Entstehung und Begründung von Terror am Beispiel von Schiiten und Sunniten


Diplomarbeit, 2006

69 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Zur Struktur des Islam

3. Zum Begriff Terrorismus
3.1 Konzeptionen von Terrorismus
3.2 Formen des Terrorismus
3.2.1 Staatlich gestützter Terrorismus
3.2.2 Internationaler Terrorismus

4. Terror in der Neuzeit
4.1 Religion als Entstehungsfaktor des Terrorismus
4.1.1 Säkularisierung und Terror als Folge des Religionsdefizits
4.1.2 Terror als Element von religiösem Aktivismus
4.2 Globalisierung als Entstehungsfaktor des Terrorismus
4.2.1 Konflikte im Gegensatz zwischen arm und reich
4.2.2 Auseinandersetzung des Islam mit der Globalisierung

5. Die Bedeutung der Religion zur Begründung von Terrorismus
5.1 Die Religion des Islam
5.1.1 Spannungen zwischen religiösen Hauptrichtungen und militanten Abspaltungen
5.1.2 Islam unter Aggressionsverdacht
5.1.3 Islam als westliches Feindbild
5.2 Zum Begriff des Islamismus
5.2.1 Fundamentalismus als Kulturmilieu
5.2.2 Paradoxon der politischen Motivierung von Frauen im islamischen Fundamentalismus
5.2.3 Einfluß von Säkularisierung auf religiösen Fundamentalismus

6. Der Konflikt der Weltanschauungen zur Begründung von Terrorismus
6.1 Schar`ia und westliches Justizverständnis
6.2 Die Rolle von Kultur in der Dynamik von Terrorismus

7. Der Machtgewinn von Randgruppen
7.1 Historische Betrachtung von Terror als politischem Mittel
7.2. Kommunikationsstrategie im Terrorismus
7.3 Terroristische Umkehrung von Machtasymmetrien

8. Entstehung und Begründung von Terror am Beispiel der Hizbollah
8.1. Entstehungsgeschichte der Hizbollah
8.2 Die Struktur der Hizbollah
8.3 Ziele der Hizbollah
8.4 Eine Terrororganisation von globaler Reichweite

9. Selbstmordattentäter als Instrument des Terrorismus
9.1 Selbstmordattentate als Anschläge gegen alte Regeln
9.1.2 Selbstmordanschläge mit dem Ziel der Entligitimierung von Staaten
9.1.2 Selbstmordanschläge als Teil eines kosmischen Krieges
9.2 Ursachen für eine Verbreitung von Selbstmordattentaten im Islam

10. Die Entstehung und Begründung des schiitischen Extremismus im Iran
10.1 Die Tradition des schiitischen Märtyriums
10.2. Die Radikalisierung der Schia vor dem Hintergrund der iranischen Geschichte
10.2.1 Die Pahlavi-Monarchie
10.2.2 Die Revolutionierung des Schia -Islam

11. Verfechter eines Gottesstaates in empirischen Daten
11.1 Aufbau der Studie
11.2 Ergebnisse der Studie
11.3 Kritische Anmerkungen zur Studie

12. Konklusionen

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Häufigkeit der definitorischen Elemente in 101 Definitionen von Terrorismus

Tabelle 2: Entwicklung religiös motivierter Terrorgruppen

Tabelle 3: Gewaltbereitschaft im Islam

1. Einleitung

Seit dem Anschlag auf das World Trade Center in den USA am 11. September 2001 hat das Phänomen Terrorismus sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Bewußtsein eine neue Brisanz gewonnen. Besonders der sogenannte „islamische Extremismus“[1] steht im Mittelpunkt von Bemühungen um sozialwissenschaftliche Erklärungen. Diese keineswegs neue Bezeichnung verweist im Grunde auf eine tiefere Problematik: Nach welchen Maßstäben und Kriterien kann Terrorismus kultur- und religionsbezogen sein und welche Faktoren sind maßgeblich verantwortlich für Entstehung und Radikalisierung terroristischer Strömungen?

An diesen grundsätzlichen Fragestellungen wird nachfolgend angeknüpft, wobei die Problemstellung dieser Arbeit mit der Thematik des fundamentalistischen Extremismus, der mit islamischem Terrorismus assoziiert wird[2], sich final an dem Geschehen und der Entwicklung im Iran orientiert. Nach einer Beleuchtung der Faktoren des postmodernen Terrorismus, auch im Rahmen des zu gestaltenden Globalisierungsprozesses, wird besonders der Faktor Religion, hier insbesondere Schiiten und Sunniten, näher untersucht. Darauf aufbauend werden verschiedene Vorschläge diskutiert, welchen Einfluß unterschiedliche Kulturströmungen auf die Radikalisierung ihrer Gesellschaftsgruppen haben können. Die Entstehung und Entwicklung von Randgruppen und die von ihnen vorangetriebene Ausbreitung einer zunächst landesdeckenden dann internationalen Vertiefung religiöser Wertvorstellungen, das bedeutet Fundamentalismus, werden exemplarisch am Beispiel der Hizbollah beleuchtet. Die Rolle des Märtyrertums und dessen Bedeutung im Kulturenkonflikt wird daran anschließend eingehend untersucht. Schwerpunktmäßig werden dann detailliert Terrorbewegungen im Iran dargestellt und hinterfragt. Schließlich folgt ein Ausblick auf ungelöste globale und interkulturelle Probleme und eine Zusammenfassung der Erklärungsansätze zur Entstehung und Begründung religiös motivierten Terrorismus.

Damit die Diskussion über das Thema Fundamentalismus nicht in einer polarisierenden Trennung zwischen Kulturenkonflikt und Religionseinfluß verbleibt, sollen in der vorliegenden Arbeit Grundlagen für eine versachlichende Erörterung des Gegenstandes gelegt werden. Darüber hinaus wird die Frage aufgegriffen, ob die Diskussion um Trennung von Religion und Politik möglicherweise ein Impuls für die Kooperation von geistigen und politischen Herausforderungen sein könnte.

2. Zur Struktur des Islam

Zum weiteren Verständnis dieser Arbeit soll im Folgenden ein Überblick über die Strukturierung des Islam dargeboten werden. Auf Einzelheiten und Besonderheiten der Ausprägung der Religion wird im weiteren Verlauf der Arbeit im Detail eingegangen.

Der Islam ist nach dem Christentum mit ca. 1,2 Milliarden Anhängern die zweitgrößte Religion der Welt, seine Anhänger werden als Muslime bezeichnet. Als monotheistische Religion gründet sich der Islam auf dem Koran, der für Muslime das Wort Gottes als Offenbarungen an den Propheten Muhammed darstellt, sowie auf den Worten und Handlungen des Propheten. Der Islam basiert auf fünf Säulen, die Grundsätze darstellen, die zu erfüllen jeder Muslim verpflichtet ist:

- Das Glaubensbekenntnis
- Das Gebet fünfmal am Tag zu festgelegten Zeiten
- Die Almosensteuer
- Das Fasten im Ramadan
- Die Pilgerfahrt nach Mekka.

Eine Besonderheit des Islams stellt die Schar’ia dar, das islamische Recht, welches nicht nur das Leben der Muslime durch die erwähnten Grundsätze, sondern auch sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen regelt sowie die Beziehungen zu der nichtmuslimischen Welt durch das Kriegsrecht. Im Unterschied zum Christentum versteht sich der Islam als unauflösbare Einheit von Religion und Staat sowie von Religion und Recht. Die Schar’ia widerspricht somit den politischen und gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien des Laizismus und Pluralismus, da alle Bereiche des täglichen Lebens ausschließlich durch Normen des islamischen religiösen Gesetzes reguliert werden.[3]

Der Islam ist in mehrere Richtungen gespalten, die in dieser Arbeit betrachteten Gruppierungen sind Sunniten und Schiiten. Die Sunniten stellen die zahlenmäßig größte Gruppierung dar, wie aus Abbildung 1 ersichtlich, in der sie in grün markierten Ländern die Glaubensmehrheit bilden. Die Unterschiede zur zweitgrößten Glaubensrichtung, der Schiiten, in Abbildung 1 in rot markierten Ländern mehrheitlich vertreten, liegen in der Überzeugung, auf welche Grundlage sich die Herrschaft des obersten Führers gründet. Dies wird später detailliert im Zusammenhang zur Begründung der Entstehung des schiitischen Extremismus erläutert. Trotz eines relativ kleinen Gesamtanteils am Islam, der in der Literatur zwischen 8 und 20 Prozent schwankt, kommt den Schiiten eine bedeutende Rolle bei der Betrachtung des Islams zu, da sie aus historischen Ursachen heraus zu den weltweit radikalsten Vertretern der Religion gehören, worauf in folgenden Kapiteln noch näher eingegangen wird.

Abbildung 1: Staaten mit einem islamischen Bevölkerungsanteil von mehr als 10%

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: US-Department of State, 2006 (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Islam_by_country.svg)

Zwar räumt der Islam sowohl Juden als auch Christen eine Sonderstellung als „Religionen der Schrift“[4] ein, da dort nur eine Mißinterpretation von Gottes Wort erfolge, unterteilt jedoch generell die Welt in zwei Gebiete: Zum einen in das Gebiet des Islam, in dem der Islam schon herrscht, zum anderen in das Gebiet des Krieges, welches als gottesdefinierte Aufgabe auch mit militärischen Maßnahmen reformiert werden muß.[5] Dort befindet sich dann auch der Schnittpunkt zwischen dem Islam und den als Terrorismus verurteilten Gewaltakten.

3. Zum Begriff Terrorismus

Bei der Definierung der Begrifflichkeiten Terrorismus und Terrorist, geht diese Arbeit von einem westlich geprägten Ansatz aus, da für diese Kultur terroristisch geprägte Gewaltakte in islamischen Kulturteilen oft als Bestandteile und pflichtmäßige Ausübung eines heiligen Krieges[6] gewertet werden und einen übergreifenden Definitionsversuch nicht zulassen.

3.1 Konzeptionen von Terrorismus

Die Schwierigkeit, den Begriff Terrorismus zu definieren, ergibt sich sowohl aus der historischen Weiterentwicklung der Wertigkeiten, sowie wie aus Tabelle 1 ersichtlich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und Typologien, die zu sich teilweise widersprechenden Definitionen führen können.

Tabelle 1: Häufigkeit der definitorischen Elemente in 101 Definitionen von Terrorismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Schmid (1988)

Die verschiedenen Definitionsansätze von Terrorismus sind ebenfalls sowohl aus sachlich-wissenschaftlich wie auch aus politisch begründeten Motiven umstritten. Der politische Aspekt betont hierbei einen „Ausschließungsbegriff“[7], der besagt, daß mit der Absprechung politischer Legitimität bestimmter Gewalthandlungen, die Anliegen der Akteure nicht verhandelbar sind. Terroristische Strategien zielen primär auf die psychischen Folgen der Gewaltanwendung ab; sie sind weniger an materiellen Schäden interessiert, als an dem Schrecken, der durch sie verbreitet wird. Allgemein läßt sich Terrorismus als eine Form der Gewaltanwendung beschreiben, die über die indirekten Effekte der Gewalt Erfolge erringen will.

In der heutigen Bedeutung kam das Wort Terror am Ende des 18. Jahrhunderts während der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution in Umlauf, zu verstehen als Anschlag auf die zivile Ordnung. Die öffentliche Reaktion ist integraler Bestandteil der Wortbedeutung, welche vom lateinischen Verb terrere-Zittern verursachen abgeleitet wird.[8] Hatte der Terminus Terrorismus zu Zeiten der Französischen Revolution noch einen positiven Beiklang als Instrument zur Durchsetzung von Ordnung, erfuhr dieser bis zur heutigen Zeit einen drastischen Bedeutungswandel. Als Ergebnis politischer Anerkennung ist Terrorismus im Sinne von „Freiheitskämpfen“[9] eine partiell legalisierende Bezeichnung. Bei einer Ausweitung der Begrifflichkeit zu einer Bandbreite, die nicht ausschließlich den traditionell akzeptierten Auffassungen von Krieg entspricht, kann Terrorismus als ein kalkuliert eingesetztes Mittel zur Destabilisierung des Westens betrachtet werden.

Mit dieser Auffassung hat sich die Bedeutung von Terrorismus von einem Einzelphänomen subnationaler Gewalt zu einem Bestandteil eines breiter angelegten Musters von nichtstaatlichen Konflikten verlagert.[10]

3.2 Formen des Terrorismus

Eine Reflexion unterschiedlicher Formen von Terrorismus wird in dieser Arbeit auf zwei unterschiedliche Aspekte gleicher Relevanz beschränkt. Ein Bereich stellt die Involvierung des Staates in terroristische Unternehmungen dar, das zweite hier beleuchtete Element ist die Differenzierung zwischen nationalem und internationalem Terrorismus.

3.2.1 Staatlich gestützter Terrorismus

Staatsterrorismus ist bislang weder völkerrechtlich noch auf nationalstaatlicher Ebene einheitlich definiert, da dieses oftmals vor dem Hintergrund politischer Interessen geschieht. Die Bundesrepublik Deutschland definiert Staatsterrorismus als den „von Staaten ausgeübten oder gesteuerten Terrorismus zwecks Verfolgung außen- oder innenpolitischer Ziele“.[11] Staatlich gestützter Terrorismus im mittleren Osten unterteilt sich in die Beteiligung der westlichen Staaten sowie in die Involvierung lokaler Regierungen.[12] Gewaltakte terroristischer Einstufung, von ausübender westlicher Staatsgewalt vollzogen, wurden aus arabischem Blickwinkel hauptsächlich durch Kolonisierungsbestrebungen der Briten sowie in neuester Zeit primär durch die Interventionen der USA im mittleren Osten vollzogen.[13] Feindselige Aktionen außerhalb eines erklärten Krieges gegen zivile Ziele ausgeübt durch lokale Regierungen, sind entweder anti-kolonialistisch geprägt oder erhalten ihren Antrieb durch „arabische Mentalität“; so wird die Stellungnahme der Regierung des Iran gegenüber Terrorbewegungen u.a. der Hizbollah als Ideologie des „Iranische[n] Nationalismus“ politisiert.[14] Die Konsequenzen staatlich gestützten Terrorismus stellen eine Destabilisierung der feindlichen Regierung dar, können aber auch aus einer Minderung der internationalen Akzeptanz und Unterstützung der eigenen Regierung resultieren, woraus sowohl innenpolitische als auch ökonomische Schwierigkeiten erwachsen können.[15]

3.2.2 Internationaler Terrorismus

Über die Definition dessen, was als internationaler Terrorismus zu bezeichnen ist, herrscht weithin einheitlicher Konsens darüber, daß dieser Ausdruck zu verwenden ist, wenn der Aktionsradius des Terrorismus über eigene Landesgrenzen hinaus geht aber weiterhin staatsinterne Ziele verfolgt. Beim internationalen Terrorismus können mehrere Staaten involviert sein, wobei ein übergreifendes gemeinsames Interesse verfolgt wird.[16] Diese weitgreifende Definition beinhaltet eine gewisse Problematik, wenn sie zum Gegenstand der Verteidigungspolitik gemacht wird und dabei Interessengegensätze aufeinanderprallen. Exemplarisch kann hier die Ermächtigung des FBI im Jahre 1989, internationale Terroristen, die eine Gefahr für die USA darstellen weltweit gefangen nehmen zu dürfen, genauso genannt werden wie die darauffolgende Erklärung Chomeinis, weltweit amerikanische Staatsbürger arrestieren zu können, da deren Aktionismus die Ziele des Irans gefährden.[17] Probleme im Umgang mit dem Begriff des internationalen Terrorismus erwachsen also nicht nur aus sachlichen Schwierigkeiten bei einer verbindlichen Grenzziehung zwischen Terrorismus und Verbrechen, sondern sie sind auch die Folge semantischer Verwirrspiele der politischen Akteure, die durch die Besetzung bestimmter Begriffe die eigene Position zu verbessern suchen. Die Entwicklung des internationalen Terrorismus kann somit als Verlagerung von einem taktischen Element zur politisch-militärischen Strategie definiert werden.[18]

4. Terror in der Neuzeit

Zur Analyse, Beschreibung und Bewertung komplexer Terrorstrukturen müssen treibende Faktoren des modernen Terrorismus herausgegriffen und beleuchtet werden. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus dieser Arbeit auf zwei Faktoren, Religion und Globalisierung, die in der neueren Wissenschaftsforschung als bedeutend angesehen werden.[19] Die Entwicklung der Radikalisierung und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart nach der Französischen Revolution werden als Entwicklung des modernen Terrors bezeichnet.[20]

4.1 Religion als Entstehungsfaktor des Terrorismus

Bei der Debatte um die Bedeutung von Religion als Antriebskraft terroristischer Gewaltakte findet man sich widersprechende Thesen, bei denen entweder das Fehlen der Religion oder eine Überbetonung derselben zur Radikalisierung führen kann. Besondere Bedeutung haben dabei die Aufklärung sowie die erstarkende (Neu)Säkularisierung der Staatengebilde.

4.1.1 Säkularisierung und Terror als Folge des Religionsdefizits

Die bis zum 18. Jahrhundert nicht existierende Geisteshaltung der Aufklärung ließ kaum Platz für den religiösen Glauben. Die institutionelle Autorität der Kirche verlor ihren Absolutheitsanspruch, und die wissenschaftliche Logik des Konzepts von Jean Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag ersetzten Theologie und Kirche als Basis der Wahrheit[21]. Ein Ergebnis der in westlichen Staaten verankerten Trennung von Religion und Politik und die Abwertung der Relevanz von Religion als Handlungsgrundlage des Staates war eine „allgemeine…Glaubenskrise“[22], die ein „gesellschaftliches…Defizit [hinterließ]“.[23] Wissenschaft und Technik haben, teils mit Verzögerung, neue „Dimensionen der Ungewißheit und Machtlosigkeit aufgetan“[24]. Die Demokratie hat nicht nur die Politik profaniert, sondern auch die Massenmobilisierung durch charismatische Führer ermöglicht, sowie neue Mythen und Rituale geschaffen. Der Kapitalismus hat nicht nur soziale Klassen emanzipiert, sondern auch traditionelle Strukturen destabilisiert und Menschen der „Irrationalität und Unberechenbarkeit des Marktes ausgeliefert“.[25] Solch eine „aufgelöste Wertewelt“[26] kann dazu führen, daß eine neue, radikale Zielorientierung des Handelns entsteht und Terrorismus als Form „religiöse[r] Verzweiflung“[27] ein Gesellschaftsdefizit ersetzen und Terror Bestandteil und inhärentes Element einer Gesellschaft ohne Gott sein muß.

4.1.2 Terror als Element von religiösem Aktivismus

Dem gegenüber steht die These, daß einer Auflösung der Wertewelt ein neu auflebender religiöser Aktivismus entgegensteht.[28] Mit der Hinterfragung der moralischen Kompetenz des Staatskonstrukts haben sich demnach neue Dimensionen religiöser Gruppenbildungen entwickelt und mit dem partiellen Zusammenbruch des westlichen Modernismus sind religiöse Formen der Prävention und Bewältigung von Krisen wieder verstärkt in Erscheinung getreten.[29] Säkularisierte Regierungen, die pluralistischen Werten in der Gesellschaft Vorschub leisten, können zudem dem Phänomen gegenüberstehen, daß mit gestärkter religiöser Identität eine Feind-Identifizierung durch die eigene Bevölkerung erfolgt. Terrorismus, der seine Rechtfertigung aus der Religion bezieht, ist ebenfalls Gegenstand zahlreicher Erörterungen. Das Phänomen des „heiligen Terrors“[30], Gewaltakte als eine gottgegebene Pflicht durchzuführen, von religiösen Texten gefordert und von geistlichen Autoritäten befohlen, stellte nach Vertretern dieser These bis zum 18. Jahrhundert die einzige Rechtfertigung für Terrorismus dar. Zwar fand durch die Säkularisierung eine Verschiebung von Terrorismus als einem in erster Linie religiösen zu einem vor allem weltlichen Phänomen statt, so ist wie aus Tabelle 2 ersichtlich, der Anteil der religiös motivierte Terrorgruppen an den aktiven internationalen terroristischen Organisationen insgesamt nicht nur kontinuierlich gewachsen, sondern er hat sich sogar Anfang der neunziger Jahre beträchtlich gesteigert.[31]

Tabelle 2: Entwicklung religiös motivierter Terrorgruppen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Hoffmann (2002)

Damit ist belegt, daß terroristische Gruppen in Vergangenheit und Gegenwart hauptsächlich durch die Konfession ihrer Mitglieder bedingt eine starke religiöse Komponente aufweisen.

4.2 Globalisierung als Entstehungsfaktor des Terrorismus

Die Auswirkungen des zweifelsohne voranschreitenden Globalisierungsprozesses auf das Entstehen und die Erstarkung terroristischer Strömungen wird im Folgenden dargelegt. Bedeutend sind hierbei die immer stärker auseinanderklaffenden Gegensätze zwischen arm und reich sowie die Auseinandersetzung der islamischen Religion mit der Existenz der Globalisierung.

4.2.1 Konflikte im Gegensatz zwischen arm und reich

Bei der Diskussion um die Begrifflichkeit Globalisierung wird in dieser Arbeit auf eine allgemeine Definition zurückgegriffen, die Globalisierung als „Verdichtung der transnationalen Beziehungen, Zunahme der wechselseitigen Abhängigkeiten und zunehmende Informalisierung und Flexibilisierung“[32] bestimmt. Daraus geht aber auch hervor, daß Globalisierung keine kulturelle Vereinheitlichung herbeizwingt. Globale Märkte führen unweigerlich zu einer lokalen Selbstdifferenzierungsindustrie; die Absorption und Auswahl des Angebots erfolgt nach wie vor nach lokalen Bedürfnissen. Globalisierung und Lokalisierung sind demnach nicht nur zwei Momente der heraufziehenden Weltgesellschaft, sondern zugleich Antriebskräfte und Ausdrucksformen einer neuartigen Polarisierung und Stratifizierung der Weltbevölkerung in globalisierte Reiche und lokalisierte Arme.[33] Die Aufoktroyierung einer Weltgesellschaft als nicht demokratisch legitimierte Politik hat als Folge ein anderes Gesellschaftsverständnis. Die Einheit von Staat, Gesellschaft und Individuum löst sich dadurch auf, womit eine Erosion des staatlichen Auftrags- und Institutionengefüges und ein Verlust der nationalen Identität einhergehen. In Ländern, die sich auf der Seite der Globalisierungsverlierer befinden, spielt der Bedeutungsverlust des Nationalstaates eine wichtige Rolle- aus der Perspektive einer Weltgesellschaft werden Autorität, Legitimität, politische Gestaltungsmacht und Kontrolle der Staaten nach innen und außen gegenüber Globalisierungsgewinnern in Frage gestellt. In Kombination mit Gefühlen der Zerrissenheit und Angst, nicht die Chance zu einer individuellen Lebensführung zu besitzen, ist dies der Nährboden für Gewalt und kann so den Hintergrund für das Phänomen des Terrorismus bieten.[34] Aggression und Verfeindung kann somit als Ergebnis eines entfesselten Selbstbehauptungs- und Selbstbestimmungsdrangs gewertet werden.[35]

4.2.2 Auseinandersetzung des Islam mit der Globalisierung

Im Folgenden wird die Auseinandersetzung der muslimischen Gemeinschaft mit einer sich globalisierenden Welt betrachtet, wobei eine Beschäftigung mit den Nachteilen des ambivalenten Prozesses der Moderne stattfindet. Mit dem Begriff Islamismus wird die Ideologisierung des Islam, bzw. der unterschiedlichen Ausrichtungen des islamischen Glaubens bezeichnet. Der Islamismus schöpft in der Auseinandersetzung mit der Globalisierung aus zwei Quellen: Zum einen die Erfahrungen im und mit dem Westen und zum anderen aus dem eigentlich Unwahrscheinlichen des aus dem Nichts geschöpften Erdöl-Reichtums im Nahen Osten, der einem voluntaristischen Handeln Erfolg verheißt.

Die muslimische Diaspora in Europa ist dem doppelten Einfluß ihrer Herkunftsländer sowie ihrer Aufnahmeländer unterworfen. Es hat sich eine neue Dynamik der Islamisierung in der Diaspora entwickelt, wobei sich eine Minderheit aufgrund ökonomischer Marginalisierung und rassistischer Stigmatisierung neuen Formen des Extremismus zuwendet. Die muslimische Welt im mittleren Osten hat hingegen aus dem Ölboom der 70er Jahre eine Globalisierung eigener Art erfahren. Staaten wie dem Iran hat dies ohne Zutun immense Reichtümer beschert, welche zum Fokus der Gedankenwelt der Region wurden. Dieses „globalisierte Imaginäre des Petro-Islam“[36] konnte sich so vom Gewicht der Realität befreien und muslimische Eliten zu wichtigen Akteuren in der sich globalisierenden Welt emporheben. Daraus entstehen zwei Konfliktpotentiale: Zum einen entsteht das Gefühl der Erniedrigung der muslimischen Elite, die islamische Alternativen schaffen wollen, durch die Verachtung westlicher Schichten, die zugleich die Arroganz des Westens belegt. Zum anderen hat der Erdölreichtum die muslimische Gesellschaft stark geprägt, da dieser den Reichtum der Saudis unvorteilhaft mit der Armut und dem Elend in weiten Teilen der arabischen Welt kontrastieren ließ. Diese Konfliktpotentiale bieten Nährboden für die Strömung des „Dschihadismus“, im Sinne eines Kampfes gegen Ungläubige und ihrer Verbündeten, da dies eine Ausfalloption jener darstellen kann, die die Blockade politischer Handlungsmöglichkeiten als Ohnmacht erfuhren.[37]

5. Die Bedeutung der Religion zur Begründung von Terrorismus

Bei der Betrachtung der Auswirkungen unterschiedlicher Determinanten des Terrorismus lag der Schwerpunkt der Diskussion auf der Darstellung verschiedener wichtiger Faktoren. Unbetrachtet blieb dabei die Bedeutung des religiösen Terrorismus, der gerade in der Geschichte des Iran ungeheure Relevanz besitzt. Dabei ist von Interesse, ob eine Verknüpfung der Religion des Islam mit einer Anfälligkeit für Terrorismus gestattet ist und welche Beweggründe zu religiösem Fanatismus und dessen Radikalisierung führen. Diesen Aspekten wird im Folgenden ausführlich nachgegangen.

5.1 Die Religion des Islam

Die Existenz von religiösem Terrorismus ist nicht ausschließlich auf den Islam einzugrenzen. Untersucht werden sollen generelle Verhaltensmuster, die zu Gewalt im Namen von Religionen führen. Religion wird im Folgenden definiert als eine spezifische Art sozialen Handelns und sozialer Interaktion, die gleichermaßen aus der Sicht der Handelnden wie auch der institutionellen Ordnungen theoretisch erfaßt werden kann.[38] Im Detail werden dann die Besonderheiten der im Islam legalisierten Gewalt, sowie das sich daraus ergebende Verhältnis des Islam zu seiner Umwelt dargestellt.

5.1.1 Spannungen zwischen religiösen Hauptrichtungen und militanten Abspaltungen

Präzedenzfälle für Rechtfertigungen Terrorismus im Namen der Religion finden sich in fast jeder Glaubensrichtung und haben eine lange gemeinsame Geschichte; wobei der ethno-nationalistische Terrorismus im Laufe des letzten Jahrhunderts durch den ideologisch motivierten Terrorismus abgelöst wurde.[39] Exemplarisch seien hier Anschläge auf Abtreibungskliniken im Namen der Christen oder die Nervengasanschläge der Aum Shinrikyo genannt. Doch in allen Fällen lehnten andere Mitglieder der entsprechenden Glaubensrichtungen das Vorgehen der Aktivisten ab, die oft Randgruppen in ihrer Glaubensgemeinschaft darstellen. Ihre Gewaltbereitschaft basiert teilweise auf dem Versuch, sich aus dieser Randposition herauszumanövrieren.[40] Spannungen zwischen religiösen Hauptrichtungen und militanter Abspaltungen können also dazu dienen, nicht nur Individuen und ihren ideologischen Zielen Einfluß zu verleihen, sondern auch religiöse Randgruppen in Machtpositionen zu bringen. Um allerdings langfristig bleibenden Einfluß zu behalten, reicht Gewalt zur Profilierung religiöser Bewegungen alleine nicht aus, sondern muß auch dazu benutzt werden, den Anliegen der Menschen ihrer Kultur Gehör zu verschaffen. Radikale Gruppierungen im mittleren Osten, Hamas oder Hizbollah, stehen für Gefühle von Entfremdung und Unterdrückung und können trotz mangelnder Legitimierung staatlicher Führung über einen hohen Rückhalt in der Bevölkerung verfügen.[41] Blutige Terrorkampagnen verdeutlichen die Logik oder Strategie des Terrorismus als der einzigen Waffe, die den Schwachen und den Machtlosen bei der Konfrontation mit einem stärkeren und sehr viel mächtigeren Gegner zur Verfügung stehen.[42]

5.1.2 Islam unter Aggressionsverdacht

Aggressivität des Islam ist ein Vorurteil, welches die Muslime unter den Generalverdacht der Radikalität und des Fundamentalismus stellt. Problematisch wird diese Generalisierung allerdings bereits dadurch, daß der Islam wenig ausgeprägte hierarchische Strukturen aufweist. Niemand ist legitimiert, repräsentativ „für den Islam“ zu sprechen. Dies hat zur Folge, daß jeder Muslim den Anspruch erheben kann, für sich zu definieren, was Islam ist.[43] Die Vielzahl unterschiedlicher Äußerungen ist nicht nur für Außenstehende, sondern auch für viele Muslime irritierend. Bei Unklarheiten des täglichen Lebens kann sich der Muslim an einen islamischen Rechtsgelehrten wenden, der ein Rechtsgutachten, eine fatwa, zu seiner Frage erstellt. Grundlagen der fatwa sind der Koran und die Worte des Propheten. Eine fatwa ist allerdings nicht verbindlich und bei Bedarf können von weiteren Gelehrten neue fatwas angefordert werden, die in ihrer Bedeutung erheblich differieren können.[44] Allerdings muß an dieser Stelle auf die Besonderheit innerhalb des schiitischen Glaubens gegenüber dem sunnitischen hingewiesen werden. In einem komplizierten Vorgang ging die Autorität der Imame auf die schiitischen Rechtsgelehrten über. Ein schiitischer Muslim kann sich genauso wie ein Sunnite an diesen in Unsicherheit wenden, muß aber im Gegensatz zu dem was im sunnitischen Bereich gilt, der fatwa des Rechtsgelehrten unbedingt Folge leisten. Darüber hinaus ist er verpflichtet, allen weiteren fatwas dieses Gelehrten bis zu dessen Ableben zu folgen, auch wenn sie Themen berühren, denen der Muslim bisher indifferent entgegenstand. Da auch die Gelehrten in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Lehrern stehen, entwickelt sich dort eine hierarchische Struktur mit einer obersten Autorität, die als Marja al-Taqlid, Quelle der Rechtleitung, bezeichnet wird. Dadurch hat sich ausschließlich im schiitischen Islam eine Art Klerus entwickelt, dessen Strukturen auch zu der unumschränkten Autorität des Ayatollahs Chomeinis geführt haben.[45]

Auch der Dschihad, der heilige Krieg, ist zunächst im Kontext des islamischen Rechts zu sehen und ist die einzige im Islam erlaubte Form der Kriegsführung. Nach Auffassung islamischer Juristen ist das Ziel des Dschihad die Verteidigung der Muslime gegen Angriffe von Außen und die Ausbreitung des Islam durch Waffengewalt, allerdings als politisches System und nicht als religiöse Überzeugung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Dschihad allerdings zum Propagandabegriff, der weit über den religiösen Kontext hinausging und eine durchaus tagespolitische Konnotation bekam. So wird beispielsweise zwischen großem und kleinem Dschihad unterschieden, der z.B. ein Parteiprogramm zum Kampf gegen Unterentwicklung sein kann.[46] Im militärischen Dschihad ist es Muslimen gestatten, ihre Feinde zu töten, allerdings gibt es detaillierte Vorschriften wie mit Gefangenen zu verfahren ist und wer verschont bleiben muß. Grundsätzlich aber verbietet der Islam die Tötung von Menschen, es sei denn als gerechtfertigte Strafe für schwere Verbrechen. Diese sind Mord, Ehebruch und der Abfall vom Islam, wobei die Apostasie als die höchste Sünde gilt und als Gefahr für die Gemeinschaft der Gläubigen. Das Problem des islamischen Märtyrertums, welcher in dieser Arbeit noch detaillierter betrachtet wird, läßt sich nicht einheitlich definieren. Zum einen kann der Märtyrer mit dem Tod sein eigenes Seelenheil erlangen, zum anderen können Märtyrer über die Fähigkeit verfügen, die Bedeutung des Korans auf tiefere Weise zu durchdringen als übrige Muslime.[47] Ohne Zweifel verfügt der Islam also über einen kriegerischen Aspekt, das Streiten auf dem Pfade Allahs ein im Koran unwillkürlich festgelegtes Gebot.[48]

[...]


[1] Japp (2003), S. 55

[2] Vgl. Ebenda, S. 54

[3] Vgl. Endreß (1997), S. 50 ff.

[4] Nagel (1994), S. 196 f.

[5] Vgl. Ebenda (1994), S. 203 ff.

[6] Bin Laden (1998), S. 1

[7] Münkler (2003), S. 175

[8] Juergensmeyer (2004), S. 25

[9] Arafat (1974), S. 2 ff.

[10] Ähnlich bei: Juergensmeyer (2004), S. 34

[11] Innenministerium NRW (2006)

[12] Vgl. Ruwayha (1990), S.406

[13] Ebenda (1990), S. 407

[14] Alexander/Schuster (2006), S. 1

[15] Vgl. Konrad (2003), S. 24

[16] Vgl. Hoffmann (2002), S. 15

[17] Vgl.Nußbaumer (1982), S. 160

[18] Münkler (2003), S. 182 f.

[19] Safranski (2003), S. 48 ff.

[20] Herren (2005), S. 385

[21] Vgl. Meyer/Langenbeck (1963), S. 13 ff.

[22] Juergensmeyer (2004), S. 309

[23] Ebenda (2003) S. 310

[24] Riesebrodt (2001), S. 49

[25] Ebenda (2001), S. 49

[26] Kasch (1978), S. 53

[27] Ebenda (1978), S. 54

[28] Juergensmeyer (2004), S. 311

[29] Vgl. Riesebrodt (2001), S. 50

[30] Hoffmann (2002), S. 115

[31] Vgl.Hoffmann (2002), S. 118

[32] Lohlker (2005), S. 118

[33] Vgl. Beck (1997), S. 100 ff.

[34] Lohlker (2005), S. 118 ff.

[35] Safranski (2003), S. 54

[36] Lohlker (2005), S. 129

[37] Elwert (2002), S. 1

[38] Vgl. Riesebrodt (2001), S. 48

[39] Vgl. Hoffman (1998), S. 116 f.

[40] Juergensmeyer (2004), S. 230 ff.

[41] Lewis (2003), S. 64

[42] Vgl. Hoffmann (1998), S. 129

[43] Corm (2004), S. 92

[44] Ebenda, (2004), S. 93 ff.

[45] Vgl. Heine (2004), S. 42 f.

[46] Vgl. Heine (2004), S. 25 ff.

[47] Ebenda (2004), S. 31 ff.

[48] Scholl-Latour (2002), S. 181

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Begründung von Terror am Beispiel von Schiiten und Sunniten
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Betriebs- und Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
69
Katalognummer
V267095
ISBN (eBook)
9783656578765
ISBN (Buch)
9783656578734
Dateigröße
753 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, begründung, terror, beispiel, schiiten, sunniten
Arbeit zitieren
Rhea-Sophia Riis (Autor), 2006, Entstehung und Begründung von Terror am Beispiel von Schiiten und Sunniten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267095

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