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Britischer Imperialismus in China und die Schweiz, ca. 1850-1918

Titel: Britischer Imperialismus in China und die Schweiz, ca. 1850-1918

Seminararbeit , 2013 , 27 Seiten , Note: 6,0 (CH)

Autor:in: Remo Wasmer (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Diese Arbeit untersucht die Interaktionen der schweizerischen wirtschaftlichen Tätigkeit mit dem britischen Imperialismus in China bis ca. 1918. Das dafür relevante strukturelle Bezugssystem wird identifiziert und beschrieben. Die wirtschaftliche Präsenz von Schweizern in China wird ereignisgeschichtlich aufgearbeitet. Die Berührungspunkte zwischen den schweizerischen und britischen Aktivitäten in China werden besprochen.
Im Mittelpunkt steht dabei die These, dass die Schweiz in China eine Art Sekundärimperialismus betrieben habe; also eine Position eingenommen hatte, in welcher sie „die imperialen Mächte unterstützt[e] und dabei ihre eigenen Interessen vertr[at]“ (Purtschert et al. 2012: 27f), obwohl die offizielle Schweiz zu keinem Zeitpunkt je selbst direkte koloniale Kontrolle ausübte.
Die Betrachtungen konzentrieren sich auf die Zeit von der Mitte des 19. Jh. bis um 1918. Der unscharfe Anfang dieser Periode definiert sich mit der erzwungenen „Öffnung“ Chinas durch Grossbritannien. Die Untersuchung endet mit dem Zeitraum um das Ende des Ersten Weltkrieges. Die Zeit von ca. 1912 bis um 1920 war durch mehrere Umbrüche in Chinas Beziehungen zur Welt gekennzeichnet. Dazu zählten die Republikanische Revolution und die weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkrieges (Ende von Grossbritanniens „Imperialen Jahrhunderts“, „Rückbesinnung“ der europäischen Grossmächte auf den Kontinent, Erstarken Japans, Nachkriegsboom).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung und Fragestellung

1.2 Vorgehen

2 Das Britische Empire in China

2.1 Ereignisgeschichtlicher Rahmen

2.2 Imperiale Machtgefüge

2.3 Koloniale Wirtschaft?

3 Verflechtungen Schweiz, China, Empire

3.1 Die Beziehungen der Schweiz zum Britischen Empire

3.2 Schweizerische Interessen an China

3.3 Kooperation und Konkurrenz

3.4 Multinationale Konzerne und Handelsnetzwerke

3.5 Zeitliche Transitionen

4 Schlussfolgerungen

5 Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Interaktionen der schweizerischen wirtschaftlichen Tätigkeit mit dem britischen Imperialismus in China bis ca. 1918. Dabei wird analysiert, inwieweit die Schweiz eine Art Sekundärimperialismus betrieb, indem sie von den imperialen Strukturen Großbritanniens profitierte, ohne selbst koloniale Kontrolle auszuüben.

  • Wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Schweiz, China und dem Britischen Empire
  • Rolle des "Informal Empire" als Rahmenbedingung für schweizerische Akteure
  • Analyse der schweizerischen Exportstrategien und Handelsinteressen
  • Kritische Reflexion über die schweizerische Neutralität im Kontext kolonialer Machtstrukturen
  • Wandel der Handelsbeziehungen im Zuge politischer Umbrüche (1850-1918)

Auszug aus dem Buch

2.1 Ereignisgeschichtlicher Rahmen

Vom „Canton Trade“ zum Ersten Opiumkrieg

Seit der Antike verband ein feinmaschiges Netzwerk von kontinentalen und maritimen Fernhandelswegen Asien und Europa. Mitte des 17. Jh. etablierten die Portugiesen einen direkten Seehandel mit China. Nach Europa wurden aus China zunächst einmal Luxusgüter wie Seide und Porzellan eingeführt. Für das bevölkerungsreiche, wirtschaftlich dynamische und in die trans-asiatischen Handelssysteme zentral integrierte China waren Handelskontakte mit Europa in der frühen Neuzeit hingegen nicht besonders attraktiv. Europäische Handelstreibende mussten die wertvollen chinesischen Ausfuhren vorwiegend mit Silber bezahlen, mitunter weil die chinesische Nachfrage nach Exportgütern aus Europa sehr gering war.

Gegen Ende des 18. Jh. gewann der Import von chinesischem Tee nach Europa substantiell an Bedeutung, woran sich schliesslich die britische East India Company (EIC) den grössten Anteil sichern konnte. Die politische Führung Chinas beschränkte aus ideologischen sowie sicherheits- und handelspolitischen Gründen die Aussenwirtschaft mit europäischen Mächten seit den ersten Begegnungen. Europäische und nordamerikanische Kaufleute durften seit der Mitte des 18. Jh. nur mit ausgewählten chinesischen Zwischenhändlern in Canton (Guangzhou) handeln.

Bei diplomatischen Missionen 1793 und 1816 hatte England am chinesischen Hof vergeblich nach vorteilhafteren Konditionen für den Handel ersucht. Zu dieser Zeit entdeckte die EIC einen anderen Weg, um ihr Handelsdefizit mit China abzuschwächen: den profitablen Export von Opium aus eigenen Anbaugebieten im kolonisierten Indien nach China. Der Schmuggel von Opium nahm ein derartiges Ausmass an, dass die Handelsbilanz bis in die 1820er-Jahre zugunsten Großbritanniens umschwenkte. Die seit 1821 illegale Opiumeinfuhr nahm nach dem Wegfall des Handelsmonopols der EIC für China im Jahre 1834 unter privaten britischen und amerikanischen Händlern weiter massiv zu. Neben dem beträchtlichen Abfluss an Silber wurde auch die Besorgnis um die Volksgesundheit zu einem ernsthaften Problem für die chinesischen Behörden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition des Untersuchungsgegenstands, der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise hinsichtlich der schweizerisch-chinesischen Handelsbeziehungen.

2 Das Britische Empire in China: Darstellung des historisch-politischen Rahmens, der imperialen Machtstrukturen und der kolonialen Wirtschaftsentwicklung unter britischem Einfluss.

3 Verflechtungen Schweiz, China, Empire: Analyse der konkreten schweizerischen Wirtschaftsinteressen, der Kooperation mit britischen Strukturen sowie des Verhaltens von Handelsnetzwerken vor 1918.

4 Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse zur Rolle der Schweiz als Akteur im Sekundärimperialismus und Reflexion über die Bedeutung der offiziellen Neutralität.

5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Quellen, Literatur, Archive und Sekundärpublikationen für die wissenschaftliche Bearbeitung.

Schlüsselwörter

Schweiz, China, Britisches Empire, Imperialismus, Sekundärimperialismus, Handelsbeziehungen, Opiumhandel, Informal Empire, Exportwirtschaft, Neutralität, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Wirtschaftsgeschichte, Konzessionen, Handelsnetzwerke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Aktivitäten der Schweiz in China im Zeitraum von ca. 1850 bis 1918 und deren Einbettung in das informelle Imperium Großbritanniens.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Handelsbeziehungen, die Bedeutung der imperialen Rahmenbedingungen und die Rolle der schweizerischen Exportindustrie in einem von Großmachtinteressen dominierten Markt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die Schweiz in China eine Form von Sekundärimperialismus praktizierte, indem sie von britischen Strukturen profitierte, ohne selbst eine direkte koloniale Verwaltung auszuüben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Sekundärliteratur, zeitgenössischen Marktstudien, diplomatischen Dokumenten und Berichten von Handelsvereinigungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den Ereignisrahmen, die Strukturen des imperialen Handels, spezifische Verflechtungen zwischen Schweizer Firmen und dem Empire sowie die zeitlichen Veränderungen der Marktbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Sekundärimperialismus, informelles Imperium, Exportstrategien, Handelsnetzwerke und die wirtschaftliche Verflechtung im historischen Kontext.

Warum war das Konzept des „Informal Empire“ für die Schweiz wichtig?

Das Konzept ermöglichte es schweizerischen Firmen, auf den durch britische Kanonenbootpolitik und ungleiche Verträge „geöffneten“ Märkten zu agieren, ohne die Kosten einer formalen kolonialen Präsenz tragen zu müssen.

Welche Rolle spielte der „Freundschaftsvertrag“ von 1918?

Der Vertrag legitimierte die schweizerische Präsenz rechtlich und bot den Unternehmen verbesserte Bedingungen, nachdem der informelle Schutz durch andere Mächte während der Kriegsjahre an Bedeutung gewonnen hatte.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Britischer Imperialismus in China und die Schweiz, ca. 1850-1918
Hochschule
Universität Basel
Note
6,0 (CH)
Autor
Remo Wasmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V266776
ISBN (eBook)
9783656577379
ISBN (Buch)
9783656577409
Sprache
Deutsch
Schlagworte
britischer imperialismus china schweiz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Remo Wasmer (Autor:in), 2013, Britischer Imperialismus in China und die Schweiz, ca. 1850-1918, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266776
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Leseprobe aus  27  Seiten
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