Das Themengebiet der Dysphagien im Erwachsenenalter hat in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen und sich in den verschiedenen therapeutischen Disziplinen sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie weiter etabliert. Der Bereich der kindlichen Dysphagien hingegen ist erst seit jüngster Zeit in den Fokus von Praxis, Forschung und Lehre gerückt. Daher bestehen auch bis heute nur sehr ungenaue Angaben zur Prävalenz. Arvedson und Lefton-Greif (2008) geben an, dass etwa 25% bis 45% der normal entwickelten Kinder sowie 30% bis 80% der Kinder mit Entwicklungsstörungen eine Fütter- bzw. Schluckstörung aufweisen. Schwere Fütter- bzw. Schluckstörungen können bei etwa 3% bis 10% der Kinder beobachtet werden, wobei vor allem Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen, anderen Erkrankungen oder extremer Frühgeburtlichkeit betroffen sind. Feststellen lässt sich ebenfalls, dass die Zahl der Betroffenen weiter ansteigt. Verantwortlich hierfür ist vor allem die Verbesserung der lebenserhaltenden sowie –rettenden technischen Möglichkeiten der Medizin insbesondere für frühgeborene Kinder (Arvedson, 2008).
Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Literatur zum Thema kindliche Dysphagie sowie dem möglichen therapeutischen Vorgehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Kindliche Dysphagien
1.1.1 Ursachen einer kindlichen Dysphagie
1.1.2 Symptome einer kindlichen Dysphagie
1.1.3 Abgrenzung einer kindlichen Dysphagie von einer Fütterstörung
1.2 Die Behandlung von kindlichen Dysphagien
1.2.1 Die orofaziale Regulationstherapie nach Castillo Morales
1.2.2 Die neurofunktionelle Reorganisation nach Padovan
1.2.3 Das Bobath Konzept
1.2.4 F.O.T.T. - Therapie des Facio-Oralen Trakts
1.2.5 Das Pörnbacher Therapiekonzept
1.2.6 Mund- und Esstherapie nach Morris und Klein
1.2.7 Die Rolle der Eltern in der Behandlung von kindlichen Dysphagien
1.3 Fragestellung
2 Methode
3 Ergebnisse
3.1 Schluck für Schluck: Vergleich von drei Einzelfalldokumentationen zum Dysphagiemanagement bei Kindern:
3.2 Evaluating service delivery for speech and swallowing problems following paediatric brain injury: an international survey
3.3 Case Studies in Dysphagia after Pediatric Brain Injury
3.4 Specialist Speech Therapy in Poland in Children with Feeding and Swallowing Disorders
3.5 Rehabilitation of Oropharyngeal Dysphagia in Children with Cerebral Palsy: A Systematic Review of the Speech Therapy Approach
3.6 Zusammenfassung
4 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Forschung sowie gängige therapeutische Ansätze zur Behandlung kindlicher Dysphagien. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die komplexen Entscheidungsprozesse in der sprachtherapeutischen Praxis zu schaffen und ein mögliches therapeutisches Vorgehen auf Basis theoretischer Grundlagen und Literaturrecherche aufzuzeigen.
- Grundlagen und Symptomatik kindlicher Schluckstörungen
- Überblick über etablierte Therapiekonzepte (Castillo Morales, Bobath, F.O.T.T. etc.)
- Vergleich verschiedener Fallstudien und internationaler Versorgungsansätze
- Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit und Einbeziehung der Eltern
- Herausforderungen einer evidenzbasierten Praxis in der Pädiatrie
Auszug aus dem Buch
3.1 Schluck für Schluck: Vergleich von drei Einzelfalldokumentationen zum Dysphagiemanagement bei Kindern:
Die vorliegende Studie mit dem Titel „Schluck für Schluck: Vergleich von drei Einzelfalldokumentationen zum Dysphagiemanagement bei Kindern“, verfasst von Gesine Bombor, ist 2008 in der Zeitschrift „Forum Logopädie“ erschienen. Im Rahmen der Studie wird die Initiierung der logopädischen Intervention anhand von drei Einzelfalldokumentationen dargestellt. Des Weiteren werden die drei Probanden bezüglich Ursachen, Symptomatik, diagnostisches Vorgehen sowie dem therapeutischen Verlauf verglichen. Folgende Tabelle fasst die Anamneseergebnisse der einzelnen Fallbeispiele zusammen.
Auf Basis der in der Tabelle aufgeführten Daten konnte bei Patient 1 (F.H.B.) eine schwere oropharyngeale kindliche Dysphagie diagnostiziert werden. Bei Patient 2 (J.Z.) handelte es sich um eine kindliche Dysphagie mit dem Schwerpunkt einer oralen Hypersensibilität. Der dritte Patient (T.T.) zeigte Anzeichen einer oralen kindlichen Dysphagie.
Patient 1 (F.H.B.) befand sich insgesamt zwei Jahre und vier Monate in ambulanter sprachtherapeutischer Behandlung mit einer Therapiefrequenz von einmal wöchentlich 45 Minuten. Die Ziele der Therapie waren hauptsächlich die Verringerung der Aspirationsgefahr sowie ebenfalls die Anbahnung eines korrekten Schluckmusters. Zur Erreichung der Ziele wurde eine Kombination aus verschiedenen Therapieverfahren, wie zum Beispiel der funktionellen Dysphagietherapie, der Mund- und Esstherapie nach Morris und Klein, der orofazialen Regulationstherapie nach Castillo Morales sowie dem Körperprogramm nach Padovan gewählt und auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Themengebiet der kindlichen Dysphagien ein, definiert relevante Begriffe, erläutert Ursachen und Symptome und betont die Notwendigkeit einer spezifischen Behandlung.
2 Methode: Hier wird das Vorgehen der Literaturrecherche beschrieben, einschließlich der verwendeten Datenbanken und der Suchkriterien zur Identifikation relevanter Studien.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert und vergleicht verschiedene Studien und Falldarstellungen zur Behandlung kindlicher Dysphagien unter verschiedenen therapeutischen Ansätzen.
4 Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert die Herausforderungen der evidenzbasierten Praxis und betont die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Kindliche Dysphagie, Schluckstörung, Sprachtherapie, Castillo Morales, Bobath-Konzept, F.O.T.T., Pörnbacher-Konzept, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Evidenzbasierte Praxis, Pädiatrie, Mund- und Esstherapie, Neurofunktionelle Reorganisation, Schlucktraining, Elternarbeit, orofaziale Störungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachtherapeutischen Vorgehen bei kindlichen Dysphagien, einem komplexen Störungsbild, das eine differenzierte diagnostische und therapeutische Herangehensweise erfordert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition und Abgrenzung von Schluckstörungen, die Vorstellung verschiedener Therapiekonzepte, der Umgang mit medizinischen Begleiterkrankungen und die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, zu klären, welche Indikatoren die Wahl einer Therapiemethode beeinflussen und wie ein sprachtherapeutisches Vorgehen bei kindlichen Dysphagien evidenzbasiert strukturiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen medizinischen und therapeutischen Datenbanken, gefolgt von einer kritischen Analyse und Zusammenfassung der gefundenen Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden etablierte Therapiekonzepte (z.B. Castillo Morales, Bobath, Padovan) erläutert sowie aktuelle Studien und Fallbeispiele hinsichtlich ihrer praktischen Anwendung bei betroffenen Kindern ausgewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "kindliche Dysphagie", "Sprachtherapie", "orofaziale Regulationstherapie" und "interdisziplinäre Zusammenarbeit" charakterisiert.
Warum ist die Abgrenzung zur Fütterstörung für die Therapie so wichtig?
Die Abgrenzung ist entscheidend, da eine Fütterstörung oft eine starke psychologische Komponente beinhaltet, während bei der Dysphagie somatische und funktionelle Probleme der Nahrungsaufnahme im Vordergrund stehen, was unterschiedliche therapeutische Interventionen erfordert.
Welche Rolle spielen die Eltern bei der Behandlung?
Die Eltern fungieren als primäre Bezugspersonen, die Methoden in den Alltag integrieren müssen. Ihre Einbeziehung ist daher unerlässlich, da die Therapiefrequenz in der Praxis oft zu gering ist, um allein durch den Therapeuten signifikante Fortschritte zu erzielen.
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- Annika Bentfeld (Author), 2013, Sprachtherapeutisches Vorgehen bei kindlichen Dysphagien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267788