Information Overload ist ein Phänomen, welches vor allem durch die verstärkte Nutzung des Internets in den letzten Jahren zu erklären ist, welches aber auch innerhalb von Unternehmen auftreten kann. Durch die ständig wachsende Menge an Informationen sind eine Vielzahl der Nutzer schlicht überfordert. Die im Internet verfügbaren Suchmaschinen liefern unzählige Suchergebnisse, die meistens viele irrelevante Dokumente beinhalten. (Vgl. Pepper, 2002) Dadurch ist der Nutzer nicht mehr in der Lage, zu entscheiden welche Informationen für ihn wichtig sind und welche nicht. Er benötigt zusätzlich viel Zeit, um die ganzen Informationen auf ihre Relevanz zu prüfen.
Ein weiteres Problem ist, dass der Nutzer die benötigten Informationen nicht ausfindig machen kann, da er nicht weiß wo diese zu finden sind oder diese nicht existieren. Informationen sind unbrauchbar, wenn sie nicht gefunden oder verknüpft werden, beschreiben Le Grand, Soto und Dodds dieses Problem. Ein Topic Map ist ein mächtiges Werkzeug zur Lösung dieser Probleme. Der Topic Maps Standard beschreibt Wissensstrukturen und verknüpft diese mit den Informationsressourcen. Topic Maps bilden somit eine Brücke zwischen der Wissensrepräsentation und dem Informationsmanagement. Dadurch erleichtern sie die Organisation und Navigation sowie die zielgerichtete Suche in großen, ständig wachsenden Informationsbeständen. (Vgl. Le Grand/Soto, 2000)
Ziel dieser Arbeit ist es, das Topic Maps Konzept sowie Methoden zur Erstellung einer Topic Map vorzustellen. Außerdem soll im Rahmen des Wissensmanagements das Leistungspotential einer Topic Map und die damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt werden. Die vorliegende Arbeit gliedert sich dazu in 5 Abschnitte. Nach der gerade behandelten Einleitung erfolgt in Kapitel 2 eine Einführung in das allgemeine Konzept von Topic Maps sowie eine Beschreibung des erweiterten Standards, XML Topic Maps. In Kapitel 3 werden Methoden zur Erstellung einer Topic Map behandelt und verschiedene Visualisierungsmöglichkeiten diskutiert. Anschließend erfolgt in Kapitel 4 der Einsatz von Topic Maps im Wissensmanagement, wobei auf unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen und Internet eingegangen wird und das Leistungspotential einer Topic Map eruiert wird. Abschließend folgt in Kapitel 5 eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Topic Maps
2.1 Definition
2.2 Topic Map Konzept
2.3 XML Topic Maps
3 Erstellung einer Topic Map
3.1 Methoden zur Erstellung
3.1.1 Design Phase
3.1.2 Authoring Phase
3.1.2.1 Manuell erstellte Topic Maps
3.1.2.2 Auto-generierte Topic Maps
3.2 Visualisierungsmöglichkeiten
3.2.1 Graphen
3.2.2 Baumstruktur
3.2.3 Karten
4 Einsatz von Topic Maps im Wissensmanagement
4.1 Einsatzmöglichkeiten
4.1.1 Wissenspublizierung, -strukturierung und Verknüpfung
4.1.2 Wissenssuche und -navigation
4.1.3 Wissensvisualisierung
4.2 Leistungspotential für das Wissensmanagement
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der XML Topic Maps als Werkzeug zur effizienten Strukturierung, Verknüpfung und Visualisierung von Wissen in großen Informationsbeständen, um dem Phänomen des „Information Overload“ entgegenzuwirken und die Such- sowie Navigationsqualität im Wissensmanagement zu steigern.
- Grundlagen und Definition des ISO-Standards Topic Maps
- Methoden der manuellen und automatischen Erstellung von Topic Maps
- Analyse verschiedener Visualisierungstechniken (Graphen, Baumstrukturen, Karten)
- Einsatzmöglichkeiten im Wissensmanagement zur Verbesserung der Informationssuche
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Graphen
Graphen visualisieren eine Topic Map als ein Netzwerk aus Knoten und Kanten. Ein Knoten repräsentiert dabei ein Topic und die Kanten stellen die Beziehungen (Assoziationen) zwischen den Topics dar. Diese Visualisierung ist einfach umzusetzen, da die Topic Map von sich aus auch ein (semantisches) Netzwerk darstellt. Eine große Anzahl von Topics und Assoziationen wirkt sich jedoch bei dieser Visualisierung nachteilig aus. Große und komplexe Topic Maps führen zu Unübersichtlichkeit und Problemen bei der Darstellung. (Heckel, 2001, S. 21) Abhilfe schafft die dynamische Graphvisualisierung. Hier kann der Darstellungsbereich einer Topic Map so eingeschränkt werden, dass der Nutzer nur einen bestimmten, für ihn interessanten Teil der Topic Map sieht. (Vgl. Ahmed, 2000) The Brain ist ein Beispiel für einen dynamischen Graphen. (Vgl. Abb. 2) Das gewünschte Topic wird in der Mitte platziert und nur mit einer eingeschränkten Anzahl an verknüpften Topics dargestellt. Der Gesamtüberblick der Topic Map geht dabei jedoch verloren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des „Information Overload“ und führt Topic Maps als Lösungsansatz zur besseren Wissensstrukturierung und Navigation ein.
2 Topic Maps: Dieses Kapitel definiert den ISO-Standard für Topic Maps, erläutert die zentralen Konzepte wie Topics, Assoziationen und Scopes und führt die XML-basierte Syntax XTM ein.
3 Erstellung einer Topic Map: Es werden Methoden zur manuellen und automatischen Erstellung in der Design- und Authoring-Phase beschrieben sowie verschiedene Möglichkeiten der Wissensvisualisierung diskutiert.
4 Einsatz von Topic Maps im Wissensmanagement: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Topic Maps die Wissenspublizierung, Suche und Navigation unterstützen und welches Leistungspotential sie für Unternehmen bieten.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Erstellungsmethoden und Visualisierungstechniken sowie einer Einschätzung der Bedeutung von Expertise für den Einsatz von Topic Maps.
Schlüsselwörter
Topic Maps, Wissensmanagement, XML, Wissensstrukturierung, Wissensvisualisierung, Information Overload, semantische Netzwerke, XTM, Wissenssuche, Ontologien, Information Retrieval, Datenstrukturierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von XML Topic Maps als technisches Hilfsmittel, um Wissen zu strukturieren, zu verknüpfen und durch geeignete Visualisierungen für Nutzer leichter zugänglich zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Topic Maps, die methodische Erstellung dieser Strukturen sowie deren praktische Anwendung zur Verbesserung des Wissensmanagements in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Topic Map Konzept vorzustellen, Methoden für dessen Erstellung zu analysieren und das Leistungspotential für das Wissensmanagement sowie mögliche Einsatzszenarien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Stand der Technik sowie die Definitionen und methodischen Ansätze zur Topic Map Erstellung und Visualisierung fundiert aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Definition des Topic-Map-Standards, den Prozess der Erstellung (Design- und Authoring-Phase), den Vergleich von Visualisierungsformen sowie die Analyse des Nutzens für Wissensmanagementsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Topic Maps, Wissensmanagement, XML, Wissensvisualisierung, semantische Netzwerke und Information Retrieval.
Warum ist der Bereich "Design Phase" bei der Erstellung so wichtig?
Die Design-Phase ist entscheidend, da sie den Anwendungsbereich definiert, die Nutzeranforderungen integriert und durch das Erstellen eines Templates die spätere Konsistenz und Funktionalität der gesamten Topic Map sicherstellt.
Was unterscheidet eine "manuelle" von einer "auto-generierten" Topic Map?
Die manuelle Erstellung erlaubt eine präzise Anpassung an spezifische Nutzerbedürfnisse, erfordert jedoch hohen Aufwand. Die automatische Erstellung nutzt Quelldaten oder Textanalysetechniken, ist effizienter, kann aber qualitativ hinter manuellen Lösungen zurückbleiben.
- Citation du texte
- Nadine Amende (Auteur), 2004, Einsatz von XML Topic Maps im Wissensmanagement. Definition und Visualisierung von Wissensthemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26750