Das Gavagai-Gedankenexperiment


Hausarbeit, 2011

9 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gavagai-Experiment
2.1 Anlass – die Unbestimmtheit der Urübersetzung
2.2 Durchführung
2.3 Probleme

3. Gelegenheitssätze und bleibende Sätze

4. Reizbedeutung

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren miteinander in allen erdenklichen Sprachen. Jeder von uns besitzt mehrere Wörterbücher, lernt in der Schule Fremdsprachen und belegt Sprachkurse für den Urlaub. Es gibt Sprachforscher, Fremdsprachenkorrespondenten, Dolmetscher und Wörterbuchautoren, die ihren Beruf Übersetzungen und der Verschiedenheit und Vielseitigkeit der Sprachen verdanken. Ohne die Übertragung von Inhalten aus einer Sprache in eine andere Sprache, sprich Übersetzungen, wäre jedes Land abgeschirmt. Es gäbe keinen globalen Handel und fast keine Migrationsbewegungen, weil sich niemand in fremden Ländern verständigen könnte. Übersetzungen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens eines jeden von uns. Aber wo haben sie ihren Ursprung?

Quine kritisiert in seinem Aufsatz „word and object“ die Annahme, dass Sprache in der Struktur schon vorhanden ist. Er sieht die Existenz einer Blackbox als sehr zweifelhaft an.

Als Bedeutungsskeptiker ist der Begriff der Bedeutung für ihn unklar, genauso wie die Sprache. Es gibt zu jeder noch so brillianten Übersetzung mehrere Alternativen, die sich sogar oft gegenseitig ausschließen oder nichts miteinander gemeinsam haben.

Deswegen arbeitet er in seinem Aufsatz nicht mit Begriffen, um andere Begriffe zu erklären, sondern mit einem Gedankenexperiment, dem „Gavagai-Experiment“, um das es in meiner Hausarbeit geht. Es soll zeigen, dass es nicht gelingen kann, einer vollkommen fremden Sprache eine eindeutige Bedeutung zuzuteilen. Im Folgenden will ich die Schritte, die zu Quines These der Unbestimmtheit der Urübersetzung führen, erläutern.

2. Das Gavagai-Experiment

2.1 Anlass – die Unbestimmtheit der Urübersetzung

Quine stellt das Gavagai-Gedankenexperiment an, um die Probleme einer radikalen Übersetzung aufzuzeigen und verweist damit auf das Prinzip der Unbestimmtheit der Übersetzung. Quine will also Kritik am Bedeutungsbegriff ausüben, denn auch zwei Sprecher der gleichen Sprache müssen die Worte nicht zwangsläufig gleich auffassen. Als Hörer schreiben wir dem Sprecher unvermeidbar Intentionen und Überzeugungen zu. Wir verlassen uns also im Endeffekt doch nur auf unser eigenes Verstehen.

Aufgrund dieser Begebenheiten gelangt Quine zu der Überzeugung, dass es Sinnesreize sein müssen, auf die wir uns zum Verstehen von Äußerungen verlassen können.

2.2 Durchführung

Bei dem Gavagai-Experiment nimmt Quine die Ausgangssituation an, dass ein Sprachforscher zu einem völlig fremden Volk geht. Es gibt weder Wörterbücher, noch Dolmetscher. Die Sprache ist auch nicht ähnlich zu einer Sprache, die der Forscher kennt. Es ist wichtig, dass der Sprachforscher bei null anfangen muss. Er kennt ebenso wenig, wie die Sprache, die Gewohnheiten und Sitten des Volkes. So kann er auch Gesten nicht eindeutig zuordnen.

Wir stellen uns nun folgende Situation vor: der Sprachforscher beobachtet einen Ureinwohner, während ein Kaninchen vorbei hoppelt. Daraufhin sagt der Ureinwohner „Gavagai“. Der Sprachforscher wird sich vorläufig und intuitiv „Gavagai“ als „Kaninchen“ notieren. Allerdings ist es zu diesem Zeitpunkt sehr gut möglich, dass der Ureinwohner etwas sagte wie „Tier“, „weißes Kaninchen“ oder „mein Kopf juckt“. Auch könnte der Ureinwohner das Kaninchen gar nicht gesehen haben.

Daher muss der Sprachforscher weiter beobachten und versuchen das Verhalten des Ureinwohners in möglichst vielen Situationen zu untersuchen. Er muss außerdem sicherstellen, dass der Ureinwohner bei seiner Aussage dem gleichen Reiz ausgesetzt ist wie der Sprachforscher.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Das Gavagai-Gedankenexperiment
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Quine
Note
3,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V266965
ISBN (eBook)
9783656568162
ISBN (Buch)
9783656568148
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gavagai-gedankenexperiment
Arbeit zitieren
Tamara Mödersheim (Autor), 2011, Das Gavagai-Gedankenexperiment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266965

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