Kreationismus. Darwins Antagonisten


Seminararbeit, 2010
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichni

1. Einleitung

2. Die Evolutionstheorie und der Kreationismus
2.1. Darwins Herausforderung an den Schöpfungsglauben
2.2. Darstellung verschiedener kreationistischer Ausrichtungen
2.2.1. Die Junge-Erde-Kreationisten
2.2.2. Die progressiven Kreationisten
2.2.3. Die theistischen Kreationisten

3. Selbstdarstellung als Wissenschaft - ideologische Wandlung
3.1. Die Argumentation der Kreationisten
3.2. Die Gegendarstellung der Wissenschaft

4. Das Ende des traditionellen Kreationismus
4.1. Die Entstehung des Intelligent-Design
4.2. Die irreduzible Komplexität
4.3. ideologisches Vorgehen der ID-Bewegung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit seinem Buch „ The Origin of Species “ (deutsch- die Entstehung der Arten), welches erstmals 1859 erschienen ist, stellte Charles Darwin fundamentale Vorstellungen der christlichen Welt in Frage. An Hand von wissenschaftlichen Experimenten, die er vor allem auf den Galápagos Inseln durchführte, stellte er die Hypothese einer sehr viel älteren Welt, als damals angenommen auf. Diese sei nicht statisch und auch die auf ihr lebenden Arten könnten sich mit der Zeit weiterentwickeln und entsprängen einem gemeinsamen Ursprung. Diese Evolution der Arten vollzieht sich nach Darwin unter anderem durch eine natürliche Selektion.

Während seiner naturwissenschaftlichen Studien, rechnete Charles Darwin sicherlich nicht damit, dass diese und die daraus resultierenden Ergebnisse einmal den Glauben von Millionen von Menschen auf die Probe stellen würden und die Weltanschauung der gesamten westlichen Hemisphäre verändern würden. Der wohl bedeutendste Paradigmenwechsel unseres Kulturkreises von der Schöpfungslehre hin zur Evolutionstheorie vollzog sich jedoch nur sehr langsam.

Mit der steigenden Akzeptanz der von Darwin erstellten Theorie, wurden auch die Stimmen derer lauter, die die Relativierung eines Schöpfergottes und die gemeinsame Abstammung von Mensch und Tier nicht akzeptieren konnten. Diese Gegenbewegung wird Heute allgemein als Kreationismus bezeichnet . Auch unter den Kreationisten selbst gibt es unterschiedliche, oftmals instrumentationstechnisch weit voneinander entfernte Lager. Um einen Überblick über die Vielfalt kreationistischer Gruppen zu geben, werden im Folgenden drei dieser Ausrichtungen vorgestellt.

Klassischerweise halten Kreationisten auf fundamentalistisch-orthodoxe Weise an der wörtlichen Auslegung des 1. Buch Mose, dem Buch Genesis fest. Hierbei wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass diese antievolutionistische Bewegung nicht von Kirchen sondern von individuellen Personen und interkonfessionellen Organisationen angeführt wird. Von den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Debatte, ist eine ideologische Weiterentwicklung der kreationistischen Argumente zu datieren. Bestanden diese Anfangs aus einer reinen Verteidigung der Schöpfungslehre und einer damit verbundenen Ächtung der Evolutionstheorie, so entfernten sie sich ab den siebziger Jahren immer mehr von der Bibel und versuchten unter dem Begriff des Scientific Creationism eine Art Wissenschaftlichkeit anzunehmen.

Doch wie sieht dieser Scientific Creationism aus? Welche Argumente verwenden die Kreationisten um sich selbst als Wissenschaft darzustellen? Und kann eine auf einer religiösen Doktrin basierende Theorie überhaupt wissenschaftlichen Ansprüchen genügen? Da das Hauptargument dieser Bewegung die Falsifizierbarkeit von Theorien nach Karl Popper ist, wird sich diese Arbeit vor allem mit der Reaktion der Kreationisten auf Darwins Theorie beschäftigen und die Selbstdarstellung des Scientific Creationism, mit den Maßstäben der Wissenschaft vergleichen.

Zuletzt wird ein Ausblick auf die letzte Entwicklung kreationistischer Ideologie gegeben die derzeitig die Intelligent Design (kurz ID) Bewegung darstellt. Diese will sich vollkommen von der Bibel gelöst haben und hat Anhänger verschiedener Konfessionen. Letztendlich wird zu sehen sein, wie stark die Argumente der Kreationisten Gewicht tragen und ob sie sich zurecht als wissenschaftlich bezeichnen.

2. Die Evolutionstheorie und der Kreationismus

2.1. Darwins Herausforderung an den Schöpfungsglauben

Spricht man von Charles Darwin, seiner Evolutionstheorie und dem damit verbunden Paradigmenwechsel, wird es gerne so dargestellt als habe der Naturwissenschaftler gezielt nach einem Weg gesucht, um die christliche Weltanschauung zu stützen. Doch dies ist eine Fehlannahme. Darwin, der im Februar 1809 in Shrewsbury, England geboren wurde war Anfangs orthodoxer Christ und zweifelte keineswegs an der wörtlichen Auslegung der Bibel, er studierte sogar Theologie in Camebridge. (Mayr 1995, 17; 28) Erst seine fünfjährige Weltreise in den dreißiger Jahren, in der die Erkenntnisse für seine Theorie heranreiften, ließ ihn an seinem Glauben zweifeln (Jeßberger 1990, 35). Mit dem Tod seiner zehnjährigen Tochter 1851 entsagte er diesem vollkommen (Mayr 1995, 31) Sein Buch „the origin of species“, war mit einer 1. Auflage von 1250 Stück, innerhalb von einem Tag ausverkauft (Jeßberger 1990, 35). Obwohl rund fünfzehn Jahre später ein Großteil der Biologen Darwins Theorien anerkannt hatten, erfuhr der Naturwissenschaftler von großen Teilen der Öffentlichkeit dennoch einen erbitterten Widerstand. Denn mit seiner Theorie stellte er grundlegende Glaubenselemente des christlichen Dogmas in Frage (Mayr 1995, 42; 61).[1]

„1. Der Glaube an eine unveränderliche Welt.(...) 2. Der Glaube an eine Erschaffung der Welt.(...) 3. Der Glaube an eine Welt, die von einem weisen und gütigen Schöpfer geplant worden war.(...) 4. Der Glaube an die einzigartige Stellung des Menschen in der Schöpfung.“ (Mayr 1995,61)

2.2. Darstellung verschiedener kreationistischer Ausrichtungen

Wie bereits in der Einleitung angedeutet sind nicht die Kirchen Initiatoren und Anführer der kreationistischen Bewegung. Im Gegenteil: Bereits im Jahre 1950 definierte der damalige Papst Pius der Zwölfte die Evolutionstheorie in seiner Enzyklia „ Humani Generis “, als Ernst zu nehmende Hypothese, die es verdiene genauer untersucht und bedacht zu werden. Sechsundvierzig Jahre später im Oktober ´96 akzeptierte die katholische Kirche die von Darwin erstellte Theorie. Papst Johannes Paul der Zweite erkannte alle materiellen Beweise an, doch wollte er diese von rein spirituellen Punkten getrennt behandeln. So sah er ein, dass der menschliche Körper seinen Ursprung in belebter Materie habe die schon vor ihm existiere, doch sei der Geist des Menschen ein reines Produkt Gottes. Des weiteren definierte er „Evolution als von Gott geleitete Kausalkette“ (Kutschera 2004, 103ff.).

Kreationismus beschränkt sich nicht nur auf die christliche Religion und den Schöpfungsglauben, doch sind es hauptsächlich Evangelikale[2], die sich großflächig organisieren um gegen die Evolutionstheorie anzugehen (Alters 1999, 103) Im Folgenden werden einige Gruppierungen beispielhaft vorgestellt.

2.2.1. Die Junge-Erde-Kreationisten

Die Junge-Erde-Kreationisten, auch „Literalists“ genannt, sind die traditionelle Form des Kreationismus. Sie vertreten die wörtliche Auslegung eines Großteils der Bibel, vor allem des Buches Genesis, in dessen ersten beiden Kapiteln, die Schöpfung der Erde durch Gott beschrieben wird. In Folge dessen sind sie der Meinung alle sechs Schöpfungstage seien tatsächlich natürliche Sonnentage gewesen. Auch was das Erdalter betrifft berufen sie sich auf die Bibel, nach der die Erde ein Alter von circa vier bis zehn Tausend Jahren beträgt (Alters 1999, 104). Evolution wird von ihnen vollkommen abgelehnt. Sie sagen, die Lebewesen seien von Gott so geschaffen wurden, wie wir sie noch Heute auffinden, oder aus Grundtypen in weniger als Zehntausend Jahren entstanden. Des weiteren sind sie der Meinung alle geologischen Ablagerungen wie auch Fossile, seien durch die in der Bibel beschriebene Sintflut oder kurz danach entstanden (Hemminger 2007.

[...]


[1] Für Hintergrundinformationen zu der Person Darwin und seiner Evolutionstheorie siehe u.a.: Mayr, Ernst: Und Darwin hat doch Recht; Altner, Günther: Charles Darwin-und die Dynamik der Schöpfung sowie Darwins eigene Werke u.a.: Die Entstehung der Arten; Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl.

[2] Vertreter des Evangelikalismus berufen sich auf die Bibel, als fundamentale und nicht irrende Autorität christlichen Glaubens (Alters 1999, 103).

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Kreationismus. Darwins Antagonisten
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Wissenschaftsgeschichte
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V267001
ISBN (eBook)
9783656573579
ISBN (Buch)
9783656573555
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreationismus, Kreationisten, Darwin, Intelligent Design, Scientic Creationism
Arbeit zitieren
Kira Gehrmann (Autor), 2010, Kreationismus. Darwins Antagonisten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267001

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