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Lampedusa: Afrikas Hoffnung, Europas Scheitern

Asylpolitik zwischen Willkommenskultur und Festung Europa

Titel: Lampedusa: Afrikas Hoffnung, Europas Scheitern

Hausarbeit , 2013 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcus Kasten (Autor:in)

Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Flüchtlingskatasthrophe vor Lampedusa im Oktober 2013 wird hier zum Anlass genommen, einen prüfenden Blick auf die europäische Asylpolitik zu werfen und ihre Grundlagen zu beleuchten.
Außerdem werden Handlungsalternativen aufgezeigt und erforscht, ob Schule etwas dazu beitragen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Asyl in der Theorie

2.1 Die Genfer Flüchtlingskonvention

2.2 Die Schengener Grenze

2.3 Das Dublin-II-Abkommen

2.4 Der „Asylkompromiss“

3. Asyl in der Praxis

3.1 Europäische Grenzpolitik

3.2 Die europäische Grenzschutzagentur Frontex

3.3 Lebensbedingungen für Flüchtlinge in der EU

3.4 Recht auf Asyl?

4. Was sich ändern muss

5. Was Schule dazu beitragen kann

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die aktuelle europäische Asylpolitik im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben, praktischer Umsetzung und humanitären Herausforderungen. Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Genfer Flüchtlingskonvention und der realen Situation an den EU-Außengrenzen aufzuzeigen sowie mögliche politische und bildungsspezifische Lösungsansätze zu diskutieren.

  • Analyse der rechtlichen Grundlagen wie GFK, Schengen und Dublin-II
  • Kritische Beleuchtung der europäischen Grenzpolitik und der Rolle von Frontex
  • Untersuchung der prekären Lebensbedingungen für Flüchtlinge innerhalb der EU
  • Diskussion über notwendige Reformen der Asylpraxis
  • Reflexion über die Rolle der Schule bei der Integration von Flüchtlingen

Auszug aus dem Buch

3.3 Lebensbedingungen für Flüchtlinge in der EU

Ich will zwei Beispiele anführen, die bereits Der SPIEGEL in seiner Reportage über Flüchtlinge aufgezeigt hat (vgl. Ausgabe 42/2013: 44f.): Ein 27-jähriger Bauingenieur aus dem Iran sitzt seit zweieinhalb Jahren in einem Asylheim in Friedersdorf, Sachsen-Anhalt. Obwohl er einen Beruf gelernt hat, in dem es 16.400 offene Stellen gibt, zwingt ihn das Ausländeramt, in Sachsen-Anhalt zu bleiben und die Arbeitsagentur, keinen Job auszuüben, weil EU-Bürger Vorrang haben. Er würde aber gern arbeiten und für seinen Lebensunterhalt sorgen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, der Widerspruch läuft.

Das zweite Beispiel ist Griechenland. Die Griechen schaffen es einfach nicht, ihre Grenze zur Türkei dicht zu halten. Flüchtlinge werden in Griechenland aber derart schäbig behandelt, sodass diese häufig ganz schnell weiterflüchten, bspw. nach Deutschland. Gemäß dem Dublin-II-Abkommen werden sie aber wieder zurück nach Griechenland geschickt. Im Gegenzug unterstützt Deutschland Griechenland finanziell und personell, wobei hier einschränkend gesagt werden muss, dass es nur indirekte Zahlungen über die EU gibt und von 30.000 Bundespolizisten gerade mal sieben zu „Frontex“ nach Griechenland abgeordnet wurden (vgl. Der SPIEGEL, Ausgabe 42/2013: 44).

Schon aus lediglich zwei Beispielen wird meiner Meinung nach deutlich, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Europa sind. Während in Deutschland und anderen Ländern des europäischen Nordens Asylsuchenden während des Asylverfahrens zumindest eine Basisversorgung gewährt wird, stellen die Mittelmeerstaaten wenige Leistungen zur Verfügung (vgl. Thränhardt 2013: 23). Auch die Anerkennungsraten von Flüchtlingen variiert innerhalb Europas stark, obwohl die Asylpolitik eigentlich harmonisiert werden sollte (vgl. Thränhardt 2013: 22). Daher ist es auch kein Wunder, dass die zuständige EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström zugab, dass das Asylsystem der EU einer Lotterie gleiche (vgl. Düvell 2013: 28).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Flüchtlingssterbens an den EU-Außengrenzen ein und definiert zentrale Begriffe wie Asyl und Flüchtling.

2. Asyl in der Theorie: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter die Genfer Flüchtlingskonvention, das Schengener Abkommen, Dublin-II und den deutschen Asylkompromiss.

3. Asyl in der Praxis: Der praktische Teil beleuchtet die europäische Grenzpolitik, die Rolle von Frontex, die oft katastrophalen Lebensbedingungen von Flüchtlingen und das Aushöhlen des Asylrechts.

4. Was sich ändern muss: Hier werden notwendige Reformen der Asylpolitik diskutiert, wie die Überwindung des Dublin-Systems und eine gerechtere Lastenverteilung.

5. Was Schule dazu beitragen kann: Dieses abschließende Kapitel reflektiert die Rolle der Schule als Ort der Integration und Bildungsstätte für ein besseres Verständnis zwischen Einwohnern und Flüchtlingen.

Schlüsselwörter

Asylpolitik, Europäische Union, Flüchtlinge, Genfer Flüchtlingskonvention, Frontex, Dublin-II-Abkommen, Grenzsicherung, Menschenrechte, Integration, Migration, Lebensbedingungen, Asylrecht, Schengener Abkommen, Grenzschutz, Willkommenskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Widerspruch zwischen dem theoretischen Recht auf Asyl und der gelebten, oft restriktiven Asyl- und Grenzpolitik der Europäischen Union.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen rechtliche Grundlagen (GFK, Dublin-II), die Praxis der Grenzüberwachung durch Frontex, die Lebensbedingungen von Geflüchteten sowie bildungspolitische Perspektiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die aktuelle Asylpolitik kritisch zu hinterfragen und Vorschläge für ein humaneres System zu formulieren, das den Werten der Genfer Flüchtlingskonvention gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, politischen Abkommen, Berichten und aktuellen Fallbeispielen, um die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird der Bogen von den theoretischen Abkommen über die operative Tätigkeit von Frontex bis hin zur konkreten, teils menschenunwürdigen Lebensrealität von Flüchtlingen gespannt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind europäische Asylpolitik, Flüchtlingsschutz, Grenzsicherung, Menschenwürde und die Rolle der Bildungseinrichtungen im Integrationsprozess.

Welche Rolle spielt Frontex laut dieser Untersuchung?

Der Autor sieht Frontex kritisch als ein Instrument, das zwar als Koordinationsstelle fungiert, jedoch primär die Kontrolle und Abwehr von Fluchtbewegungen an den Außengrenzen vorantreibt.

Warum wird das Dublin-II-Abkommen als problematisch eingestuft?

Das Abkommen wird als Verstoß gegen die Genfer Flüchtlingskonvention betrachtet, da es Flüchtlinge in EU-Staaten zurückschickt, in denen ihre Grundbedürfnisse oft nicht menschenwürdig erfüllt werden können.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lampedusa: Afrikas Hoffnung, Europas Scheitern
Untertitel
Asylpolitik zwischen Willkommenskultur und Festung Europa
Hochschule
Universität Kassel  (Fachbereich 05)
Note
1,3
Autor
Marcus Kasten (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V267518
ISBN (eBook)
9783656583073
ISBN (Buch)
9783656583066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europa Dublin-II-Abkommen Lampedusa Flüchtlinge Flüchtlingskatastrophe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Kasten (Autor:in), 2013, Lampedusa: Afrikas Hoffnung, Europas Scheitern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267518
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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