei könnte man meinen, dass rechte Tendenzen von allen Seiten der Gesellschaft unterschätzt wurden. In diesem Lichte erscheint es zwingend notwendig, sich näher mit Fremdenfeindlichkeit als Vorstufe zum rechten Gedankengut und Rechtsextremismus zu befassen und den Blickwinkel auf die Jugendlichen zu richten, da die Täter bereits zu Schulzeiten in rechten Kreisen verkehrten.

In Anbetracht dieser Tatbestände steht in dieser Arbeit zunächst die Frage im Vordergrund, ob Deutschland ein Land der Fremdenfeindlichkeit ist. Dabei ist neben der Frage der Entstehung von fremdenfeindlichen Tendenzen auch den Präventionsmöglichkeiten nachzugehen. Zunächst werden die Begriffe „Fremdenfeindlichkeit“, „Ausländerfeindlichkeit“, „Ethnozentrismus“ und „Rechtsextremismus“ voneinander abgegrenzt, um für den weiteren Verlauf der Arbeit eine begriffliche Grundlage zu schaffen.

Im Anschluss daran wird anhand der Studie „Deutsche Zustände“ sowie der Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2010 untersucht, inwieweit Deutschland im europäischen Vergleich als fremdenfeindlich gelten kann. Es sollen im gleichen Maße innerdeutsche Spezifika der Fremdenfeindlichkeit bei Erwachsenen und Jugendlichen herausgearbeitet und verglichen werden. Darauf folgend sind die Ursachen für die Entstehung von fremdenfeindlichen Einstellungen zu analysieren. Bei alledem spielen neben sozio-ökonomischen Bedingungen auch Lokalspezifika sowie Geschlechterunterschiede ein entscheidende Rolle. Darauf aufbauend soll das Konstrukt des Hierarchischen Selbstinteresses (HSI) im Mittelpunkt stehen und die besondere Beziehung zwischen Eltern, Kindern und Fremdenfeindlichkeit in das Blickfeld der Untersuchung ziehen. Am Ende werden schließlich zwei Möglichkeiten zur Prävention von Fremdenfeindlichkeit in der Schule vorgestellt. Dabei handelt es sich zum einen um das Interkulturelle Lernen und zum anderen um das Konstrukt Zivilcourage. An dieser Stelle sollen diese Konzepte auf ihre Tauglichkeit im schulischen Alltag untersucht werden. Die hier verwendete Literatur nutzt vor allem die neueren und neusten Forschungsergebnisse zur Fremdenfeindlichkeit. In besonderem Maße stützten sich die Ausführungen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Ethnozentrismus, Rechtsextremismus – Definition und Erläuterung dieser Begriffe

2. Zu den Ursachen für die Entstehung von Fremdenfeindlichkeit unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland

2.1 Deutschland ein Land von Fremdenfeindlichkeit?

2.2. Ursachen von Fremdenfeindlichkeit

2.2.1 Deprivationstheorie, Sozialisationstheorie und Geschlechtertheorie

2.2.2 Fremdenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft und das Konstrukt Hierarchisches Selbstinteresse

3. Prävention fremdenfeindlicher Einstellungen/Tendenzen im schulischen Alltag von Lehrern

3.1 Vorbetrachtung

3.2. Interkulturelles Lernen bei fremdenfeindlichen Tätern

3.3. Zivilcourage von Lehrern und Schülern gegenüber fremdenfeindlichen Handlungen

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen fremdenfeindlicher Tendenzen in der deutschen Gesellschaft und analysiert Präventionsmöglichkeiten für den schulischen Kontext, mit besonderem Fokus auf der Rolle von Lehrkräften.

  • Begriffsabgrenzung von Fremdenfeindlichkeit, Ethnozentrismus und Rechtsextremismus
  • Analyse sozio-ökonomischer Faktoren und ihrer Wirkung auf Jugendliche
  • Das Konstrukt des „Hierarchischen Selbstinteresses“ (HSI) und die Rolle der familiären Wertetransmission
  • Evaluation von Präventionsansätzen wie Interkulturelles Lernen und Zivilcourage
  • Untersuchung der Lehrer-Schüler-Beziehung und der Bedeutung von zivilcouragiertem Handeln in der Schule

Auszug aus dem Buch

3.3 Zivilcourage von Lehrern und Schülern gegenüber fremdenfeindlichen Handlungen

Bei der Prävention von Fremdenfeindlichkeit rückt in einem besonderen Maße die Arbeit mit den Tätern in den Mittelpunkt. Ruft man noch einmal WAGNERS Position in Erinnerung, dass die Täter davon ausgehen einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung zu finden, muss die Gruppe derer, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit stellen, stärkeren in den Blickpunkt der Untersuchung rücken. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit besonders zivilcouragiertes Handeln und dessen Anwendung in der Schule bei der Prävention von Fremdenfeindlichkeit stehen.

Der Begriff der Zivilcourage setzt sich aus zwei Arten von Mut zusammen. Zum einen aus dem „courage zivil, den Mut des Einzelnen zum eigen Urteil und [zum anderen] als courage civique, den rein staatsbürgerlichen Mut“. Dabei verweist MEYER, dass im alltäglichen Sprachgebrauch nicht genau zwischen Mut und Zivilcourage unterschieden wird. Die Gründe hierfür sieht er darin, dass Mut allein auf bestimmte Werte/Ziele bezogen wertneutral ist und „für undemokratische oder moralisch verwerfliche Zwecke eingesetzt werden kann. Wer mit Zivilcourage handelt, setzt sich dagegen für demokratische und humane Werte [...] ein [...] und ist eine besondere Form öffentlichen Mutes“. Somit wird deutlich, dass jeder Mensch zivilcouragiert handeln kann und es nicht nur eine Eigenschaft ist, die der eine besitzt und der andere nicht. Es ist demzufolge erlern- und trainierbar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas angesichts rechter Terrorgruppen und definiert die Forschungsfrage nach den Ursachen und Präventionsmöglichkeiten von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.

1. Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Ethnozentrismus, Rechtsextremismus – Definition und Erläuterung dieser Begriffe: Dieses Kapitel liefert eine begriffliche Grundlage durch die wissenschaftliche Abgrenzung von Fremdenfeindlichkeit als Oberbegriff sowie verwandter Phänomene.

2. Zu den Ursachen für die Entstehung von Fremdenfeindlichkeit unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland: Die Untersuchung analysiert die gesamtgesellschaftliche Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit unter Einbeziehung sozio-ökonomischer Bedingungen und verschiedener theoretischer Ansätze.

3. Prävention fremdenfeindlicher Einstellungen/Tendenzen im schulischen Alltag von Lehrern: Es werden pädagogische Handlungsansätze diskutiert, wobei die Grenzen des Interkulturellen Lernens aufgezeigt und die Bedeutung der Zivilcourage hervorgehoben wird.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Zivilcourage sowie die Förderung einer starken Lehrerpersönlichkeit zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit.

Schlüsselwörter

Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Hierarchisches Selbstinteresse, Zivilcourage, Interkulturelles Lernen, Schule, Wertetransmission, Sozialisation, Vorurteile, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Gesellschaft, Pädagogik, Migration, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen fremdenfeindlicher Tendenzen in Deutschland und untersucht, wie diese im schulischen Kontext durch Präventionsmaßnahmen bekämpft werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Feldern gehören die begriffliche Klärung von Fremdenfeindlichkeit, die Analyse sozio-ökonomischer Ursachen und die Rolle von Erziehungsinstanzen wie Eltern und Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Phänomen der Fremdenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft zu verstehen und konkrete Strategien für Lehrkräfte zu identifizieren, um aktiv gegen Intoleranz vorzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse aktueller Forschungsergebnisse und Studien, wie etwa der „Shell Jugendstudie“ oder der Studie „Deutsche Zustände“, um das Konstrukt des Hierarchischen Selbstinteresses (HSI) zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Ursachenanalyse (Deprivation, Sozialisation, HSI-Konstrukt) und die anschließende kritische Bewertung von Präventionsmodellen wie dem Interkulturellen Lernen und der Zivilcourage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Fremdenfeindlichkeit, Zivilcourage, HSI-Konstrukt, Schule, Wertetransmission und Sozialisation geprägt.

Warum wird das Modell des „Hierarchischen Selbstinteresses“ so stark betont?

Das Modell wird als zentrales Erklärungsmodell hervorgehoben, da es verschiedene Einflussfaktoren wie ökonomischen Druck, Dominanzideologien und die Weitergabe von Werthaltungen von den Eltern an die Kinder bündelt.

Welche Rolle spielt die Zivilcourage für Lehrkräfte laut dieser Studie?

Zivilcourage wird als essenzielle Kompetenz zur Bekämpfung von Gewalt und Fremdenfeindlichkeit identifiziert, bei der jedoch ein hoher Nachholbedarf beim Lehrpersonal festgestellt wird, oft begründet durch eine ausgeprägte Obrigkeitshörigkeit.

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Details

Title
Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ursachen und Prävention im schulischen Kontext
College
Dresden Technical University  (Institut für Schulpädagogik und Grundschulpädagogik)
Course
Fragen der Integration von Schülerinnen und Schülern in den Unterricht im Kontext heterogener Lernausgangslagen
Grade
1,3
Author
Sebastian Gärtner (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V266774
ISBN (eBook)
9783656570929
ISBN (Book)
9783656570875
Language
German
Tags
Fremdenfeindlichkeit Hierarchisches Selbstinteresse Deprivationstheorie Sozialisationstheorie Geschlechtertheorie Unterkulturelles Lernen Zivilcourage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Gärtner (Author), 2012, Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ursachen und Prävention im schulischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266774
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