Entwicklung des tertiären Sektors in Deutschland


Hausarbeit, 2013
30 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Drei-Sektoren-Theorie
2.1 Sektoraler Strukturwandel
2.2 Ursachen des Strukturwandels

3. Geschichtlicher Hintergrund
3.1 Status quo um 1800
3.2 Im Verlauf des 19. Jahrhunderts
3.3 Zwischenfazit
3.4 Bis Mitte des 20. Jahrhunderts
3.5 Ab Mitte des 20. Jahrhunderts

4. Tertiärisierung
4.1 Ursachen der Tertiärisierung
4.2 Klassifizierung von Dienstleistungen
4.3 Effekte der Tertiärisierung
4.4 Kritische Würdigung

5. Ausblick

6. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Das Modell der Drei-Sektoren-Theorie

Abbildung 2: Anteil der in den einzelnen Wirtschaftssektoren Beschäftigten an der Gesamtzahl

Tabelle 1: Aufgliederung der drei Wirtschaftssektoren

1. Einleitung

Die Bedeutung des tertiären Sektors in der heutigen Zeit lässt sich gut am beispielhaften Tagesablauf eines Menschen verdeutlichen:

Der Tag beginnt pünktlich um 06:00 Uhr mit dem Einsetzen des Radioweckers. Nachdem die Kinder geweckt, fertig angezogen und gesättigt sind, werden sie in den Kindergarten oder zur Schule gebracht. Anschließend machen wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zur Arbeit. In der Mittagspause stellen wir fest, dass das Portemonnaie mal wieder leer ist und vor dem Essen noch ein Gang zur Bank angestrebt werden muss. Praktischerweise liegt auf dem Weg der Italiener unseres Vertrauens, bei dem der Mittagstisch bestellt wird. Nach der Arbeit folgen ein schneller Besuch beim Hausarzt, um dort das benötigte Rezept abzuholen und ein Termin beim Friseur. Endlich zu Hause angekommen, wird der der Computer hochgefahren, um sich über die Geschehnisse des Tages zu informieren, bevor am Abend der Tag vor dem Fernsehen mit der Familie ausklingt.

Aus dem geschilderten Sachverhalt ergibt sich die Leitfrage, mit der sich die vorliegende Arbeit beschäftigt: Ist Deutschland eine Dienstleistungsgesellschaft?

Die Entwicklung des tertiären Sektors wird im Folgenden beschrieben und analysiert. Dabei werden sowohl eine räumliche Begrenzung auf die Bundesrepublik Deutschland bzw. ihre früheren Erscheinungsformen als auch eine zeitliche Begrenzung auf die Zeitspanne von 1800 bis in die Gegenwart vorgenommen.

Die Auswahl der Quellen umfasst Lehrbücher, Wirtschaftsgeschichtsbücher aus der Bibliothek der Hochschule Koblenz und aktuelle Artikel und Daten aus dem Internet. Die Entwicklung des tertiären Sektors ist noch lange nicht abgeschlossen, weswegen die Einbeziehung aktueller Artikel wichtig ist.

2. Drei-Sektoren-Theorie

Um die Entwicklung des tertiären Sektors in Deutschland aufzeigen zu können, bedarf es im ersten Schritt einer Definition der verschiedenen Sektoren einer Wirtschaft.

Die Drei-Sektoren-Theorie wurde in den 1930er Jahren von den Ökonomen G.B. Fisher und Colin Clark ausgearbeitet.[1] In Deutschland wurde diese Theorie im Jahre 1954 durch den Franzosen Jean Fourastié bekannt, der damit elementare, langfristige Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft erklärte.[2] Nach diesem Ansatz ist es möglich, eine Volkswirtschaft in drei Sektoren zu zerlegen: den primären, den sekundären und den tertiären Sektor.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Aufgliederung der drei Wirtschaftssektoren

(Eigene Darstellung - In Anlehnung an: Pierenkemper, Wirtschaftsgeschichte, 2009, S. 134)

Die Zuordnung des Bergbaus ist in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Aus diesem Grunde wird der Bergbau in manchen Büchern sowohl zum primären als auch zum sekundären Sektor gezählt.[4]

Die folgende Grafik zeigt die modellhafte Entwicklung der drei Wirtschaftssektoren im Zeitverlauf von 1800 bis 2100.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Modell der Drei-Sektoren-Theorie

(Quelle: Latz, Diercke Geographie, 2011, S.164)

Es existieren drei unterschiedliche Messgrößen, um die Anteile der jeweiligen Sektoren an der Gesamtwirtschaft bestimmen zu können:[5]

- Anteil der jeweiligen Sektoren am Bruttoinlandsprodukt
- Anteil der jeweiligen Sektoren an der Bruttowertschöpfung
- Anteil der jeweiligen Sektoren an den insgesamt Beschäftigten

Fourastié veröffentlichte sein Modell im Jahre 1954 und prognostizierte die Entwicklung der einzelnen Sektoren bis zum Jahre 2100. Um diese vorausgesagte Entwicklung aus heutiger Sicht zu überprüfen, bedarf es eines Vergleiches mit den tatsächlichen Beschäftigtenzahlen im Zeitraum 1950 bis 2010.[6]

2.1 Sektoraler Strukturwandel

In seinem Modell nahm Fourastié an, dass es im Laufe der Zeit in jeder Volkswirtschaft zu einem sektoralen Strukturwandel kommt. Dabei läuft jeder Strukturwandel grundsätzlich gleich ab: In der Entstehungsphase einer Volkswirtschaft ist diese stark agrarisch geprägt, da zu dieser Zeit der primäre Sektor den größten Anteil an der Wirtschaft einnimmt. Wächst eine Volkswirtschaft, entwickelt sich eine Agrargesellschaft zunächst zu einer Industriegesellschaft. Bezeichnend hierfür ist, dass der sekundäre Sektor den relevantesten Part in der Wirtschaft einnimmt. Schließlich entwickelt sich eine Volkswirtschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft, in welcher der tertiäre Sektor die wichtigste Rolle spielt.[7]

2.2 Ursachen des Strukturwandels

Die Ursachen für diesen sektoralen Strukturwandel sieht Fourastié zum einen in der Steigerung der Produktivität pro Arbeitskraft durch technischen Fortschritt und zum anderen im steigenden Einkommen der Menschen.[8]

Der technische Fortschritt wird in der Regel in drei Erscheinungsformen unterschieden: Automatisierung, Rationalisierung und Synergie- bzw. Skaleneffekte.[9]

Die Entwicklung des technischen Fortschritts stufte Fourastié in den drei Sektoren unterschiedlich stark ein. Im primären Sektor ist der technische Fortschritt nur mittelmäßig stark. Das bedeutet, dass ein Anstieg der Produktivität im Laufe der Entwicklung nur gering stattfindet. Im sekundären Sektor hingegen ist ein sehr großer technischer Fortschritt festzustellen. Im tertiären Sektor spricht Fourastié von keinem oder einem nur sehr begrenzten technischen Fortschritt.[10]

3. Geschichtlicher Hintergrund

Um die unterschiedliche Entwicklung der drei Sektoren verstehen zu können, bedarf es einer Erklärung des geschichtlichen Hintergrundes.

[...]


[1] Vgl. Pierenkemper, Wirtschaftsgeschichte, 2009, S.136 ; Vgl. dazu auch: Walter, Wirtschaftsgeschichte, 2011, S.227.

[2] Vgl. Latz, Diercke Geographie, 2011, S.164.

[3] Vgl. Wildmann, Wirtschaftspolitik, 2012, S.6.

[4] Vgl. Pierenkemper, Wirtschaftsgeschichte, 2009, S.134.

[5] Vgl. zu diesem Abschnitt: Ellrich, Geographie Infothek, Infoblatt Tertiärisierung, 2012, abrufbar im Internet unter: www2.klett.de (Stand: 29.10.2013).

[6] Siehe Anhang 1: Nachgestelltes Modell der Drei-Sektoren-Theorie, S.15.

[7] Vgl. zu diesem Abschnitt: Pierenkemper, Wirtschaftsgeschichte, 2009, S.134.

[8] Vgl. Grimm, Geographie Infothek, Infoblatt Modell des sektoralen Wandels nach Fourastié, 2012, abrufbar im Internet unter: www2.klett.de (Stand: 29.10.2013).

[9] Vgl. Eisbär Media GmbH, Woxikon Magazin, Der technische Fortschritt: Ein Weg in die Abhängigkeit?, abrufbar im Internet unter: http://magazin.woxikon.de (Stand: 06.11.2013).

[10] Vgl. zu diesem Abschnitt: Grimm, Geographie Infothek, Infoblatt Modell des sektoralen Wandels nach Fourastié, 2012, abrufbar im Internet unter: www2.klett.de (Stand: 29.10.2013).

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Entwicklung des tertiären Sektors in Deutschland
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
30
Katalognummer
V267205
ISBN (eBook)
9783656576631
ISBN (Buch)
9783656576624
Dateigröße
864 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Wirtschaft, Wirtschaftsgeschichte, tertiärer Sektor
Arbeit zitieren
Kenny Kissel (Autor), 2013, Entwicklung des tertiären Sektors in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267205

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