Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Die helfe-Thematik in Hartmann von Aues "Iwein"

Untersuchung der Bedeutung der helfe-Taten für die Rückkehr Iweins an den Artushof

Titel: Die helfe-Thematik in Hartmann von Aues "Iwein"

Hausarbeit , 1997 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Pieper (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit behandelt die Thematik der "helfe" in Hartmann von Aues "Iwein". In der Forschungsliteratur zum "Iwein" wird dieses Thema stiefmütterlich behandelt. Häufig taucht es nur am Rande oder als Unterpunkt eines übergeordneten Themas auf, teilweise fehlt der Aspekt der "helfe" ganz. Dabei scheint es durchaus denkbar, die âventiure des zweiten Handlungsteils in erster Linie als âventiuren im Zeichen von "helfe" für jemanden zu betrachten.
Da Iwein vor dem Wiedereintritt in die höfische Gesellschaft eine Reihe von helfe-Taten leistet, ist die Frage interessant, wie diese Taten die Rückführung in die höfische Gesellschaft unterstützen und was die helfe-Taten für Iwein selbst bedeuten. Bei Iweins Rückführung an den Hof stellt sich auch die Frage, ob Iwein nach der Heilung vom Wahnsinn wieder "nur" derselbe Iwein ist wie vor dem Wahnsinn oder ob er sich darüber hinaus weiterentwickelt.
Zu diesem Zweck werden die Episoden, einschließlich der Episode in der Iwein als ein dem Wahnsinn Verfallener in Kooperation mit einem Einsiedler lebt - immer mit Blick auf helfe-Taten und deren Funktion und Wirkung, näher untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Vorbemerkungen

2 Die helfe-Taten des zweiten âventiure-Zyklus im Einzelnen

2.1 Gegenseitige Unterstützung während Iweins Wahnsinn, 3286ff.

2.2 Iweins Erwachen aus dem Wahnsinn, helfe für Iwein von der Gräfin von Narison und helfe für die Gräfin, 3359ff.

2.3 helfe für den Löwen, 3836ff

2.4 Selbstmordgedanken, helfe für Lunete und den von Harpin erpreßten Burgherrn, 3923ff.

2.5 helfe für die 300 Jungfrauen, 6080ff.

2.6 helfe für die jüngere Schwester vom schwarzen Dorn im Erbschaftsstreit, 5964ff. u. 6877ff.

3 Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion der „helfe“-Taten im zweiten Handlungszyklus von Hartmann von Aues „Iwein“. Das Hauptziel besteht darin zu klären, inwiefern diese Taten Iweins Rückkehr in die höfische Gesellschaft unterstützen, welche Rolle sie für seine persönliche Entwicklung spielen und ob sich bei ihm eine neue, durch soziales Handeln bestimmte Identität herausbildet.

  • Die Untersuchung der „helfe“-Episoden im zweiten âventiure-Zyklus.
  • Die Motivation Iweins zur Hilfeleistung und deren Reflexion.
  • Die Bedeutung von „erbermde“ (Erbarmen) und „triuwe“ (Treue) in Iweins Handeln.
  • Die Außenperspektive (höfische Öffentlichkeit) im Vergleich zur Innenperspektive des Helden.
  • Die Entwicklung von Iweins Identität durch ritterliche Bewährung.

Auszug aus dem Buch

2.3 helfe für den Löwen, 3836ff.

Bei der helfe für den Löwen kann nicht die Rede davon sein, daß diese helfe-Tat von außen an Iwein herangetragen wird. Auch fehlt ein Grund zu helfen wegen bereits selbst empfangener helfe. Iwein sieht einen Löwen im Kampf mit einem Drachen und entschließt sich aus freien Stücken, dem Löwen, ein für das mittelalterliche Verständnis edles Tier, beizustehen, obwohl Iwein für sich die Gefahr sieht, daß der Löwe ihn später angreifen könnte:

"hern Îwein tete der zwîfel wê

helfen dem edelen tiere.

doch vorhter des ...

der lewe bestüende in ... ." (3846-3853)

Im Unterschied zur vorherigen helfe-Tat fehlt Iwein hier auch die Öffentlichkeit, die seine Tat rühmen könnte, auch weiß und ahnt er nicht, daß der Löwe später für ihn von großem Nutzen sein wird, so kann seine helfe auch nicht dadurch motiviert sein, daß er sich von dem Löwen eine große Unterstützung bei der Hinführung in die höfische Gesellschaft erhofft. Durch die bewußte Entscheidung zur freiwilligen helfe, zeigt Iwein, daß es ihm ein inneres Bedürfnis zu sein scheint, auf der Seite des Löwen zu kämpfen und somit der lebendigen, mittelalterlichen Verkörperung für Gerechtigkeit, beständiger Wachsamkeit und triuwe (vgl. Cormeau, Störmer. 212) beizustehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der „helfe“-Thematik im „Iwein“ und stellt die Forschungsfrage nach der Entwicklung des Helden durch seine sozialen Taten im zweiten Teil des Werks.

1 Vorbemerkungen: Dieses Kapitel gibt eine begriffliche Einordnung von „helfe“ und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Herangehensweise an die Analyse der verschiedenen Episoden.

2 Die helfe-Taten des zweiten âventiure-Zyklus im Einzelnen: Dies ist der Hauptteil, in dem die einzelnen „helfe“-Taten des Helden – von der Kooperation mit dem Einsiedler bis zur Unterstützung der jüngeren Schwester vom schwarzen Dorn – detailliert auf ihre Motive und Auswirkungen hin untersucht werden.

2.1 Gegenseitige Unterstützung während Iweins Wahnsinn, 3286ff.: Die Episode analysiert die primitive Form der Kooperation zwischen dem wahnsinnigen Iwein und einem Einsiedler als rein zweckorientierten Tauschhandel.

2.2 Iweins Erwachen aus dem Wahnsinn, helfe für Iwein von der Gräfin von Narison und helfe für die Gräfin, 3359ff.: Hier wird die Heilung Iweins durch die Gräfin und sein erster ritterlicher Dienst als „helfe“-Tat betrachtet, wobei die Rolle der äußeren Erwartungen für seine Identitätsfindung im Vordergrund steht.

2.3 helfe für den Löwen, 3836ff.: Dieses Kapitel behandelt die freiwillige Rettung des Löwen durch Iwein als Ausdruck seiner persönlichen ethischen Integrität, fernab von äußerem Zwang oder gesellschaftlicher Belohnung.

2.4 Selbstmordgedanken, helfe für Lunete und den von Harpin erpreßten Burgherrn, 3923ff.: Die Analyse zeigt, wie Iwein durch das Schicksal von Lunete und dem Burgherrn zur Verantwortung und zum Handeln bewegt wird, wobei er gleichzeitig den Suizid als verfehlte „triuwe“ überwindet.

2.5 helfe für die 300 Jungfrauen, 6080ff.: Das Kapitel beschreibt den Konflikt Iweins, der durch die „helfe“ für die Jungfrauen in ein moralisches Dilemma gerät, da der Erfolg mit einer für ihn unpassenden Ehe verbunden wäre.

2.6 helfe für die jüngere Schwester vom schwarzen Dorn im Erbschaftsstreit, 5964ff. u. 6877ff.: Die Untersuchung der letzten „helfe“-Tat zeigt Iweins gefestigten Ruf als Löwenritter und die Problematik seiner Rollenerfüllung im Kontext höfischer Erwartungen und privater Freundschaft zu Gawein.

3 Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung resümiert, dass Iweins Entwicklung zwar Ansätze eines neuen sozialen Bewusstseins zeigt, die Identitätsbildung jedoch stark von der äußeren Rolle des „perfekten Helfers“ dominiert bleibt.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, helfe, âventiure, Höfische Gesellschaft, Identitätsbildung, triuwe, erbermde, Rittertum, Literaturwissenschaft, Mittelalter, soziale Verantwortung, Wahnsinn, Löwenritter, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Konzepts „helfe“ (Hilfe) im zweiten Handlungszyklus von Hartmann von Aues „Iwein“ und wie diese Taten zur Rückkehr des Helden in die höfische Welt beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ritterliche Identitätsentwicklung, die Bedeutung von Tugenden wie „triuwe“ (Treue) und „erbermde“ (Erbarmen) sowie die Spannung zwischen individuellem Handeln und gesellschaftlichen Erwartungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob Iwein durch seine helfenden Taten eine innere Weiterentwicklung zu einer neuen sozialen Identität erfährt oder ob er primär einer äußeren Rolle als Helfer folgt, um seinen Status wiederzuerlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse der „Iwein“-Episoden, wobei Motive und Handlungsweisen des Helden im Kontext der mittelalterlichen Literatur und in Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen „helfe“-Taten Iweins nacheinander untersucht, von der Begegnung mit dem Einsiedler über den Dienst für die Gräfin von Narison und den Löwen bis hin zum Kampf für die jüngere Schwester vom schwarzen Dorn.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind „helfe“, „Iwein“, „Identitätsbildung“, „höfische Epik“, „erbermde“ und „triuwe“.

Welche Rolle spielt der Löwe in Iweins Entwicklung?

Der Löwe fungiert als symbolischer Partner, dessen Rettung durch Iwein eine bewusste, freiwillige Tat darstellt, die seine ethische Integrität unterstreicht und ihn als verlässlichen Helfer profiliert.

Wie bewertet der Autor Iweins „erbermde“-Fähigkeit?

Der Autor argumentiert, dass Iweins Fähigkeit, Erbarmen („erbermde“) zu empfinden, weniger aus einer christlich-allgemeinen Nächstenliebe entspringt, sondern primär eine Folge seiner eigenen traumatischen Erfahrungen ist, die ihn für die Not anderer sensibilisiert haben.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die helfe-Thematik in Hartmann von Aues "Iwein"
Untertitel
Untersuchung der Bedeutung der helfe-Taten für die Rückkehr Iweins an den Artushof
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Hartmann von Aue, Artusepik
Note
1,0
Autor
Alexander Pieper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
20
Katalognummer
V266777
ISBN (eBook)
9783656571193
ISBN (Buch)
9783656571162
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Artusepik Artusroman Iwein Hartmann Hartmann von Aue Artus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Pieper (Autor:in), 1997, Die helfe-Thematik in Hartmann von Aues "Iwein", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266777
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum