In dieser Arbeit wird überprüft, ob „Trade Finance“ als alternatives Investment die Voraussetzungen und Anforderungen einer Asset Klasse für institutionelle Investoren erfüllt. Die wichtigsten Kriterien sind hierbei Charakter und Typus der Anlageform. Neben der Konformität mit den regulatorischen und gesetzlichen Mindestanforderungen der Anlageformen an institutionelle Investoren, stellt sich die Frage, ob Trade Finance auch als eine sichere Asset Klasse unter Risikomanagement-Aspekten gilt und in einem Portfolio diversifizierbar ist. Diese neue Asset Klasse entstand aus dem Bedürfnis der potentiellen Anleger, die sich aktuell in einer unzufriedenen Marktsituation befinden.
Aufgrund meiner Tätigkeit bei einem Investment Manager, der dieser Asset Klasse besonderes Engagement widmet, konnte ich mich mit dieser Anlageform auseinandersetzen. Folglich nutze ich die Gelegenheit, meine Abschlussarbeit über dieses Thema zu verfassen und gleichzeitig meiner Neugier analysierend nachzugehen. Mein Ziel ist es, die Thematik zu strukturieren und somit auch einen weitreichenden Einblick in die Materie zu verschaffen. Das sich ergebende Potential und meine zukünftigen Erwartungen an diese Anlageform sind sehr hoch und deshalb freut es mich umso mehr, mich in einer frühen Entwicklungsphase mit dem Thema befassen zu dürfen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei Federated Asset Management GmbH bedanken, die meine Arbeit begleitete und Informationszugänge zu diesem recht frischen und bisher nicht publizierten Thema zur Verfügung stellte. Da es zu der Asset Klasse Trade Finance an Literatur mangelt, sammelte ich die vorliegenden Informationen aus Interviews und meist englischen Präsentationen/Recherchen/Reports. Dies stellte sich, gerade für eine Bachelor-Arbeit, als eine große Herausforderung dar. Letztlich verhalf mir die Nähe am realen Markt die notwendigen Eindrücke durch Expertenmeinungen zu gewinnen. Nichts desto trotz habe ich nicht alle Experten zitiert, um die Arbeit damit nicht zu überschwemmen. Ich stellte mit Freuden fest, dass ich ausschließlich positive Statements zu dem Thema Trade Finance als alternatives Investment erhalten habe, auch wenn viele Unternehmungen noch auf der Suche nach der optimalen Umsetzungslösung für institutionelle Investoren sind.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
1.1 Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffsdefinition
1.3.1 Trade Finance
1.3.2 Alternative Investments
1.3.3 Institutionelle Investoren
1.3.4 Emerging Markets
1.4 Aktuelle Marktsituation
2 EINFÜHRUNG TRADE FINANCE
2.1 Geschichte Trade Finance
2.2 Aktuelle Bedeutung Trade Finance
2.2.1 Bedarf
2.2.2 Marktteilnehmer
2.2.3 Basel III und Solvency II
2.3 Vorteile
3 UMSETZUNG VORAUSSETZUNG
3.1 Umsetzung – Barrieren eines Fondsvehikels
3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.3 Investmentlösungen
3.3.1 Fondsvehikel
3.3.2 Regulatorische und buchhalterische Anforderungen:
3.3.3 Richtlinien über die Anlage des gebundenen Vermögens von einem deutschen Versicherungsunternehmen
4 DIVERSIFIZIERUNG/ ASSET-ALLOKATION / PORTFOLIO-MANAGEMENT
4.1 Investmentprozess
4.2 Portfolio
4.2.1 Diversifizierung nach Ländergewichtung: Alle Länder in die investiert wird
4.2.2 Regionale Gewichtung
4.2.3 Sektorgewichtung
4.2.4 Diversifizierung durch die verschiedenen Transaktionsarten:
4.3 Risikogewichtungsprozess für Handelsfinanzierungen
4.4 Risikominimierungsprozess an einem konkreten Beispiel
5 FAZIT / GENERELLER AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob "Trade Finance" (Handelsfinanzierung) als neue Asset-Klasse für institutionelle Investoren geeignet ist und deren Anforderungen unter Berücksichtigung aktueller Marktsituationen erfüllen kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Konformität dieser Anlageform mit regulatorischen Vorgaben und ihre Eignung unter Risiko-Rendite-Aspekten innerhalb eines diversifizierten Portfolios.
- Analyse des Bedarfs und der Bedeutung von Handelsfinanzierungen im internationalen Handel.
- Untersuchung regulatorischer Herausforderungen durch Basel III und Solvency II.
- Bewertung von Trade Finance als Anlageklasse hinsichtlich Rendite, Risiko und Korrelation.
- Erarbeitung von Investmentlösungen wie Fondsvehikeln für institutionelle Investoren.
- Methoden zur Risikominimierung und Portfoliodiversifizierung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichte Trade Finance
Um Trade Finance und seine Entwicklung zu verstehen, ist es vorerst hilfreich, den historischen Kern des Handels zu kennen. Trade (Finance) ist keine Erfindung der modernen Investmentindustrie. Reisen wir zum Ursprung zurück, so landen wir in den Jahren 1792 - 1750 v. Chr., als das alte Babylon unter der Herrschaft von König Hammurabi regiert wurde. Man geht davon aus, dass Hammurabi in der Geschichte zu den ersten kodifizierten Gesetzesgebern gehört. In König Hammurabis Gesetzen wurden u. A. die Agrarwirtschaft, Frachten, Vertragsgestaltungen und der Handel zwischen Händler und Privatpersonen geregelt. Weitere legendäre Persönlichkeiten der Antike waren am revolutionären Entwicklungsprozess Trade Finance beteiligt und schufen eine Grundlage für den (globalen) Handel. Der venezianische Händler Marco Polo reiste durch China und weite Teile Asiens. Hierbei vermittelte er der Welt den Wert des Einsatzes von Währungen als Tauscheinheit, wodurch der Warenaustausch erheblich erleichtert wurde. Der Mathematiker Leonardo von Pisa bereicherte die Operationen der Handelstreibenden, in dem er ihnen eine Möglichkeit schuf, ihre Waren über verschiedene Währungen und Produktsortimente vergleichbar zu machen.
Dies gab Handelstreibenden eine Basis, sich zeiteffektiv und wirtschaftlich über Preise oder Transaktionswerte zu einigen. Dieser Exkurs soll lediglich ein Grundverständnis für die Entwicklung des Trade Finance bieten. Das eigentliche Potential für Trade Finance war dabei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Ein Sprung ins Zeitalter der Industrialisierung bedeutet auch einen Sprung in der Relevanz von Handelsfinanzierung für das damalige Wirtschaftsgeschehen. Die Demokratisierung der Kolonien als Ergebnis der Industrialisierung öffnete die globalen Handelskanäle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Dieses Kapitel legt das Fundament der Arbeit durch eine Analyse der aktuellen Marktsituation, die Definition zentraler Begriffe und die Darstellung des Forschungsziels.
2 EINFÜHRUNG TRADE FINANCE: Es wird die historische Entwicklung des Handels beleuchtet, die Bedeutung von Trade Finance in der heutigen Wirtschaft erläutert sowie regulatorische Herausforderungen durch Basel III und Solvency II aufgezeigt.
3 UMSETZUNG VORAUSSETZUNG: Hier werden spezifische Barrieren für institutionelle Investoren analysiert und praktische Investmentlösungen, insbesondere durch Fondsvehikel, ausgearbeitet.
4 DIVERSIFIZIERUNG/ ASSET-ALLOKATION / PORTFOLIO-MANAGEMENT: Dieses Kapitel zeigt auf, wie ein Trade Finance Portfolio mittels verschiedener Strategien zur Risiko-Rendite-Optimierung diversifiziert werden kann.
5 FAZIT / GENERELLER AUSBLICK: Das Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt eine Einschätzung zur Zukunft von Trade Finance als Anlageklasse für institutionelle Investoren.
Schlüsselwörter
Trade Finance, Handelsfinanzierung, Institutionelle Investoren, Alternative Investments, Asset-Klasse, Basel III, Solvency II, Diversifizierung, Risikomanagement, Emerging Markets, Fondsvehikel, Rendite, Portfoliomanagement, Kapitalanlagegesetzbuch, Handelskredite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Handelsfinanzierungen (Trade Finance) als alternative Anlageklasse für institutionelle Anleger geeignet sind.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Die Schwerpunkte liegen auf der regulatorischen Eignung (Basel III/Solvency II), den Risikoprofilen, der Marktsituation und der praktischen Umsetzung durch spezifische Anlagevehikel.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Trade Finance die Bedürfnisse institutioneller Anleger nach risikoadjustierten Renditen in einem Niedrigzinsumfeld erfüllen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine strukturierte Analyse durch, basierend auf Literaturrecherchen, Expertenmeinungen sowie der Auswertung von Marktdaten und Fallbeispielen aus der Praxis (z.B. Fondsmodelle).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die regulatorische Analyse, die Entwicklung von Investmentlösungen und die Darstellung von Diversifizierungs- und Risikominimierungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Trade Finance, institutionelle Investoren, Asset-Allokation, Basel III, Risikomanagement und Diversifizierung.
Welche Rolle spielt das Luxemburger Verbriefungsgesetz?
Es dient als rechtliche Basis für die Konzeption von Investmentvehikeln, die es institutionellen Anlegern ermöglichen, indirekt in Trade Finance zu investieren.
Wie unterscheidet sich Trade Finance von klassischen Unternehmenskrediten?
Trade Finance zeichnet sich durch kurzfristige, selbstliquidierende Strukturen aus, die oft durch die gehandelte Ware selbst besichert sind, wohingegen Unternehmenskredite langfristig und oft weniger transparent sind.
Welchen Einfluss hat die BaFin auf die Umsetzung?
Die BaFin überwacht die Einhaltung regulatorischer Standards für Investmentfonds, was insbesondere durch die Einführung des KAGB an Bedeutung für die Strukturierung von Trade Finance Fonds gewonnen hat.
Warum ist eine Diversifizierung nach Ländern bei Trade Finance wichtig?
Sie minimiert spezifische Länderrisiken sowie politische und wirtschaftliche Gefahren, die besonders bei Finanzierungen in Emerging Markets auftreten können.
- Quote paper
- Binjamin Sancar (Author), 2013, Unentdeckte Asset Klasse „Trade Finance“ als alternatives Investment für institutionelle Investoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267864