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Gender(ing) in Prekarisierungsdebatten und -prozessen

Eine feministisch-inspirierte und genderkritische Analyse von ausgewählten Texten zum Zusammenhang von Prekarisierung und Gendering

Title: Gender(ing) in Prekarisierungsdebatten und -prozessen

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Susan Schröder (Author)

Gender Studies
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit geht es um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Prekarisierung in Zusammenhang gedacht mit konstatierten Transformationsprozessen der Arbeits-, Wohlfahrts- und Genderregime. Ausgangsthese der Arbeit ist, Aulenbacher’s Argumentation folgend, dass in Bezug auf gegenwärtige Transformationsprozesse „[e]in industriesoziologischer Topos“ vorherrscht, der sich von Schwerpunktsetzungen und Theoretisierungen der Frauen- und Geschlechterforschung unterscheidet. Der Topos bezieht sich auf die „malestream“ Ausrichtung und Perspektivierung der Theoretiker und wird in feministischen Theoretisierungen kritisiert, umformuliert und weiter- bzw. anders gedacht. Der noch genauer darzustellende Topos lässt sich als Defizit- bzw. Mangelperspektive beschreiben, insbesondere begründet auf der Zentralsetzung von Integration und Inklusion als ‚Normalzustand des Sozialen‘. Der Arbeit liegt eine genderkritische und feministisch-inspirierte Perspektive zu Grunde. Bei der geht es darum, Wissenskonstruktionen in Bezug auf das Phänomen Prekarisierung hinsichtlich der Konstituierung von Ungleichheitsverhältnissen, Normierungen und Ausblendungen zu analysieren und zu reflektieren. Der hier verwendete Genderbegriff ist interdependent gedacht. D.h. ich gehe davon aus, dass gesellschaftliche Phänomene hierarchisch strukturiert und verschiedene Ungleichheitsverhältnisse in einem je spezifischen Kontext miteinander verwoben und dahingehend zu situieren sind. Zudem ist ein Anliegen dieser Arbeit „vergeschlechtlicht-hierarchisierte und heteronormative Verfügungen zurückzuweisen und das Begehren zu artikulieren, anders in der Welt zu sein“ sowie an der Herstellung, von „gesellschaftlich wünschenswerte[r] Arbeit, der Möglichkeit einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe für Frauen und Männer sowie (…) [der] Herstellung sozialer Gleichheit“ mitzuwirken.

Im Rahmen dieser Arbeit wird einerseits das Phänomen Prekarisierung mit seinen Auswirkungen dargestellt und diskutiert; zum anderen wird es um die Analyse und Reflexion ausgewählter Ausschnitte der Debatte um Prekarisierung gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rahmung und Begriffsklärung

2. Das Normalarbeitsverhältnis (NAV) als hegemoniale Referenzfolie zu Prekarisierung

3. Bundesdeutscher Kontext in Modellen und Zahlen

4. „Prekarität ist überall“- Bourdieus Konzept von Prekarität als neuem gesellschaftlichem Modus

5. Castels „Wiederkehr der sozialen Unsicherheit“ unter Berücksichtigung feministischer Interventionen und kritischer Theoretisierungen

6. Prekariat/Prekarier_innen, eine neue soziale Kategorisierung?

7. Feministische Interventionen: Zwischen Anomie und Normalisierung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Prekarisierung im Kontext der Transformationsprozesse von Arbeits-, Wohlfahrts- und Genderregimen. Das primäre Ziel besteht in einer genderkritischen und feministisch-inspirierten Analyse von Wissenskonstruktionen, um Konstituierung von Ungleichheitsverhältnissen, Normierungen und Ausblendungen innerhalb der soziologischen Debatte aufzudecken.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit Prekarisierung und gesellschaftlichen Transformationsprozessen.
  • Kritische Analyse zentraler Texte von Bourdieu und Castel aus feministischer Perspektive.
  • Untersuchung der Rolle des Normalarbeitsverhältnisses (NAV) als hegemoniale Referenzfolie.
  • Interdependente Betrachtung von Geschlechterverhältnissen und deren Rolle bei Prekarisierungsprozessen.
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Reproduktionsarbeit und deren Ausblendung in der malestream-Soziologie.

Auszug aus dem Buch

Einleitung

In dieser Arbeit geht es um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Prekarisierung in Zusammenhang gedacht mit konstatierten Transformationsprozessen der Arbeits-, Wohlfahrts- und Genderregime. Ausgangsthese der Arbeit ist, Aulenbacher’s Argumentation folgend, dass in Bezug auf gegenwärtige Transformationsprozesse „[e]in industriesoziologischer Topos“ vorherrscht, der sich von Schwerpunktsetzungen und Theoretisierungen der Frauen- und Geschlechterforschung unterscheidet. Der Topos bezieht sich auf die „malestream“ Ausrichtung und Perspektivierung der Theoretiker und wird in feministischen Theoretisierungen kritisiert, umformuliert und weiter- bzw. anders gedacht.

Der noch genauer darzustellende Topos lässt sich als Defizit- bzw. Mangelperspektive beschreiben, insbesondere begründet auf der Zentralsetzung von Integration und Inklusion als ‚Normalzustand des Sozialen‘. Der Arbeit liegt eine genderkritische und feministisch-inspirierte Perspektive zu Grunde. Bei der geht es darum, Wissenskonstruktionen in Bezug auf das Phänomen Prekarisierung hinsichtlich der Konstituierung von Ungleichheitsverhältnissen, Normierungen und Ausblendungen zu analysieren und zu reflektieren.

Der hier verwendete Genderbegriff ist interdependent gedacht. D.h. ich gehe davon aus, dass gesellschaftliche Phänomene hierarchisch strukturiert und verschiedene Ungleichheitsverhältnisse in einem je spezifischen Kontext miteinander verwoben und dahingehend zu situieren sind. Zudem ist ein Anliegen dieser Arbeit „vergeschlechtlicht-hierarchisierte und heteronormative Verfügungen zurückzuweisen und das Begehren zu artikulieren, anders in der Welt zu sein“ sowie an der Herstellung, von „gesellschaftlich wünschenswerte[r] Arbeit, der Möglichkeit einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe für Frauen und Männer sowie (…) [der] Herstellung sozialer Gleichheit“ mitzuwirken.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Prekarisierung ein und legt die genderkritische Perspektive sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.

1. Rahmung und Begriffsklärung: Dieses Kapitel kontextualisiert das Phänomen Prekarisierung innerhalb der gesellschaftlichen Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland und definiert zentrale Begriffe wie das Geschlechterarrangement.

2. Das Normalarbeitsverhältnis (NAV) als hegemoniale Referenzfolie zu Prekarisierung: Hier wird das Normalarbeitsverhältnis als Referenzfolie für prekäre Beschäftigung analysiert, wobei insbesondere die disziplinierenden und diskriminierenden Wirkungen des NAV beleuchtet werden.

3. Bundesdeutscher Kontext in Modellen und Zahlen: Dieses Kapitel betrachtet empirische Befunde zu atypischen Erwerbsformen in der BRD und deren Auswirkungen auf die Arbeitsmarktintegration, insbesondere von Frauen.

4. „Prekarität ist überall“- Bourdieus Konzept von Prekarität als neuem gesellschaftlichem Modus: Die Analyse konzentriert sich auf Pierre Bourdieus Konzept der Prekarität als Teil einer neuartigen Herrschaftsform, die auf Unsicherheit basiert.

5. Castels „Wiederkehr der sozialen Unsicherheit“ unter Berücksichtigung feministischer Interventionen und kritischer Theoretisierungen: Dieses Kapitel kritisiert Robert Castels Prekarisierungsthese unter Einbeziehung feministischer Ansätze, die insbesondere die Ausblendung der Reproduktionssphäre bemängeln.

6. Prekariat/Prekarier_innen, eine neue soziale Kategorisierung?: Hier wird die wissenschaftliche Debatte um neue soziale Kategorisierungen wie das „Prekariat“ kritisch hinterfragt und die Einseitigkeit der Debatte zugunsten einer differenzierteren Betrachtung angefochten.

7. Feministische Interventionen: Zwischen Anomie und Normalisierung: Dieses Kapitel stellt feministische Perspektiven vor, die Prekarisierung nicht als Abweichung, sondern als konstitutiven Modus des Sozialen betrachten.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Prekarisierung geschlechtsspezifische Ausprägungen hat und die Debatte durch eine Mangelperspektive verengt wird, was eine neue, relationale Betrachtungsweise erfordert.

Schlüsselwörter

Prekarisierung, Normalarbeitsverhältnis, Gender, Geschlechterarrangement, feministische Arbeitsforschung, Reproduktionsarbeit, soziale Unsicherheit, prekäre Beschäftigung, Transformationsprozesse, Soziologie, Inklusion, Exklusion, Interdependenz, Prekariat, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theoretischen Auseinandersetzung des Phänomens Prekarisierung im Kontext moderner gesellschaftlicher Transformationsprozesse unter einer genderkritischen und feministisch-inspirierten Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Feldern gehören die Transformation von Arbeits- und Wohlfahrtsregimen, die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnisses, Geschlechterverhältnisse sowie die Rolle der Reproduktionsarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die kritische Analyse von Wissenskonstruktionen in der Prekarisierungsdebatte, um versteckte Normierungen und Ungleichheitsverhältnisse sowie die systematische Ausblendung von Geschlechteraspekten aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die zentrale Texte aus dem sozialwissenschaftlichen Kontext analysiert, kritisch sichtet und durch feministische sowie genderkritische Erkenntnisse konterkariert und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Rahmung, die Untersuchung des Normalarbeitsverhältnisses, empirische Kontexte der BRD sowie eine fundierte Analyse und Kritik an den Ansätzen von Bourdieu und Castel aus feministischer Sicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Prekarisierung, Normalarbeitsverhältnis, Gender, Reproduktionsarbeit, soziale Unsicherheit sowie der kritische soziologische Diskurs zu Ungleichheitsverhältnissen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Normalarbeitsverhältnisses?

Die Autorin betrachtet das Normalarbeitsverhältnis kritisch als hegemoniale Referenzfolie, die sowohl disziplinierend auf Beschäftigte wirkt als auch diskriminierend gegenüber denjenigen ist, die außerhalb dieses Norm-Modells stehen.

Welche Kritik übt die Arbeit an Bourdieu und Castel?

Die Hauptkritik besteht in der zugrundeliegenden „Mangelperspektive“, der Fixierung auf den männlich kodierten Erwerbsarbeitsbereich und der damit verbundenen Vernachlässigung der Reproduktionssphäre und der Pluralität von Lebensformen.

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Details

Title
Gender(ing) in Prekarisierungsdebatten und -prozessen
Subtitle
Eine feministisch-inspirierte und genderkritische Analyse von ausgewählten Texten zum Zusammenhang von Prekarisierung und Gendering
College
Humboldt-University of Berlin  (ZtG)
Course
Gender Studies, Geschlechterforschung, Arbeitssoziologie
Grade
1,3
Author
M.A. Susan Schröder (Author)
Publication Year
2011
Pages
33
Catalog Number
V267365
ISBN (eBook)
9783656584094
ISBN (Book)
9783656584445
Language
German
Tags
Gender Prekarisierung Arbeit: Normalarbeitsverhältnis vs. prekäre und atypische Beschäftigung Wissensproduktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Susan Schröder (Author), 2011, Gender(ing) in Prekarisierungsdebatten und -prozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267365
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