Ab dem 01.01.2015 ist PEPP verpflichtend als neues Entgeltsystem für Psychiatrie
und Psychosomatik einzuführen, sodass es für die Einrichtungen jetzt „volle
Kraft voraus“ heißt. Es gilt nun einen Fahrplan bzw. eine Art Checkliste zu
entwickeln, um die chronologisch entstehenden Aufgaben und Anforderungen
zu erfassen und so PEPP erfolgreich einzuführen.
Mit der Implementierung von PEPP soll ein „durchgängiges, leistungsorientieres
und pauschalierendes Vergütungssystem“ für Psychiatrie und Psychosomatik
auf Basis von tagesbezogenen Entgelten geschaffen werden. Folglich ist das
Ziel, ein vergleichbar tansparentes System zur DRG-Abrechnung in der
Psychiatrie und Psychosomatik zu etablieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Projektkonzeption
2 Projektvorbereitung
2.1 Management-Entscheidungen
2.2 Prozessidentifikation und -anpassung
3 Risiken-Analyse
3.1 Failure Mode and Effects Analysis (FMEA)
3.2 Kommunikation
3.3 Patientenvernachlässigung
3.4 Diagnosegruppen
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt einen normativen Leitfaden für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen, um die verpflichtende Einführung des neuen pauschalierenden Entgeltsystems (PEPP) strukturiert zu planen und die dabei entstehenden betriebswirtschaftlichen sowie prozessualen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
- Strukturierte Projektplanung für die PEPP-Implementierung
- Analyse von Führungs-, Leistungs- und Unterstützungsprozessen
- Risikobewertung mittels FMEA (Failure Mode and Effects Analysis)
- Bewältigung spezifischer Herausforderungen wie Kommunikation und Dokumentation
- Strategien zur Vermeidung von Abrechnungsfehlern und Patientenvernachlässigung
Auszug aus dem Buch
3.1 Failure Mode and Effects Analysis (FMEA)
Die FMEA ist zur Analyse von möglichen Fehlerursachen und deren Auswirkungen geeignet, um potenzielle Risiken während der Einführung von PEPP vorzubeugen. Hierbei werden die gesammelten Risiken mit Punkten zwischen 1 und 10 bemessen, wobei Risikoumfeld und -kontext berücksichtigt werden. Diese quantitative Bewertung findet in den drei Dimensionen Schadensausmaß (Bedeutung des Fehlers bzw. Fehlerfolgen), Eintrittswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit statt. Als Ausdruck der Risikohöhe und -dringlichkeit ergibt sich die sogenannte Risikoprioritätszahl durch Multiplikation der Einzelbewertungen von Bedeutung, Auftreten und Entdeckung.
Abb. 2 stellt drei zentrale Risiken für Einrichtungen in einer verkürzten FMEA dar, die während der Einführung des neuen Entgeltsystems auftreten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Projektkonzeption: Definiert die Notwendigkeit und das Ziel, ein transparentes, leistungsorientiertes Vergütungssystem auf Basis tagesbezogener Entgelte in der Psychiatrie und Psychosomatik zu etablieren.
2 Projektvorbereitung: Beleuchtet notwendige Management-Entscheidungen sowie die prozessuale Neugestaltung unter Berücksichtigung von Führungs-, Leistungs- und Unterstützungsprozessen.
3 Risiken-Analyse: Identifiziert und bewertet kritische Risikofelder bei der Systemumstellung mittels einer FMEA, darunter Kommunikation, Patientenversorgung und Kodierqualität.
4 Fazit und Ausblick: Betont die Unausweichlichkeit der PEPP-Einführung und unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Planung sowie der Einbindung der Mitarbeiter als Erfolgsfaktoren.
Schlüsselwörter
PEPP, Psychiatrie, Psychosomatik, Entgeltsystem, DRG, Prozessmanagement, FMEA, Risikomanagement, Patientenversorgung, Medizincontrolling, Kodierung, Krankenhausmanagement, Abrechnung, Veränderungsmanagement, Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fungiert als normativer Leitfaden zur strukturierten Implementierung des neuen pauschalierenden Entgeltsystems (PEPP) in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Projektvorbereitung, die Analyse von klinischen Geschäftsprozessen, das Risikomanagement sowie die organisatorischen Anforderungen an die Dokumentation und das Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einrichtungen einen Fahrplan an die Hand zu geben, um die Umstellung auf das PEPP-System effizient zu gestalten und potenzielle operative sowie finanzielle Risiken zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine prozessorientierte Analyse und wendet die Methode der Failure Mode and Effects Analysis (FMEA) zur systematischen Bewertung von Einführungsrisiken an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Projektkonzeption, die Vorbereitung der internen Prozesse, eine detaillierte Risikoanalyse der Implementierungsphase sowie konkrete Optimierungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind PEPP, Entgeltsystem, Prozessmanagement, FMEA, Risikomanagement, Klinikverwaltung und Qualitätssicherung.
Welche Risiken stehen bei der Einführung von PEPP besonders im Fokus?
Besonderes Augenmerk liegt auf der internen Kommunikation, einer potenziellen Patientenvernachlässigung durch Überlastung des Personals sowie Fehlern bei der diagnosebasierten Gruppierung.
Warum spielt die Dokumentation für das neue System eine so große Rolle?
Die Dokumentation ist unmittelbar abrechnungsrelevant, da sie die Grundlage für die Ermittlung des OPS-Kodes bildet und somit den finanziellen Erlös der Einrichtung direkt beeinflusst.
Wie kann das Risiko der fehlerhaften Diagnoseeinordnung reduziert werden?
Das Risiko soll durch die Überprüfung der Daten durch Kodierfachkräfte und eine gezielte Fort- und Weiterbildung des verantwortlichen Personals gemindert werden.
Welche Rolle spielt das Personal bei der Einführung von PEPP?
Das Personal ist ein zentraler Erfolgsfaktor; eine rechtzeitige Einbindung durch Kommunikation ist essenziell, um Widerstände abzubauen und die notwendige fachliche Qualität bei der Dokumentation zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Theresa Nuhn (Autor:in), 2013, Ein normativer Leitfaden zur Implementierung des neuen Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267105