Dieses Theaterstück setzt sich mit dem sensiblen Thema sexuellen Missbrauchs auseinander. Es nimmt, unter Hinzunahme authentischer Berichte von Betroffenen, aus der Fachliteratur und verifizierter Forschungsergebnisse zur Thematik, die Tatsache in den Fokus, wie es sein kann, wenn sexueller Missbrauch geschieht und 'todgeschwiegen' wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
AkteurInnen
Szene 1
Szene 2
Szene 3
Szene 4
Zielsetzung & Themen
Das Theaterstück "Weihnachten in der Vorstadt" thematisiert den Umgang mit sexuellem Missbrauch und das gesellschaftliche Schweigen, das dieses Thema oft umgibt. Die Handlung folgt einer Gruppe von Mädchen in einer Auffangstation, die an Heiligabend mit ihren eigenen familiären Krisen und einem ungelösten, traumatischen Erlebnis einer ihrer Bewohnerinnen konfrontiert werden, während sie versuchen, sich gegenseitig Halt zu geben.
- Die Dynamik von jungen Menschen in einer Auffangstation für Mädchen in Not
- Die Verarbeitung von familiären Konflikten und der Sehnsucht nach Gemeinschaft
- Die Darstellung des gesellschaftlichen Tabus rund um sexuellen Missbrauch
- Die psychologische Belastung durch das bewusste "Todschweigen" traumatischer Erlebnisse
- Die Bedeutung von gegenseitiger Unterstützung und Freundschaft
Auszug aus dem Buch
Szene 1
Obergeschoss einer Auffangstation für Mädchen in Not. Eine offene Wendeltreppe endet in der Mitte des Flurs. Gegenüber der Wendeltreppe, links um die Ecke führt ein Gang zu einem Zimmer und auch rechts um die Ecke stehen am Ende des Ganges die Zimmertüren offen. Serhan und Tina schminken sich vor dem Spiegel in der Toilette rechts der Treppe. Patricia und Gabi sitzen auf einem Sofa neben dem Zimmer gegenüber der derselben unter dem Telefon, neben dem ein Adventskalender hängt. Nina steht an der Zimmertür des mittleren Zimmers und trocknet ihre Fingernägel. Cornelia lehnt an dem Geländer neben dem linken Zimmer und schüttelt ihr Oberteil aus.
Tina: Es wäre doch gelacht, wenn ich heute Abend niemanden finden würde.
Serhan: Bestimmt, so wie du dich zurechtgemacht hast. Sicher kann dir niemand widerstehen und du hast obendrein noch freie Auswahl.
Patricia: Wenn ihr euch nicht langsam beeilt, wird das heute aber nichts mehr. Wir müssen ja schon um acht da sein, damit wir um zwölf wieder sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Autor erläutert die Intention des Theaterstücks, das sensible Thema des sexuellen Missbrauchs durch eine Gruppe von Mädchen in einer Auffangstation darzustellen und ein Bewusstsein für das gesellschaftliche Schweigen zu schaffen.
AkteurInnen: Listet die beteiligten Rollen auf, bestehend aus den Bewohnerinnen der Auffangstation, dem Betreuungspersonal sowie den Gästen im Wirtshaus.
Szene 1: Die Mädchen bereiten sich auf den Abend vor und diskutieren über ihre familiären Probleme und den Wunsch, gemeinsam das Weihnachtsfest in einer Bar zu verbringen.
Szene 2: In einer Wirtschaft treffen die Mädchen auf eine Gruppe von Männern; es entwickelt sich ein Abend mit Flirts und Gesprächen, der für Christin eine unklare und belastende Wendung nimmt.
Szene 3: Am nächsten Morgen kehrt eine erschöpfte Christin zurück und versucht, ihre nächtliche Abwesenheit vor den Erzieherinnen zu rechtfertigen, ohne dabei Details über den Missbrauch preiszugeben.
Szene 4: An Heiligabend versammeln sich alle Mädchen in der Einrichtung; trotz der belastenden Geheimnisse und der unterdrückten Ängste versuchen sie, sich gegenseitig Unterstützung zu geben und ein "Stück Familie" zu finden.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Tabuisierung, Schweigen, Auffangstation, Adoleszenz, Traumatisierung, Theaterstück, Heiligabend, Jugendliche, familiäre Konflikte, Freundschaft, soziale Unterstützung, Krisenintervention, psychische Belastung, Selbstdarstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Theaterstück grundsätzlich?
Das Werk porträtiert den Alltag und die zwischenmenschlichen Herausforderungen einer Gruppe von Mädchen in einer Auffangstation, die an Heiligabend mit ihren familiären Sorgen sowie einem verdrängten traumatischen Ereignis konfrontiert sind.
Was sind die zentralen Themenfelder des Stücks?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit sexuellem Missbrauch, die psychischen Folgen von Verdrängung, die Dynamik in einer betreuten Wohngemeinschaft und der soziale Druck während der Weihnachtsfeiertage.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Mechanismen des Schweigens nach traumatischen Ereignissen zu schaffen und aufzuzeigen, wie wichtig es ist, in einem geschützten Rahmen hinzusehen, statt wegzusehen.
Welche künstlerische Form wurde gewählt?
Der Autor hat bewusst die Form eines Theaterstücks gewählt, um dem Publikum die unmittelbare Nachvollziehbarkeit der Stimmungen und emotionalen Ambivalenzen der Figuren zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Handlung behandelt?
Der Hauptteil schildert den Verlauf eines Weihnachtsabends – von der Planung des Ausgehens bis zur Rückkehr und dem gemeinsamen Beisammensein, wobei sich die Handlung um das unerklärte Verschwinden und die psychische Verfassung von Christin dreht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Schlüsselwörter sind unter anderem sexueller Missbrauch, Adoleszenz, Traumatisierung, Tabuisierung und gegenseitige Solidarität unter Betroffenen.
Warum schweigt Christin über ihre Erlebnisse in der Nacht?
Christin schweigt, weil sie keine Antworten auf die Fragen hat, die ihr Erlebnis aufwirft, und sie Angst vor der Konfrontation sowie den Erwartungen ihres Umfelds, insbesondere ihrer Eltern und des Jugendamtes, hat.
Welche Rolle spielt der "Adventskalender" und das "Spiel mit den Karten" für die Mädchen?
Diese Rituale dienen den Mädchen dazu, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Normalität in einer krisenhaften Lebensphase zu etablieren und einen geschützten Raum für ihre Wünsche und Gefühle zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Melanie Johannsen (Autor:in), 2012, Weihnachten in der Vorstadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267086