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Die Rolle der Frau im Rechtsextremismus

Statistisch unterrepräsentiert, individuell bedeutend

Titel: Die Rolle der Frau im Rechtsextremismus

Bachelorarbeit , 2012 , 55 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Karoline Woik (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es war eine der mysteriösesten Mordserien Deutschlands: Neun Männer wurden regelrecht hingerichtet, nach gleichem Muster, immer durch Schüsse in den Kopf. Die Straftaten, Anschläge und Morde der Zwickauer Terrorzelle bestätigen: Deutschland hat ein Neonaziproblem. Die Rechtsextremisten dringen zunehmend in soziale Milieus der Mitte ein, zu denen sie früher kaum Zugang hatten. Aber woran kann das liegen? Hat die NPD so einen starken Imagewandel vollzogen, dass sie nun bei vielen Menschen als eine familienfreundliche, sozial engagierte und publikumsorientierte Partei gilt? Die Antwort liegt auf der Hand. Es ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Strategie. Die Strategie lautet: gezieltes Einsetzen von Frauen als Machtmittel, um die rechtsextreme Ideologie in die Mitte zu tragen! Ist der moderne Rechtsextremismus demnach ohne Frauen nicht denkbar? Rechte Frauen werden vor allem als Mitläuferinnen wahrgenommen. Sie werden nach wie vor unterschätzt, obwohl fest steht, dass Rechtsextremismus nicht mehr nur noch Männersache ist. Zunehmend drängen auch etliche Frauen in die scheinbar männerdominierte Szene. Aber welche Aufgaben übernehmen die Frauen und wie prägen sie die Neonazi-Szene? Agieren sie nur hinter den Kulissen und entziehen sich somit unserem Blickfeld oder wollen sie ihre politischen Ziele direkt an der Seite der Männer umsetzen? Auch am Fall Beate Zschäpe wird deutlich, dass die Rolle von weiblichen Neonazis bislang nicht richtig eingeschätzt wurde. In den Medien und der Öffentlichkeit dominiert das Bild des rechtsextremen Mannes. Die Existenz von weiblichen Aktivistinnen wird weitgehend ignoriert. Dabei sind sie nicht weniger rassistisch und fremdenfeindlich. Das medial vermittelte Bild von Neonazi-Frauen als unpolitische Mitläuferinnen führt zu einer Verharmlosung ihrer Rolle. Obwohl es vor allem sie sind, die die Szene organisieren und stabilisieren. Vor dem beschriebenen Hintergrund soll im Rahmen dieser Bachelorarbeit anhand von Sekundärliteratur und veröffentlichten Studien untersucht werden, wieweit der Einfluss von rechtsextremen Frauen reicht. Das zentrale Ergebnis dieser Arbeit ist, dass mittlerweile die NPD erkannt hat, dass die weiblichen Mitglieder als „Aushängeschilder“ ihrer Partei enorm wichtig sind. Woraus die neue Strategie der NPD wächst. Eine die noch sehr gefährlich werden kann: Die NPD scheint immer mehr mit Köpfchen zu agieren anstatt mit Springerstiefeln und Glatzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Problematik des weiblichen Rechtsextremismus

2 Der Begriff des Rechtsextremismus

3 Beteiligung von Frauen am Rechtsextremismus

3.1 Frauenbeteiligung am latenten Rechtsextremismus

3.2 Frauenbeteiligung am organisierten Rechtsextremismus

3.3 Frauenbeteiligung am gewalttätigen Rechtsextremismus

4 Rechtsextreme Strömungen und ihr Frauenbild

4.1 Das Frauenbild im Nationalsozialismus

4.2 Das Frauenbild im Neonazismus

4.3 Das Frauenbild im ‚Autonomen Nationalismus‘

5 Das Frauenbild im modernen Rechtsextremismus

5.1 Das Frauenbild rechtsextremer Männer am Beispiel des Parteiprogramms der NPD

5.2 Selbstbilder rechtsextremer Frauen

5.2.1 Das Skingirl und der Skingirl Freundeskreis Deutschland

5.2.2. Die völkische Mutter und die Gemeinschaft Deutscher Frauen

5.2.3 Die ‚Autonome Nationalistin‘ und der Arbeitskreis Mädelschar

5.2.4 Die NPD-Politikerin und der Ring Nationaler Frauen

6. „Nationalismus ist auch Mädelsache“

6.1 Neue Strategie – Ein ‚Weg in die Mitte der Gesellschaft’?

6.2 Weibliche Funktionen im modernen Rechtsextremismus

6.3 Widerspruch zwischen Ideologie und Partizipation und der Irrtum einer Gleichberechtigung

7 Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Mädchen und Frauen im modernen Rechtsextremismus, um einen Überblick über deren Einfluss, Partizipation und die unterschiedlichen Selbstbilder innerhalb der neonazistischen Szene zu geben. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Ausmaß der Beteiligung und der Frage, inwieweit die NPD Frauen gezielt für ihre Ziele einsetzt und welche Rolle diese dabei einnehmen.

  • Analyse des Frauenbildes in verschiedenen rechtsextremen Strömungen
  • Differenzierung der Partizipation von Frauen in latenten, organisierten und gewalttätigen Dimensionen
  • Untersuchung der Selbstbilder rechtsextremer Frauen und ihrer Organisationen
  • Beleuchtung der NPD-Strategie zur Gewinnung und Einbindung von Frauen
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Widerspruch zwischen Ideologie und Partizipation

Auszug aus dem Buch

3.1 Frauenbeteiligung am latenten Rechtsextremismus

Das sogenannte Fundament der Pyramide bildet die auf Einstellungen und Meinungen basierende Ausdrucksform. Rechtsextreme Einstellungs- und Orientierungsmuster bilden im Allgemeinen die Voraussetzung für verschiedene Handlungsweisen, die den Rechtsextremismus unterstützen (vgl. Stöss 2010: 56). Sei es die Wahl einer rechten Partei, die Teilnahme an Demonstrationen oder auch die Mitgliedschaft in rechten Gruppierungen und Parteien, alle diese Handlungen begründen sich in der Denkweise der Menschen.

Anhand der Studie „Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“ soll die Entwicklung der rechtsextremen Einstellungen der Frauen zwischen den Jahren 2008 und 2010 aufgezeigt werden. Die benannte Untersuchung, welche von den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen Decker, Weißmann, Kiess und Brähler durchgeführt wurde (vgl. Röpke und Speit 2011: 25f.), betrachtet die Ressentiments bezüglich der sechs verschiedenen Dimensionen eines rechtsextremen Einstellungsmusters10. Übergreifend ist laut der zu Grunde liegenden Studie in dem betrachteten Zeitraum ein genereller Anstieg von Ressentiments bei Frauen zu verzeichnen (vgl. ebd.: 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Problematik des weiblichen Rechtsextremismus: Diese Einführung thematisiert die bisherige Vernachlässigung von Frauen in der Rechtsextremismusforschung und umreißt die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.

2 Der Begriff des Rechtsextremismus: Hier werden die begrifflichen Grundlagen definiert und die verschiedenen Dimensionen des Rechtsextremismus erläutert.

3 Beteiligung von Frauen am Rechtsextremismus: Dieses Kapitel analysiert quantitativ und qualitativ die verschiedenen Stufen der weiblichen Beteiligung, von Einstellungen bis zur Gewalt.

4 Rechtsextreme Strömungen und ihr Frauenbild: Der historische Hintergrund von Nationalsozialismus, Neonazismus und Autonomem Nationalismus wird in Bezug auf das jeweilige Frauenbild untersucht.

5 Das Frauenbild im modernen Rechtsextremismus: Der Fokus liegt auf der Diskrepanz zwischen dem männlich dominierten Rollenbild und den vielfältigen Selbstbildern rechtsextremer Frauen.

6. „Nationalismus ist auch Mädelsache“: Hier wird die neue Strategie der NPD zur Einbindung von Frauen und deren Funktionen in der Szene kritisch hinterfragt.

7 Schlussbetrachtung und Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Frauen einen konstitutiven Teil der rechtsextremen Szene bilden, ihre angestrebte Gleichberechtigung jedoch an internen Grenzen scheitert.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Frauen, Neonazismus, NPD, Geschlechterrolle, Partizipation, Kameradschaften, Ideologie, Frauenorganisationen, völkische Mutter, Autonome Nationalisten, Selbstbilder, politische Beteiligung, Gender, Rassismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die wachsende Bedeutung und die spezifische Rolle von Frauen innerhalb der modernen rechtsextremen Szene in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Einordnung der Frauenbilder, die verschiedenen Formen der Partizipation sowie die strategische Einbindung von Frauen durch die NPD.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Frauen in der neonazistischen Szene haben, wie sie ihre Partizipation gestalten und inwieweit sie dabei auf Widerstände innerhalb der patriarchalen Struktur stoßen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine auf Literaturanalyse und Auswertung von empirischen Studien (z.B. des Verfassungsschutzes und sozialwissenschaftlicher Institute) basierende Arbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil differenziert zwischen dem von rechtsextremen Männern propagierten traditionellen Frauenbild und den tatsächlichen, vielfältigeren Selbstbildern sowie den politischen Funktionen von Frauen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Begriffe wie "latenter Rechtsextremismus", "Ring Nationaler Frauen", "völkische Mutter" und die "NPD-Strategie" sind zentral für das Verständnis der Arbeit.

Welchen Widerspruch beschreibt die Autorin in Bezug auf die Partizipation von Frauen?

Die Autorin stellt fest, dass rechtsextreme Frauen einerseits eine stärkere politische Teilhabe fordern, dabei aber an der ideologisch verankerten, restriktiven Rollenzuweisung der männlichen Kader scheitern.

Wie verändert die NPD ihre Strategie bezüglich weiblicher Mitglieder?

Die NPD professionalisiert ihr Auftreten und nutzt Frauen gezielt als "Instrument des Stimmenfangs" und für die kommunale Verankerung, um bürgerliche Anschlussfähigkeit zu erreichen.

Welche Bedeutung kommt der "völkischen Mutter" zu?

Sie gilt als traditionelles Leitbild, das die Erziehung des Nachwuchses als "Kulturmission" für den Fortbestand der Volksgemeinschaft überhöht.

Was ist das Fazit der Autorin hinsichtlich der Gleichberechtigung in der Szene?

Die Autorin schlussfolgert, dass eine echte Gleichberechtigung innerhalb der rechtsextremen Szene nicht möglich ist, da die männlichen Strukturen eine untergeordnete Rolle für Frauen festschreiben.

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Details

Titel
Die Rolle der Frau im Rechtsextremismus
Untertitel
Statistisch unterrepräsentiert, individuell bedeutend
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Autor
Karoline Woik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
55
Katalognummer
V267833
ISBN (eBook)
9783656588504
ISBN (Buch)
9783656588528
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle frau rechtsextremismus statistisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karoline Woik (Autor:in), 2012, Die Rolle der Frau im Rechtsextremismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267833
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  55  Seiten
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