Deutschland und Frankreich: Geschichte einer Hassliebe

Vom deutsch-französischen Freundschaftsvertrag bis zum gemeinsamen Jugendwerk


Fachbuch, 2014
137 Seiten

Leseprobe

Inhalt

All eraturangabe Die Neue Deutsche Ostpolitik der sozialliberalen Koalition und die deutsch-französischen Beziehungen von 1969-1974
Einleitung
Übergang von der Konfrontationspolitik zur Entspannungspolitik vor 1969
Die ‚Neue Ostpolitik’ der Regierung Brandt / Scheel und die deutsch-französischen Beziehungen
Auswirkungen der ‚Neuen Ostpolitik’
Fazit
Literaturverzeichnis

Die deutsch-französischen Beziehungen von der Wiedervereinigung zum Maastrichter Vertrag. Die Rolle Helmut Kohls und François Mitterrands
Einleitung
Die deutsch-französischen Beziehungen von 1945 – 1989
Wiedervereinigung
Der Vertrag von Maastricht
Die Wirtschafts- und Währungsunion im Rahmen des Vertrags von Maastricht
Schluss
Literaturverzeichnis

Das deutsch-französische Jugendwerk. Chancen und Grenzen als Vermittler im europäischen Einigungsprozess
Einleitung
Von der Erbfeindschaft zum Motor des vereinten Europas
Erfolge und Probleme des DFJW als Mittler zwischen Deutschland und Frankreich
Bilanz aus vierzig Jahren Vermittlungstätigkeit des DFJW
Zusammenfassung und Fazit
Literatur

Alleingang zu zweit. Der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag vor dem Hintergrund der Persönlichkeiten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle

Von Florian Kreier, 2010

Einleitung

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer gelten als Gründungsväter der Aussöhnung zwischen den ehemals „vererbfeindeten“ Nationen Frankreich und Deutschland: am 22.01.1963 unterzeichneten beide den von ihnen entwickelten „Deutsch-Französischen-Freundschaftsvertrag“. Der französische Präsident und der deutsche Bundeskanzler führten im Vorfeld des Vertrages einen regen und überdurchschnittlichen Austausch. Mit keinem anderen internationalen Politiker traten de Gaulle oder Adenauer in diesen Jahren häufiger in Kontakt. Zwischen 1958 und 1963 wechselten sie 40 Briefe und tauschten sich in insgesamt 15 persönlichen Treffen über 100 Gesprächsstunden lang aus. Heute erscheinen die gute Beziehungen zwischen dem deutschen Bundeskanzler und dem französischen Präsidenten, sowie der „Deutsch-Französische-Freundschaftsvertrag“ in Hinsicht auf die europäische Entwicklung als gleichermaßen logisch und wünschenswert. Aber diese Vertiefung des Kontakts, sowie die Kooperation in welt- und europapolitischen Fragen, war bei de Gaulles Amtsantritt im Jahre 1958 nicht wirklich absehbar. Beim genauen Blick auf die damaligen innen-, außen- und europapolitischen Verhältnisse, die Stellungen der beiden Politiker zueinander, lassen den Prozess und Inhalt des Vertrages schon weitaus inkontingenter erscheinen. Zudem riefen die Art der Entwicklung und Umsetzung des Vertrages aus vielen unterschiedlichen Lagern Kritiker auf den Plan. Nicht zufällig wurde der Vertrag nachträglich im Bundestag mit einer Präambel versehen, die de Gaulle später zur Formulierung hinrissen, der Vertrag sei tot bevor er in Kraft trete[1].

Inwieweit der Grund für den Deutsch-Französischen-Freundschaftsvertrag in den Persönlichkeiten Adenauer und de Gaulle zu suchen ist, ist Thema der vorliegenden Ausarbeitung. Als Grundlage dient folgende Annahme: die Persönlichkeiten Adenauer und De Gaulle waren für die Institutionalisierung der Freundschaft zwischen den einst verfeindeten Ländern Frankreich und Deutschland von essentieller Bedeutung. Ihr Einsatz und ihre Verfolgung dieses Ziels – der Deutsch-Französischen-Aussöhnung – machten diese vertiefte und vertraglich fixierte Zusammenarbeit erst möglich. Der Prozess und das Ergebnis spiegelten zudem die innen- und außenpolitische Situation, sowie die gegenseitige Wertschätzung der Persönlichkeiten füreinander wider.

Dazu werden vorerst unterschiedliche Möglichkeiten der Analyse von Persönlichkeiten in politischen Prozessen verglichen. Auf Grundlage einer ausgewählten Analyse-Form werden Konrad Adenauer und Charles de Gaulle mittels ihrer Biographien auf grundlegende Ähnlichkeiten und Unterschiede geprüft. Anschließend folgt der politische Vergleich der Politiker: ihre Stellung im politischen System, der allgemeine innen- und außenpolitischen Situation, sowie ihre Vorstellungen von Europa. Darauf wird der Verlauf der Beziehung zwischen Adenauer und de Gaulle skizziert, um die Intensivierung des Kontakts, trotz einiger Tiefpunkte, darzulegen. Einzelheiten zu den Vertragsverhandlungen von der Politischen Union und den Fouchet-Plänen werden nicht behandelt, dagegen jedoch der Deutsch-Französische-Freundschaftsvertrag vor dem Hintergrund der Persönlichkeiten. In einem abschließenden Fazit wird die Eingangsfrage nochmals von mehreren Seiten beleuchtet.

Zum Thema der vorliegenden Ausarbeitung existiert eine schwer überschaubare Menge an teilweise auch widersprüchlicher Literatur. Die zugrunde liegenden verwendeten Werke erklären einen in der Arbeit angesetzten Fokus. In erster Linie wurden dabei Fachbücher von Experten für die Persönlichkeiten Adenauer und de Gaulle wie Ernst Weisenfeld, Prof. Dr. Weidenfeld und Hans-Peter Schwarz, sowie Personen aus dem näheren Umfeld wie Hermann Kusterer, Jaques Bariety und Annelise Poppinga verwendet. Zur zusätzlichen Einschätzung und Analyse des deutsch-französische Verhältnisses wurden unter anderem Gilbert Ziebura und Ulrich Lappenküper herangezogen.

Analyse von Persönlichkeiten

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Methoden um Persönlichkeiten zu bewerten. Jürgen Hartmann skizziert in „Persönlichkeit und Politik“ eine Entstehungsgeschichte der Persönlichkeitsanalyse, die hier in knapper Form übernommen wird um einen kurzen Überblick zu geben. Ludger Helms beschäftigt sich mit Analysen politischer Führung (political leadership). Darin liegt eine deutliche Schnittmenge zu den von Hartmann aufgeführten Ansätzen, denn Helms betrachtet die Führungsstile auch auf Grundlage der jeweiligen Persönlichkeiten und ihrer institutionellen Umgebung. Aus beiden Ansätzen, der Persönlichkeitsanalyse und der Analyse der unter Mitwirkung der Persönlichkeiten entstandenen Entscheidungen, wird im Anschluss eine eigene Methode zur Bewertung der Persönlichkeiten Adenauer und de Gaulle ausgewählt.

Verschiedene Ansätze

Hartmann[2] unterteilt in verschiedene Ansätze. Beispielsweise psychoanalytische wie Siegmund Freud oder seinem Schüler Adler, welcher sich in Richtung der heutigen Soziologie orientierte. Adler stellte das Streben nach Sicherheit, Geltung und Macht in den Vordergrund seiner Persönlichkeitsanalyse. Entscheidend für die Persönlichkeit eines Menschen ist seiner Ansicht nach die frühkindliche Entwicklung, auf Grundlage derer Menschen Selbstbewusstsein entwickeln, soziale Fähigkeiten ausbilden und ihre Präferenzen in der eigenen Lebensplanung bezüglich Besitz und Ansehen ordnen. Erik Erikson und auch Erich Fromm erweitern später die auf den Menschen einwirkenden Aspekte um eine gesellschaftliche Komponente. Persönlichkeiten entwickeln sich nach Fromm nicht nur unter Einfluss ihrer Familien, sondern auch ihres jeweiligen Milieus. Aufgrund ähnlicher Lebens- und Entwicklungsumstände verfügen Persönlichkeiten auch über einen erkennbaren gesellschaftlichen Charakter, eine gesamtgesellschaftliche Identität. Erik Eriksons Meinung nach sind Persönlichkeiten ein Produkt der somatischen (natürliche Umgebung und biologische Ausstattung), sozialen (Staat und gesellschaftliche Konventionen) und der individuellen Ordnung (Ängste, Hoffnungen, Erwartungen), welche die Beziehung zu den ersten beiden Bereiche koordiniert. Während der Kindheit und Jugend bilden Menschen diese individuelle Ordnung in einem Trail-and-Error-Verfahren aus. Eine fundamentale Identitätskrise als Schritt in die Adoleszenz stellt eine Weiche, fortan orientiert sich die Persönlichkeit an gewissen charakterlich festgelegten Vorstellungen und Wünschen, entwickelt sich jedoch noch leicht weiter. Als dritte Gruppe fasst Hartmann die Wahrnehmungsforschung, deren Gegenstand die selektive Aufnahme und Verarbeitung von wahrgenommener Information auf Basis des jeweiligen Charakters einer Persönlichkeit ist. Dieser Charakter beinhaltet verschiedene gesellschaftliche und psychologische Attribute als Ergebnis eigener Erfahrungen, Prägungen oder Veranlagungen, auf Grundlage derer Personen wiederum ihre „eigene persönliche Wirklichkeit“ konstruieren, somit Ereignisse, Personen und Situationen bewerten und sich ihnen gegenüber verhalten: einem persönlichen Schema. Gegenstand der vierten Gruppe „Politische Psychologie“ sind Analysen von Persönlichkeiten in politischen Ämtern von u.a. Lasswell, Schneider oder Greenstein. Letzterer bringt die Komponenten Lebensgeschichte, Charakter, Milieus und Erfahrungen auf die Wirkungskette „Situation + Charakter = Verhalten“. Dabei sind Personen in der Politik jedoch abhängig von verschiedenen Variablen: z.B. dem politischen System, Parteien, Einflussgruppen oder der Öffentlichkeit. Schon Max Weber weist deshalb auf die Bedeutung der Empathie-Fähigkeit von Politikern hin: sie müssen zuhören, verstehen, sich einfühlen können um Erfolg zu haben. In einem Beurteilungsschema für Politiker teilt James Barber in vier Gruppen: aktiv-positive, aktiv-negative, passiv-positive und passiv-negative und ordnet den Gruppen amerikanische Präsidenten zu. Grundlage für die Einteilung sind wiederum biographische, körperliche und psychische Eigenheiten der betrachteten Persönlichkeiten.

Leadership – Ludger Helms

Ludger Helms[3] untergliedert zur Analyse in zwei Hauptkategorien: normative und empirische Ansätze. Erstere befassen sich stark verkürzt mit der Frage des „guten Regierens“, geistesgeschichtlich im Gegensatz zu Nicolo Machiavelli, mit Vertretern wie Thomas von Aquin, John Locke oder Baron de Montesquieu. Zum Inhalt sind beispielsweise Fragen nach der Vorbildfunktion von Politikern und politischen Entscheidungen, sowie dem Begriff des „good government“. Empirische Ansätze stellen die Auswirkungen von Strukturen und Personen als Ursache politischer Entscheidungen ins Zentrum der Analyse. Helms unterscheidet die selbsterklärenden Ansätze personenzentriert, strukturzentriert und interaktionistisch, letztere vereinen die beiden vorigen. Interaktionistische Ansätze machen sich zur Aufgabe, die Interdependenz und Dynamik von personellen und systemischen Einflussfaktoren angemessen in das Ergebnis der Bewertung einfließen zu lassen. „Nach dem diesen Ansätzen zugrundeliegenden Verständnis operieren politische Amtsinhaber zwar innerhalb eines bestimmten (institutionellen, politischen, historischen) Kontextes, der ihre Handlungsmöglichkeiten nachhaltig beeinflusst“[4] ohne jedoch anderseits davon determiniert zu sein, sondern sich sogar von den Rahmenbedingungen emanzipieren und diese mitunter prägen zu können. Als politische oder systemische Konstanten führt Helms u.a. historisches Erbe, politisch-kulturelle Grundwerte, parlamentarische Mehrheitsverhältnisse, der institutionellen Beschaffenheit von Ämtern oder „die politische Großwetterlage“ auf. Unter Einfluss dieser Faktoren treffen und koordinieren politische Persönlichkeiten Entscheidungen.

Ausgewählter Ansatz für die Analyse der Persönlichkeiten

Die oben geschilderten Ansätze haben die Wichtigkeit der Biographie von Personen für ihre Ansichten, Ideen und Lebenskonzeptionen unterstrichen. Der Vergleich von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle wird deshalb vor allem mit Fokus auf die nachstehenden Kategorien erfolgen: Lebensweg und Karriere, kindliche Prägung und gesellschaftliche Sozialisation, Charaktereigenschaften und ethische Grundeinstellungen, Politisches Handeln, der Einstellung und Beurteilung des jeweils anderen Landes unter Berücksichtigung einer Politischen Visionen. Anschließend werden neben persönlichen, in Anlehnung an den interaktionistischen Ansatz, auch strukturelle Gesichtspunkte berücksichtigt, weshalb in einem zweiten Teil die politische Umgebung, des Handlungsspielraums der beiden Politiker – im knappen Überblick – verglichen werden.

Konrad Adenauer und Charles de Gaulle

Die Biographien von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer weisen schier unendlich viele beachtenswerte Ereignisse und Eigenheiten auf. Für die Analyse der Persönlichkeiten muss sich diese Arbeit fokussieren auf die Kindheit, die frühen Stationen der Karriere, persönliche und familiäre Rückschläge, sowie den Aufstieg bis in die hohe Regierungsverantwortung[5] der beiden Politiker. Zum Schluss des Kapitels werden die zentralen Erkenntnisse nochmals zusammengefasst und gegenübergestellt.

Konrad Adenauer – Lebensweg und Politische Karriere

Konrad Adenauer wurde am 05. Januar 1876 in Köln als Sohn eines Sekretärs und späteren Kanzleirats am Oberlandesgericht Köln Konrad Adenauer und dessen Ehefrau Helena geboren. Die Lebensumstände der sechsköpfigen Familie Adenauer sind einfach bis dürftig[6], Konrad teilt sich bis ins siebzehnte Lebensjahr das Bett mit seinem Bruder Hans. Eine wichtige Rolle im Alltag der Familie spielt die Religion, die Tage werden mit einem kollektiven Gebet begonnen und beendet[7], der Gottesdienst am Sonntag ist eine Pflicht und wird von Konrad Adenauer zeitlebens wahrgenommen. Nach dem Abitur am Apostelgymnasium mit 18 Jahre beginnt Adenauer eine Banklehre, da sein Vater nicht in der Lage ist, ihm wie seinen beiden älteren Brüdern ein Studium zu finanzieren. Ein halbes Jahr später erwirkt der Vater ein Stipendium. Konrad Adenauer studiert anschließend in Freiburg, München und Bonn Jura und schließt frühestmöglich ab, um seinen Eltern nicht weiter auf der Tasche zu liegen. Seine Studienjahre sind geprägt von Sparsamkeit und Fleiß, außerdem der Liebe zur Natur. Adenauer unternimmt viele Wanderungen, auch Reisen ins west-europäische Ausland: nach Norditalien und in die Schweiz[8].

Obwohl Adenauer selbst ein ruhiges Leben anstrebt[9], führt sein Weg nach Tätigkeiten bei der Staatsanwaltschaft Köln und beim Rechtsanwalt Kausen in die Politik: am 10. Mai 1906 wird Adenauer Beigeordneter der Stadt Köln, am 22. Juli 1909 Erster Beigeordneter, somit Stellvertreter des Kölner Oberbürgermeisters. Bereits 1904 ist Adenauer verheiratet und bald darauf Vater von drei Kindern, seine Frau Emma Weyer stammt aus einer angesehenen Kölner Familie. Zwei Jahre nach dem Ausbruch des ersten Weltkriegs stirbt seine Frau: der erste von vielen Schicksalsschlägen im Leben Adenauers. Ein halbes Jahr später zwingen Adenauer schwere Verletzungen von einem Verkehrsunfall zur Unterbrechung seiner politischen Tätigkeit. Während dieser Zeit wird das Amt des Oberbürgermeisters vakant. Die Mehrheitsfraktion der katholischen Zentrumspartei schlägt Adenauer zum Kandidaten vor und wählt ihn einstimmig. Fortan ist Konrad Adenauer mit 41 Jahren jüngster Oberbürgermeister der Stadt Köln. In der turbulenten Nachkriegszeit stellt er seine politischen Fähigkeiten unter Beweis: er verhindert den Konflikt mit Arbeiter- und Soldatenräten durch Kooperation, bleibt dabei selbst „Beauftragter für Ruhe und Ordnung“ und bewahrt die Stadt Köln im Gegensatz zu anderen Metropolen vor stärkeren Ausschreitungen.

Im Jahr 1919 schlägt Adenauer die Bildung eines westdeutschen Bundesstaates vor, auch zur Überwindung des deutsch-französischen Gegensatzes, zudem verfolgt er die Idee der Kooperation bei kriegswichtigen Rohstoffen zur Sicherung des dauerhaften Friedens in Westeuropa[10]. Der Vorstoß in diese Richtung wird nicht der letzte bleiben[11], der überzeugte Rheinländer zeichnet sich durch die Prägung wirtschaftlicher Kreise durch eine für damalige Verhältnisse zukunftsweisende Offenheit gegenüber anderen Kulturen aus, bei gleichzeitigem Misstrauen für die Totalität und Autorität des Preußentums[12], was wohl auch in der konflikteichen Beziehung zum Rheinland begründet liegt[13]. Im gleichen Jahr heiratet Adenauer zum zweiten Mal, aus der Ehe gehen vier Kinder hervor. Zudem wird er 1921 Vorsitzender des Preußischen Staatsrates und kandidiert im selben Jahr und 1926 ohne Erfolg für das Amt des Reichskanzlers. Die Wiederwahl zum Oberbürgermeister erfolgt 1929 über eine Stimme Mehrheit. Adenauers Amtszeit als Oberbürgermeister ist gekennzeichnet durch zukunftsträchtige Maßnahmen. Wirtschaftlich beispielsweise durch die Verbesserung der Infrastruktur (z.B. Autobahn Köln-Bonn), den Ausbau der Hafenanlage, sozialpolitisch durch Errichtung von Altenheimen, sogar ökologisch: die beiden Grüngürtel in der Stadt Köln gehen auf Adenauers Idee und Initiative zurück. Der zweite Bruch in Adenauers Karriere erfolgt durch die Machtergreifung Hitlers 1933. Adenauer ist entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, bei Besuchen Hitlers und Aktionen der NSDAP verhält er sich unkooperativ und stur, worauf er nach dem Wahlerfolg Hitlers als verleumdet und schließlich als „national unzuverlässig“ seines Amts enthoben wird.[14] Eine Flucht aus Deutschland lehnt Adenauer jedoch ab, aus Pflichtbewusstsein gegenüber Familie und Volk. Weitere Tiefpunkte reihen sich in den Folgejahren aneinander: Adenauer und seine Familie werden von den Gestapo drangsaliert[15] und stehen bis Ende des Regimes unter ständiger Beobachtung. Er wird mehrmals verhaftet, muss immer wieder untertauchen (z.B. im Benediktiner-Kloster Maria-Laach). Das Haus der Familie in Köln wird 1935 zwangsversteigert, Adenauer wird obendrein aus dem Regierungsbezirk Köln verwiesen. Sein Bruder August, erlangt in Verhandlungen, dass Konrad Adenauer ein Teil seiner Pension erhält, zudem ein Grundstück in Rhöndorf erwerben und bebauen darf. Nach dem Stauffenberg-Putschversuch wird Adenauer 1941 erneut verhaftet, nach einem Fluchtversuch verrät seine Frau unter schweren Verhören den Aufenthaltsort ihres Mannes, beide durchstehen in Einzelhaft im Gestapo-Gefängnis bei Köln Monate voll ständiger Todesangst. Gegen Ende des Krieges erfolgt durch glückliche Umstände die Entlassung, die Familie Adenauer bleibt allerding weiter unter Beobachtung der Gestapo. In dieser Zeit versteckt Adenauer trotzdem im März 1945 fünf flüchtige französische Kriegsgefangene in seinem Weinkeller[16].

Nach Kriegsende ernennen die alliierten Besatzer im Mai 1945 Konrad Adenauer erneut zum Oberbürgermeister von Köln, aufgrund von Unstimmigkeiten in Fragen zur Energieversorgung wird Adenauer jedoch bereits im Oktober wieder aus dem Amt entlassen. Wenig später ist Adenauer an der Gründung der CDU beteiligt, es beginnt sein Aufstieg in der neuen katholisch-konservativen Partei: 1946 ist er Vorsitzender der CDU im britischen Besatzungsteil, dann Fraktionsvorsitzender für Nordrhein-Westfalen und schließlich Präsident der verfassungsgebenden Versammlung der Bundesländer, des Parlamentarischen Rates. Ein halbes Jahr zuvor muss Adenauer einen weiteren persönlichen Schicksalsschlag hinnehmen: seine zweite Ehefrau stirbt an den Folgen von Selbstmordversuchen vor der Haft im Gestapo-Gefängnis. Wie schon nach dem Tod seiner ersten Frau, stürzt sich Adenauer in die Arbeit, das „Narkotikum für sein Leid“[17]. Das von ihm auf Schloss Herrenchiemsee mit entwickelte, deutsche Grundgesetz wird unter ihm als Präsidenten des Parlamentarischen Rates im Mai 1949 verabschiedet und tritt Ende Mai in Kraft.

Den bevorstehenden ersten Wahlen der Bundesrepublik Deutschland sieht Adenauer als Kanzlerkandidat der CDU entgegen; mit einer Stimme Mehrheit wird er mit 73 Jahren zum ersten Kanzler der neuen deutschen Republik. In seiner Regierungserklärung bestimmt er als Richtlinien für die Außenpolitik unter anderem die Beseitigung der Spaltung Deutschlands, die Überwindung des deutsch-französischen Gegensatzes, die Beteiligung an europäische Einheitsbestrebungen, sowie die friedliche Problemlösung mit östlichen Nachbarstaaten. Vor allen Dingen nach Westen richtet sich Adenauers Hauptaugenmerk, sowohl in Ablehnung des Kommunismus in Zusammenarbeit mit den USA, als auch zum Nachbarstaat Frankreich. Die Freundschaft mit Frankreich bezeichnet er selbst als Angelpunkt[18] seiner Politik. 1950 schlägt Adenauer die Schaffung einer deutsch-französischen Union vor, im selben Jahr wird Adenauer auch zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. Während der folgenden Jahre verfolgt Konrad Adenauer, zwischenzeitlich in Doppelfunktion als Kanzler und Außenminister, mit allem ihm möglichen Nachdruck diese Richtung: Kooperation in Verteidigungsfragen mit den USA, Weiterentwicklung der Europäischen Einheit, Verfolgung der deutschen Einheit und Aussöhnung mit Frankreich. Die Erfolge seiner Politik bleiben nicht aus: durch sein mutiges aber durchdachtes Auftreten gewinnt er für Deutschland das seiner Meinung nach so wichtige Vertrauen der westlichen Staatengemeinschaft zurück, etabliert die Bundesrepublik als verlässlichen Partner für die Europäische Integration. Sein Hauptaugenmerk gilt der internationalen Politik, dem Ansehen und der Zukunftsträchtigkeit Deutschlands in der Staatenwelt. Die nachfolgenden Wahlen entscheidet Adenauer als Kanzlerkandidat deutlicher für sich und seine Partei, die Wahl 1957 sogar mit absoluter Mehrheit, ein deutliches Zeichen für das Ansehen des Kanzlers in der Bevölkerung und seiner Partei.

Charles de Gaulle – Lebensweg und Politische Karriere

Charles André Joseph Marie de Gaulle kommt am 22. November 1890 als zweites Kind des Lehrers Henri und Jeanne de Gaulle in Paris auf die Welt. Als „arme Leute“[19] bezeichnet de Gaulle selbst seine Familie, kleinbürgerlich und klassisch-humanistisch geprägt, zudem „erzkonservativ, monarchistisch-patriotisch und katholisch“[20]. Früh beschäftigt sich de Gaulle mit der Kultur Deutschlands, erhält Einblicke in die deutsche Geistesgeschichte durch seinen Vater oder lernt als 14-jähriger bei Verwandten im Schwarzwald die „Sprache des Feindes“ – die Feindschaft zum deutschen Nachbarn ist für de Gaulle bis über seine Zeit als Major hinaus selbstverständlich. Nach dem Abitur am Collège Stanislas, schließt de Gaulle mit 21 Jahren die Militärakademie Saint-Cyr ab, „mittelmäßig in allem, ausgenommen die Körpergröße“[21].

De Gaulle tritt als Unterleutnant in die Armee, wird schnell zum Leutnant und 1915 zum Hauptmann befördert. Im ersten Weltkrieg wird de Gaulle dreimal verwundet. Nach der dritten, schweren Verwundung bei Verdun vor Douamont 1916, verbringt er 32 Monate in deutscher Kriegsgefangenschaft, zuletzt bei Ingolstadt. Mehrere Fluchtversuche scheitern, de Gaulle verbessert in der Zeit seine Deutschkenntnisse, verfolgt über Zeitungen den Verlauf des Kriegs und hält darüber Vorträge vor Lagerkollegen. Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft unterstützt er 1920 und 1921 mittlerweile als Major die Verteidigung Polens gegen die anrückende Rote Armee. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich heiratet de Gaulle Yvonne Vendroux, aus der Ehe gehen drei Kinder hervor, die jüngste Tochter Anne ist von Geburt an mongoloid und verlangt der Familie de Gaulle besonderen menschlichen Einsatz ab[22]. In den folgenden beiden Jahren lehrt de Gaulle als Professor für Militärgeschichte in Saint-Cyr und der Ecole Militaire. 1924 erfolgt die erste von zahlreichen Veröffentlichungen: „La Discorde chez l’Ennemi“ in der de Gaulle die deutsche Niederlage unter psychologischer Analyse der Ruhmessucht und der Vernachlässigung des eigenen Volks und dem Leiden der Menschen zuschreibt[23]. Zweimal ist de Gaulle direkt an der Besatzung Deutschlands beteiligt: 1924/25 als Hauptmann im Generalstab der Rheinarmee in Mainz, sowie von 1927 bis 1929 als Major und Bataillonskommandeur in Trier.

Ab 1925 ist de Gaulle zudem im Stab seines vormaligen Regimentskommandeurs in Arras, Marschall Philippe Pétain, zu diesem Zeitpunkt der Vizepräsident des Oberen Kriegsrates. Dieser entwickelt sich in den Folgejahren zum Förderer und Schutzpatron de Gaulles[24], beteiligt ihn an mehreren Missionen im Nahen Osten, beschäftigt ihn als Redenschreiber und beauftragt de Gaulle mit einer pädagogischen Arbeit namens „Le soldat“, welche in Buchform schließlich 1938 erscheint. Im Vorfeld entsteht ein Streit, da Pétain die von ihm angestoßenen Schriften unter seinem eigenen Namen veröffentlichen wollte. De Gaulle pocht allerdings unnachgiebig auf seine Autorenrechte, wodurch schließlich das Vertrauen zerbricht[25]. Schon zuvor war de Gaulle nicht zimperlich bei Meinungsverschiedenheiten. In einem Streit über den Ausgang eines Übungsmanövers widersetzt sich de Gaulle Oberst Moyrand, dieser benachrichtigt den Oberbefehlshaber des Militärs: Philippe Pétain, welcher allerdings de Gaulle verteidigt[26].

Der Karriere de Gaulles tut sein nachdrückliches und häufig als arrogant und schroff beschriebenes Auftreten keinen Abbruch. Schon in der Militärschule schlägt ihm jedoch immer wieder Hohn entgegen. Einerseits für sein Auftreten, andererseits für seine oft unkonventionellen Ansichten, welche sich jedoch häufig als realistische Einschätzung erweisen. Von 1932 bis 1937 arbeitet de Gaulle im „Generalsekretariat für Landesverteidigung“ und erweitert seine militärischen Erfahrungen und Einblicke um politische, technische und administrative Aspekte. Während dieser fünf Jahre ist de Gaulle 14 aufeinanderfolgenden Ministern unterstellt, die teils chaotischen Bedingungen unterstreichen de Gaulles Abneigung gegenüber Parlamentarismus und demokratischen Prozessen. Auch sein zweites Buch mit dem Titel „Au fil de l’épée“ das 1932 erscheint, vor allem aber „Vers l‘armée de metier“ von 1934 erntet in hohen Politik- und Militärkreisen Spott und Unverständnis. Vor allem in dem „Die Stoßarmee“ übersetzten Buch, kritisiert de Gaulle die französische Sicherheits- und Militärpolitik vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklungen und fordert eine Verlagerung der technischen und operativen Schwerpunkte zum flexiblen Bewegungskrieg unter Einsatz von Panzerdivisionen. Der Ablehnung seiner Ideen (nur 750 verkaufte Exemplare in Frankreich) steht fatalerweise Interesse in Deutschland[27] und Russland gegenüber, die Feinde schätzen sowohl die fortschrittlich-militärischen Überlegungen, als auch die indirekte Auskunft über die Verfassung der französischen Armee. Nur wenige Politiker unterstützen Oberst (seit 1933) de Gaulles Vorschläge, unter ihnen die beiden späteren Ministerpräsidenten Léon Blum und Paul Reynard. Erst nach dem Einmarsch der Wehrmacht ins Rheinland 1936, wird de Gaulle 1937 Kommandeur eines Panzerregiments, zwei Jahre später Kommandeur der Panzer der 5.ten Armee und Brigardegeneral, schließlich Unterstaatssekretär im Kriegsministerium von Paul Reynard. Während der turbulenten Auflösung des französischen Staates weigert sich de Gaulle dem Waffenstillstand einzuwilligen, ruft von London in Radioansprachen zum Widerstand gegen die deutschen Besatzer auf und wird daraufhin ausgebürgert und in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Winston Churchill ernennt ihn nach Frankreichs Kapitulation zum „Chef der Freien Franzosen“ was de Gaulle dazu animiert sich in den folgenden Kriegsjahren als eigentlicher Souverän Frankreichs[28] zu verstehen, was jedoch von den Alliierten nicht anerkannt wird und zahlreiche Konflikte, vor allem mit Churchill[29], hervorruft. De Gaulle selbst, unumstößlich von seiner Rolle überzeugt, bildet in London das „Comité francais de libération nationale“, das er später nach Übersiedlung nach Algerien in eine Exilregierung verwandelt. Zudem steht er in Kontakt zu Réstistance-Gruppen, welche in ihm den Führer des Widerstands sehen[30].

Im August 1944 zieht er als Sieger in das befreite Paris ein und lanciert die Bildung einer neuen Regierung. Erste außenpolitische Amtshandlung des Generals im November 1944: ein Beistandspakt mit der Sowjetunion, sehr zum Missfallen der westlichen Alliierten. 1945 wird de Gaulle schließlich einstimmig zum Präsidenten der provisorischen Regierung der Republik ernannt. Bereits fünf Tage später droht er aufgrund von Konflikten mit den Parteien mit seinem Rücktritt, den er im Jahre 1946 resigniert auch vollzieht. 1947 gründet de Gaulle die Partei „Rassamblement du Peuple Francais“ RPF mit der er bis 1952 einige Achtungserfolge, jedoch nicht die erzielte Regierungsverantwortung erreicht und sich schließlich auf seinen Landsitz nach Colombey-les-deux-Eglises in Lothringen zurückzieht.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Biographien von Adenauer und de Gaulle weisen Unterschiede, aber auch grundlegende Parallelen auf. Im folgenden Überblick werden zentrale Übereinstimmungen und Unterschiede, auf Basis der oben aufgeführten Karriere- und Lebenswege, aufgelistet. Zudem wird das jeweilige Verhältnis zum Nachbarland betrachtet.

Biographie und Karriere

Begonnen mit der Kindheit und Sozialisation im einfachen Bürgertum, stark geprägt durch klassische Werte gesellschaftlicher Aufsteiger: Fleiß, Pflichtbewusstsein, Sparsamkeit und einer eher autoritären Vorstellung von Führung und Hierarchie[31]. Die katholische Religion spielt in beiden Elternhäusern eine große Rolle, was sowohl Adenauer als auch de Gaulle zeitlebens als wichtig empfinden. Ihr gesellschaftlicher Aufstieg zeichnet sich durch Willenskraft (gegen zahlreiche, teils tragische Rückschläge), hohe Einsatzbereitschaft und Unbeirrbarkeit bezüglich der eigenen Fähigkeiten und Ideen aus. Grundlage für den Karriereweg sind wohl auch ihre asketischen Lebensauffassungen: weder Adenauer noch de Gaulle waren als Raucher, übermäßige Esser oder Trinker bekannt. Sie sind keine Lebemänner oder Diven sondern führen ein klassisch konservatives und aufrichtiges Familienleben. Ihre Karrierewege nehmen nicht immer die einfachsten Bahnen, beide starten in eigentlich politikfremden Bereichen und sammelten, auch unter Mithilfe von Förderern, auf den einzelnen Stufen ihrer Karriere durch pragmatisches und häufig weit vorausschauendes Handeln, bei realistischen Einschätzungen ihre Erfahrungen. Interessanterweise waren beide eher mittelmäßige Schüler, erst im Dienst einer höher gestellten, vor allem die Gesellschaft oder das Volk betreffenden Sache, wachsen Adenauer und de Gaulle über sich hinaus. Die Erlebnisse der beiden Weltkriege und der politischen Unruhen während der 20er Jahre und im Zusammenhang mit dem Nationalismus und Bolschewismus hinterlassen starke Spuren: die Ablehnung von Ideologien, das Misstrauen gegenüber Parteien und parlamentarischen Prozessen, sowie eine historische Weitsicht. Deutliche Unterschiede sind beispielsweise ihr Verhältnis zum Militär: General de Gaulle, war maßgeblich in Erfahrung und Identität geprägt von seinem Leben in und für die französische Armee, an beiden Weltkriegen beteiligt. Auf der anderen Seite Konrad Adenauer, aufgrund einer schwachen Lunge für untauglich befunden und nie als Soldat im Krieg gewesen, grundsätzlich Kriegen und gewaltsamen Konflikten abgeneigt. Womöglich sind die extremen Erfahrungen de Gaulles in den Militärakademien und während der Kriege auch für seinen zeitweilig sehr ausgeprägten Patriotismus verantwortlich: seine Vorstellungen von Frankreich als Grande Nation[32], sowie die Abneigung gegen Deutschland und vor allem Preußen. Adenauer war in diesem Sinne keinesfalls Patriot oder Nationalist, was sich auch klar in seiner Ablehnung des Nationalsozialismus und dem Misstrauen gegenüber der preußischen Militärdiktatur zeigt. Adenauer dachte, wie sich in zahlreichen Überlegungen zu deutsch-französischen Kooperationen[33] und seinen wirtschaftlichen Vorstellungen zur Zusammenarbeit von Nationen[34] zeigte, bereits in frühen Jahren konstant sehr europäisch[35] und somit zukunftsträchtig. Eine weitere biographische Übereinstimmung: sowohl Adenauer (in Maria-Laach) als auch de Gaulle (Colombey-les-deux-Églises) ziehen sich beide zwischenzeitlich vom politischen Geschäft zurück, richten sich dabei gewissermaßen konzeptionell neu aus. Zudem müssen beide im Laufe ihres Lebens einige schwere Rückschläge hinnehmen[36].

Charakter und Grundeinstellungen

Die Charaktere spiegeln sich bereits im oben beschriebenen Karriereweg wider, darum erfolgt an dieser Stelle lediglich eine kurze Auflistung wichtiger Attribute. Adenauer und de Gaulle zeichneten sich durch eine konservative und katholische Basis aus. Bei beiden findet sich grundsätzliche Warmherzigkeit und Pflichtbewusstsein gegenüber „den Menschen“, bei gleichzeitigem Misstrauen gegenüber Massen und großen Gruppen. Sie sind grundsätzlich genügsam bezüglich weltlicher Güter und asketisch. Gleichzeitig begleitet beide der häufige Vorwurf der Arroganz[37] und des teilweisen Hochmuts, bei de Gaulle stärker als bei Adenauer. Eine gewisse Distanziertheit und Unnahbarkeit wird Adenauer, vor allem auch de Gaulle[38] attestiert, sie gelten zudem zu Studienzeiten und auch später noch eher als Einzelgänger. Interessanterweise begründet Adenauer selbst den Hang zu einsamen Entscheidungen de Gaulles mit Verweis auf die zahlreichen Rückschläge in de Gaulles Leben[39] – diese Art Begründung könnte genauso auf ihn selbst angewendet werden, galt er doch als „Kanzler der einsamen Beschlüsse“. Eine weitere Parallele stellt die politische Praxis dar: sowohl Adenauer[40] als auch de Gaulle[41] werden von Gegnern als gewiefte Machtpolitiker bezeichnet, von Fürsprechern für ihr taktisches Verständnis und die Fähigkeit, auch in komplexen Situationen Überblick und Entscheidungsfähigkeit zu behalten, angesehen. Grundlage für ihren Erfolg ist bedingungsloser Einsatz, Arbeitseifer und Wille den eigenen Weg nach den eigenen Vorstellungen zu bestreiten und dabei einem höher geordneten Ziel bzw. einer Vision zu dienen. Beide hatten auch den Mut für ihre Ansichten einzustehen, Adenauer bezeichnete diesen auch selbst als eine der wichtigsten Eigenschaften eines Politikers.

Verhältnis zum Nachbarland

Das Verhältnis Charles de Gaulles zu Deutschland ist differenziert zu betrachten, gleichsam geprägt von „Bewunderung und Furcht“[42]. In frühen Lebensjahren galt de Gaulle der deutsche Nachbar schlicht als „der Feind“. Trotzdem schätzte de Gaulle viele Züge der deutschen Kultur, die deutsche Geistesgeschichte und sogar mit fortschreitendem Leben, deutsche Politiker wie beispielsweise Otto von Bismarck[43]. Im Gegensatz zum plumpen und absoluten Nationalismus des Naziregimes, war die Feindschaft und gleichzeitige Anerkennung Deutschlands für de Gaulle möglich, denn er unterschied dabei aktuelle politische Vorgänge bzw. Führungen, von der historischen Kategorie der Nation[44]. Konrad Adenauer lehnte Nationalismus und politischen Extremismus, sowie Gewalt generell, strikt ab. Er sah im französischen Nachbarn einen möglichen Kooperationspartner, sowohl für eine rheinischen, als auch einen westeuropäischen Staat, betonte häufig die Wichtigkeit des Verhältnisses und blickte dabei lieber in eine Zukunft friedlicher Koexistenz oder Kooperation, als in die konflikt-trächtige Vergangenheit. Den Versailler Vertrag lehnte Adenauer 1922 dementsprechend aus politischen und ethischen Gründen entschieden ab[45]. Nach Ende des zweiten Weltkrieges ist die Aussöhnung mit dem Nachbarstaat eines der Hauptziele Adenauers – aus Demut gegenüber den Greueltaten des Weltkrieges, jedoch auch, weil Adenauer fest davon überzeugt ist, dass Friede und Erfolg in Westeuropa maßgeblich vom Verhältnis der beiden Nationen abhängt[46]. Diese Ansicht teilt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges auch Charles de Gaulle[47], welcher sich bereits in seiner ersten Amtszeit als Übergangspräsident gegen weitere Demütigungen Deutschlands ausspricht und dabei wiederholt in direkten Ansprachen kurz nach Kriegsende in Deutschland die Gemeinsamkeiten unter Europäern betont[48]. Davor schlug er jedoch in einem Plan die Zerschlagung und Aufteilung Deutschlands vor[49]. Verschiedene Erfahrungen im zerstörten Nachkriegsdeutschland, sowie die Entwicklung der Bundesrepublik einerseits und des angehenden Ost-West-Konflikts andererseits, ließen ihn bereits zu Beginn der 50er Jahre auch für eine Französisch-Deutsche-Union eintreten. In seinen Plänen für ein vereintes Europa sieht de Gaulle auch bereits 1949 einen Platz für Deutschland – im Gegensatz zu England[50].

Politischer Vergleich

Die politische Umgebung von Adenauer und de Gaulle unterschied sich stark, vor allem bezüglich des institutionellen Rahmens. Die Politiker Adenauer und de Gaulle sind im Verhältnis zu diesem Rahmen zu begreifen. Zum Verständnis des Ergebnisses von den Plänen zur Politischen Union über die Fouchet-Verhandlungen bis zum Deutsch-Französischen-Freundschaftsvertrag werden die innen- und außenpolitischen Situation, sowie den europapolitischen Vorstellungen kurz skizziert. Für einen vollständigen Vergleich der beiden Politiker und Regierungssysteme fehlt an dieser Stelle der Raum, deshalb wird nur auf einige wenige eingegangen.

Institutionelle Rolle

Als Präsident war Charles de Gaulle Staatsoberhaupt der semi-präsidentiellen Demokratie Frankreich mit größeren Kompetenzen ausgestattet als Bundeskanzler Konrad Adenauer in der parlamentarischen Bundesrepublik[51]. Da der Bundeskanzler von der Mehrheit des Bundestages gewählt werden muss, spielt seine Stellung in der Partei eine wichtige Rolle. Alle Bundeskanzler, mit Ausnahme Helmut Schmidts, waren gleichzeitig über einen gewissen Zeitraum Parteivorsitzende (Adenauer von 1950-1963) und verfügten während dieser Zeit, logischerweise über einen größeren Handlungsspielraum. Für Konrad Adenauer war die Wahl 1957 die erfolgreichste, CDU/CSU erzielten die absolute Mehrheit. In der darauffolgenden Wahl 1961 viel das Ergebnis schlechter aus: CDU/CSU koalierte daraufhin mit der FDP. Adenauer blieb zwar Kanzler, sollte jedoch während der Legislaturperiode abtreten. Das außenpolitische Geschäft war in besonderem Maße, auch durch das zwischenzeitliche Doppelamt als Kanzler und Außenminister, das Gebiet des Kanzlers Konrad Adenauers, hier feierte er seine größten Erfolge in der Rückgewinnung des Vertrauens und der Souveränität für Deutschland, der Einbindung in die westliche Welt und die europäische Integration und die Aussöhnung mit Frankreich. Dabei vernachlässigte er jedoch nicht innenpolitische Belange und das tagespolitische Geschäft[52]. Die Richtlinienkompetenz wurde von Adenauer dabei in starkem Maße genutzt um auf die Umsetzung seiner Vorstellungen Einfluss zu nehmen, vor allen Dingen im Zusammenhang mit der europäischen Integration[53]. Durch zahlreiche informellen Gespräche mit Entscheidungsträgern und Einflussgruppen (und dem erfolgreichen Ausspielen der einzelnen Interessengruppen gegeneinander) und durch geschickte Interviews verschaffte sich Konrad Adenauer Handlungsspielraum und Durchsetzungsmacht[54]. Die “Legende der einsamen Beschlüsse”[55] scheint gerade aufgrund der strategischen Einbeziehung anderer Beteiligter nicht haltbar. Trotzdem gilt Konrad Adenauer in der Rückschau als der wohl mächtigste deutsche Kanzler: aufgrund der eingeschränkten Rolle der Kabinettsminister[56], seiner unbestrittene Leaderrolle in der Außenpolitik kann er als eigentlicher Initiator und treibende Kraft aller politischer Entscheidungen gesehen werden[57].

Die Situation in Frankreich war aufgrund zahlreicher Umstände ungleich turbulenter. Charles de Gaulle wurde nach einem Militärputsch in der französischen Kolonie Algerien von der Regierung der vierten Republik gebeten, das Regierungsgeschäft zu übernehmen, was auch einer Forderung der Putschisten entsprach[58]. Von einem Wahlkollegium bestehend aus Mitgliedern des Parlaments und verschiedenen Vertretern der lokalen Mandatsträger wurde de Gaulle ins Amt gewählt, auf Grundlage seiner Bedingungen: die Revision der bestehenden und Schaffung einer neuen Verfassung als präsidentielles Regierungssystem, sowie die Wahl eines neuen Parlaments. Die darauf folgende Verfassung stattet den Präsidenten der V.ten Republik mit umfangreichen Rechten aus. Charles de Gaulle stieß mit der folgenden innen- und außenpolitischen Neuausrichtung der Politik inklusive der politischen Reformen und Praktiken, welche schon zuvor in der Partei “Rassamblement du Peuple Francais” zu erkennen war, die Ära des Gaullismus an[59]. Die Politik dieser Ära hatte de Gaulle zum absoluten Zentrum, der Einfluss de Gaulles erstreckte sich in nahezu alle Politikbereiche[60], wobei de Gaulle die Meinung des Volkes über den geschickten Einsatz der Medien (wie schon während seiner Zeit im Widerstand in London) zu integrieren und für sich zu nutzen wusste[61].

Innenpolitische Situation

Grundsätzlich war Adenauer[62], wie de Gaulle auch, aufgrund Erfahrungen des Parlamentarismus in den 1920 und 1930er Jahren, Parteien gegenüber eher misstrauisch eingestellt. Daraus folgerte Adenauer jedoch die Wichtigkeit einer großen Volkspartei, welche Integrationsleistung übernahm[63]. Da diese Union in den Jahren 1953 bis 1961 in Alleinherrschaft regierte, war die Machtposition Adenauers innerhalb der Union ein zentraler Aspekt seiner politischen Handlungsfähigkeit. Die Führungsrolle Adenauers innerhalb der Union nahm zum Ende seiner Regierungszeit ab. Der Konflikt von Atlantikern (z.B. Wirtschaftsminister und Kandidat für die Nachfolge Adenauers Erhard oder Außenminister Schröder) und Gaullisten (z.B. Verteidigungsminister Strauß, dem 1962 die Spiegel-Affäre zum Verhängnis wurde) hatte die Ausrichtung der Sicherheitspolitik zum Inhalt, somit hohe Bedeutung für das Verhältnis zu Frankreich. In Adenauers letzten Regierungsjahren verringerte sich die Handlungsmacht des Kanzlers[64] neben den innerparteilichen Konflikten auch durch die Koalition mit der FDP. Wie wichtige und tiefgreifend der Einfluss Adenauers in der CDU/CSU war kann an dieser Stelle nicht dargelegt werden, wohl aber geht daraus hervor, dass die Machtposition durch die Koalition und den bevorstehenden Machtwechsel beeinträchtigt wurde, was allerdings angesichts des Alters des mittlerweile 87-jährigen “Uralten Deutschen” auch wenig verwunderlich ist.

Charles de Gaulle hatte sich das Präsidentenamt nach seinen Vorstellungen quasi selbst geschaffen[65] und war so aufgrund der außerordentlichen Umstände und seiner historischen Rolle in Frankreich mit zahlreichen formellen und informellen Sondervollmachten ausgestattet. Die größten innenpolitischen Herausforderungen zu Beginn der V.ten Republik waren: der Algerien-Konflikt, Wirtschafts- und Währungsprobleme, sowie die von de Gaulle vorgesehenen politischen und verfassungsrechtlichen Reformen[66]. Letztere stellten eine entscheidende Weichenstellung in de Gaulles Vorhaben dar, Frankreich als handlungsfähige und international ernstzunehmende Nation zu etablieren. Das Ergebnis viel dementsprechend strikt aus: ein Herrschaftssystem mit teilweise autoritären Zügen, in dem der Zirkel um den Präsidenten de Gaulle auf allen Ebenen an Macht gewann, zu Ungunsten des Parlaments[67]. Vor allem in Fragen der Außenpolitik lag die Macht “ausschließlich beim General”[68] de Gaulle. Die Verfassungs- und Regierungsreform wurde durch die gewonnenen Parlamentswahlen im November 1958 auch durch das Volk legitimiert, im Parlament herrschten fortan eindeutige Mehrheiten zu Gunsten de Gaulles[69]. Auf deutscher Seite wurde diese offensichtliche Stabilisierung der Regierungssituation allgemein begrüßt[70]. Durch die historisch eng mit der Armee verknüpfte Rolle de Gaulles, gestaltete sich die Lösung in der Algerien-Frage zur zwingendsten und kritischsten Aufgabe. Schon vor seinem Amtsantritt war de Gaulle davon überzeugt von der Unhaltbarkeit der algerischen Kolonie, deren Unabhängigkeitsbestreben er fortan unterstützte, unter zahlreichen Beweisen seiner polit-taktischen Fähigkeiten (“J’ai compris”![71]). Die Führungsrolle de Gaulles wurde ab 1962 durch die Zusammenarbeit mit der Regierung Pompidou zusätzlich gestärkt[72].

Außenpolitische Interessen

Die Überzeugung der Wichtigkeit einer deutsch-französischen Aussöhnung und vertieften Kooperation Adenauers und de Gaulles, hatte zahlreiche Facetten. Nachdem im Vorfeld der Fokus auf die persönliche Basis gestellt wurde, soll an dieser Stelle ein knapper Überblick der jeweiligen Positionen im internationalen Geflecht von Interessen und Situationen gegeben werden. Adenauers Hauptinteressen waren zweifelsohne die Wiedererlangung des internationalen Vertrauens für die Bundesrepublik Deutschland und auf Basis dessen, die volle Souveränität, Handlungsfähigkeit und Freiheit eingebettet in Europa und die westliche Welt. Mitunter das größte Anliegen Adenauers und deutscher Politik war natürlich die Wiedervereinigung, welche nur möglich war, sofern die europäischen Staaten, allen voran auch Frankreich, dem Vorhaben keine Steine in den Weg legten. Als große Gefahren sah Adenauer den „Alpdruck von Potsdam“[73] – eine Einigung der Siegermächte auf Kosten Deutschlands, zudem die sich aggressiv und expansiv gebarende UDSSR allgemein. Ähnliche Bedenken werden auf Seite de Gaulles mit dem Begriff „Jalta-Komplex“ zum Ausdruck gebracht: de Gaulle befürchtete die Degradierung Frankreichs zu einem Objekt der Großmächte, wie auf den Konferenzen der Koalition gegen Hitler der USA, Großbritannien und UDSSR zum Ende des zweiten Weltkriegs[74]. Adenauers (nicht unbegründete[75]) Skepsis gegenüber den zwei Arten der Politik Frankreichs, vor allem auch de Gaulles[76] bezüglich der UDSSR, hatte in den Bedenken de Gaulles einen Gegenpart, nach der die starke Anlehnung Deutschlands an die USA und Großbritannien die internationale und europäische Rolle Frankreichs empfindlich schwächen könnte.

Die Stellungen zur UDSSR und USA unterschieden sich grundlegend[77] und gaben wiederholt Anlass zu Klärung oder Debatte. Für Adenauer war Deutschland auf die USA als Schutzmacht gegenüber der UDSSR angewiesen, letztere betrachtete Adenauer als ernsthafte Gefahr[78]. De Gaulle hingegen hatte Interesse an der Minderung des Diktats von USA und Großbritannien, um selbst in Westeuropa Führung übernehmen zu können. Gleichzeitig sah de Gaulle in der Rolle des Vermittlers zwischen „Rußland, heute Sowjetunion“[79] und westlicher Welt die Möglichkeit seinen politischen Einfluss zu erhöhen, sehr zum Misstrauen Adenauers, sowie der gesamten CDU/CSU. Die engere Bindung an de Gaulle bedeutete für Adenauer in dieser Hinsicht auch einen tieferen Einblick und möglichen Intervention im Fall von gefürchteter Bündnispolitik zwischen Frankreich und der UDSSR.

De Gaulles Idee von der Rolle Frankreichs als „Grandeur“[80] wird nicht ohne Grund häufig als verkappte Großmachtpolitik[81] bezeichnet, in dessen Tradition die Bestrebungen um die „Force de Frappe“, der häufig geäußerte Führungsanspruch in Westeuropa[82], sowie das taktische Verhältnis zur NATO und der letztendliche Ausstieg, stehen. Die führende Rolle Frankreichs in Westeuropa war grundlegend um dem „Kondominium der Supermächte zu entfliehen“[83]. Um diese Rolle spielen zu können war die deutsch-französische Kooperation zentral und vielleicht wichtiger als die westeuropäische Gemeinschaft. Auf den Punkt gebracht: Europa hatte sich nach de Gaulles Primärzielen zu richten, nämlich der Sicherung und Durchsetzung französischer Interessen[84]. Aus dieser Perspektive ist auch de Gaulles Umgestaltung zur V.ten Republik zu verstehen. Um führen zu können musste Frankreich ein moralisch, politisch und wirtschaftlich wiedererstarkender Nationalstaat sein[85]. An der Unumstößlichkeit der Kategorie „Nation“ war de Gaulle (im Gegensatz zu Adenauer) als fortdauernde geschichtliche Kraft[86] vollkommen überzeugt, was auch das Misstrauen gegenüber der supranationalen europäischen Integration erklärt.

Europapolitische Vorstellungen

Die spektakulärste Komponente von de Gaulles Europapolitik ist gewiss die damals ungewöhnliche regionale Gestalt „vom Atlantik bis zum Ural“. Das Konzept de Gaulles bezüglich Europa sah Frankreich in der Führungsrolle eines geeinten Westeuropas, das lieber langfristig unter Beteiligung der osteuropäischen Staaten, als mittelfristig mit Anschluss Großbritanniens zustande kommen sollte. Die Überlegungen sind nur unter Rückgriff auf de Gaulles Verständnis von Nationen zu erklären. De Gaulle war überzeugt, dass die Kraft der Nationen zum Beispiel die Sowjetunion auflösen wird, da Nationen stärker seien als Ideologien[87]. Der Weg über die Staaten zur europäischen Einigung war für de Gaulle der einzig praktikable, da es nicht möglich sei, Nationen einer ausländischen Mehrheit zu unterwerfen – es fehlte schlicht der Einiger[88], der entscheidende Souverän. Ein weiterer einfacher Grund: die Unterordnung Frankreichs unter europäischen Interessen war für jemanden mit der Gaulles Vorstellungen von einer französischen Großmacht nicht denkbar. Die generelle Ablehnung der europäischen Integration vor der V.ten Republik veranlasste viele Politiker bei Amtsantritt de Gaulles 1958 zur Annahme, er würde die bis dato geschehenen Vorgänge (v.a. die Römischen Verträge) und Institutionen rückgängig machen – was er jedoch nicht tat. Eine zentrale Komponente de Gaulle’scher Europapolitik waren Fragen der Sicherheit: Europa musste sich selbst verteidigen können[89]. Die „Force de Frappe“ war grundlegend für de Gaulles geplante Führungsrolle Frankreichs als alleinige Atommacht in Westeuropa, weshalb der vor seiner Amtszeit angestrebte nukleare Dreiecksplan (Frankreich, Deutschland, Italien) keine weitere Beachtung fand. Die Wichtigkeit der europäischen Zusammenarbeit, nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, war de Gaulle bewusst, allem voran auch als Möglichkeit das potentiell gefährliche Deutschland fest an Frankreich und in Westeuropa einzubinden. Vor allen Dingen aus der dauerhaften Kooperation mit Deutschland, versprach sich de Gaulle die mittelfristige Etablierung Westeuropas (langfristig: Gesamteuropas) zum dritten Mitspieler im Konzert der Großmächte USA und UDSSR. Gleichzeitig gibt es Grund zur Annahme, dass de Gaulle ein geeinigtes Europa nur als Vehikel für Frankreichs Aufstieg in den Zirkel der Großmächte (bzw. Unabhängigkeit von USA[90]) betrachtete und keine Einbindung in Europa geduldet hätte, solange Hoffnungen bestanden in Europa und der Welt erneut Großmachtfunktionen wahrzunehmen[91].

Konrad Adenauers Vorstellungen bezüglich Europa zeichnen sich durch hohe Stetigkeit aus[92]. Bereits 1919 in einer Rede zur Eröffnungsfeier der Universität in Köln, spricht Adenauer von den Gemeinsamkeiten der Kulturen der westlichen Demokratie und fordert ihr kooperatives Zusammenwirken zum Wohle der Freiheit aller[93]. Die Grundkomponenten seines europapolitischen Schaffens in der Zeit als Bundeskanzler waren: die christlich-abendländische Kultur, sein flexibler Pragmatismus, sowie die Tatsache, dass seine Ansichten über einen langen Zeitraum gewachsen und an Prinzipien orientiert waren[94]. Ein zentrales Thema stellte für Adenauer die Frage nach der Möglichkeit für die Freiheit für alle dar[95], umsetzbar in einem Europakonzept, das auf die Katastrophe durch den Nationalismus reagierte. Seiner Ansicht nach konnten durch nachhaltige Verflechtung und offenen Austausch, Fortschritte bezüglich der Lebensqualität und sozialer Standards, sowie eine Festigung der Demokratie erzielt werden[96]. Auf Basis der charakterlichen und weltanschaulichen Grundlagen (siehe oben) agierte Adenauer mit politischem Gespür für die jeweilige Situation und unter geschickter Einbeziehung der persönlichen Komponenten, ganz im Sinne seiner Auffassung von Politik als Kunst des Möglichen[97]. In diesem Sinne bemühte sich Adenauer um die Beteiligung der Bundesrepublik an der Europäischen Integration. Eines der Hauptziele Adenauers war die Rückerlangung des Vertrauens und der Souveränität für die Bundesrepublik, innerhalb der westlichen Welt, bei baldestmöglicher Wiedervereinigung. Dem deutsch-französischen Verhältnis maß Adenauer in diesem Zusammenhang eine der, wenn nicht die wichtigste Rolle bei. Dementsprechend kam der Aussöhnung mit Frankreich für Adenauer eine Schlüsselrolle zu. Dabei war die sicherheitspolitische Bindung an die USA und die Mitwirkung in der NATO eine Unumgänglichkeit für Adenauer[98].

Verhältnis Adenauer und De Gaulle

Im folgenden Kapitel soll gezeigt werden wie sich das Verhältnis zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle entwickelte. Dazu wird zuerst auf die gegenseitige Einschätzungen vor dem ersten Aufeinandertreffen eingegangen. Nach dem ersten Aufeinandertreffen 1958 in De Gaulles Landsitz Colombey-des-deux-Églises, lässt sich eine Vertiefung des Kontaktes feststellen, welche in den gegenseitigen Staatsbesuchen in den Jahren 1962 und letztendlich im Deutsch-Französischen-Freundschaftsvertrag gipfelte.

Situation vor dem ersten Aufeinandertreffen

Das Verhältnis von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle beginnt gewissermaßen vor ihrem ersten Aufeinandertreffen. Nachdem Konrad Adenauer 1949 zum Bundeskanzler gewählt wurde, bezeichnete Charles de Gaulle ihn als guten Deutschen, dessen Weg er bereits seit dreißig Jahren verfolgen würde[99]. Ob de Gaulle damit auf Adenauers Engagement für eine Rheinische Republik anspielt, oder auch die Rede in der Kölner Universität 1919 ist unklar, die eindeutig positive Wertung de Gaulles für Konrad Adenauer sicherlich nicht. Den Vorschlag Adenauers im Folgejahr, für eine Wirtschaftsunion zwischen Deutschland und Frankreich, als wiederum ersten Schritt in Richtung einer gemeinsamen politischen Union, bezeichnete de Gaulle sogar als Weg Europa und die Welt vor ihrem Untergang zu retten[100]. Entgegen diesen eigentlich positiven Signalen, war Konrad Adenauer vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Politiker im September 1958 von großer Sorge erfüllt[101]: aufgrund oberflächlicher Einschätzungen seiner Mitarbeiter[102], der damalige öffentlichen Meinung in Deutschland bezüglich der Person Charles de Gaulle, sowie dem Verhalten des Generals im Konflikt mit den mit Adenauer in Kontakt stehenden Politikern Robert Schuman und Jean Monnet bezüglich der Europäischen Integration[103].

Colombey-les-deux-Églises

Das erste Treffen auf de Gaulles Landsitz Colombey-les-deux-Églises am 14. September 1958 war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Der Staatsbesuch von Konrad Adenauer sollte der erste nach Antritt der zweiten Amtsperiode von Charles de Gaulle sein[104]. Die informelle, über das Umfeld de Gaulles an Adenauer übermittelte Einladung für Bundeskanzler Adenauer, inklusive Delegation, erfolgte eigentlich nach Paris. Konrad Adenauer lehnte diese Einladung jedoch mit der Begründung ab, er könne nicht als Kanzler eines besiegten Landes als erster in der Hauptstadt empfangen werden. Daraufhin schlug de Gaulle seinen Landsitz in Colombey-les-deux-Églises vor und Adenauer sagte zu – und blieb der einzige Politiker den de Gaulle an diesem privaten Ort empfing.

Materielles Ergebnis dieser zwei Tage war ein von beiden unterzeichnetes Kommuniqué, indem der Wille zur Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland erklärt wurde. Weiter tauschten Adenauer und de Gaulle in den Vier-Augen-Gesprächen in privater Atmosphäre ihre Positionen aus. De Gaulle erklärte Adenauer vier Bedingungen zur engeren Zusammenarbeit: die Grenzen Deutschlands als endgültig zu betrachten, geduldiges Verhalten bezüglich der Wiedervereinigung, dem Osten gegenüber guten Willen zu zeigen und auf Atomwaffen vollständig zu verzichten[105]. Adenauer andererseits bekräftigt sein Vorhaben, die deutsch-französischen Beziehungen zu verfestigen und auszubauen, allerdings auch innerhalb des bereits bestehenden europäischen Einigungsprozesses. Am Ende der beiden Tage zeigt sich de Gaulle zufrieden, in Adenauer den großen Mann mit dem er viele Dinge anpacken könne, getroffen zu haben. Dieser war seinerseits erleichtert, einen ganz anderen Menschen vorgefunden zu haben als befürchtet[106]. Ein entscheidendes Moment der gegenseitigen Vertrauensbasis dürfte die Übereinstimmung in der Analyse der internationalen Lage bezüglich Europa gespielt haben: die Einschätzung einer möglichen sowjetischen Bedrohung, sowie die Ungewissheit über die Europapolitik der USA – und die Wichtigkeit der Eintracht und Einigkeit West-Europas, wofür Frankreich und Deutschland eine Vorreiterrolle übernehmen und Impulse an andere Staaten senden könnten[107]. Ähnliche Übereinstimmungen stellten beide wohl in ihren Ansichten zu Preußen und Angelsachsen[108] fest. Kurzum: beide lernten sich in knapper Zeit kennen und schätzen[109], wie Adenauer später betonte – eine Basis für weitere Zusammenarbeit war geschaffen[110]. Der spätere Premierminister Maurice Couve de Murville bezeichnete das schnell erworbene gegenseitige Vertrauen sogar als „coup de foudre“: Liebe auf den ersten Blick[111]. Die generelle Bereitschaft de Gaulles für die deutsche Wiedervereinigung[112], allerdings unter vier Bedingungen[113], stellt einen weiteren Punkt in der Vereinbarkeit der Interessenkonstellationen zu bestimmten Themen dar, welcher die beiden Politiker in Folge einige Wege gemeinsam beschreiten ließ – sofern analoge Interessen und Ansichten vorherrschten, was keineswegs immer der Fall war.

[...]


[1] Weidenfeld, Werner. Der deutsch-französische Vertrag in europäischer Perspektive. In: Universitas, Nr. 12/1983. S.1297

[2] Hartmann, Jürgen. Persönlichkeit und Politik. Wiesbaden: 2007. Verlag für Sozialwissenschaften. S.24-37

[3] Helms, Ludger. Regierungsorganisation und Politische Führung in Deutschland. Wiesbaden: 2005. Verlag für Sozialwissenschaften. S.32-47

[4] Ebd. S.39

[5] Da Charles de Gaulle zweimal ins Präsidentenamt gelangt, ist die Analyse seines Lebensweges leicht abgeändert.

[6] Prittie, Terence. Konrad Adenauer. Vier Epochen deutscher Geschichte. Stuttgart: 1971. Goverts Verlag. S.17

[7] Recker, Marie-Luise. Konrad Adenauer. Leben und Politik. München: 2010. Verlag Beck. S.11

[8] Prittie, Terence. Konrad Adenauer. Stuttgart: 1971. Goverts Verlag. S.22

[9] Poppinga, Anneliese. Konrad Adenauer. Bergisch Gladbach: 1987. Gustav Lübbe Verlag. S.12

[10] Ebd. S.19

[11] Recker. Marie-Luise. Konrad Adenauer. Leben und Politik. München: 2010. Verlag Beck. S.15ff

[12] Prittie, Terence. Konrad Adenauer. Stuttgart: 1971. Goverts Verlag. S.25

[13] Schwarz, Hans-Peter. Konrad Adenauer. Stuttgart: 1986. Deutsche Verlags Anstalt. S.23

[14] Ebd. S.21

[15] Osterheld, Horst. Konrad Adenauer. Bonn: 1975. Eichholz Verlag. S.76

[16] Poppinga, Anneliese. Konrad Adenauer. Bergisch Gladbach: 1987. Gustav Lübbe Verlag. S.27

[17] Ebd. S.19

[18] Interview mit Ernst Friedländer in: „Die Zeit“ vom 3.November 1949

[19] Kapferer, Reinhard. Charles de Gaulle. Stuttgart: 1978. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH. S.22

[20] Ebd. S.23

[21] Ebd. S.19

[22] Angeblich konnte Anne de Gaulle nur einschlafen, wenn ihr Vater sie in den Schlaf sang. Ebd. S.79

[23] Vossen, Frantz. De Gaulle. München: 1963. Piper & Co Verlag. S.32

[24] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.14

[25] Kapferer, Reinhard. Charles de Gaulle. Stuttgart: 1978. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH. S.73

[26] Barning, Arnulf. Tautil, Christian. Charles de Gaulle. Berlin: 1963. Kiepenheuer & Witsch. S.18

[27] Unter anderem beim Chef der Panzerdivision der Deutschen Wehrmacht Guderian. Siehe: Ebd. S.20

[28] Kapferer, Reinhard. Charles de Gaulle. Stuttgart: 1978. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH. S.111

[29] Vossen, Frantz. De Gaulle. München: 1963. Piper & Co Verlag. S.54

[30] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.16

[31] U.a. bei Helms, Ludger. Regierungsorganisation und Politische Führung in Deutschland. Wiesbaden: 2005. Verlag für Sozialwissenschaften. S.110

[32] U.a. bei Ziebura, Gilbert. Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945. Stuttgart: 1997. Verlag Neske. S.46

[33] Weidenfeld, Werner. In: Sternburg von, Wilhelm. (Hrsg.). Die deutschen Kanzler. Frankfurt am Main: 1994. Fischer Taschenbuchverlag. S.381

[34] Möller, Horst. In: Wirsching Andreas (Hrsg.). Aufklärung und Demokratie. München: 2003. Oldenbourg Verlag. S.318

[35] Weidenfeld, Werner. Konrad Adenauer und Europa. Bonn: 1976. Europa Verlag. S.208

[36] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.137

[37] Ziebura, Gilbert. Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945. Stuttgart: 1997. Verlag Neske. S.145

[38] Gaffney, John. Political Leadership in France. London: 2010. Palgrave Macmillan. S.29

[39] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.94

[40] Weidenfeld, Werner. In: Sternburg von, Wilhelm. (Hrsg.). Die deutschen Kanzler. Frankfurt am Main: 1994. Fischer Taschenbuchverlag. S.375 ff.

[41] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.129

[42] Loth, Wilfried. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.10

[43] Schunk, Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.23

[44] In dieser Form sah de Gaulle auch die UDSSR: sie war eine Übergangsform des historischen Russlands

[45] Poppinga, Anneliese. Konrad Adenauer. Bergisch Gladbach: 1987. Gustav Lübbe Verlag. S.22

[46] „Der deutsch-französische Gegensatz, der Hunderte von Jahren die europäische Politik beherrscht und zu so manchen Kriegen […] Anlass gegeben hat, muss aus der Welt geschaffen werden“ so Konrad Adenauer in seiner ersten Regierungserklärung vom 20.09.1949

[47] De Gaulle, Charles. In: Schunk, Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.35

[48] Schunk, Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.34

[49] Ebd. S.32

[50] Ebd. S.38

[51] Die Eigenheiten des Vergleichs der beiden Regierungssysteme und Entscheidungsträger findet man zum Beispiel bei: Helms, Ludger. In: Zimmer, Annette. Jankowitsch, Regina (Hrsg.). Political Leadership. Brüssel/München: 2008. Polisphere. S.16-37

[52] Hartmann, Jürgen. Persönlichkeit und Politik. Wiesbaden: 2007. Verlag für Sozialwissenschaften. S.49

[53] Siehe dazu u.a.: Weidenfeld, Werner. Konrad Adenauer und Europa. Bonn: 1976. Europa Union Verlag. S.217

[54] Ebd S.218

[55] Ebd. S.218

[56] Helms, Ludger. Regierungsorganisation und Politische Führung in Deutschland. Wiesbaden: 2005. Verlag für Sozialwissenschaften. S.110

[57] Ebd. S.112

[58] Hartmann, Jürgen. Persönlichkeit und Politik. Wiesbaden: 2007. Verlag für Sozialwissenschaften. S.111

[59] Information der Bundeszentrale für Politische Bildung: http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=N6V9Z3

[60] Gaffney, John. Political Leadership in France. London: 2010. Palgrave Macmillan. S.6

[61] Ebd. S.8

[62] Weidenfeld, Werner. In: Sternburg von, Wilhelm. (Hrsg.). Die deutschen Kanzler. Frankfurt am Main: 1994. Fischer Taschenbuchverlag. S.381

[63] Ebd. S.381

[64] Hartmann, Jürgen. Persönlichkeit und Politik. Wiesbaden: 2007. Verlag für Sozialwissenschaften. S.51

[65] Ebd. S.110

[66] Schwarz, Hans-Peter. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.162

[67] Lappenküper, Ulrich. Die deutsch-französischen Beziehungen 1949 – 1963. München: 2001. Oldenbourg Verlag. S.1253

[68] Ebd. S.1254

[69] Ebd. S.1254

[70] Siehe z.B. Siehe dazu: Weidenfeld, Werner. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.306

[71] Ausspruch de Gaulles auf einer Pressekonferenz in Algerien, welche beide Parteien als Signal für ihre Belange auslegen konnten, so gewann de Gaulle Zeit.

[72] Gaffney, John. Political Leadership in France. London: 2010. Palgrave Macmillan. S.59

[73] Weidenfeld, Werner. In: Sternburg von, Wilhelm. (Hrsg.). Die deutschen Kanzler. Frankfurt am Main: 1994. Fischer Taschenbuchverlag. S.381

[74] Geiger, Tim. Atlantiker gegen Gaullisten. München: 2008. Oldenbourg Verlag. S.39

[75] Ziebura, Gilbert. Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945. Stuttgart: 1997. Verlag Neske. S.52

[76] Siehe dazu: Weidenfeld, Werner. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.305

[77] Ziebura, Gilbert. Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945. Stuttgart: 1997. Verlag Neske. S.138

[78] Ebd. S.90

[79] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.54

[80] Ebd. S.127

[81] Schwarz. Hans-Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.171

[82] Ebd. S.163 ff.

[83] Conze, Eckhard. Die gaullistische Herausforderung. München: 1995. Oldenbourg Verlag. S.76

[84] Schwarz, Hans-Peter. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.154

[85] Ebd. S.155

[86] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.27

[87] Ebd. S.75

[88] Ebd. S.47

[89] Ebd. S.49

[90] Pattison de Ménil, Lois. Who speaks for Europe? London: 1977. Weidenfeld and Nicolson. S.63

[91] Schwarz, Hans-Peter. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.165

[92] Weidenfeld, Werner. Konrad Adenauer und Europa. Bonn: 1976. Europa Union Verlag. S.208

[93] Siehe dazu: Konrad Adenauers Rede zur Eröffnung der Kölner Universität. In: Weidenfeld, Werner. Konrad Adenauer und Europa. Bonn: 1976. Europa Union Verlag. S.272

[94] Weidenfeld, Werner. In: Jansen, Thomas. Mahncke, Dieter (Hrsg.). Persönlichkeiten der europäischen Integration. Bonn: 1981. Europa Union Verlag. S.313

[95] Ebd. S.319

[96] Weidenfeld, Werner. Konrad Adenauer und Europa. Bonn: 1976. Europa Union Verlag. S.213

[97] „Konrad Adenauer – Der Patriarch“ 4/4: http://www.youtube.com/watch?v=ErIQQK05rHs&feature=related

[98] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.99

[99] Loch, Theo. Adenauer de Gaulle. Bonn: 1963. Athenaeum Verlag. S.18

[100] Ebd. S.28

[101] Adenauer, Konrad. Erinnerungen 1955 – 1959. München: 1967. DVA. S.424

[102] Schunk, Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.21

[103] Ebd.. S.37

[104] Protokollarisch wäre de Gaulle, aufgrund seiner niedrigeren Anzahl von Dienstjahren, eigentlich mit einem Besuch seinerseits in Bonn an der Reihe gewesen.

[105] Schunk, Peter. In: Picht, Robert. Loth, Wilfried. (Hrsg.). De Gaulle, Deutschland und Europa. Stuttgart: 1991. Opladen. S.39

[106] Adenauer, Konrad. Erinnerungen 1955 – 1959. München: 1967. DVA. S.434

[107] Lappenküper, Ulrich. Adenauer und de Gaulle auf dem Weg zum Élysee-Vertrag. Dossier: http://www.zeitschrift-dokumente.de/downloads/artikel/art_07022007.pdf S.36

[108] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.93

[109] Loch, Theo. Adenauer de Gaulle. Bonn: 1963. Athenaeum Verlag. S.32

[110] Lappenküper, Ulrich. Die deutsch-französischen Beziehungen 1949 – 1963. München: 2001. Oldenbourg Verlag. S.1609

[111] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.92

[112] Conze, Eckhard. Die gaullistische Herausforderung. München: 1995. Oldenbourg Verlag. S.75

[113] Weisenfeld, Ernst. Charles de Gaulle. München: 1990. Verlag C.H. Beck. S.24

Ende der Leseprobe aus 137 Seiten

Details

Titel
Deutschland und Frankreich: Geschichte einer Hassliebe
Untertitel
Vom deutsch-französischen Freundschaftsvertrag bis zum gemeinsamen Jugendwerk
Autoren
Jahr
2014
Seiten
137
Katalognummer
V267827
ISBN (eBook)
9783656578086
ISBN (Buch)
9783956871191
Dateigröße
959 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutschland, frankreich, geschichte, hassliebe, freundschaftsvertrag, jugendwerk
Arbeit zitieren
Florian Kreier (Autor)Alexander Stock (Autor)Johannes Müller (Autor)Carolin Behrens (Autor), 2014, Deutschland und Frankreich: Geschichte einer Hassliebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267827

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