Diese Seminararbeit des Masterstudiengangs Wirtschaft und Recht beschäftigt sich mit der Vermögensstruktur des privaten und institutionellen Bereichs in Europa. Allgemein gilt Europa als sehr vermögend. Dennoch gibt es hier starke Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern, die besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Euro-Schuldenkrise zu Tage treten. Es sollen die landestypischen Vermögensunterschiede herausgearbeitet werden. Näher thematisiert werden vor allem die gravierenden Unterschiede hinsichtlich der Vermögensstruktur in Westeuropa und Osteuropa.
Bei der Themenbearbeitung wurden unter anderem Vermögensberichte von fünf verschiedenen Unternehmen ausgewertet:
- „Allianz Global Wealth Report 2012“
- „Global Wealth 2012“ der Boston Consulting Group
- „World Wealth Report 2012“ von Capgemini und RBC Wealth Management
- „Global Wealth Report 2011“ der Credit Suisse AG und
- “The Wealth Report 2012” von Knight Frank und Citi Private Bank.
Zum Einstieg werden im ersten Kapitel Begriffe rund um Vermögen und Vermögensverteilung geklärt. Betrachtet werden insbesondere die Arten und Einflussfaktoren von Vermögen, die historische Vermögensentwicklung in Europa und der Gini-Koeffizient als Verteilungsmaß.
In den Kapiteln 2 und 3 wird ausführlich auf das private und institutionelle Vermögen eingegangen. Kapitel 2 erläutert die Vermögenspyramide, die Verteilung des Geldes auf die Vermögensklassen, insbesondere in Immobilienvermögen, sowie die Sparquoten und Verschuldung der privaten Haushalte. Außerdem werden die Vermögensstruktur in West- und Osteuropa sowie die europäischen Millionäre thematisiert. In Kapitel 3 werden institutionelle Investoren und deren Vermögen vorgestellt. Dabei werden die Entwicklung und die Struktur dieses Vermögens beleuchtet.
Das vierte Kapitel zeigt das Vermögen Europas im internationalen Vergleich.
Abschließend wird in Kapitel 5 ein Ausblick auf aktuelle und mögliche künftige Entwicklungen des Vermögens in Europa gegeben.
Viel Vergnügen beim Lesen!
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK DER VERMÖGENSVERTEILUNG IN EUROPA
1.1 Definition Vermögen und Vermögensverteilung
1.2 Vermögensarten
1.3 Einflussfaktoren auf das Vermögen
1.4 Historische Entwicklung des Wohlstands in Europa
1.5 Gini-Koeffizient als Maßzahl für die Verteilungsgleichheit
1.5.1 Bedeutung des Gini-Koeffizienten
1.5.2 Liste europäischer Länder nach Vermögensverteilung anhand des Gini-Index
2 STRUKTUR DES PRIVATEN VERMÖGENS IN EUROPA
2.1 Die Vermögenspyramide
2.2 Zusammensetzung des privaten Vermögens
2.2.1 Sparquote, Vermögensklassen und Verschuldung
2.2.2 Bedeutung des Immobilienvermögens
2.2.3 West-Europa
2.2.4 Ost-Europa
2.3 Millionäre in Europa
3 STRUKTUR DES INSTITUTIONELLEN VERMÖGENS IN EUROPA
3.1 Institutionelle Investoren
3.2 Entwicklung des institutionellen Vermögens
3.3 Verteilung des institutionellen Vermögens
4 DAS VERMÖGEN EUROPAS IM INTERNATIONALEN VERGLEICH
5 AUSBLICK AUF DIE KÜNFTIGE VERMÖGENSENTWICKLUNG IN EUROPA
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Strukturen des privaten und institutionellen Vermögens innerhalb Europas zu analysieren, wobei insbesondere die Divergenzen zwischen West- und Osteuropa vor dem Hintergrund makroökonomischer Ereignisse wie der Euro-Schuldenkrise beleuchtet werden.
- Analyse der privaten Vermögensbildung und Einflussfaktoren auf den Wohlstand.
- Untersuchung der Vermögensverteilung mittels des Gini-Koeffizienten.
- Vergleich der Sparmentalität und Verschuldung in europäischen Haushalten.
- Strukturierung und Entwicklung des institutionellen Vermögens europäischer Investoren.
- Internationaler Vergleich der Vermögensentwicklung Europas.
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition Vermögen und Vermögensverteilung
Das Vermögen stellt die Summe aller Güter und Ansprüche auf Güter dar und leistet einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen Wohlfahrt. Vermögen sind in Geld bewertbare Güter und Rechte, z.B. Bargeld, Forderungen, Wertpapiere oder Grundeigentum, und zwar einer Person, eines Unternehmens, aller privaten Haushalte, des Unternehmenssektors, des Staates oder der Volkswirtschaft. Vermögenszuwachs ergibt sich aus den Ersparnissen, d.h. den nicht verbrauchten Teilen des Einkommens. Im Unterschied zum Einkommen ist das Vermögen eine Bestandsgröße. Schulden bilden eine Belastung des Vermögens.
Das Vermögen der privaten Haushalte setzt sich aus dem Sachvermögen, Grundeigentum im In- und Ausland, Beteiligungsvermögen und dem Gebrauchsvermögen zusammen. Zum Gebrauchsvermögen zählen unter anderem Gold, Schmuck, wertvolle Sammlungen, Hausrat und Kraftfahrzeuge. Neben dem Sachvermögen zählt auch Geldvermögen in Form von Forderungen gegenüber dem Staat, Unternehmen, Finanzinstitutionen und dem Ausland zum Vermögen der privaten Haushalte. Eine weitere Komponente ist das Beteiligungsvermögen. Dieses ist gekennzeichnet durch börsengehandelte Aktien oder Betriebsvermögen im In- und Ausland. Alle genannten Komponenten stellen das Bruttovermögen der privaten Haushalte dar, welchen Verbindlichkeiten wie Hypotheken oder Konsumentenkredite gegenüberstehen. Der Saldo von Bruttovermögen und Verbindlichkeiten ergibt das Nettovermögen des Haushaltssektors.
Das Vermögen einer offenen Volkswirtschaft wird von den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck, dem Staat, den privaten Haushalten und dem Ausland gehalten. Hier kann man bei der Ermittlung zwischen dem Inlandskonzept und dem Inländerkonzept unterscheiden. Beim Inlandskonzept wird das Volksvermögen innerhalb der Landesgrenzen gezählt, beim Inländerkonzept hingegen wird das Vermögen der in einem Land Ansässigen berücksichtigt.
Vermögensverteilung ist die Aufteilung des Volksvermögens auf die Bevölkerung. Das Vermögen ist in der Regel ungleich verteilt. Die Vermögensverteilung ist eng mit der Einkommensverteilung verbunden, denn die Möglichkeit zur Vermögensbildung ist entscheidend von der Einkommenshöhe abhängig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK DER VERMÖGENSVERTEILUNG IN EUROPA: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Vermögen und Vermögensverteilung, analysiert Einflussfaktoren wie staatliche Systeme oder Wirtschaftskrisen und nutzt den Gini-Koeffizienten zur Messung der Verteilungsgleichheit.
2 STRUKTUR DES PRIVATEN VERMÖGENS IN EUROPA: Hier werden die Zusammensetzung des Privatvermögens, die Rolle der Immobilien, das Sparverhalten der Haushalte sowie die Situation der Millionäre in Europa detailliert untersucht.
3 STRUKTUR DES INSTITUTIONELLEN VERMÖGENS IN EUROPA: Das Kapitel befasst sich mit institutionellen Investoren, ihrer Entwicklung und der Art und Weise, wie diese ihr Kapital in verschiedenen europäischen Ländern anlegen.
4 DAS VERMÖGEN EUROPAS IM INTERNATIONALEN VERGLEICH: Dieser Teil setzt das europäische Vermögen in Relation zum globalen Kontext und betrachtet die Wachstumsraten im Vergleich zu anderen Weltregionen.
5 AUSBLICK AUF DIE KÜNFTIGE VERMÖGENSENTWICKLUNG IN EUROPA: Der Abschluss gibt eine Einschätzung über die künftigen Trends der Vermögensbildung unter Berücksichtigung von Inflation und neuen Investitionsstrategien.
Schlüsselwörter
Vermögensstruktur, Vermögensverteilung, Gini-Koeffizient, Finanzvermögen, Immobilienvermögen, Sparquote, Verschuldung, institutionelle Investoren, Haushaltseinkommen, Euro-Schuldenkrise, Geldvermögen, Anlagestrategie, Wohlstand, Staatsfonds, Inflation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Struktur des privaten und institutionellen Vermögens in Europa und untersucht, wie dieses über verschiedene Regionen und Bevölkerungsschichten verteilt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Schwerpunkte sind die Definition von Vermögen, die Auswirkungen ökonomischer Krisen auf die Vermögensbildung, das Sparverhalten der Haushalte sowie die Anlagepraxis institutioneller Investoren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die landestypischen Unterschiede in der Vermögensstruktur Europas herauszuarbeiten, insbesondere unter Berücksichtigung der Divergenz zwischen West- und Osteuropa.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die eine Vielzahl an Vermögensberichten namhafter Institutionen (wie Allianz, Boston Consulting Group, Credit Suisse) sowie statistische Daten der OECD und Eurostat auswertet.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil wird detailliert zwischen privatem und institutionellem Vermögen unterschieden, wobei Sparquoten, Immobilienanteile, Verschuldungsgrade und die spezifischen Anlagestrategien der Institutionen betrachtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vermögensverteilung, Gini-Index, institutionelle Investoren, Sparquote und Finanzkrise charakterisiert.
Warum spielt der Gini-Koeffizient in der Arbeit eine so große Rolle?
Er dient als wissenschaftliche Maßzahl, um die Ungleichheit der Einkommens- und damit indirekt der Vermögensverteilung innerhalb der einzelnen europäischen Staaten vergleichbar zu machen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich des Sparens in Europa?
Die Arbeit stellt fest, dass das klassische Sparbuch aufgrund niedriger Realzinsen an Attraktivität verloren hat, was Anleger dazu zwingt, verstärkt in Sachwerte wie Immobilien oder Gold zu investieren.
Wie unterscheidet sich das institutionelle Vermögen vom privaten Vermögen?
Während das private Vermögen stark durch Haushaltsentscheidungen und Immobilienbesitz geprägt ist, zeichnet sich das institutionelle Vermögen durch eine hochprofessionelle Bündelung von Kapital durch Akteure wie Versicherungen und Pensionskassen aus.
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- B.A. Katja Klotz (Author), 2012, Struktur des privaten und institutionellen Vermögens in Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267006