Der Tourismus ist ein Spiegel der Gesellschaft, daher erkennt man beim Hinsehen die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Tourismusbranche. Das Nachfragevolumen im Tourismus steigt weltweit an und in Deutschland sieht man die Entwicklung an den Übernachtungszahlen. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland ca. 407,30 Mio. Übernachtungen. Immer mehr Menschen streben nach Wohlstand und erreichen einen Lebensstandard, welcher ihnen das Reisen ermöglicht. Vor allem durch die „steigende Mobilität vergrößert sich die Unterwegs-Gesellschaft stetig“. Naturgemäß führen diese zu Veränderungen in der Reise-/Tourismusbranche und Unternehmer müssen sich an diese Veränderungen möglichst schnell anpassen. Somit ist selbstverständlich, dass auch die Hotellerie sich immer auf die neuen Marktverhältnisse einstellen sollte um seine Position auf dem Markt zu stabilisieren. Doch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, Globalisierungstendenzen, Fortschritt in der Technik, ständig steigende Kundenbedürfnisse und -ansprüche und der immer stärker werdende Wunsch nach Individualisierung haben seit 1992 (seit 20 Jahren) zu enormen Anpassungen der Infrastruktur und der Geschäftsprozesse geführt.6 Auch der Begriff Qualität hat sich in der Beherbergungswelt stark gewandelt. Denn zuerst stand im Hotel die materielle Beschaffenheit der Hotelleistung, die Hardware im Vordergrund. Doch heute hat die Software, wie z.B.: Servicebereitschaft, Zuverlässigkeit des Personals oder auch Kompetenzen an Priorität gewonnen. Durch die obengenannten Veränderungen ab den 90er-Jahren entwickelte sich eine zunehmende Konkurrenz in der Hotelbranche. Der Preis diente in dem starken Wettbewerb immer weniger als Qualitätsorientierung der Gäste. So wurde im Jahr 1996 ein bundesweit einheitliches und kostenpflichtiges System zur Klassifizierung für Hotelbetriebe zur Verfügung gestellt – Die Deutsche Hotelklassifizierung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Hotellerie
2.1 Hotellerie
2.2 Systemhotellerie
2.3 Privathotellerie
3 Grundlagen der Hotelklassifizierung
3.1 Deutsche Hotelklassifizierung
3.1.1 Vorteile der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.2 Nachteile der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.3 Kriterien und Kategorien der deutschen Hotelklassifizierung
3.1.4 Entwicklung der deutschen Hotelklassifizierung
4 Analyse aus der Sicht des Gastes
4.1 Kundengruppen und ihre Bedürfnisse
4.2 Rolle der Sterne bei der Hotelauswahl
4.3 Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen bei der Systemhotellerie
4.4 Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen bei der Privat-hotellerie
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit untersucht die Bedeutung der deutschen Hotelklassifizierung als Orientierungshilfe für Gäste im Spannungsfeld zwischen Systemhotellerie und Privathotellerie, um zu klären, ob das System zu einer objektiven Vergleichbarkeit beiträgt.
- Struktur und Entwicklung der deutschen Hotelhotellerie.
- Funktionsweise und Kriterienkatalog der DEHOGA-Hotelklassifizierung.
- Analyse der Gästeerwartungen und Auswahlkriterien bei verschiedenen Hoteltypen.
- Gegenüberstellung von System- und Privathotellerie hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Vorteile der deutschen Hotelklassifizierung
Wie schon mehrmals erwähnt ist die Vereinheitlichung unterschiedlicher Klassifizierungssysteme durch eine einheitliche Beschreibung ein wesentlicher Vorteil der Hotelklassifizierung. Durch diese Vereinheitlichung erhöht sich die Markttransparenz für alle Marktteilnehmer sowohl für den Nachfrager als auch für den Anbieter. Andere Hoteleinkäufer wie Reisemittler, Reiseveranstalter, Firmen, oder Organisationen haben nachvollziehbare Kriterien vor sich. Die Hotelklassifizierung ermöglicht außerdem den teilnehmenden Hotels verbesserte Absatzchancen und den Gästen eine sichere Orientierung über das Hotelangebot. Auch die computergestützten Informations- und Reservierungssysteme erfordern die Verwendung aussagekräftiger und einheitlicher Kurzbotschaften zur Charakterisierung des Dienstleistungsangebots des Hotels. Die Hotelklassifizierung ermöglicht auch die Einordnung in das Preis-Leistung-Verhältnis und erleichtert den Privatgästen die Auswahl entsprechend ihren individuellen und ökonomischen Bedürfnissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Marktsituation der Tourismusbranche ein und begründet die Relevanz der Hotelklassifizierung für die Markttransparenz.
2 Grundlagen der Hotellerie: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Hotellerie, Systemhotellerie sowie Privathotellerie und grenzt diese voneinander ab.
3 Grundlagen der Hotelklassifizierung: Hier wird das System der deutschen Hotelklassifizierung erläutert, inklusive dessen Vorteile, Nachteile, Kriterien und historischer Entwicklung.
4 Analyse aus der Sicht des Gastes: Dieser Teil untersucht die unterschiedlichen Gästebedürfnisse sowie die spezifischen Chancen und Herausforderungen der Klassifizierung für Ketten- und Individualhotels.
5 Fazit: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass das Klassifizierungssystem zwar eine theoretische Vergleichbarkeit schafft, jedoch der Markenname für Gäste bei der Hotelauswahl oft eine entscheidendere Rolle spielt.
Schlüsselwörter
Hotelklassifizierung, Tourismusbranche, Systemhotellerie, Privathotellerie, DEHOGA, Markttransparenz, Gästeerwartungen, Hotelsterne, Dienstleistungsqualität, Hotelmanagement, Hotelkategorien, Wettbewerbsfähigkeit, Hotelmarkt, Individualhotellerie, Markenhotellerie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die deutsche Hotelklassifizierung und ihre Funktion als Orientierungskriterium bei der Hotelauswahl durch Gäste, insbesondere im Vergleich von Privathotellerie und Systemhotellerie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Hotellerie, die Mechanismen der DEHOGA-Hotelklassifizierung und die Analyse des Gästeverhaltens.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob sich die deutsche Hotelklassifizierung in Bezug auf die Bewertung und die Gästeansicht zwischen Privat- und Systemhotellerie unterscheidet und welche Rolle sie bei der Entscheidungsfindung spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, kombiniert mit der Auswertung von Statistiken und bestehenden Kriterienkatalogen der Hotelbranche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Hotelformen, die detaillierte Darstellung des Klassifizierungssystems sowie eine Analyse der unterschiedlichen Bedürfnisse von Kundengruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hotelklassifizierung, DEHOGA, Systemhotellerie, Privathotellerie, Markttransparenz und Gästebedürfnisse.
Spielt die Sternekategorie bei der Hotelauswahl für den Gast eine entscheidende Rolle?
Laut TNS-Infratest orientieren sich über 40 % der Gäste an den Sternen, jedoch zeigt die Arbeit, dass neben der Klassifizierung auch Markennamen und andere Kriterien sehr wichtig sind.
Wie unterscheidet sich die Privathotellerie in der Praxis von der Systemhotellerie bei der Klassifizierung?
Obwohl beide Kategorien dieselben Anforderungen erfüllen müssen, fehlen in Privathotels oft standardisierte Abläufe, während sie sich durch individuelle Nähe zum Gast auszeichnen.
- Arbeit zitieren
- Nilgün Acik (Autor:in), 2013, Die deutsche Hotelklassifizierung als Orientierungskriterium für die Hotelauswahl von Gästen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267688