Enite als indirekt handelnde Figur


Hausarbeit, 2013
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung

Enite, der denkende Teil des Zweiergespanns
Das „verligen“ in Karnant und der Überfall der Räuber
Das Aufeinandertreffen Guivreiz und Erecs

Erec, der handelnde Teil des Zweiergespanns

Fazit

Quellen

Einleitung

Auf die Frage, worin die eheliche Liebe besteht, erhält man nur in Bezug auf Enites Part eine genauere Antwort. Die eheliche Liebe der Frau ist die völlige Hinordnung des eigenen Lebens auf den Mann bis zur Selbstaufgabe, ist Gehorsam, Ergebenheit und Bewunderung, aber auch Mitverantwortung und Einsatzbereitschaft für das Wohl und Wehe des Mannes.“[1]

Mit diesen Worten beschreibt Joachim Bumke das Verhältnis Erecs und Enites in der Ehe. Tatsächlich ist dies auch meine Ausgangsannahme, als ich mit der Lektüre des „Erec“ Hartmanns von Aue beginne. Ausgehend von dieser Annahme, zeichnet sich schnell ein Bild des Machtverhältnisses der beiden Figuren in meinem Kopf: Wie das oben beschriebene Ehebild nahe legt, setze ich die Ehe Erecs und Enites mit einem Verhältnis des allwissenden und klugen Erecs und der, zum Gefolge verpflichteten Enite. Auch als ich das Buch am Ende aus der Hand legte, hat sich dieses Bild in meinem Kopf kaum verändert. Doch irgendetwas störte mich. Ich fand nur nicht heraus, was.

Als im Seminar im Zusammenhang mit der wiederherzustellenden Ehre Erecs die Idee aufkommt, Erec sei nur eine Art Marionette, sei „nur“ der aktiv Handelnde im gleichnamigen Text über seine „Aventiure“, werde ich stutzig: Schien der Text mir bis dahin doch immer eine recht eindeutige Lobpreisung Erecs kühner Erlebnisse, so stießen mich die Erkenntnisse dieser Sitzung in eine vollkommen andere Richtung. Als indirekt handelnde Persönlichkeit trat nun, entgegen meinem bisherigen Bild, die Ehefrau Enite, in den Vordergrund.

Aus diesem Gegensatz heraus, faszinierte mich diese andere Sichtweise auf die Figur der Enite und bringt mich nun zu folgender These: Enite ist nachdem Sie Erec heiratet, die vorausschauende, abwägende und vorwiegend logisch denkende Figur im Artusroman, während Erec lediglich aus der Situation heraus handelt. Die Ehe Erecs und Enites wird nicht alleinig durch Erec bestimmt und erhalten, vielmehr ist es Enite, die dieses starke Gespann überlebensfähig macht.

Im Folgenden versuche ich, diese These zu belegen.

Enite, der denkende Teil des Zweiergespanns

Die Figur der Enite erscheint erstmalig, als Erec in der alten Herberge ihres Vaters eine Unterkunft für die Nacht sucht:

„nû hete er ingesindes

niuwan eines kindes“

Zudem verrichtet sie bei diesem Zusammentreffen den, für eine Dame niederen Dienst des Pferdeknechts, was das Bild ihres niederen Standes noch einmal verstärkt. Doch auch die Verrichtung dieses niederen Dienstes durch Enite ist herausstechend positiv beschrieben. In diesem Fall wir Enites Dienst in einer Art beschrieben, dass sie diesen auch für einen Gott verrichten könnte und diesem Genüge tun würde:

„daz phert begienc ze vlîze

ir hende vil wîze:

und waere daz got hie ûf erde rite,

ich waene in genuocte dâ mite,

ob er solhen marschalc haete.“

[...]


[1] Bumke, Joachim (2006): Der "Erec" Hartmanns von Aue. Eine Einführung. Berlin: de Gruyter (DeGruyter-Studienbuch). S.111

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Enite als indirekt handelnde Figur
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Einführungsseminar „Literatur und Gesellschaft des Mittelalters“
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V267848
ISBN (eBook)
9783656593560
ISBN (Buch)
9783656593546
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Enite, Erec, hartmann, von, aue, indirekt, handelnd
Arbeit zitieren
Julian Cohn (Autor), 2013, Enite als indirekt handelnde Figur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267848

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