Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Romance Studies - Spanish Studies

Die romaneske Struktur des Abenteuers in "La gitanilla"

Title: Die romaneske Struktur des Abenteuers in "La gitanilla"

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Laura Weyand (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

La gitanilla. Nachdem ich Bachtins Theorie des Chronotopos kurz erläutert habe, werde ich versuchen, Bachtins Theorie auf die Novelle La gitanilla aus Cervantes' Novelas Ejemplares anzuwenden. Konkret werde ich überprüfen, ob und in welcher Weise
die von Bachtin als Abenteuerzeit und Chronotopos des Weges mit dem Motiv der
Begegnung bezeichneten Phänomene in La gitanilla vorliegen. Im Anschluss daran wird
das strukturalistisch-semiotische Raummodell Lotmans kontrastierend zu Bachtins
Konzept dargestellt und auf die Erzählung bezogen. Abschließend werden die Ergebnisse
noch einmal zusammengefasst sowie ein Ausblick auf weitere interessante
Interpretationsansätze gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das romaneske Erzählen

3. Begrifflichkeit des Chronotopos

3.1. Der Chronotopos des Weges

3.2. Begriff des Abenteuers sowie der Abenteuerzeit

4. Formen des Chronotopos und der Abenteuerzeit in La gitanilla

5. Raumsemantik nach Lotman

6. Raumsemantik nach Lotman in La gitanilla

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Novelle "La gitanilla" von Miguel de Cervantes vor dem Hintergrund der Chronotopos-Theorie von Michail Bachtin sowie der raumsemantischen Ansätze von Juri M. Lotman. Das primäre Ziel besteht darin, zu analysieren, inwiefern die Erzählung den klassischen Merkmalen des Abenteuerromans entspricht, diese modifiziert oder gar umkehrt.

  • Anwendung der Chronotopos-Theorie auf die Novelle La gitanilla
  • Untersuchung der Abenteuerzeit und ihrer Aufschubstruktur
  • Kontrastierung mit Lotmans strukturalistisch-semiotischem Raummodell
  • Analyse von Identitätskonstruktionen und sozialen Schichtwechseln
  • Reflexion über die kritische Dimension des Cervantes'schen Werks

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Chronotopos des Weges

Der Weg ist ein räumliches Phänomen, das vor allem durch die Zeit definiert wird. Ein Weg hat nur einen Sinn, wenn er begangen wird. Das Begehen des Weges bringt hier die zeitliche Komponente ins Spiel. Ein Ortswechsel durch einen Weg kann in einer bestimmten Zeit möglich sein. Bachtin selbst veranschaulicht den Begriff des Chronotopos des Weges durch die Metapher des Lebensweges. In ihr wird etwas Zeitliches, die vergangene Lebenszeit, durch etwas Räumliches, den begangenen Weg, ausgedrückt. Die Vorstellung von der gelebten Zeit wird praktisch auf den Raum übertragen und dadurch konkretisiert:

Die Zeit gießt sich hier gleichsam in den Raum und fließt durch ihn hindurch (wobei sie Wege entstehen läßt), was sich in den zahlreichen Metaphern des Weges und der Straße niedergeschlagen hat: ,der Lebensweg‘, ‘einen neuen Weg beschreiten‘, ‘der geschichtliche Weg‘ usw.; die Metaphorisierung des Weges ist vielfältig und vielschichtig, doch ihr eigentliches Kernstück ist der Strom der Zeit.

Ein wichtiges Motiv des Chronotopos des Weges ist das Motiv der Begegnung, das eine sujetbildende Funktion aufweist. „In allen Begegnungen ist [...] die zeitliche Bestimmung (»zu ein und derselben Zeit«) nicht zu trennen von der räumlichen Bestimmung (»an ein und demselben Ort«)“. Diese Begegnungen sind oft entscheidende Momente für die Handlung. Begegnungen können Abenteuer entstehen lassen und haben somit natürlich eine zentrale Funktion für den Abenteuerroman. Man kann also sagen, dass der Weg der Punkt ist, „von dem aus die Ereignisse ihren Anfang nehmen, und der Ort, an dem sie vonstattengehen.“ Abschließend lässt sich sagen, dass der Chronotopos des Weges ein wichtiges „Organisationszentrum der grundlegenden Sujetereignisse des Romans“ bildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsintention, Cervantes als Begründer der spanischen Novelle zu würdigen und die Exemplarität seiner Werke zu hinterfragen.

2. Das romaneske Erzählen: Definition der Romaneske als Vorform des Romans sowie Zusammenfassung der Handlung von "La gitanilla" als abenteuerliche Liebesgeschichte.

3. Begrifflichkeit des Chronotopos: Theoretische Einführung in Bachtins Raum-Zeit-Konzepte, insbesondere den Chronotopos des Weges und die Charakteristika der Abenteuerzeit.

4. Formen des Chronotopos und der Abenteuerzeit in La gitanilla: Anwendung der Bachtin'schen Kategorien auf die Novelle, wobei die Abweichungen durch die emanzipierte Figur der Preciosa hervorgehoben werden.

5. Raumsemantik nach Lotman: Darstellung des strukturalistisch-semiotischen Modells von Juri M. Lotman, das den Fokus auf Grenzüberschreitungen zwischen semantischen Feldern legt.

6. Raumsemantik nach Lotman in La gitanilla: Analyse der Novelle anhand von Lotmans Modell, wobei die Grenzüberschreitungen zwischen den sozialen Räumen Stadt und Land bzw. Adel und Zigeunern untersucht werden.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Cervantes die klassischen Schemata aufgreift, aber durch eine "vergiftete Restitution" und gesellschaftliche Kritik ironisch transformiert.

Schlüsselwörter

La gitanilla, Miguel de Cervantes, Chronotopos, Abenteuerzeit, Michail Bachtin, Juri M. Lotman, Raumsemantik, Romaneske, Grenzüberschreitung, Identität, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft, Novellistik, Novelas ejemplares.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Struktur der Novelle "La gitanilla" von Miguel de Cervantes unter Verwendung literaturtheoretischer Konzepte von Michail Bachtin und Juri M. Lotman.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Chronotopos, die raumsemantische Analyse von Sujets sowie die Frage nach der literarischen Gattungszugehörigkeit der Novelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und in welcher Weise Cervantes in seiner Novelle "La gitanilla" die klassischen Muster des Abenteuerromans übernimmt oder sie im Sinne einer eigenen, ironischen Erzählhaltung subvertiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?

Es wird eine strukturalistische und semiotische Textanalyse durchgeführt, die Bachtins Zeit-Raum-Theorie mit Lotmans Modell der Grenzüberschreitung in semantischen Feldern kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Chronotopos und Raumsemantik sowie deren konkrete Anwendung auf die Handlungsstränge, Identitätswechsel und Raumwechsel der Protagonisten in "La gitanilla".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Chronotopos, Abenteuerzeit, Raumsemantik, Grenzüberschreitung, "La gitanilla", Cervantes, Romaneske und gesellschaftliche Ordnung.

Wie bewertet die Autorin das Ende der Novelle?

Die Autorin interpretiert das Ende als eine "vergiftete Restitution", bei der zwar scheinbar die alte Ordnung wiederhergestellt wird, Cervantes jedoch unterschwellig Kritik an der korrupten Gesellschaftsstruktur übt.

Welche Rolle spielt die Figur der Preciosa für die Chronotopos-Analyse?

Preciosa wird als emanzipierte und subversive Figur identifiziert, die das klassische Frauenbild der damaligen Zeit herausfordert und somit maßgeblich dazu beiträgt, das starre Schema der Abenteuerzeit zu durchbrechen.

Warum wird das Motiv des Geldes in der Arbeit erwähnt?

Das Geld fungiert als wichtiger Indikator für Machtverhältnisse und den Ausschluss oder die Einordnung der Charaktere in das gesellschaftliche Gefüge, was in der Arbeit in Bezug auf Preciosas wirtschaftliche Marginalisierung diskutiert wird.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Die romaneske Struktur des Abenteuers in "La gitanilla"
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Laura Weyand (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V267017
ISBN (eBook)
9783656577768
ISBN (Book)
9783656577713
Language
German
Tags
struktur abenteuers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Weyand (Author), 2011, Die romaneske Struktur des Abenteuers in "La gitanilla", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267017
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint