In Zeiten des demografischen Wandels, einhergehend mit einer immer älter werdenden Bevölkerung, nehmen die Belastungen im Alltag ständig zu. Die Menschen werden immer älter und die Anzahl der Menschen die an Krankheiten leiden steigt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Mit der Zunahme an älteren Menschen vergrößert sich ebenfalls die Zahl der diagnostizierten Krankheiten, unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout werden prognostiziert in den nächsten Jahren zunehmend an Gewicht gewinnen. Immer mehr Menschen benötigen medizinische und pflegerische Hilfe, ob im Krankenhaus oder durch die ambulante Pflege. Somit ist der Gesundheitssektor im Bereich der Prävention, Versorgung oder Rehabilitation einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereiche in den nächsten Jahrzehnten.
Mit der Zunahme an Alterskrankheiten werden Krankenhäuser und Pflegedienste im Laufe der Zeit an die Grenzen ihrer Kapazitäten kommen. Auch die Belegschaft wird in Zeiten des demografischen Wandels immer älter werden. Mehr Arbeit, bei einer Reduktion der Fachkräfte in diesem Bereich, wirkt sich auch auf die Gesundheit der Angestellten aus. Die Tätigkeitsbereiche werden überstrapaziert und das Pflegepersonal wird immer größer werdenden Belastungen ausgesetzt, wie zum Beispiel schwere körperliche Arbeit oder enormer Zeitdruck belasten nicht nur Körper, sondern auch die Psyche der Mitarbeiter. Dies spiegelt sich in Fehlzeitenstatistiken und Krankenständen wieder. Daraus ergeben sich Handlungsansätze, welche darauf ausgerichtet sind, der, durch den demografischen Wandel, immer älter werdenden Belegschaft Möglichkeiten zu bieten, den Arbeitsalltag bei voller körperlicher und geistiger Gesundheit zu ermöglichen. Unternehmen sollten gewillt sein, dem entgegen zu gehen um auch weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten, denn die Gesundheit der Mitarbeiter sollte an oberster Stelle stehen um ihnen ein angenehmes und besseres Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Nur so ist zu realisieren, dass die Mitarbeiter ihre Tätigkeit bei voller Gesundheit und hoher Motivation bis ins hohe Alter ausüben können.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, physische und psychische Belastungen vom Pflegepersonal in Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten zu analysieren. Auf Grundlage einer Befragung mit 178 Teilnehmern wird ergründet, inwieweit sich diese auf die Motivation und die Produktivität des Pflegepersonals auswirkten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Demografische Entwicklung in Deutschland
3.1.1 Demografische Prognose
3.1.2 Gesundheitliche Situation
3.2 Pflegetätigkeit im Krankenhaus und der ambulanten Pflege
3.2.1 Pflegetätigkeit im Krankenhaus
3.2.2 Pflegetätigkeit in der ambulanten Pflege
3.3 Belastungen am Arbeitsplatz
3.3.1 Physische Belastungen im Arbeitsalltag
3.3.2 Psychische Belastungen im Arbeitsalltag
3.3.3 Motivation und Produktivität
3.4 Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.4.1 Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
3.4.2 Arbeitsschutz
3.4.3 Disability Management
3.4.4 Handlungskreislauf „Betriebliches Gesundheitsmanagement“
3.5 WAI – Der Arbeitsfähigkeitsindex
4 METHODIK
4.1 Forschungsfrage und Untersuchungshypothesen
4.2 Angaben zur Stichprobe
4.3 Untersuchungsmethode
4.4 Untersuchungsablauf und Datenaufnahme
4.5 Datenauswertung
5 ERGEBNISSE
5.1 Deskriptive Datenanalyse der Ergebnisse
5.1.1 Ergebnisse: Allgemeine Angaben
5.1.2 Ergebnisse: Derzeitige Arbeitsfähigkeit
5.1.3 Ergebnisse: Arbeitsfähigkeit in Bezug auf körperliche und psychische Arbeitsanforderungen
5.1.4 Ergebnisse: Art und Anzahl der vom Arzt aktuell diagnostizierten Krankheiten
5.1.5 Ergebnisse: Beeinträchtigung der Arbeitsleistung durch Krankheiten
5.1.6 Ergebnisse: Krankenstand im vergangenen Jahr
5.1.7 Ergebnisse: Einschätzung der zukünftigen Arbeitsfähigkeit
5.1.8 Ergebnisse: Psychische Leistungsreserven
5.1.9 Ergebnisse: Zusätzliche Angaben
5.1.10 WAI – Work-Ability-Index
5.2 Überprüfung der Hypothesen
5.2.1 Hypothese 1
5.2.2 Hypothese 2
5.2.3 Hypothese 3
6 DISKUSSION
6.1 Bewertung der Ergebnisse
6.2 Interventionsmöglichkeiten für Pflegekräfte
6.2.1 Interventionsmaßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen
6.2.2 Interventionsmaßnahmen betrieblicher Stressprävention
6.3 Grenzen der Arbeit
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse physischer und psychischer Belastungen von Pflegepersonal in Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten, um deren Auswirkungen auf Motivation und Produktivität zu bestimmen und daraus belastungsmindernde Interventionsmaßnahmen abzuleiten.
- Analyse physischer Belastungen im Pflegealltag
- Untersuchung psychischer Belastungsfaktoren
- Einfluss der Belastungen auf Arbeitsfähigkeit, Motivation und Produktivität
- Vergleich zwischen stationärer und ambulanter Pflege
- Entwicklung und Bewertung von Interventionsmaßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Physische Belastungen im Arbeitsalltag
Das „Deutsche Institut für Normung“ (DIN) befasst sich damit Normen und Richtlinien in allen Wirtschaftsbereichen zu erstellen. Bereits der Präsident des Umweltbundesamtes Prof. Dr. Andreas Troge stellte 2005 fest: „Die Normung erwies sich als wichtiges Instrument des […] Gesundheitsschutzes“. Im Hinblick auf Belastungen während und bei der Arbeit existiert die DIN 6385. So sind die Auswirkungen von Belastungen im Organismus in Abhängigkeit von Eigenschaften und Fähigkeiten des einzelnen oder auch mehrerer Menschen als Beanspruchung definiert. Die Beanspruchung ist somit die Wirkung und Folge einer oder mehrerer Belastungen auf den Menschen und hängen von der Belastungshöhe, dem Alter, der Konstitution und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten ab. In diesem Zusammenhang sind physische Belastungen auf folgende Beanspruchungen zurückzuführen: körperlich anstrengende Tätigkeiten, ungünstige Umgebungsbelastungen und einseitige Körperbelastungen. Diese direkten Auswirkungen auf den Körper können zu negativen Beanspruchungen im Bereich des Muskel-Skelett-Systems führen. Bei Belastungen ist zudem die sogenannte Expositionszeit, also die Zeit, die ausdrückt wie häufig eine bestimmte Tätigkeit ausgeführt wird, von Bedeutung. Die Expositionszeit der Belastungen wird grundsätzlich in die tägliche, die wöchentliche oder in die Zeit gegliedert, die das komplette Berufsleben über besteht (vgl. TEN HOMPEL/SADOWSKY/BECK, 2011, S. 116).
Belastungen können auf dreierlei Arten kategorisiert werden: Muskel-Skelett-Belastungen, Herz-Kreislauf-Belastungen und biomechanische Belastungen. Die Muskel-Skelett-Belastungen und die Herz-Kreislauf-Belastungen bestehen meist analog zueinander. Folgende Ausführung im Bezug auf die Arbeitsform soll dies verdeutlichen (vgl. LUCZAK, 1998, S. 145):
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Problematik des demografischen Wandels und die daraus resultierende Zunahme der Belastungen für das Pflegepersonal.
2 ZIELSETZUNG: Definition des Forschungsziels, die physischen und psychischen Belastungen des Pflegepersonals zu analysieren und entsprechende Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Darstellung der demografischen Entwicklung, der Arbeitsbedingungen in der Pflege, sowie theoretischer Grundlagen zu Belastungsmodellen und betrieblichem Gesundheitsmanagement.
4 METHODIK: Beschreibung der Datenerhebung mittels Online-Befragung und schriftlichen Fragebögen, der Stichprobenzusammensetzung sowie der statistischen Analyseverfahren.
5 ERGEBNISSE: Detaillierte deskriptive Analyse der Umfragedaten und statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen zu geschlechts-, alters- und tätigkeitsspezifischen Belastungsunterschieden.
6 DISKUSSION: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Ableitung von Interventionsmaßnahmen zur Gesundheitsförderung und Stressprävention.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Darstellung der zentralen Erkenntnisse und des Forschungsbedarfs hinsichtlich der Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Pflegesektor.
Schlüsselwörter
Pflegepersonal, physische Belastung, psychische Belastung, demografischer Wandel, Arbeitsfähigkeit, Work-Ability-Index, betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Gesundheitsförderung, Produktivität, Motivation, stationäre Pflege, ambulante Pflege, Burnout, Stressprävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht physische und psychische Belastungen von Pflegekräften im Krankenhaus sowie in der ambulanten Pflege und analysiert deren Auswirkungen auf die Motivation und Produktivität.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die demografische Entwicklung in Deutschland, die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Pflegebereichen, die Auswirkungen von Arbeitsbelastungen sowie Konzepte des betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Analyse der Höhe physischer und psychischer Belastungen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und wie diese Belastungen die Arbeit des Pflegepersonals im Krankenhaus und in der ambulanten Pflege beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung in Form einer schriftlichen Befragung (online und offline) durchgeführt, deren Ergebnisse deskriptiv sowie mittels statistischer Tests (z.B. U-Test, Varianzanalyse) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Belastungsmodellen, eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Belastungsfaktoren und eine darauf basierende Diskussion von Interventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pflegepersonal, Arbeitsbelastungen, Work-Ability-Index, betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsfähigkeit und Prävention charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Belastung in der stationären gegenüber der ambulanten Pflege?
Die Studie zeigt, dass beide Bereiche hohen Anforderungen unterliegen; während in der stationären Pflege körperliche Belastungen im Vordergrund stehen können, sind in der ambulanten Pflege zusätzliche Faktoren wie Zeitdruck durch weite Wege und hohe Unfallgefahren bei der Nutzung von Kraftfahrzeugen prägend.
Welche Rolle spielt das betriebliche Gesundheitsmanagement?
Es dient als strategisches Instrument, um durch eine gezielte Diagnose, Planung, Intervention und Evaluation die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern, Fehlzeiten zu reduzieren und somit die wirtschaftliche Produktivität und Motivation zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Dustin Steinhöfel (Autor:in), 2013, Von der Krankenschwester zur kranken Schwester, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267445