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"Erwartungsstrukturen"

Mit der soziologischen Betrachtung des Problems der "doppelten Kontingenz", sowie die Erörterung der Lösung mithilfe der sozialen Systeme Luhmanns

Title: "Erwartungsstrukturen"

Essay , 2011 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tülin Inalöz (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Mein Untersuchungsfeld sind Niklas Luhmanns Ursprünge des freigesetzten eigentümlichen Ordnungsbedarfs, die durch Recht befriedigt werden. Dies stellt zugleich die Grundlage elementarer rechtsbildender Strukturen und Prozesse dar. Aufgrund der Komplexität des Problembereichs wird die Thematik in mehrere Abschnitte unterteilt. Ich werde die Problematik sinnorientierten menschlichen Zusammenlebens mit den Begriffen Kontingenz, doppelte Kontingenz und Komplexität und, wie die darin liegende Überlastung durch Bildung von Erwartungsstrukturen abgefangen wird, erläutern.

Zusätzlich werde ich mich mithilfe der Lektüre Niklas Luhmanns ,,Soziale Systeme, Grundriß einer allgemeinen Theorie" 1984 mit einer interessanten Fragestellung beschäftigen. Ich möchte herausfinden, worin das Problem der doppelten Kontingenz besteht und was genau darunter zu verstehen ist. Darauf aufbauend will ich untersuchen auf welche Weise soziale Systeme bei Luhmann eine Lösung für die Thematik der doppelten Kontingenz darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Komplexität, Kontingenz und Erwartungen von Erwartungen

3. Einfache und doppelte Kontingenz

4. Kognitive und normative Erwartungen

5. Das soziologische Problem der doppelten Kontingenz

6. Auf welche Weise sind soziale Systeme bei Luhmann eine Lösung der doppelten Kontingenz?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des menschlichen Zusammenlebens im Kontext von Niklas Luhmanns Systemtheorie. Dabei wird analysiert, wie soziale Systeme durch die Bildung von Erwartungsstrukturen das fundamentale Problem der „doppelten Kontingenz“ lösen und somit soziales Handeln erst ermöglichen.

  • Grundbegriffe der Systemtheorie: Komplexität, Kontingenz und Sinn
  • Differenzierung zwischen kognitiven und normativen Erwartungen
  • Die Konstitution sozialer Systeme durch Erwartungserwartungen
  • Mechanismen zur Reduktion von Unsicherheit in sozialen Interaktionen
  • Das Problem der doppelten Kontingenz als Ausgangspunkt der Systembildung

Auszug aus dem Buch

Das soziologische Problem der doppelten Kontingenz

Bei diesem soziologischen Problem, der doppelten Kontingenz, geht Luhmann zunächst von einer einfachen Situation aus, in der sich zwei Personen beziehungsweise Akteure begegnen. Das, was ich hier als „Akteur“ bezeichne, ist bei Luhmann als „psychisches System“ zu verstehen. Diese sind, wie auch die „sozialen Systeme“ autopoietisch organisiert. Das heißt, die Systeme können sich „selbst herstellen“, also ähnlich der Autogenese. Luhmann definiert den Begriff Autopoiesis folgendermaßen: „Autopoiesis heißt, für das System selbst unbeendbares Weiterlaufen der Produktion von Elementen des Systems durch Elemente des Systems.“(1988, S.71). Zurück zu der Situation, in der sich zwei Akteure begegnen. Diese Konstellation ist problematisch und kompliziert, da beide, also „Alter“ und „Ego“ ihr Handeln von der Handlung des Anderen abhängig machen und ihre Wahlmöglichkeit des Handelns erst dann entscheiden wollen, wenn es einen Anknüpfungspunkt an das Verhalten des jeweils Anderen gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Untersuchungsfeld, welches sich mit den Ursprüngen des Ordnungsbedarfs und der Bedeutung von Erwartungsstrukturen bei Niklas Luhmann befasst.

2. Komplexität, Kontingenz und Erwartungen von Erwartungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Luhmannschen Theorie und beschreibt, wie Komplexität und Kontingenz durch Sinn und die Übernahme fremder Perspektiven strukturiert werden.

3. Einfache und doppelte Kontingenz: Hier wird der Übergang von der einfachen zur doppelten Kontingenz analysiert und dargestellt, wie soziale Regeln und Normen zur Erwartungssicherheit beitragen.

4. Kognitive und normative Erwartungen: Das Kapitel untersucht die Differenzierung zwischen kognitiven und normativen Erwartungen sowie deren Funktion bei der Selektivitätsverstärkung innerhalb komplexer Systeme.

5. Das soziologische Problem der doppelten Kontingenz: Der Fokus liegt auf der theoretischen Unmöglichkeit von Kommunikation in einer Situation, in der Akteure ihre Handlungswahl gegenseitig von den Erwartungen des jeweils anderen abhängig machen.

6. Auf welche Weise sind soziale Systeme bei Luhmann eine Lösung der doppelten Kontingenz?: Das Abschlusskapitel zeigt auf, wie durch aktives Handeln, Lernen und den Aufbau stabiler Erwartungsstrukturen die doppelte Kontingenz überwunden werden kann.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, doppelte Kontingenz, Komplexität, Erwartungsstrukturen, Autopoiesis, Soziale Systeme, Sinn, Erwartungssicherheit, Kognitive Erwartungen, Normative Erwartungen, Selektion, Sozialverhalten, Interaktion, Handlungswahl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die systemtheoretische Analyse des menschlichen Zusammenlebens, insbesondere wie durch Erwartungsstrukturen Ordnung in sozialen Systemen geschaffen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Komplexität, Kontingenz, die autopoietische Natur sozialer Systeme und die Mechanismen, die der Entstehung von Erwartungssicherheit zugrunde liegen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das „Problem der doppelten Kontingenz“ zu definieren und zu untersuchen, wie soziale Systeme nach Luhmann dieses Problem durch die Bildung von Erwartungen von Erwartungen lösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Werke von Niklas Luhmann, insbesondere „Soziale Systeme“ und „Rechtssoziologie“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition soziologischer Fachbegriffe, die Gegenüberstellung von kognitiven und normativen Erwartungen sowie die detaillierte Analyse der doppelten Kontingenz als Hindernis und Ausgangspunkt für soziale Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Systemtheorie, doppelte Kontingenz, Erwartungsstrukturen, Autopoiesis und soziale Komplexität charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die doppelte von der einfachen Kontingenz?

Bei der einfachen Kontingenz folgen Erwartungsstrukturen festen Mustern; bei der doppelten Kontingenz müssen Akteure die Erwartungen des Gegenübers berücksichtigen, was eine deutlich komplexere Koordination erfordert.

Was bedeutet der Begriff „Autopoiesis“ im Kontext der Arbeit?

Autopoiesis beschreibt bei Luhmann die Fähigkeit sozialer und psychischer Systeme, ihre eigenen Elemente innerhalb des Systems selbst zu produzieren und somit eigenständig zu existieren.

Warum ist das Voraussehen des Verhaltens bei doppelter Kontingenz unmöglich?

Da beide Akteure ihr Handeln von der Reaktion des jeweils anderen abhängig machen, entsteht ein zirkulärer Zustand der Unberechenbarkeit, der den Beginn einer Interaktion ohne Erwartungsbildung blockiert.

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Details

Title
"Erwartungsstrukturen"
Subtitle
Mit der soziologischen Betrachtung des Problems der "doppelten Kontingenz", sowie die Erörterung der Lösung mithilfe der sozialen Systeme Luhmanns
College
Bielefeld University
Grade
1,7
Author
Tülin Inalöz (Author)
Publication Year
2011
Pages
10
Catalog Number
V267456
ISBN (eBook)
9783656582854
ISBN (Book)
9783656582847
Language
German
Tags
erwartungsstrukturen betrachtung problems kontingenz erörterung lösung systeme luhmanns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tülin Inalöz (Author), 2011, "Erwartungsstrukturen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267456
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