Nicht nur im Projektmanagement treffen wir auf Risiken, wir alle stehen Risiken jeglicher Art im täglichen Leben gegenüber, seien es Risiken im Straßenverkehr, im Gesundheitswesen oder im Sport. Nun stellen sich für uns mehrere Fragen. Welche Bedeutung haben Risiken und das Risikomanagement generell in Unternehmen bzw. in Projekten? Wie können Risiken identifiziert werden? Wie bewertet man Risiken und welche Maßnahmen können gesetzt werden?
Risikomanagement hat in Unternehmen in den letzten Jahren einen entscheidenden Erfolgsfaktor eingenommen. Erklärungen hierfür können Globalisierung, internationale Vernetzung und die Änderung unserer Kommunikationsstruktur sein. Risiken, welche vor einigen Jahren noch nicht in der heutigen Form existierten, sind nun allgegenwärtig. Hierzu sind besonders Risiken in Zusammenhang mit Internet bzw. dem elektronischen Datenverkehr zu nennen.
Grundsätzlich muss sich jeder/jede UnternehmerIn und ProjektleiterIn im Klaren sein, dass sie Identifizierung und folgend der geeignete Umgang mit Risiken vor Verlusten bewahren können. Dabei ist zu bedenken, dass sich hinter Risiken nicht nur Gefahren verbergen, sondern Risiken auch Chancen bieten können, die ohne Risikofindung möglicherweise nie entdeckt worden wären.
Dieses Buch hebt die Bedeutung des Risikomanagements in einem IT-Projekt mittlerer Größe sowie einer Laufzeit von etwa neun Monaten hervor. Die größten Risikopotentiale in der Definitionsphase der Projektziele werden identifiziert. Das Projekt „Sales Star“, welches im Laufe eines Projektpraktikums durchgeführt wurde, dient diesem Werk als Anwendungsbeispiel für diverse Analysen und Auswertungen. Die in diesem Projekt erstellte Risikoanalyse und die Projektzieldefinition werden explizit für Analysen herangezogen.
Die Theorie bietet dem/der RisikomanagerIn eine Vielzahl an Methoden, wie Risiken identifiziert, bewertet, analysiert und überwacht werden können. In diesem Buch wird insbesondere darauf eingegangen, welche geeigneten Risikomanagement- Methoden für das genannte IT-Projekt „Sales Star“ möglich sind.
Die Projektphase der Zieledefinition wird als zeitlicher Ausgangspunkt gewählt. Einige ProjektmanagerInnen denken in dieser Phase noch nicht an Risikomanagement und haben andere Aufgaben in ihrem Fokus. Da es in der Phase der Projektzieldefinition i.d.R. mit geringem Aufwand möglich ist Gegenzulenken, habe ich mich dazu entschieden, insbesondere auf die Bedeutung des Risikomanagements in dieser Phase einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Forschungsfragen
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Stand der Literatur
2 Risikomanagement-Prozess
2.1 Definitionen
2.2 Ablauf des Risikomanagement-Prozesses
2.2.1 Identifizierung/Inventur
2.2.2 Analyse/Bewertung
2.2.3 Planung
2.2.4 Kontrolle/Anpassung
3 Tools und Techniken
3.1 Methoden in der Identifizierungs-/Inventurphase
3.1.1 Analyse von Projektdokumenten
3.1.2 Risikoinventurliste
3.2 Methoden in der Analyse-/Bewertungsphase
3.2.1 Teamorientierte Risikobewertung
3.2.2 Bewertungsmatrix
3.2.3 Portfolio-Technik
3.3 Methoden in der Planungsphase
3.3.1 Methoden zur Risikovermeidung
3.3.2 Methoden zur Risikoverminderung
3.3.3 Methoden zur Risikoüberwälzung
3.3.4 Methoden zur Risikoakzeptanz
3.4 Methoden in der Kontroll-/Anpassungsphase
4 Analyse des Projektes „Sales Star“
4.1 Methode „Analyse von Projektdokumenten“
4.1.1 Ressourcen
4.1.2 Personal
4.1.3 Werkzeuge
4.1.4 Termine
4.1.5 Subunternehmer
4.2 Bewertung der Projektrisikoanalyse
4.2.1 Risikoquellen durch Ressourcen
4.2.2 Risikoquellen durch Personal
4.2.3 Risikoquellen durch Werkzeuge
4.2.4 Risikoquellen durch Termine
4.2.5 Risikoquellen durch Subunternehmer
4.3 Bewertung nach der Portfolio-Technik
4.4 Bewertung der Projektzieledefinition
4.4.1 Analyseerkenntnisse
5 Conclusio
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des Risikomanagements insbesondere in der Definitionsphase von IT-Projekten mittlerer Laufzeit anhand des Praxisbeispiels „Sales Star“ zu untersuchen und geeignete Tools sowie Techniken zur Identifikation, Analyse und Behandlung von Risiken aufzuzeigen.
- Bedeutung und Relevanz des Risikomanagements in der Projektzieldefinitionsphase
- Identifikation und methodische Erfassung von Risiken durch Projektdokumentenanalyse
- Einsatz und Nutzen von Tools wie Risikoinventurlisten, Bewertungsmatrizen und Portfolio-Techniken
- Praktische Reflexion des IT-Projektes „Sales Star“ und dessen Risikopotentiale
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Analyse von Projektdokumenten
Eine strukturierte Analyse von vorliegenden Projektdokumenten bietet eine gute Grundlage für die Erkennung von Risiken.31
Einführend sei hierbei zu erwähnen, dass parallel zu den Vertragsverhandlungen schon die ersten Versionen von Projektplänen ausgearbeitet werden. Hierfür verantwortlich zeichnet sich der/die designierte ProjektleiterIn. Großteils geht es hierbei um die Identifizierung von technischen, terminlichen und ressourcenmäßigen Risiken, im Gegensatz zu vorwiegend kaufmännischen Risiken in den Vertragsverhandlungen.32
Allgemein betrachtet, wird natürlich schon in der Angebotsphase ein Projektplan erstellt, dieser befindet sich jedoch noch in einem sehr groben Zustand. Nachdem sich jedoch Auftragnehmer und Auftraggeber in Vertragsverhandlungen befinden, werden Projektpläne detaillierter ausgearbeitet. Der/Die ProjektleiterIn versucht nun Risiken aus den ersten ausgearbeiteten Dokumenten zu identifizieren. Zu erwähnen ist, dass auch Risiken, die etwa der/die VertragsmanagerIn oder andere in das Projekt involvierte Personen identifiziert haben, im weiteren Verlauf beachtet werden sollten. Da andere Personen, wie der/die VertragsmanagerIn, oft vertriebsorientiert denken, muss der/die ProjektmanagerIn diese Risiken auch nochmals neu analysieren, da das Projekt oft andere Bedürfnisse an das Risikomanagement stellt (eher Risiken technischer Natur).33
Diese Bachelorarbeit stellt sich nun speziell die Frage, welche Risiken sich im Projektzieleplan verbergen können. Nachfolgend sind einige Fragen aufgelistet, durch welche häufigen Risiken in Projektzielen aufgezeigt werden sollen:34
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Relevanz von Risikomanagement in Projekten und führt in die Problemstellung, Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise dieser Bachelorarbeit ein.
2 Risikomanagement-Prozess: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe und erläutert den fortlaufenden Risikomanagement-Prozess bestehend aus Identifizierung, Analyse/Bewertung, Planung und Kontrolle.
3 Tools und Techniken: Hier werden spezifische Methoden für jede Phase des Risikomanagement-Prozesses vorgestellt, von der Risikoerkennung bis hin zur Strategiewahl wie Vermeidung oder Überwälzung.
4 Analyse des Projektes „Sales Star“: Der Praxisteil wendet die vorgestellten theoretischen Methoden auf das IT-Projekt „Sales Star“ an, um Risikopotenziale in der Definitionsphase zu evaluieren.
5 Conclusio: Die Conclusio fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfragen bezüglich der Bedeutung des Risikomanagements und der Anwendbarkeit der Tools.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, IT-Projekt, Risikoinventur, Projektziele, Risikobewertung, Risikoplanung, Risikoanalyse, Sales Star, Projektmanagement, Risikostrategie, Risikovermeidung, Risikoverminderung, Risikoüberwälzung, Risikoakzeptanz, Projektdokumentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung des Risikomanagements in IT-Projekten mittlerer Laufzeit, wobei der Fokus besonders auf der frühen Phase der Projektzieldefinition liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der theoretische Risikomanagement-Prozess, gängige Analyse- und Bewertungsmethoden sowie deren praktische Anwendung anhand eines Fallbeispiels.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob dem Risikomanagement in der Definitionsphase angemessene Bedeutung beigemessen wird und welche Werkzeuge Projektmanager dabei unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literatursuche, Inhaltsanalyse und der Reflexion eines selbst durchgeführten Projektpraktikums namens „Sales Star“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Risikomanagement-Prozesses, die Vorstellung relevanter Methoden sowie eine konkrete Analyse des Projektes „Sales Star“.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Risikomanagement, IT-Projekte, Risikoinventur, Projektzieldefinition und Risikostrategien aus.
Warum wurde das Projekt „Sales Star“ als Beispiel gewählt?
Es dient als praxisnahes Anwendungsbeispiel eines IT-Projektes, um die theoretisch beschriebenen Methoden in einem konkreten Kontext zu durchleuchten.
Welche Rolle spielt die Projektzieldefinition im Risikomanagement?
Sie wird als kritischer Ausgangspunkt gesehen, an dem durch frühzeitiges Risikomanagement am einfachsten gegengesteuert werden kann.
- Arbeit zitieren
- Siegfried Idinger (Autor:in), 2013, Risikomanagement. Bedeutung und Umgang mit erfolgsgefährdenden Faktoren zum Zeitpunkt der Projektziele-Definition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267420