Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Die Nowgorodfahrer. Die deutsche Hanse in Nowgorod

Titel: Die Nowgorodfahrer. Die deutsche Hanse in Nowgorod

Seminararbeit , 1994 , 5 Seiten , Note: 2

Autor:in: M.A. / Dipl.Kfm.(FH) Oliver H. Herde (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon in der Frühzeit der Hanse - genauer in den 1160er Jahren - wurden die ersten Fahrten nach Gotland unternommen. Dort trafen die Kauffahrer erstmals auf Händler aus Nowgorod. Bald darauf folgten die Deutschen den gotländischen Handelsrouten nach Russland.
Die Stadt Nowgorod (zu deutsch: Neuburg) war zu jener Zeit Zentrum eines Fürstentums, das jedoch unter der faktischen Herrschaft der adligen Grundbesitzer, den Bojaren, stand. Die Volksversammlung setzte sich aus Bojaren, Kaufleuten und Handwerkern zusammen. Schon innerhalb des Kiewer Reiches hatte Nowgorod eine bedeutende Stellung innegehabt, nach seinem Zerfall erreichte die Stadt eine Vormachtstellung im russischen Raum.
Ursprünglich logierten die Hansekaufleute auf dem Olafshof, dem Handelshof der Gotländer in Nowgorod. Dieser existierte bereits seit dem 11. Jahrhundert und bekam seinen Namen von der dortigen Kirche St. Olaf.
Im 12. und 13. Jahrhundert schlossen Deutsche und Gotländer vielfach gemeinsam Verträge mit den Nowgorodern ab. 1199 erhielten sie ein erstes gemeinsames Handelsprivileg durch Fürst Jaroslaw Wladimirowitsch.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Anfänge

2. Das Hansekontor in Nowgorod

3. Die Schra

4. Der Handel

5. Die Beziehungen zu den Nowgorodern

6. Die Organisation im Kontor

7. Die Spätzeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten historischen Überblick über das Wirken der Hanse in Nowgorod, beleuchtet die Entwicklung des Handelskontors "Peterhof" und analysiert die sozioökonomischen sowie diplomatischen Verflechtungen zwischen deutschen Kaufleuten und dem russischen Fürstentum.

  • Gründung und bauliche Entwicklung des Hansekontors in Nowgorod
  • Regulierung des Handels und des Zusammenlebens durch die "Schra"
  • Warenströme und wirtschaftliche Bedeutung des Nowgorod-Handels
  • Diplomatische Konflikte und politische Abhängigkeiten in der Spätzeit
  • Kultureller Austausch und zwischenmenschliche Beziehungen vor Ort

Auszug aus dem Buch

Die Schra

Die sogenannte Schra war eine Hofordnung, die erstmals Mitte des 13. Jahrhunderts erlassen wurde. In ihrem Inhalt ging sie auf das Soester Stadtrecht zurück, das ebenfalls die Bezeichnung Schra trug, sowie auf Einflüsse durch die Gotländer Genossenschaft, Lübeck, Dortmund und Wisby.10

Im Turnus von einigen Jahrzehnten folgten neue Varianten der Schra, welche die jeweils älteren ablösten, jedoch immer nur recht geringfügige Neuerungen mit sich brachten.

In den Schras sind vor allem Bestimmungen über die Organisation im Kontor und den Handel aufgeführt. Als Beispiel seien hier einige der vielen Sicherheitsbestimmungen betreffs der Kirche angegeben:

So sollte nachts kein unbeaufsichtigtes Licht brennen (um Brände zu verhindern), die Fenster geschlossen und das Tor verriegelt sein (um Einbrüche zu verhindern). Die Furcht, Russen könnten Waren aus der Kirche stehlen, vielleicht indem sie sich einen Schlüssel nachbildeten, drückt sich beispielsweise so aus: „Wenn es der Fall ist, dass irgendeiner den Schlüssel trage aus dem Hofe, muss er zehn Mark bringen. Wäre es auch Sache, dass der Schlüssel offen getragen würde, dass es ein Russe sehe, das kostet eine Mark.“ Ferner durfte auch kein Russe in die Kirche hinein.11

Zusammenfassung der Kapitel

Die Anfänge: Beschreibt die Entstehung der Handelskontakte zwischen der Hanse und Nowgorod sowie die Etablierung erster Handelsprivilegien.

Das Hansekontor in Nowgorod: Fokussiert sich auf die Gründung und bauliche Struktur des Peterhofes als zentrales Handelszentrum.

Die Schra: Erläutert die Entstehung und Funktion der Hofordnung, welche die Sicherheits- und Verhaltensregeln im Kontor definierte.

Der Handel: Analysiert die gehandelten Warenströme und die Verschiebung der Handelswege infolge politischer Umbrüche im Kiewer Reich.

Die Beziehungen zu den Nowgorodern: Beleuchtet das ambivalente Verhältnis zwischen deutschen Kaufleuten und der einheimischen Bevölkerung, geprägt von Misstrauen und kulturellem Austausch.

Die Organisation im Kontor: Detailliert die administrative Leitung des Kontors, die Rolle des Oldermanns und die strengen Regeln für die Kaufleute.

Die Spätzeit: Dokumentiert den Niedergang des Kontors infolge politischer Spannungen mit dem Moskauer Großfürstentum bis zur endgültigen Schließung.

Schlüsselwörter

Hanse, Nowgorod, Peterhof, Handel, Schra, Kaufleute, Russland, Mittelalter, Handelskontor, Warenverkehr, Diplomatie, Wirtschaftsgeschichte, Iwan III., Gotland, Bojaren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte und Funktionsweise des hansischen Handelskontors in Nowgorod vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Infrastruktur des Peterhofes, der rechtlichen Organisation durch die Schra, den Warenströmen und den diplomatischen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Nowgorod-Handels für die Hanse und die wechselvolle Geschichte des dortigen Kontors darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen, Urkunden und archäologischer Funde.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Hofordnung (Schra), die Organisation der Handelsfahrten, die sozialen Kontakte sowie die politischen Konflikte in der Spätphase des Kontors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind Hanse, Nowgorod, Handelskontor, Peterhof, Warenverkehr und wirtschaftshistorische Entwicklung.

Welche Rolle spielte die "Schra" für das Kontor?

Die Schra fungierte als verbindliche Hofordnung, die sowohl den Handel als auch das Zusammenleben im Kontor regelte und durch Sicherheitsbestimmungen den Schutz der Waren garantierte.

Warum wurde der Peterhof 1494 geschlossen?

Die Schließung war primär eine politische Maßnahme des Großfürsten von Moskau, der die im Kontor anwesenden Kaufleute als Druckmittel in einem Konflikt mit der Hanse instrumentalisierte.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Nowgorodfahrer. Die deutsche Hanse in Nowgorod
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Note
2
Autor
M.A. / Dipl.Kfm.(FH) Oliver H. Herde (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
5
Katalognummer
V266784
ISBN (eBook)
9783656571476
ISBN (Buch)
9783656571445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Novgorod Hansegeschichte Hansa Stede van der Dudeschen Hense Hansa Teutonica
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. / Dipl.Kfm.(FH) Oliver H. Herde (Autor:in), 1994, Die Nowgorodfahrer. Die deutsche Hanse in Nowgorod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266784
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  5  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum