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Das Phänomen der sozialen Exklusion. Der Abstieg an den Rand der Gesellschaft

Eine qualitative Analyse der mehrdimensionalen gesellschaftlichen Ausgrenzung in Deutschland

Titel: Das Phänomen der sozialen Exklusion. Der Abstieg an den Rand der Gesellschaft

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Timo Wilhelm Rang (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die meisten Bürger hungern nicht nach mehr Brot, sondern nach Sinn.“ So beschreibt Bundespräsident Horst Köhler die wachsende Zahl derer ohne Orientierung und Perspektive, diejenigen, die sich verloren und überflüssig vorkommen, die Menschen ohne Vertrauen in sich selbst, geschweige denn in Staat oder Gesellschaft. Das Phänomen der sozialen Exklusion ist kein abgeschlossenes Problem der urbanen Brennpunkte. Viele aktuelle Herausforderungen finden ihren Ausdruck in gesellschaftlicher Ausgrenzung: Migration, Globalisierung und Strukturkrise, Wertewandel, Politikverdrossenheit, die Folgen der Deutschen Wiedervereinigung, Jugendkriminalität, Einkommensdisparitäten und Bildungsungleichheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exklusion – Ein mehrdimensionaler gesellschaftlicher Ausschluss

2.1. Von der Mitte an den Rand – Der Abstieg als „Kultur des Zufalls“ und soziale Vererbung

2.2. Prekarität, Unterschicht und Exklusion – Wo verläuft die Grenze zwischen Drinnen und Draußen?

3. „Westside Kanaken“ – Ausgeschlossen und stolz darauf

3.1. Lebenslauf einer exkludierten Generation

4. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Exklusion in Deutschland, analysiert deren Ursachen im Kontext des Strukturwandels auf dem Arbeitsmarkt sowie der gesellschaftlichen Abkopplung und beleuchtet die Folgen anhand von jungen Menschen in sozialen Brennpunkten.

  • Definition und theoretische Einordnung des Exklusionsbegriffs
  • Analyse von Abstiegsbiographien und der Bedeutung von Erwerbsarbeit
  • Untersuchung der Lebenswelt junger Migranten anhand des Dokumentarfilms "Westside Kanaken"
  • Reflektion über Werteverschiebungen in exkludierten Gruppen

Auszug aus dem Buch

3.1. Lebenslauf einer exkludierten Generation

Die unten angeführten Selbstdarstellungen zweier Rap-Musiker aus dem Umfeld der ‚Westside Kanaken‘ illustrieren, dass Biographien von jungen Männern in Problemvierteln anstelle bürgerlicher Ideale wie schulischer und beruflicher Stationen, ehrenamtlichen Engagements und Auslandserfahrung vorzugsweise Kriminalität, körperliche Härte und lokale Bekanntheit belegen. Trotz ihrer zweifelhaften Nachweisbarkeit und bewussten Überspitzung fassen sie dennoch exemplarisch die Probleme junger Migranten in Deutschland zusammen und dokumentieren das Selbstbild einer exkludierten Generation:

„Özgür G. a.k.a OJ Kingpin erblickte 1980 in Köln das Licht der Welt. Von Anfang an wußte er, dass er irgendwann mal oben mit den Großen mitmischen würde. Den Anfang dazu machte er im zartem Alter von 12 im Kampfsportverein. Jahre verstrichen und die Straßencredibility von OJ wuchs stetig. Er lebte nach dem Faustrecht. Seine Schule brach OJ ab und machte sich mit seinem langjährigem Homie Bero selbstständig. Die zwei Jungs gründeten zum Einstand die legendäre "OG Gang", die noch heute jedermann in Köln ein Begriff ist, und für Angst und Schrecken sorgt. Ihre kriminelle Energie führte zu Massenverhaftungen im Kölner Milieu. Sie übernahmen innerhalb kürzester Zeit Köln`s Strassen. Auf dem "Höhepunkt" seiner G-Laufbahn wurde OJ angeschossen. Doch statt den Schützen anzuzeigen klärte er die Sache mit Bero auf seine Art... […]

Bernas A. a.k.a Bero Bass geb. 1980 in Diyarbakir/Türkei, aufgewachsen im Kölner Problembezirk Köln-Ossendorf und mittlerweile seßhaft in Chorweiler, verkörpert einen der neuen Mastträger des deutschen Gangsta Raps. Und als einer der wenigen, gehört er zurecht in diese Sparte. Denn bevor Bero die Musik als Möglichkeit sah, Geld zu verdienen, fand er sich mehr als einmal auf einer Gerichtsbank wieder. Machtkämpfe zwischen den Bezirksgangstern, sowie die Gewalt auf den Kölner Straßen standen bei ihm auf der Tagesordnung. Bero und sein Homie OJ fanden Gefallen an dem Spiel. Schnell wurde Köln zu Ihrem Spielplatz, und es war an der Zeit für den rasanten Aufstieg. Von Kleinkriminellen zu Geschäftsmännern. Er brach die Schule ab, gründete zusammen mit OJ eine Securityfirma und hing hauptsächlich in der Muckibude ab. Durch seine, sagen wir, konsequente Art in brennzligen Situationen, verschaffte sich Bero Bass Respekt und Loyalität bei seinen Kameraden und auf den Straßen Köln`s.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der sozialen Exklusion ein, definiert das Forschungsziel und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Exklusion – Ein mehrdimensionaler gesellschaftlicher Ausschluss: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der sozialen Exklusion und diskutiert, wie sich der Ausschluss von der Mitte an den Rand vollzieht.

2.1. Von der Mitte an den Rand – Der Abstieg als „Kultur des Zufalls“ und soziale Vererbung: Hier werden die strukturellen Ursachen wie Arbeitsmarktveränderungen und das Bildungssystem analysiert, die zu einer sozialen Vererbung von Exklusion führen können.

2.2. Prekarität, Unterschicht und Exklusion – Wo verläuft die Grenze zwischen Drinnen und Draußen?: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Prekarität, Unterschicht und Exklusion und untersucht, ob eine klare Trennlinie zwischen gesellschaftlichem Drinnen und Draußen existiert.

3. „Westside Kanaken“ – Ausgeschlossen und stolz darauf: Anhand eines Dokumentarfilms wird aufgezeigt, wie sich junge Migranten in sozialen Brennpunkten von der Mehrheitsgesellschaft entkoppeln und eigene Wertesysteme entwickeln.

3.1. Lebenslauf einer exkludierten Generation: Dieses Unterkapitel illustriert durch Fallbeispiele, wie sich Lebensläufe von Jugendlichen in Problemvierteln jenseits bürgerlicher Ideale entwickeln.

4. Abschließende Betrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Exklusionsproblematik und betont die Notwendigkeit gesamtgesellschaftlicher Handlungsansätze.

Schlüsselwörter

Soziale Exklusion, Ausgrenzung, Prekarität, Arbeitswelt, Strukturwandel, Migrationshintergrund, Lebenslauf, Armut, soziale Ungleichheit, Teilhabe, Wertesystem, Identität, Gesellschaftliche Entkopplung, Brennpunkte, Modernisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Exklusion in Deutschland als mehrdimensionalem Prozess, bei dem Individuen oder Gruppen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den strukturellen Ursachen von Ausgrenzung, der Rolle von Erwerbsarbeit, der Bedeutung von sozialer Herkunft und der Lebenswelt von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der sozialen Exklusion in Deutschland zu liefern und aufzuzeigen, wie sich der Ausschluss von der Mehrheitsgesellschaft auf Betroffene auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, inklusive der Auswertung von Fachliteratur und der filmischen Illustration durch eine Dokumentation über Jugendliche in Kölner Problemvierteln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Exklusion durch Arbeitsmarktstrukturen, vergleicht theoretische Begriffe wie Prekarität und Exklusion und untersucht Fallbeispiele aus einem Dokumentarfilm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind soziale Exklusion, Prekarität, gesellschaftliche Entkopplung, Strukturwandel, Migrationshintergrund und soziale Vererbung.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Arbeit und sozialer Teilhabe?

Arbeit wird als zentrales Element der gesellschaftlichen Integration betrachtet, wobei der Verlust oder das Fehlen von erwerbstätigen Strukturen maßgeblich zum Abstieg an den gesellschaftlichen Rand beiträgt.

Welche Rolle spielen die im Dokumentarfilm portraitierten Jugendlichen für die Argumentation?

Sie dienen als exemplarisches Beispiel für eine Generation, die sich vom Wertesystem der Mehrheitsgesellschaft abgewandt hat und Ausgrenzung durch kompensatorisches Verhalten wie Kriminalität oder Stolz auf "Ehre" zu überbrücken versucht.

Ist soziale Exklusion laut der Arbeit ein zwangsläufiges Resultat der Modernisierung?

Nein, der Autor argumentiert, dass Exklusion kein zwangsläufiges Schicksal ist, sondern die Frage im Raum steht, inwieweit die Gesellschaft bereit ist, dieses Phänomen durch entsprechende Solidarität und Chancengleichheit zu verhindern.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Phänomen der sozialen Exklusion. Der Abstieg an den Rand der Gesellschaft
Untertitel
Eine qualitative Analyse der mehrdimensionalen gesellschaftlichen Ausgrenzung in Deutschland
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Sozialstrukturen, kollektive Identitäten und soziale Probleme in Europa Seminar: Sozialstrukturen und soziale Ungleichheiten in Europa
Note
1,7
Autor
Timo Wilhelm Rang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V266829
ISBN (eBook)
9783656572817
ISBN (Buch)
9783656572756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
phänomen exklusion abstieg rand gesellschaft eine analyse ausgrenzung deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timo Wilhelm Rang (Autor:in), 2009, Das Phänomen der sozialen Exklusion. Der Abstieg an den Rand der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266829
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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