Youth at the Margins


Hausarbeit, 2013

16 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1 Arbeitslosigkeit von Jugendlichen

2 Jugendarbeitslosigkeit in Europa

3 Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU

4 Gründe für Jugendarbeitslosigkeit

5 Folgen von Jugendarbeitslosigkeit
5.1 Psychische Folgen
5.2 Jugendarbeitslosigkeit und Kriminalität
5.3 Jugendarbeitslosigkeit als Gefahr für die Gesellschaft
5.4 Wirtschaftliche Folgen

6 Probleme der EU beim Umgang mit Jugendarbeitslosigkeit

7 Die Bedeutung der Jugend für die EU

Literaturverzeichnis

1 Arbeitslosigkeit von Jugendlichen

Arbeitslosigkeit ist eines der größten Probleme der heutigen Zeit. Besonders problematisch ist die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen. Die Jugendlichen sind die Zukunft der Gesellschaft. Daher ist es aus diversen Gründen wichtig, dass ihre Kreativität und ihre Potenziale nicht verschenkt werden. In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Jugendarbeitslosigkeit in den Staaten der Europäischen Union. Ich werde darstellen, welche Folgen Arbeitslosigkeit für Jugendliche hat und wie die Jugendarbeitslosenquote sich seit der Gründung der EU bis heute verändert hat. Der besondere Fokus liegt hier bei der Entwicklung seit dem Ausbruch der „Eurokrise“. Außerdem werde ich beschreiben, welche Maßnahmen von Seiten der Mitgliedsstaaten und der Europäischen Union ergriffen wurden, um Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern. Damit soll die Frage beantwortet werden, wie wichtig das Thema Jugendarbeitslosigkeit für die gesamte EU ist und warum in Zukunft alles dafür getan werden sollte, um die Erwerbslosigkeit von Jugendlichen endgültig zu beseitigen.

Die statistischen Daten zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa beziehen sich auf Berechnungen von „Eurostat“. Eine wichtige Quelle für diese Arbeit ist das Buch „Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union - Integration oder Marginalisierung“ von Barabara Tham. Thams Ausführungen über die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU seit ihrer Gründung und ihre Ansichten zur Relevanz von Jugendarbeitslosigkeit für die Gesellschaft sind ein wichtiger Baustein der folgenden Arbeit.

Brigitte Schels lieferte mit ihren Ausführungen zur psychischen Wirkung der Arbeitslosigkeit auf Jugendliche wichtiges Material. Die Bedeutung von Bildung für Jugendliche lieferte der Beitrag „Frankreich“ von Patrick Werquin im Buch „Jugendarbeitslosigkeit - Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme in Europa“. Einen Überblick über die aktuelle Entwicklung im Zuge der Eurokrise lieferte GAB Karl Brenke in seinem Artikel „Arbeitslosigkeit in Europa: Jugendliche sind viel stärker betroffen als Erwachsene. Fakten zum Zusammenhang von Jugendarbeitslosigkeit und Gewalt beziehen sich auf Axel Desseckers Beitrag „Arbeitsmärkte, Jugendarbeitslosigkeit und

Delinquenz: ein Überblick“ im Buch „Jugendarbeitslosigkeit und Kriminalität“. Dazu habe ich mehrere Zeitungsartikel in meine Recherche mit einbezogen. Diese stammen aus dem „Spiegel“, der „ZEIT“, der „Süddeutschen Zeitung“, des „Stern“ und von der Homepage der „Tagesschau“.

2 Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Bei der Quote der Jugendarbeitslosen werden alle Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahren registriert (vgl. Eurostat 2011). Da in dieser Phase des Lebens viele Menschen noch Schüler, Studenten oder Auszubildende sind, liegt die Jugendarbeitslosenquote im Normalfall immer über der Gesamtarbeitslosenquote (vgl. Eurostat 2012a). Dennoch werden in die Statistik nur diejenigen aufgenommen, die in den vier Wochen vor der Umfrage zumindest zeitweise aktiv auf Arbeitssuche waren (vgl. Eurostat 2012b). Somit offenbaren die Daten Probleme der Jugendlichen bei der Jobsuche, die von der Politik ernst genommen werden müssen. Gerade für junge Menschen, die als wichtige Partizipierende der zukünftigen Gesellschaft angesehen werden, ist die Arbeitslosigkeit problematisch. Die Jugendarbeitslosenquoten können dabei helfen, zentrale Probleme im Umgang der Politik mit den Jugendlichen zu offenbaren und sind zudem ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen von gesamtwirtschaftlichen Krisen, wie beispielsweise der Eurokrise auf den Arbeitsmarkt der Zukunft.

Im folgenden Abschnitt steht zunächst die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit seit der Gründung der Europäischen Union im Jahr 1992 im Fokus.

3 Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU

Eine wirtschaftliche Rezession führte in den 1990er Jahren zu einem rapiden Rückgang der Beschäftigungszahlen. Von 1991 bis 1994 verloren fünf Millionen Bürger der Europäischen Union ihre Arbeit. Das bedeutete im Jahr 1994 eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf elf Prozent (vgl. Europäische Kommission 1997). Diese Zahl sank dank einer verbesserten Konjunktur bis ins Jahr 1997 auf 10,7 Prozent. Die Quote der jugendlichen Arbeitslosen lag zu diesem Zeitpunkt im EU-Durchschnitt bei 20,9 Prozent. Während Österreich mit 5,9 Prozent, Dänemark mit 8,4 Prozent und die Niederlande mit 8,7 Prozent im Jahr 1997 vergleichsweise wenige Jugendliche ohne Arbeit zu beklagen hatten, bereiteten die Zahlen der Spanier und der Italiener Sorgen. In Spanien waren mit 38,4 Prozent deutlich mehr als ein Drittel der Jugendlichen auf Arbeitssuche, dicht gefolgt von 32,9 Prozent in Italien (vgl. Eurostat 1997:6). Besonders brisant sind auch die Daten über die Dauer der Arbeitslosigkeit. 1997 suchten nur 39,2 Prozent der jugendlichen Erwerbslosen weniger als sechs Monate nach einem Job. 19,9 Prozent fanden sogar über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren keine Arbeitsstelle (vgl. Eurostat 1998, S. 234f). Bis zum Jahr 2000 sank die Jugendarbeitslosenquote in den Staaten der Europäischen Union auf 17,3 Prozent. In den darauffolgenden Jahren stieg sie jedoch kontinuierlich an, bis sie im Jahr 2005 bei 18,7 Prozent lag. Damit stieg die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Zeitraum rapider an als die Arbeitslosigkeit der Personen von 25 bis 74 Jahre, die von 2000 (7,4 Prozent) bis 2005 (7,7 Prozent) um nur 0,3 Prozentpunkte wuchs. Bis zum Jahr 2008 vollzog sich eine sehr positive Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union: Die Quote fiel bis auf 15,7 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote der 25-74-jährigen EU-Bürger sank deutlich - auf sechs Prozent (vgl. Eurostat 2012c). Dieser Trend kam jedoch im Jahr 2009 zu einem jähen Ende, als die Auswirkungen der im Jahr 2008 ausgebrochenen globalen Finanzkrise und der daraus resultierenden Eurokrise den Arbeitsmarkt erreichten (vgl. Brenke 2012:2). Die Arbeitslosenquote der 15-24-jährigen explodierte förmlich und stand im Jahr 2009 bei 20,1 Prozent. Bis zum Februar 2013 stieg sie weiter auf 23,5 Prozent. Das entspricht 5,694 Millionen Jugendlichen ohne Arbeitsplatz. Deutlich zeigt sich, dass sich die Eurokrise nicht nur auf die 17 Eurostaaten auswirkt, sondern in gleichem Maß auch auf die anderen zehn Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Jugendarbeitslosenzahlen der Eurostaaten lagen mit 23,9 Prozent nur geringfügig höher als die der gesamten EU. Im Ländervergleich stehen Deutschland (7,7 Prozent), Österreich (8,9 Prozent) und die Niederlande (10,4 Prozent) am besten da, während in Griechenland (58,4 Prozent) und Spanien (55,7 Prozent) mehr als die Hälfte der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Erhebung ohne Job waren (vgl. Eurostat 2013:4).

Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ging in etwa gleichem Maße voran, wie der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Erwachsenen. Lediglich die Auf- und Abschwünge äußerten sich bei den Jugendlichen stärker. Dennoch sieht der Soziologe Karl Brenke die Jugendlichen in der EU stärker benachteiligt, als die anderen Altersklassen. Er beschreibt, dass Jugendliche generell schlechtere Chancen haben einen Job zu finden, als Erwachsene. Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung haben innerhalb der EU deutliche Nachteile gegenüber den Erwachsenen: sogar, wenn man einen Jugendlichen mit abgeschlossener Berufsausbildung mit einem unqualifizierten Erwachsenen vergleicht. Offensichtlich ist den Arbeitgebern Lebens- und Berufserfahrung sehr wichtig. Er beschreibt aber auch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsländern der Europäischen Union.

So ist die Benachteiligung deutscher Jugendlicher vergleichsweise gering, während die Heranwachsenden in Italien, Schweden, Polen und Großbritannien einen besonders schweren Stand haben (vgl. Brenke 2012:11). Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in den folgenden Jahren sogar noch weiter ansteigen wird (vgl. Die ZEIT 2012).

4 Gründe für Jugendarbeitslosigkeit

Jugendarbeitslosigkeit hat viele unterschiedliche Gründe. Darüber, dass schulische und berufliche Bildung eine zentrale Rolle für den Erfolg oder Misserfolg der Jugendlichen bei der Suche nach Arbeit spielt, besteht in der wissenschaftlichen Diskussion jedoch kein Zweifel. „Arbeitssuchende müssen über ein gutes Bildungs- und Ausbildungsniveau verfügen, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben“ (Tham 1999:37). Besonders gefragt sind Akademiker. So lässt sich für die meisten Staaten der EU sagen, dass die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit sinkt, je besser der Jugendliche gebildet ist (vgl. Tham 1999:38f).

Karl Brenke bezweifelt aber, dass die hohe Jugendarbeitslosigkeit nur in unzureichender Qualifikation der Jugendlichen begründet ist, da sich dies nur in wenigen Ländern nachweisen lasse. Er sieht die Probleme eher in der fehlenden Berufserfahrung begründet. Das zeige sich vor allem daran, dass „in jenen Ländern, in denen relativ viel betrieblich ausgebildet wird, bei den Personen mit einer Ausbildung der Unterschied zwischen den Erwerbslosenquoten der Jugendlichen und der Erwachsener vergleichsweise gering ist“ (Brenke 2012:10). Eine praxisnahe Ausbildung kann also in diesen Staaten das Arbeitslosigkeitsrisiko für Jugendliche senken (vgl. Brenke 2012:10). Das Argument der fehlenden Erfahrung schildert auch Patrick Werquin (vgl. Werquin 2000:33). Sowohl Brenke als auch Werquin betonen das Fehlen einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Grund für spätere Arbeitslosigkeit (vgl. Werquin 2000:34 und Brenke 2012:10).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Youth at the Margins
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V267186
ISBN (eBook)
9783656587293
ISBN (Buch)
9783656587378
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendarbeitslosigkeit, Jugend, Arbeitslosigkeit, Europäische Union, Gefahr für die EU, Währungskrise
Arbeit zitieren
Pascal Kimmich (Autor:in), 2013, Youth at the Margins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267186

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