[...] Diese Hausarbeit gliedert sich in zwei Kapitel. Nach der Einleitung soll der
Einfluss der Traditionalisten4 behandelt werden. Zur Betrachtung wurde hierfür
die „Himmeroder Denkschrift“5 und das „Amt Blank“6 gewählt. Beide stellen
einen wesentlichen Abschnitt in der Entwicklung der Bundeswehr dar. Das
darauffolgende Kapitel behandelt den Einfluss der Reformer bei der
Wiederbewaffnung der Bundeswehr. Hierfür wurden die zwei Hauptakteure als
Beispiele benutzt. Graf von Baudissin7, als Mitbegründer des Konzepts der
„Inneren Führung“8 wichtig für die spätere Entwicklung der Bundeswehr und
Theodor Blank9, als erster Verteidigungsminister der Bundeswehr, um die
Querellen innerhalb des „Amtes Blank“ zu beschreiben. Zum Schluss werden
die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammengefasst werden und
die These beantwortet, ob der Einfluss der Traditionalisten größer war als der
Einfluss Reformer.
4 Anm. Detlef Bald kritisiert in dem Buch Hilmar Linnenkamp/ Dieter S. Lutz: Innere
Führung. Zum Gedenken an Wolf Graf Baudissin, 1. Aufl., Baden-Baden 1995, S. 44,
die Aufteilung der Akteure in Traditionalisten und Reformer von Gert Schmückle, da die
Gruppen nicht so Heterogen seien wie der Name dies Vermuten lässt. In dieser
Hausarbeit sollen diese Begriffe dennoch benutzt werden da sie eine klare Abgrenzung
zulassen und so den Einfluss der einzelnen Gruppen zu erklären erlaubt.
5 Anm. Nach dem Tagungsort im Eifelkloster Himmerod benannte Konferenz welche
das Konzept für Rüstung und Organisation, Ausstattung und Ausrichtung der
Bundeswehr verfasste.
6 Anm. Das Verteidigungsministerium wurde in seinen Anfängen umgangssprachlich
nach dem ersten Verteidigungsminister Theodor Blank benannt.
7 Nähere Beschreibung siehe Kapitel 3.1, S. 9
8 Anm. Als „Innere Führung“ oder auch „Staatsbürger in Uniform“, wird das von Wolf
Graf von Baudissin entwickelte Konzept bezeichnet . „Es bedeutete die Übertragung
grundlegender Wertvorstellungen der Demokratie auf das Militär“, Kleßmann,
Christoph: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955-1970, 2.,
überarbeitete und erweiterte Aufl., Bonn 1997, S. 148
9 Nähere Beschreibung siehe Kapitel 3.3, S. 10
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Einfluss der Traditionalisten
2.1 Die Himmeroder Denkschrift
2.2 Der Einfluss der Traditionalisten bei der Himmeroder Denkschrift
2.3 Das Amt Blank
2.4 Der Einfluss der Traditionalisten im Amt Blank
3. Der Einfluss der Reformer
3.1 Graf von Baudissin
3.2 Der Einfluss von Graf Baudissin bei der Wiederbewaffnung
3.3 Theodor Blank
3.4 Die Probleme im Amt Blank
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den machtpolitischen Einfluss von Traditionalisten und Reformern während der Gründungsphase der Bundeswehr, insbesondere im Kontext der Himmeroder Denkschrift und des Amtes Blank. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welcher dieser beiden Akteursgruppen bei der Gestaltung der militärischen Strukturen und der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland dominierte.
- Historische Analyse der Himmeroder Konferenz und der Rolle ehemaliger Wehrmachtsoffiziere.
- Untersuchung des Konzepts der „Inneren Führung“ und dessen Umsetzung unter Graf von Baudissin.
- Analyse der zivilen Führung des Amtes Blank durch Theodor Blank im Spannungsfeld militärischer Interessen.
- Evaluation des Einflusses von Franz Josef Strauß und der Personalstruktur der frühen Bundeswehr.
Auszug aus dem Buch
2.4 Der Einfluss der Traditionalisten im Amt Blank
Graf Baudissin war von Anfang an mit seinem Konzept der „Inneren Führung“ auf Skepsis bei den Militärs gestoßen. Aufgrund der öffentlichen Skepsis gegenüber der Wiederbewaffnung, wurde das Konzept des „Staatsbürgers in Uniform“ als Legitimitätsbeschaffung gegenüber der Öffentlichen Meinung benutzt. Dies lässt sich daran festmachen das, daß Konzept der „Inneren Führung“ bei der Einrichtung des Amtes Blank bzw. des Verteidigungsministerium nicht als Gesetz verankert wurde, sondern dem Referat „Inneres Gefüge“ zugeordnet. Die mangelnde Legitimität des Referates „Inneres Gefüge“ zeigt sich dadurch das es als Referat der Unterabteilung Personal zugeteilt werden sollte. Dies hätte einen Bedeutungsverlust zur Folge gehabt, da es einen geringeren Stellenwert innerhalb des Abteilungssystem des Amtes Blanks besessen hätte. Die Unterabteilung hatte den ehemaligen Wehrmachtsoffizier Bonin als Vorgesetzten. In der Position als Abteilungsleiter der Unterabteilung Personal, sorgte Bonin für die Einstellung von Soldaten seiner Couleur. Dies führte zu einer zunehmenden Distanzierung zu den Plänen des Konzepts der „Inneren Führung“. Der Gegensatz zwischen den Vorstellungen von Bonin und Baudissin nahmen zu. Durch eine Unterstellung des Referats „Inneres Gefüges“, unter der Leitung von Graf Baudissin, zu der Unterabteilung Personal, hätte Bonin die Kontrolle über eben dieses erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Phase der Umstrukturierung der Bundeswehr und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss von Traditionalisten und Reformern während der Wiederbewaffnung zu untersuchen.
2. Der Einfluss der Traditionalisten: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Himmeroder Denkschrift und der Struktur des Amtes Blank aus Sicht der traditionalistischen, teils wehrmachtsorientierten Akteure.
3. Der Einfluss der Reformer: Hier werden die Akteure Graf von Baudissin und Theodor Blank beleuchtet und ihre Bemühungen sowie Hindernisse bei der Implementierung von Reformkonzepten beschrieben.
4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die These, dass die Traditionalisten in der frühen Phase der Wiederbewaffnung einen stärkeren Einfluss ausübten als die Reformer.
Schlüsselwörter
Wiederbewaffnung, Bundeswehr, Amt Blank, Himmeroder Denkschrift, Traditionalisten, Reformer, Innere Führung, Graf von Baudissin, Theodor Blank, Staatsbürger in Uniform, Wehrmacht, militärische Hierarchie, Verteidigungsministerium, Primat der Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die machtpolitische Auseinandersetzung zwischen Traditionalisten und Reformern während der Anfänge der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Himmeroder Denkschrift, der Etablierung des Amtes Blank sowie dem Ringen um demokratische Reformen wie die „Innere Führung“.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Einfluss der Traditionalisten stärker war als jener der Reformer bei der Gestaltung der frühen Strukturen der Bundeswehr.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Literatur sowie Primärquellen wie Denkschriften und administrativen Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte, die jeweils den Einfluss der Traditionalisten und der Reformer an konkreten Beispielen wie dem Wirken von Graf von Baudissin und Theodor Blank untersuchen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind „Innere Führung“, „Traditionalisten“, „Reformer“, „Amt Blank“ und „Primat der Politik“.
Warum konnte sich Graf von Baudissin mit seinem Reformkonzept nicht voll durchsetzen?
Sein Konzept stieß auf den Widerstand einer bereits formierten Front ehemaliger Wehrmachtsoffiziere, die an alten Strukturen festhalten wollten und Baudissins militärischen Rang als zu niedrig für weitreichende Neuerungen betrachteten.
Welche Rolle spielte Franz Josef Strauß im Amt Blank?
Er fungierte als starker Widerpart zu Theodor Blank, opponierte gegen die Reformbestrebungen und rekrutierte gezielt Personal, das der traditionellen Militärstruktur nahestand.
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- Andreas Feld (Author), 2002, Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26713