Die arabische Sprache ist enorm an Vielfalt und birgt ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Variationen in sich. So lässt sich der arabischsprachige Raum in unterschiedliche dialektale Bereiche einteilen. Als grobe Gliederung könnte die Klassifizierung in Ostarabische und Westarabische Dialekte vorgenommen werden . Zu dem ostarabischen Raum zählen dabei Ägypten, die Levante, die Golfstaaten und die arabische Halbinsel, während der westarabische Raum die Maghreb Staaten umfasst . Doch kann dennoch nicht vom Vorhandensein einer einheitlichen Umgangssprache in den jeweiligen Bereichen gesprochen werden. So existieren im ostarabischen Raum zwischen den meisten Ländern teils gravierende Unterschiede, sei es in den Bedeutungen derselben Wörter, als auch in der Aussprache. Auch innerhalb einer dialektalen Gruppe, muss eine Differenzierung in Stadtdialekte und Dorfdialekte vorgenommen werden. Hinzu kommt die „coexistence of Bedouin and sedentary dialects in all areas“ . So weisen die Beduinen Dialekte und diejenigen, die sich aus diesen entwickelt haben, typische Merkmale auf, die diesen eigen sind. So wird der Buchstabe /q/ meist als [g] oder [k], in einigen Fällen auch als [č] ausgesprochen , während in einigen Stadtdialekten der Levante wiederrum andere Formen vorkommen.
Inhaltsverzeichnis
A Dialektvielfalt des Arabischen
B Der palästinensische Dialekt
I. Grammatikalische Strukturen
1. Variationen der Aussprache
2. Die Personalpronomen
3. Die Demonstrativpronomen
4. Pronominalsuffixe
5. Bildung des Imperfekts
6. Bildung des Perfekts
7. Bildung des Futur
8. „Kᾱn[a]“
9. Nomen
II. Negation als Besonderheit des Palästinensischen
III. Fremdwörter im palästinensischen Arabisch
IV. Der Einfluss des Neuhebräischen
C Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, den palästinensischen Dialekt in seiner sprachlichen Vielfalt und Struktur zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf der grammatikalischen Basis, phonetischen Besonderheiten sowie den Einflüssen durch externe Sprachen und historische Kontexte.
- Grammatikalische Strukturen und Konjugationsmuster der Umgangssprache
- Die spezifische Rolle der Verneinung im Palästinensischen
- Integration von Lehnwörtern aus europäischen und türkischen Quellen
- Der Einfluss des Neuhebräischen auf die in Israel lebenden Palästinenser
- Dialektale Unterschiede zwischen Gaza, dem Westjordanland und den urbanen Räumen
Auszug aus dem Buch
B III. Fremdwörter im palästinensischen Arabisch
In diesem Dialekt existiert ein breites Spektrum an Lehnwörtern aus anderen Sprachen. Diese Tatsache lässt sich vor allem historisch begründen. Wie bereits zu Beginn erwähnt hatte die Zeit der osmanischen Herrschaft und die, der britischen Mandatszeit Einfluss auf die Entwicklung des palästinensischen Dialekts. Ferner kam es auch durch Handelsreisende zu einem Kontakt mit fremden Sprachen und zur Übernahme von Wörtern aus dem Französischen, Italienischen und Spanischen. Die geographische Lage direkt am Mittelmeer ermöglichte dies vor allem über den Seehandel. Desweiteren verliefen wichtige Handelsrouten, wie zum Beispiel vom osmanischen Reich nach Ägypten, direkt durch das palästinensische Gebiet, wodurch immer wieder neue Wörter in die Umgangssprache eindrangen.
So lassen sich einige Wörter mit europäischen Ursprung in der Umgangssprache unter den Palästinensern ausmachen. Es ist aber hierbei anzumerken, dass diese inzwischen teils weit verbreitet sind unter den verschiedenen Dialekten. Oft fehlen auch arabische Äquivalente in einigen Fällen und werden durch arabisierte Fremdwörter ersetzt. So finden Wörter wie, „maʿkarōna“ oder „mortadēlla“ im dialektalen Gebrauch Anwendung. Diese wurden als Lehnwörter aus dem Italienischen übernommen und sind fester Bestandteil im Alltag. Aus dem Französischen wiederrum gelangte zum Beispiel das Wort für „Hose“ oder „Jacke“ in diesen Sprachraum. „Banṭalōn“ sowie „ǧakēt“ werden von den Sprechern des palästinensischen Dialekts selbstverständlich genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
A Dialektvielfalt des Arabischen: Ein Überblick über die heterogene Natur der arabischen Sprache, die in ostarabische und westarabische Räume sowie in Stadt- und Dorfdialekte unterteilt wird.
B Der palästinensische Dialekt: Einführung in die drei Hauptgruppen des Dialekts (Großstädte, Gazastreifen und Westjordanland) sowie die Analyse grammatikalischer Grundlagen und phonetischer Variationen.
B I. Grammatikalische Strukturen: Detaillierte Untersuchung von Pronomen, Demonstrativa, Suffixen sowie der Morphologie von Verbformen (Imperfekt, Perfekt, Futur) und Nomen.
B II. Negation als Besonderheit des Palästinensischen: Erläuterung des spezifischen Verneinungssystems unter Verwendung von Suffixen und des für diesen Dialekt typischen Begriffs „fišš“.
B III. Fremdwörter im palästinensischen Arabisch: Analyse der historischen Integration von Lehnwörtern aus europäischen und türkischen Quellen, die festen Einzug in den Alltag gefunden haben.
B IV. Der Einfluss des Neuhebräischen: Untersuchung der phonetischen und lexikalischen Einflüsse des Hebräischen auf das Arabisch der in Israel lebenden Palästinenser durch alltägliche Kontakte.
C Abschluss: Fazit über die Vielschichtigkeit des palästinensischen Dialekts und die Notwendigkeit, dessen weitere Entwicklung angesichts externer Einflüsse zu beobachten.
Schlüsselwörter
Palästinensischer Dialekt, Arabisch, Linguistik, Phonetik, Verbalmorphologie, Negation, Lehnwörter, Neuhebräisch, Stadtdialekte, Gaza, Westjordanland, Sprachentwicklung, Sprachkontakt, Grammatik, Semitische Sprachen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse des palästinensischen Dialekts des Arabischen, seiner inneren Struktur und seiner regionalen Ausprägungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Grammatik, die phonetischen Eigenheiten, die Bildung von Verbformen sowie der Einfluss von Fremdsprachen auf das palästinensische Arabisch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Eigenheiten des palästinensischen Dialekts – aufgeteilt in drei regionale Gruppen – anhand grammatikalischer Regeln und im Vergleich zum Hocharabisch darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt deskriptive linguistische Analysen und stützt sich auf die Auswertung existierender Fachliteratur zur arabischen Dialektologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von grammatikalischen Strukturen (Pronomen, Verben, Nomen), die Besonderheiten der Negation, die Herkunft von Fremdwörtern und den Einfluss des Neuhebräischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie palästinensischer Dialekt, Sprachkontakt, Morphologie, Lehnwörter und phonetische Variation geprägt.
Warum wird der Dialekt von Gaza oft separat betrachtet?
Der Dialekt von Gaza weist aufgrund seiner isolierten Lage und der historisch-geographischen Nähe zu Ägypten spezifische Unterschiede in der Aussprache und Konjugation auf, die von anderen Regionen abweichen.
Welche Bedeutung hat das Wort „fišš“ im palästinensischen Dialekt?
„Fišš“ ist ein für diesen Dialekt typischer Begriff für „es gibt nicht“, der auf einer spezifischen Verneinungsform basiert und als Erkennungsmerkmal des Palästinensischen gilt.
Wie wirkt sich die israelische Umgebung auf das Arabisch aus?
Der Kontakt zum Neuhebräischen führt zur Integration von Vokabeln, einer teilweise veränderten Phonetik und einem zweisprachigen Alltag, der besonders die in Israel lebenden Palästinenser beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Lukas Habib (Autor:in), 2013, Der Palästinensische Dialekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266840