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Physische Gewaltausübung von weiblichen Jugendlichen verstehen und vorbeugen

Mädchen als Gewalttäterinnen

Titel: Physische Gewaltausübung von weiblichen Jugendlichen verstehen und vorbeugen

Hausarbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Annika Quednau (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Karlsruhe stach eine 16-Jährige eine 17-Jährige auf offener Straße nieder, in Bad Windsheim misshandelte eine Gruppe mehrerer 14- und 15-jähriger Mädchen zwei Jungen und erpressten Bargeld von ihnen, in Hamburg schlug eine 14-Jährige eine 20-Jährige krankenhausreif . Dies sind nur einige Beispiele von Medienberichten über Mädchengewalt aus den letzten Jahren. Zwischen 1993 und 2007 hat sich die Zahl der Täterinnen bei Körperverletzungsdelikten verdreifacht.
Doch wie groß ist das Ausmaß wirklich? Und was sind die Ursachen hierfür? Was wissen wie über die Täterinnen?
Ziel dieser Hausarbeit ist es, durch eine Informationszusammentragung Folgerungen für die geschlechtsspezifische Gewaltprävention zu erlagen. Inspiriert wurde ich durch die Plakatvortragsrunde im Seminar, bei der es unter anderen auch um Gewaltausübungen von Frauen und um Mädchenarbeit ging.
Ich bin durch meine Arbeit in der offenen Kinder-und Jugendarbeit täglich sowohl mit Opfern als auch mit Täterinnen konfrontiert und denke, dass mir dort die Folgerungen der Hausarbeit in meiner Mädchengruppe helfen werden. Es geht in dieser Hausarbeit um die 12- bis 18 Jährigen und nicht um jüngere Kinder oder erwachsene Frauen. Des Weiteren bezieht sich diese Arbeit auf physische Gewalt, die bewusst eingesetzt wird um anderen zu schaden.
Diese Hausarbeit trägt den Titel „Mädchen als Gewalttäterinnen: Physische Gewaltausübung von weiblichen Jugendlichen verstehen und vorbeugen“. Nach dieser Einleitung folgt dazu in Punkt 2 erst einmal die aktuelle Sichtweise der Gesellschaft auf Mädchen und die Auswirkungen dessen auf die Sichtweise auf Mädchengewalt. Dann folgt ein Überblick über die Entwicklung von Mädchengewalt in den letzten Jahren, um das Ausmaß zu erfassen. In Punkt 4 geht es dann um die Gründe dafür, warum Mädchen gewalttätig werden. Punkt 5 veranschaulicht dies noch anhand von drei Fallbeispielen. Mit diesem Wissen folgt dann Punkt 6 und die Frage, wie man Mädchengewalt vorbeugen kann. Zum Schluss gibt es noch ein Fazit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die aktuelle gesellschaftliche Sichtweise auf Mädchen

3. Aktuelle Daten zum Ausmaß der Mädchengewalt

4. Ursachen für Mädchengewalt

5. Fallbeispiele

6. Physische Gewaltausübung von Mädchen vorbeugen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen und Motive physischer Gewalt bei weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren zu untersuchen, um daraus konkrete Handlungsansätze für eine geschlechtsspezifische Gewaltprävention in der sozialen Arbeit abzuleiten.

  • Gesellschaftliche Rollenbilder und Erwartungen an Mädchen
  • Statistische Entwicklung und Ausmaß von Mädchenkriminalität
  • Psychologische Faktoren der Gewaltausübung (Familie, Selbstwahrnehmung, Peergroup)
  • Fallanalysen zu familiär integrierten und desintegrierten Gewalttäterinnen
  • Präventive Maßnahmen und die Rolle der offenen Kinder- und Jugendarbeit

Auszug aus dem Buch

4. Ursachen für Mädchengewalt

Rahel Heeg, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Soziale Arbeit in der Nordwestschweiz, führte sehr ausführliche Fallstudien mit Gewalttäterinnen durch und erforschte die Bedeutungen physische Gewaltausübung für Mädchen. Diese 2009 veröffentlichte Studie kommt zu dem Entschluss, dass bei der Gewaltausübung von Mädchen drei Faktoren eine Rolle spielen: Familie, Selbstwahrnehmung und die Gruppe. Dabei ist der Faktor der Familie und damit der familiären Integration oder familiären Desintegration so von zentraler Bedeutung, dass er die Gewalttäterinnen in zwei Gruppen teilt. Familiär integrierte Mädchen wenden Gewalt meistens aus anderen Gründen an als familiär desintegrierte Mädchen, die innerfamiliäre Gewalt erfahren haben. Für die erste Gruppe geht es hauptsächlich um das Thema Anerkennung und sie erhoffen sich durch die Gewalt diese zu erlangen. Auf der Ebene der Selbstwahrnehmung geht es dabei darum Selbstwirksamkeit zu erfahren und auf der Ebene der Gruppe wird Anerkennung angestrebt. Für die zweite Gruppe geht es um das Thema Selbstschutz, also darum etwas nicht zu verlieren. Die Gruppe ist dabei laut Heeg ein Bewältigungshilfeversuch und auf der Ebene der Selbstwahrnehmung wird das negative Selbstkonzept durch den Kontrollverlust bestätigt. Mirja Silkenbeumer von der Universität Münster bestätigte in ihrer Fallstudie die Ergebnisse von Rahel Heeg.

Wie in Punkt 3 festgestellt, ist Gewalt bei Mädchen hauptsächlich ein Thema während des Jugendalters. Die drei zentralen Faktoren Familie, Selbstwahrnehmung und Gruppe erklären dieses Phänomen, da dies zentrale Faktoren der Adoleszenz sind. Zu den Entwicklungsaufgaben der Jugend zählen die Ablösung von den Eltern und das Aufbauen von Gruppen, Cliquen und reifen Freundschaftsbeziehungen, sowie die Identitätsarbeit. Sobald diese Aufgaben nicht mehr im Mittelpunkt des Lebens stehen, verringert sich auch die Bedeutung der Gewalt, was die starke Abnahme nach dem Jugendalter erklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Mädchengewalt ein, stellt aktuelle Beispiele vor und definiert den Fokus auf 12- bis 18-jährige Jugendliche und physische Gewalt.

2. Die aktuelle gesellschaftliche Sichtweise auf Mädchen: Dieses Kapitel thematisiert den Kontrast zwischen dem gesellschaftlich positiven Bild der „Alpha-Mädchen“ und den widersprüchlichen Erwartungshaltungen, die zu Überforderung führen können.

3. Aktuelle Daten zum Ausmaß der Mädchengewalt: Es wird die statistische Entwicklung der Mädchengewalt beleuchtet und darauf hingewiesen, dass die Anstiege sowohl auf reale Delikthäufungen als auch auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft zurückzuführen sein könnten.

4. Ursachen für Mädchengewalt: Die Autorin identifiziert Familie, Selbstwahrnehmung und die Peergroup als zentrale Faktoren, wobei zwischen familiär integrierten und desintegrierten Mädchen differenziert wird.

5. Fallbeispiele: Anhand konkreter Fallstudien (Lakisha, Nalan, Ella) werden die theoretischen Erkenntnisse zu Anerkennungsstreben und Selbstschutzmechanismen illustriert.

6. Physische Gewaltausübung von Mädchen vorbeugen: Hier werden präventive Ansätze diskutiert, wie frühzeitige Kinderschutzmaßnahmen sowie die Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Stärkung von Zukunftsperspektiven.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Appell, Gewalt als Hilferuf zu begreifen und nicht bloß zu skandalisieren, um gezielte pädagogische Interventionsstrategien zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Mädchengewalt, Physische Gewalt, Jugendalter, Soziale Arbeit, Gewaltprävention, Adoleszenz, Familiäre Desintegration, Selbstwirksamkeit, Peergroup, Anerkennung, Delinquenz, Mädchenarbeit, Kinderschutz, Sozialisation, Aggression

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen physischer Gewaltausübung durch weibliche Jugendliche und analysiert die Hintergründe sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den gesellschaftlichen Anforderungen an Mädchen, den statistischen Entwicklungen der Gewaltdelikte und den psychologischen Ursachen für aggressives Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Motive der Täterinnen zu erlangen, um daraus effektive Strategien für die geschlechtsspezifische Gewaltprävention zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Informationszusammentragung und der Auswertung bestehender Fallstudien, insbesondere der von Rahel Heeg und Mirja Silkenbeumer.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Faktoren Familie, Selbstwahrnehmung und Gruppe und veranschaulicht diese durch Fallbeispiele, um anschließend präventive Maßnahmen abzuleiten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Mädchengewalt, soziale Arbeit, Prävention, Adoleszenz, Anerkennung, Selbstschutz und familiäre Sozialisation.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "familiär integrierten" und "desintegrierten" Mädchen eine so große Rolle?

Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Motive für Gewalt freilegt: Während es bei integrierten Mädchen oft um die Suche nach Anerkennung geht, steht bei desintegrierten Mädchen meist der Selbstschutz aufgrund erlebter Traumata im Vordergrund.

Welche Rolle spielt die offene Kinder- und Jugendarbeit laut der Autorin?

Die offene Arbeit wird als zentrale Stütze angesehen, da sie durch Freizeitangebote und die Arbeit in Gruppen alternative Wege zur Anerkennung bietet und verlässliche Bezugspersonen für die Jugendlichen bereitstellt.

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Details

Titel
Physische Gewaltausübung von weiblichen Jugendlichen verstehen und vorbeugen
Untertitel
Mädchen als Gewalttäterinnen
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Note
1,7
Autor
Annika Quednau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V266915
ISBN (eBook)
9783656574095
ISBN (Buch)
9783656574071
Sprache
Deutsch
Schlagworte
physische gewaltausübung jugendlichen mädchen gewalttäterinnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Quednau (Autor:in), 2013, Physische Gewaltausübung von weiblichen Jugendlichen verstehen und vorbeugen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266915
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Leseprobe aus  19  Seiten
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