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Erzählinstanzen in Theodor Storms "Der Schimmelreiter"

Welche Wirkung erzeugt die Konstruktion des Diskurses beim Rezipienten und wie steht sie im Zusammenhang mit der Diegese?

Titel: Erzählinstanzen in Theodor Storms "Der Schimmelreiter"

Essay , 2012 , 8 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Gudrun Kahles (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gérard Genette, ein französischer Narratologe, entwickelte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein umfangreiches Konzept zu Bearbeitung von Prosatexten. Er erarbeitete ein Erzählmodell, in dem unter anderem zwischen dem „Wie ?“ und dem „Was ?“ unterscheidet.. Das „Wie ?“ (Art der Darstellung) unterteilt er in „Modus“ (wie wird das Erzählte präsentiert ?), „Zeit“ (Verhältnis zwischen der Zeit der Erzählung und der Zeit des Geschehens) und „Stimme“ (Wer spricht ?).

In diesem Essay beschäftige ich mich mit dem Bereich „Stimme“. Ich habe mir Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ ausgesucht, um sie auf Grundlage der Veröffentlichung „Einführung in die Erzähltheorie“ von Matias Martinez und Michael Scheffel (München71999) zu untersuchen. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Wirkung es auf den Rezipienten haben kann, wenn in einer Erzählung mit unterschiedlichen Erzählinstanzen gearbeitet wird und ob eine Verbindung besteht zwischen der Konstruktion des Diskurses und der Diegese.

Um zu einem Ergebnis zu gelangen, beschreibe ich im nachfolgenden Kapitel Teilbereiche der Erzählinstanz „Stimme“, danach den Aufbau der Storm-Novelle, um anschließend die einzelnen Erzählerfiguren in Genettes Modell einzuordnen. Ein wichtiger Punkt in Bezug auf die Fragestellung scheint mir der Aspekt der Glaubhaftigkeit zu sein. Deshalb widme ich diesem Thema ein gesondertes Kapitel. In der Zusammenfassung versuche ich zu definieren, welche Wirkung die von Theodor Storm benutzten Erzählinstanzen auf den Rezipienten haben könnte und wie weit die Inklusionen im Zusammenhang mit dem Inhalt der Novelle stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Stimme

2. Die Novelle

2.1 Aufbau und Inhalt

2.2 Zeitrahmen

3. Definition der Erzählinstanzen

3.1 Rahmenerzählung

3.2 Binnenerzählung 1

3.3 Binnenerzählung 2

4. Glaubhaftigkeit

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Erzählinstanzen in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" mithilfe des narratologischen Modells von Gérard Genette, um die Auswirkungen der diskursiven Konstruktion auf den Rezipienten sowie den Zusammenhang zwischen Erzählweise und Diegese zu analysieren.

  • Anwendung narratologischer Kategorien nach Martinez/Scheffel und Genette
  • Strukturelle Analyse der Rahmen- und Binnenerzählungen
  • Untersuchung der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Erzähler
  • Wirkungsästhetik der narrativen Atmosphäre auf den Leser

Auszug aus dem Buch

4. Glaubhaftigkeit

Schon der Ich-Erzähler der Rahmenerzählung berichtet von etwas, was er „vor reichlich einem halben Jahrhundert“ gelesen hat und für dessen Wahrheitsgehalt er sich nicht verbürgen kann.

„Sie selbst [die Großmutter] und jene Zeit sind längst begraben; vergebens auch habe ich seitdem jenen Blättern nachgeforscht, und kann daher um so weniger weder die Wahrheit der Tatsachen verbürgen, als, wenn jemand sie bestreiten wollte, dafür stehen.“

Für den Leser ist der Erzähler ein erwachsener, über 50-jähriger Mensch, dessen Erzählung man Glauben schenken könnte, wenn er sie nicht selbst in Frage stellen würde.

Die Glaubhaftigkeit wird dadurch verstärkt, dass die Geschichte in einem Zeitungsartikel veröffentlicht wurde. Die genannten Zeitschriften „Leipziger“ und „Papes Hamburger Lesefrüchte“ existierten tatsächlich, so dass der Leser davon ausgehen kann, dass zumindest das Erlebnis des Artikelverfassers, das er in Nordfriesland hatte, der Wahrheit entspricht.

Der Wahrheitsgehalt und die Vollständigkeit der Geschichte werden allerdings mehrmals in Frage gestellt, z. B. durch den alten Schulmeister:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Stimme: Einführung in die narratologischen Grundlagen des Begriffs "Stimme" gemäß Genettes Erzählmodell, wobei verschiedene Ebenen und Stellungen des Erzählers zum Geschehen differenziert werden.

2. Die Novelle: Darstellung der komplexen Schachtelstruktur der Novelle sowie Einordnung des erzählten Zeitrahmens über drei Generationen hinweg.

3. Definition der Erzählinstanzen: Konkrete Anwendung des Modells auf die Rahmen- und Binnenerzählungen des "Schimmelreiters" zur Bestimmung der jeweiligen Erzählebenen.

4. Glaubhaftigkeit: Analyse der narrativen Strategien, mit denen der Wahrheitsgehalt der Geschichte durch die Erzähler selbst und durch externe Zeugnisse in Frage gestellt oder gestützt wird.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, wonach die konstruierte Ungewissheit über die Wahrheit der Ereignisse wesentlich zur atmosphärischen Wirkung der Novelle beiträgt.

Schlüsselwörter

Der Schimmelreiter, Theodor Storm, Erzähltheorie, Gérard Genette, Erzählinstanz, Rahmenerzählung, Binnenerzählung, Stimme, Diegese, Narratologie, Glaubhaftigkeit, Wahrheitsgehalt, Rezipientenwirkung, Novelle, Erzählebenen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Erzählinstanzen in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" und untersucht deren Einfluss auf die Wahrnehmung des Lesers.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Struktur der Erzählebenen, das Konzept der "Stimme" nach Genette sowie die Frage der Glaubhaftigkeit und Atmosphäre innerhalb der Diegese.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie die komplexe Konstruktion des Diskurses beim Rezipienten wirkt und wie diese Erzählstruktur mit dem Inhalt der Novelle verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das narratologische Erzählmodell von Gérard Genette in der Auslegung durch Matias Martinez und Michael Scheffel herangezogen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept der "Stimme", eine inhaltliche Darstellung des Novellenaufbaus, eine konkrete Analyse der Erzählinstanzen der einzelnen Ebenen sowie eine Untersuchung zur Glaubhaftigkeit.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Erzählinstanzen, Rahmenerzählung, Binnenerzählung, Glaubhaftigkeit, Diegese und Erzähltheorie.

Warum wird im Text so viel Wert auf die Existenz der Zeitschriften gelegt?

Die Autorin argumentiert, dass die Bezugnahme auf tatsächlich existierende Zeitschriften wie "Papes Hamburger Lesefrüchte" dem fiktionalen Geschehen den Anschein von Faktizität verleiht und somit die Glaubwürdigkeit für den Leser erhöht.

Wie bewertet die Arbeit die Funktion der verschiedenen Erzählinstanzen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die ständigen Zweifel an der Wahrheit der Geschichte durch die wechselnden Erzähler eine beklemmende Atmosphäre erzeugen, die das Leseerlebnis maßgeblich prägt.

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Details

Titel
Erzählinstanzen in Theodor Storms "Der Schimmelreiter"
Untertitel
Welche Wirkung erzeugt die Konstruktion des Diskurses beim Rezipienten und wie steht sie im Zusammenhang mit der Diegese?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Sprach- und Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Erzähltheorie
Note
1,7
Autor
Gudrun Kahles (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V267591
ISBN (eBook)
9783656580003
ISBN (Buch)
9783656579960
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzählinstanzen theodor storms schimmelreiter welche wirkung konstruktion diskurses rezipienten zusammenhang diegese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gudrun Kahles (Autor:in), 2012, Erzählinstanzen in Theodor Storms "Der Schimmelreiter", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267591
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  8  Seiten
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