Ausgehend von den Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie soll in der vorliegenden Arbeit
zunächst auf die daraus resultierende asymmetrische Information eingegangen werden,
die bei der Personalauswahl zum Phänomen der adversen Selektion führen kann. Anschließend
werden Konsequenzen, die sich aus der adversen Selektion ergeben, betrachtet; insbesondere
soll auf die entstehenden Fehler in der Personalauswahl Bezug genommen werden.
Zum Abschluss sollen mögliche Lösungsansätze für das Problemfeld erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 HAUPTTEIL
2.1 DIE PRINZIPAL-AGENTEN-THEORIE – DAS GRUNDKONZEPT
2.2 Informationsasymmetrie und Adverse Selektion
2.3 FOLGEN ADVERSER SELEKTION
2.4 KOSTEN VON FEHLERN BEI DER PERSONALAUSWAHL
2.5 LÖSUNGSANSÄTZE
2.5.1 Signalling
2.5.2 Screening
3 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Relevanz der Prinzipal-Agenten-Theorie für den Bereich der Personalauswahl zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf das Problem der adversen Selektion und die daraus resultierenden Fehlentscheidungen sowie entsprechende Lösungsmechanismen.
- Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie im Kontext der Personalauswahl
- Entstehung von Informationsasymmetrien und adverser Selektion
- Analyse der Fehlertypen (False Positives/Negatives) bei Einstellungsentscheidungen
- Ökonomische und menschliche Folgen von Fehlbesetzungen
- Instrumente zur Reduktion von Informationsasymmetrien (Signalling und Screening)
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Signalling
Beim Signalling geht die Auflösung der asymmetrischen Informationsverteilung vom Agenten aus. Er handelt freiwillig von sich aus. Er nutzt seinen Informationsvorsprung aus und gibt dem Prinzipal teilweise auch zu dessen Schaden und zum eigenen Nutzen Informationen. Der Abbau der unvollkommenen Information ergibt sich hierbei aus der Qualifikation des Bewerbers. Der Agent übermittelt dem Prinzipal Signale. Diese erfordern eine gewisse Nachprüfbarkeit, zum Beispiel in Form formeller Nachweise, um wirklich aussagekräftig zu sein. Institutionen können dabei ihren Absolventen eine Signalling-Möglichkeit geben, indem zum Beispiel ein Master –Abschluss von einer bestimmten Universität sofort mit einem bestimmten Menschentyp, einer bestimmten Wissensbasis oder Motivation assoziiert wird. Desweiteren muss es für Agenten mit höherer Produktivität leichter sein das Signal erworben zu haben als für Agenten mit niedrigerer Produktivität. Die Möglichkeit Rückschlüsse aufgrund von Signalen zu ziehen, hängt also wesentlich davon ab, welche Kosten die Agenten tragen müssen, um es zu erwerben, sodass man davon ausgehen kann, dass das Signal eindeutig nur bei produktiven Arbeitern zu finden ist. Das Signal beweist also, dass der signalisierende Agent zu einer ganz bestimmten Unterkategorie von verschiedenen Typen an Agenten gehört. Nur Agenten dieser Sub-Kategorie sind auch wirklich daran interessiert, das Signal auszusenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Prinzipal-Agenten-Theorie für die Personalauswahl ein und benennt die zentralen Problemfelder der Informationsasymmetrie.
2 HAUPTTEIL: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen der Beziehung zwischen Prinzipal und Agent, die Entstehung adverser Selektion, die Folgen von Auswahlfehlern sowie Lösungsstrategien wie Signalling und Screening.
3 FAZIT: Das Fazit kritisiert die einseitige Perspektive der Prinzipal-Agenten-Theorie und diskutiert die Grenzen der praktischen Anwendbarkeit der vorgestellten Modelle.
Schlüsselwörter
Prinzipal-Agenten-Theorie, Personalauswahl, Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, False Positives, False Negatives, Fehlbesetzung, Signalling, Screening, Personaldiagnostik, Arbeitgeber, Bewerber, Validität, Matching-Entscheidung, Produktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendung der Prinzipal-Agenten-Theorie auf den Prozess der Personalauswahl, um zu erklären, warum es zu Fehlbesetzungen kommt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind Informationsasymmetrien, das Phänomen der adversen Selektion, die Kosten von Fehlentscheidungen sowie Lösungsansätze für Arbeitgeber.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Ursachen für Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl durch theoretische Modelle zu analysieren und Mechanismen zur Reduzierung dieser Fehler aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung bestehender ökonomischer Literatur und Theorien (insbesondere der Prinzipal-Agenten-Theorie) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Grundkonzepts, die Erklärung von Informationsasymmetrien, die Analyse von Fehlertypen und die Erläuterung von Signalling und Screening.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Prinzipal-Agenten-Theorie, adverse Selektion, Informationsasymmetrie, Signalling, Screening und Personalauswahl.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen den Fehlern bei der Personalauswahl?
Sie unterscheidet zwischen "False Positives" (fälschliche Einstellung ungeeigneter Bewerber) und "False Negatives" (fälschliche Ablehnung geeigneter Bewerber).
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Signalling und Screening?
Beim Signalling geht die Informationsbereitstellung vom informierten Agenten (Bewerber) aus, während beim Screening der Prinzipal (Arbeitgeber) aktiv Instrumente einsetzt, um Informationen zu gewinnen.
- Quote paper
- Verena Bartschat (Author), 2012, Die Rolle der Prinzipal-Agenten-Theorie in der Personalauswahl im Zusammenhang mit Adverser Selektion und deren Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267057