In Erst in den 70èr Jahren, mit Beginn des wirtschaftlichen (konjunkturellen) Aufschwunges faßten die Frauen in der Berufswelt wieder Fuß und wurden vermehrt erwerbstätig. Auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit (ca. 3,7 Millionen) ist heutzutage wiederum eine Kehrtwende zu beobachten. Sah man die Frau einst in Arbeitskleigung oder als Karrierefrau gut gestylt, so wird uns heute die Frau (werbewirksam) daheim am Herd oder kinderversorgend im Fernsehen, auf Plakaten oder in Zeitschriften präsentiert.
Die Richtung ist eindeutig, doch ob die selbständige und selbstbewußte (emanzipierte) Frau von heute dieses mit sich machen läßt, bleibt abzuwarten. Die spezielle Arbeitsmarktproblematik, denen die Frauen heutzutage mit ihren familiären-, wirtschaftlichen- und gesellschaftspolitischen Folgen gegenüberstehen, sollen im Rahmen dieser Arbeit dargestellt werden. Über einen kleinen geschichtlichen Abriß zur Erwerbstätigkeit der Frauen in der Einleitung, führt diese Arbeit im ersten Abschnitt über die allgemeine Arbeitsmarktsituation (Bestandsaufnahme) mit all ihrer Proble-matik im zweiten Abschnitt zur häuslichen Situation der berufstätigen Frauen. Hier wird auf die Entwicklung, die familiäre Förderung sowie die familiären Barrieren und auf die staatlichen Einflüsse auf die Frau eingegangen. Die der Frau zur Verfü-gung stehenden Arbeitsbereiche werden im 4 Abschnitt erläutert. Der fünfte und letzte Abschnitt, bevor eine Schlußbetrachtung folgt, vermittelt die berufliche Situation der Frauen, ihre beruflichen Aufstiegschancen und einen kleinen Zukunftsausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Situation
2.1 Allgemeine Arbeitslosigkeit
2.2 Wiedereingliederung
2.3 Arbeitsmarktpolitik
3 Häusliche Situation
3.1 Weibliche Jugendliche
3.2 Familiäre Barrieren
3.3 Familienpolitik
4 Arbeitsbereiche
4.1 Tätigkeitsfelder
4.2 Teilzeitarbeit
4.3 Telearbeit
5 Berufliche Situation
5.1 Berufstätige Frauen
5.2 Berufliche Aufstiegschancen
5.3 Zukunftsaussichten
6 Schlußbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die spezifische Arbeitsmarktproblematik für Frauen im Kontext von familiären, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Faktoren. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Benachteiligungen aufzuzeigen und die Auswirkungen traditioneller Rollenbilder sowie aktueller arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Frauenrolle und Erwerbstätigkeit
- Einfluss der familiären Situation und gesellschaftlicher Barrieren
- Analyse frauenspezifischer Arbeitsbereiche und Beschäftigungsformen
- Diskussion über Aufstiegschancen und berufliche Zukunftsperspektiven
- Bewertung arbeitsmarktpolitischer Ansätze zur Frauenförderung
Auszug aus dem Buch
3.1 Weibliche Jugendliche
Die Weichenstellung der beruflicher Segregation erfolgen bereits im innerfamiliären Prozeß, lange bevor es zur Berufsausbildung kommt. Die hier getroffenen Entscheidungen, wer die Familien-, Erziehungs- und Pflegearbeit mit welcher Selbstverständlichkeit übernimmt, prägen das Berufsinteresse vor. D.h. diese gesellschaftliche Rollenverteilung schlägt sich bereits bei der Wahl der Berufsausbildung bzw. bei den angebotenen Lehrstellen nieder. Bereits hier wird eine geschlechtsspezifische Klassifizierung vorgenommen.
Verschiedene Studien zeigen, daß weibliche Jugendliche trotz guter bzw. sehr guter schulischer Leistungen, auf dem Arbeitsmarktauch noch heutzutage benachteiligt sind. Ihnen stehen nur wenige Branchen offen, um ihre Ausbildung zu absolvieren, die wiederum mit einer niedrigeren Ausbildungszeit sowie mit einer deutlich niedrigeren Entgeltung verbunden sind. Sie arbeiten überwiegend wie bereits ihre Omas, Mütter und Tanten im Dienstleistungsbereich, da ihnen aufgrund der gesellschaftlichen Rollenverteilung nur zu selten andere Alternativen gezeigt bzw. geboten werden. Andere wiederum, ca. 10 Prozent der weiblichen Jugendlichen erlernen nach wie vor erst gar keinen Beruf, sondern wechseln vom Elternhaus gleich in ein eigenes Familienleben über. Und nur selten sind weibliche Jugendliche in technischen bzw. technologischen Berufen anzutreffen. Diese Einschränkung weiblicher Jugendlicher macht die Identitätsfindung, den Wunsch nach Unabhängigkeit, Eigenständigkeit, dem Ausprobieren usw. so gut wie unmöglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Erwerbstätigkeit von Frauen und skizziert die Relevanz der speziellen Arbeitsmarktproblematik im Wandel der gesellschaftlichen Werte.
2 Allgemeine Situation: Dieses Kapitel analysiert die allgemeine Arbeitslosigkeit, die Herausforderungen bei der Wiedereingliederung nach Auszeiten sowie die Rolle staatlicher Arbeitsmarktpolitik.
3 Häusliche Situation: Hier werden die innerfamiliären Prägungen, die Schwierigkeiten für weibliche Jugendliche bei der Berufswahl sowie familiäre Barrieren und die Bedeutung der Familienpolitik untersucht.
4 Arbeitsbereiche: Das Kapitel widmet sich den typischen Tätigkeitsfeldern von Frauen, der Zunahme von Teilzeitbeschäftigung sowie der Telearbeit als neue, aber ambivalente Arbeitsform.
5 Berufliche Situation: Es wird die berufliche Realität erwerbstätiger Frauen, deren Aufstiegschancen und die Zukunftsaussichten unter Berücksichtigung struktureller Veränderungen beleuchtet.
6 Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf den notwendigen Wandel der Arbeitswelt zur Förderung einer tatsächlichen Gleichberechtigung.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktproblematik, Frauen, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Geschlechterrollen, Familienpolitik, Teilzeitarbeit, Berufstätige Frauen, Berufliche Aufstiegschancen, Telearbeit, Geschlechtsspezifische Segregation, Frauenförderung, Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die spezielle Arbeitsmarktproblematik, mit der Frauen konfrontiert sind, und untersucht die Hintergründe für die schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu Männern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Wandel der Erwerbsbeteiligung, die Auswirkungen familiärer Strukturen, frauenspezifische Arbeitsbereiche sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die vielfältigen Faktoren aufzuzeigen, die zu einer geschlechtsspezifischen Benachteiligung führen, und zu erörtern, ob politische Maßnahmen wie Frauenförderung tatsächlich zu einer nachhaltigen Gleichstellung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene soziologische und ökonomische Studien sowie statistische Daten und Rechtsgrundlagen zum Thema Arbeitsmarkt und Geschlechterverhältnis auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der allgemeinen Arbeitsmarktsituation, der häuslichen Ausgangslage für Frauen, der bevorzugten Tätigkeitsbereiche sowie der spezifischen beruflichen Situation und Zukunftsperspektiven.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Erwerbsbeteiligung, geschlechtsspezifische Segregation, Teilzeitbeschäftigung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Strukturwandel.
Wie beeinflussen familiäre Barrieren die berufliche Laufbahn von Frauen?
Die Arbeit zeigt, dass traditionelle Rollenverteilungen, mangelnde Kinderbetreuung und gesellschaftliche Erwartungen an die Frau als „Hauptverantwortliche“ für den Haushalt den Einstieg und Aufstieg im Berufsleben erheblich erschweren.
Welche Rolle spielt die Telearbeit bei der zukünftigen Arbeitsorganisation für Frauen?
Telearbeit wird zwar oft als Chance zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gepriesen, die Autorin weist jedoch darauf hin, dass sie häufig ohne ausreichende soziale Absicherung erfolgt und das Risiko einer Scheinselbständigkeit birgt.
- Arbeit zitieren
- Sabine Reichert (Autor:in), 2003, Erörtern Sie die spezielle Arbeitsmarktproblematik für Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26698