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Das Frauenideal im grimmschen Märchen. Unbewusste Beeinflussung der Kinder?

Kinder und Jugendliteratur in der Pädagogik

Title: Das Frauenideal im grimmschen Märchen. Unbewusste Beeinflussung der Kinder?

Essay , 2013 , 7 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carolin Schwarz (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Was macht Märchen zu einer Werbefläche für das klassische Frauenideal? Was ist das klassische Frauenideal? Wo kommt es her? Dieses Essay widmet sich diesen Fragen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der Märchen

3. Gesellschaftlicher Wandel zur Zeit der Brüder Grimm

4. Das bürgerliche Frauenideal im 19. Jahrhundert

5. Die Stiefmutter als negative Projektionsfläche

6. Märchen als Erziehungsmittel und ihre heutige Bedeutung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauen- und Mutterbild in den Märchen der Brüder Grimm vor dem historischen Hintergrund des 19. Jahrhunderts und analysiert, inwiefern diese traditionellen Rollenbilder eine pädagogische Relevanz für die heutige Kindererziehung besitzen.

  • Historischer Kontext der Märchenentstehung im 19. Jahrhundert
  • Konstruktion des bürgerlichen Frauenideals (Mutter- und Gattinrolle)
  • Die Figur der Stiefmutter als Gegenentwurf zum Idealbild
  • Märchen als didaktisches Instrument und Werbeträger für bürgerliche Werte
  • Einfluss von Märchenbotschaften auf die kindliche Entwicklung im modernen Kontext

Auszug aus dem Buch

Die Stiefmutter als negative Projektionsfläche

In den grimmschen Märchen gibt es eine ganze Kaskade an bösen Stiefmüttern, leibliche Mütter stehen eher selten im Vordergrund. Das Märchen vom Schneewittchen ist wie kein anderes geprägt von der Konkurrenz zwischen zwei Frauen. Gerade diese Erzählung erfreute sich in den letzten Jahren eines großen Interesses. Es gab einige neue Verfilmungen des Stoffes. Und immer wieder wird besonders die Konkurrenz zwischen dem eher naiven Schneewittchen und der bösen, machtbesessenen Königin herausgearbeitet. Die beiden stehen jedoch in einem Verhältnis zueinander, sie bilden eine Familie. Die Königin ist ebenso die Stiefmutter des Mädchens und damit sollte sie eigentlich das Kind lieben und beschützen, doch stattdessen trachte sie ihm nach dem Leben. Sie handelt also gegen das bürgerliche Frauenideal. Der Vater spielt hier keine Rolle. Es lassen sich zum Vater/ König keine Aussagen treffen, weder im Bezug auf Schneewittchen, ihre Mutter oder Stiefmutter.

Die Königin/ Stiefmutter wird im Märchen als schön aber auch übermütig beschrieben. Sie wird ständig gequält von der Frage nach ihrer Schönheit. Aber warum will sie die Schönste sein? Um dem König zu gefallen? Wohl eher nicht. An keiner Stelle wird etwas dieser Art erwähnt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Schönheit ihre Möglichkeit ist Macht zu erhalten. Daher muss die Königin immer daran interessiert sein ihre Schönheit zu erhalten. Aus diesem Blickwinkel ist der Hass auf das Schneewittchen nicht weiter verwunderlich. Sie muss also Angst haben, als sie vom Spiegel erfährt, dass ihre siebenjährige Stieftochter tausendmal schöner ist als sie und damit ihr Machtanspruch bedroht wird. Im Verlauf des Märchens fügt sie dem Kind mehrere Male Leid zu. Die Stiefmutter, also ein Teil von Schneewittchens Familie, bildet das negative und schlechte im Märchen. Sie ist die Schattenseite der Mutter. Das bedeutet, dass der Stiefmutter im Märchen alle erwähnten mütterlichen Eigenschaften abgesprochen werden. Die Darstellung der Familie als primärer sozialer Bezugsraum ist in keinem grimmschen Märchen gegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Märchen als kulturelles Erbe und ihre Relevanz für Kinder.

2. Definition der Märchen: Unterscheidung zwischen Volks- und Kunstmärchen sowie Einordnung der Sammlung der Brüder Grimm.

3. Gesellschaftlicher Wandel zur Zeit der Brüder Grimm: Analyse der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche, insbesondere durch die Französische Revolution und den Einfluss Napoleons.

4. Das bürgerliche Frauenideal im 19. Jahrhundert: Erörterung der neuen Definition von Familie und der Idealisierung der Frau als liebende Mutter und Ehefrau.

5. Die Stiefmutter als negative Projektionsfläche: Untersuchung der Stiefmutterfigur in Schneewittchen als Gegenentwurf zu bürgerlichen Werten und als Ausdruck von Machtstreben.

6. Märchen als Erziehungsmittel und ihre heutige Bedeutung: Reflexion über die didaktische Funktion von Märchen und ihre Wirkung im modernen Kontext unter Berücksichtigung der Emanzipation.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, Märchen, Frauenideal, Mutterbild, Stiefmutter, Schneewittchen, bürgerliche Gesellschaft, Pädagogik, Sozialisation, 19. Jahrhundert, Kindeserziehung, Literatur, Wertevermittlung, Familienmentalität, didaktische Absichten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Frauen- und Mutterideal, das in den Märchen der Brüder Grimm vermittelt wird, und setzt dieses in den Kontext der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historischen Familienstrukturen, das Konzept der "guten Mutter" versus der "bösen Stiefmutter" sowie die pädagogische Bedeutung von Märchenerzählungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie diese klassischen Rollenbilder Kinder unbewusst beeinflussen und ob Märchen in der modernen Pädagogik trotz ihrer historisch bedingten Botschaften weiterhin sinnvoll eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Analyse, die den Textinhalt der Märchen mit historischen Quellen zur Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts verknüpft.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehung der grimmschen Sammlung, die Idealisierung der Frau nach Rousseau sowie eine detaillierte Fallstudie zur Rolle der Stiefmutter am Beispiel des Märchens Schneewittchen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Märchenrezeption, bürgerliches Frauenbild, Didaktik, Sozialisation und historische Kontextualisierung charakterisiert.

Inwiefern spielt der historische Kontext für das Bild der Stiefmutter eine Rolle?

Der historische Kontext verdeutlicht, dass die "böse Stiefmutter" als extremes Gegenbild zur idealisierten "guten Mutter" fungierte, um gesellschaftliche Normen und moralische Vorstellungen der damaligen Zeit zu festigen.

Können Märchen nach Ansicht der Autorin heute noch bedenkenlos vorgelesen werden?

Ja, die Autorin argumentiert, dass Märchen wertvoll für die kindliche Fantasie bleiben, sofern die Vermittlung durch das soziale Umfeld und den Erzähler begleitet wird, da die Wirkung maßgeblich vom Erziehenden abhängt.

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Details

Title
Das Frauenideal im grimmschen Märchen. Unbewusste Beeinflussung der Kinder?
Subtitle
Kinder und Jugendliteratur in der Pädagogik
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Pädagogik)
Course
Kinder- und Jugendliteratur in der Pädagogik
Grade
1,7
Author
Carolin Schwarz (Author)
Publication Year
2013
Pages
7
Catalog Number
V267051
ISBN (eBook)
9783656573708
ISBN (Book)
9783656573654
Language
German
Tags
Märchen Frauenbild Pädagogik grimmsche Märchen Schneewittchen Frauenideal Rousseau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Schwarz (Author), 2013, Das Frauenideal im grimmschen Märchen. Unbewusste Beeinflussung der Kinder?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267051
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