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Familiendynamik - Scheidung als Prozess?

Title: Familiendynamik - Scheidung als Prozess?

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Katrin Gabler (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Warum werden heutzutage immer mehr Ehen geschieden? Rosemarie Nave -Herz (1997) sagt dazu: „Die Zunahme der Ehescheidungen ist nicht die Folge eines gestiegenen Bedeutungsverlustes der Ehe; nicht die Zuschreibung der ‚Sinn’losigkeit von Ehen hat das Ehesche idungsrisiko erhöht und lässt Ehepartner heute ihren Eheentschluss eher revidieren, vielmehr ist der Anstieg der Ehescheidungen Folge gerade ihrer hohen psychischen Bedeutung und Wichtigkeit für den einzelnen, so dass die Partner unharmonische Beziehungen heute weniger als früher ertragen können und sie deshalb ihre Ehe schneller auslösen können. Zuweilen in der Hoffnung auf eine spätere bessere Partnerschaft.” Die Ehe als Institution tritt mehr in den Hintergrund. Grund dafür ist ein allgemeiner Wertewandel und ein anderes Rollenverständnis. Traditionen und Konventionen verlieren allmählich an Wertigkeit. Das neue Rollenverständnis bezieht sich auf die Emanzipation der Frau, d.h., die Rolle der Frau innerhalb der Familie hat sich erweitert, indem sie in die Berufswelt einsteigt wie auch der Mann in das familiäre Leben als sogenannter Hausmann mit eingebunden wird. Früher war es das Ziel, seine Familienmitglieder und die Reproduktion der Generationen zu sichern. 1 Außerdem wurde eine Ehe auch zur Überlebenssicherung und Weitergabe des Erbes geschlossen. Heute hingegen ergeben sich aufgrund des Wertewandels in der Gesellschaft ganz andere Funktionen einer Ehe: Scheller spricht von „emotionaler Zuwendung und Realisierung privathedonistischer Ziele“.2 Auch die Auflösungsursache einer Ehe hat sich in den Jahren geändert. Vor 50 Jahren verlor man seinen Partner eher durch den Tod, als dass es zu einer Partnerschaftstrennung kam (Abb.1). 1 Limbach 1988:43. 2 Scheller 1992:50ff.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg zur Scheidung - Ein Prozess

2.1. Ehekrisen: Ursachen einer Scheidung

2.2. Scheidungsbereitschaft: Anlass einer Scheidung

3. Ein-Eltern-Familien

3.1. Mutter-Kind-Familie

3.2. Vater-Kind-Familie

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ehescheidung als komplexen, soziologischen Prozess vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Wertewandels und beleuchtet dabei sowohl die ursächlichen Bedingungen für das Scheitern von Ehen als auch die Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien.

  • Historischer Wertewandel und Bedeutung der Ehe
  • Familiendynamik und Ursachen für Ehekrisen
  • Scheidungsbereitschaft als letzter Prozessschritt
  • Die Situation von Ein-Eltern-Familien nach der Trennung
  • Besonderheiten in Mutter-Kind- und Vater-Kind-Beziehungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Ehekrisen: Ursachen einer Scheidung

Nave-Herz beschreibt, dass die „Ur-Sache“ einer Scheidung oft als „Täterdenken“ dargestellt wird. Die Verantwortlichkeit wird nämlich zu schnell nur einer Person oder nur einem bestimmten Faktor (oder einer Situation) zugesprochen. Jedoch muss, gerade beim Prozess einer Scheidung, die Ursache als Veränderung gesehen werden, die eine andere Veränderung bewirkt.8

Bevor man eine Ehe eingeht, setzt man gewisse Erwartungen voraus. Zentrale Erwartungen an die Ehe sind Liebe, Geborgenheit, Kommunikation und sexuelle Befriedigung.9 Die Erfüllung dieser Bedürfnisse bestimmen die Qualität einer Ehe. Werden diese Erwartungen im Laufe der Ehe jedoch nicht erfüllt, sind Frustration und konfliktreiche Spannungen vorauszusehen.

Es muss an dieser Stelle zwischen Menschen (vorrangig Frauen) mit einer eher starken Pflichtwertorientierung und Menschen mit einem Drang zur Selbstentfaltung unterschieden werden. Diejenigen, die besonders pflichtbewusst sind, halten auch dann an einer Ehe fest, „wenn bestimmte Ansprüche an sie nicht befriedigt werden”.10 Dies tritt besonders „bei älteren Frauen mit geringerer Schulbildung und stärkerer religiöser Bindung auf”.11 Die Unterstützung des Partners ist für sie eine moralische Pflicht. Dagegen wird bei Frauen mit hohem Anspruch an Selbstfindung und Selbstentfaltung eine Ehe gelöst, weil sie sich unbefriedigt fühlen und „attraktivere Alternativen bestehen, besonders bei kinderlosen jüngeren Frauen mit geringer religiösen Bindung”.12 Sie lehnen die traditionelle weibliche Geschlechterrolle ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert den gesellschaftlichen Wertewandel und die damit einhergehende Veränderung der Funktionen und Stabilität von Ehen.

2. Der Weg zur Scheidung - Ein Prozess: Der Abschnitt erläutert die Scheidung nicht als punktuelles Ereignis, sondern als zeitlich ausgedehnten Prozess mit verschiedenen auslösenden Faktoren und Ursachen.

3. Ein-Eltern-Familien: Hier wird die Lebensrealität von Alleinerziehenden und die Beziehung zwischen Elternteil und Kind nach einer Trennung analysiert.

4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und ordnet das Ehescheidungsrisiko in einen historischen sowie gesellschaftlichen Kontext ein.

Schlüsselwörter

Ehescheidung, Familiendynamik, Wertewandel, Ehescheidungsrisiko, Ein-Eltern-Familie, Alleinerziehende, Ehekrisen, Scheidungsursachen, Rollenverständnis, Sorgerecht, Mutter-Kind-Beziehung, Vater-Kind-Beziehung, Partnerschaft, Soziologie, Sozialer Prozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Perspektive auf Scheidungen als einen dynamischen Prozess innerhalb der Familie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen den gesellschaftlichen Wertewandel, die Ursachen für Ehekrisen sowie die spezifischen Auswirkungen und Herausforderungen von Ein-Eltern-Familien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Scheidungsprozess soziologisch zu durchleuchten und zu verstehen, warum Ehen heutzutage häufiger gelöst werden als in der Vergangenheit.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zur Familiensoziologie und die Ursachen von Ehescheidungen theoretisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Scheidungsursachen, die Differenzierung zwischen Scheidungsursache und Scheidungsanlass sowie die Untersuchung der Lebensform der Ein-Eltern-Familie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familiendynamik, Ehescheidung, Wertewandel, Alleinerziehende und soziale Rollenbilder charakterisiert.

Welche Rolle spielen Kinder bei der Scheidungsentscheidung?

Die Arbeit stellt dar, dass das Alter des Kindes und die Anzahl der Kinder das Scheidungsverhalten der Eltern maßgeblich beeinflussen können.

Wie wird das Sorgerecht in der Arbeit diskutiert?

Es wird auf die Entwicklung hin zum gemeinsamen Sorgerecht eingegangen und betont, dass dieses ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft zwischen den getrennten Eltern erfordert.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Scheidung?

Ja, die Arbeit thematisiert unterschiedliche Rollenbilder und Erwartungshaltungen bei Männern und Frauen, die sowohl die Stabilität der Ehe als auch die Scheidungsgründe beeinflussen.

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Details

Title
Familiendynamik - Scheidung als Prozess?
College
Ruhr-University of Bochum  (Geisteswissenschaften)
Course
Seminar
Grade
2.3
Author
Katrin Gabler (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V26680
ISBN (eBook)
9783638289481
Language
German
Tags
Familiendynamik Scheidung Prozess Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Gabler (Author), 2003, Familiendynamik - Scheidung als Prozess?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26680
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