Rechtspopulismus hat in den politischen Systemen Europas Einzug gehalten und kann im politischen Alltagsgeschäft nicht mehr ignoriert werden. Als ein Beleg hierfür können sowohl die Partij voor die Vrijheid (Partei für die Freiheit) von Geert Wilders in den Niederlanden sowie die Perussuomalaiset (Wahre Finnen) in Finnland dienen als auch Studien und Analysen von HARTLEB („Nach iher Etab-lierung“) oder MESEZNIKOV et al. („Populist Politics and Liberal Democracy in Central and Eastern Europe“). Bisher sind genauere Betrachtungen der Auswir-kungen und des Einflusses von Rechtspopulismus auf etablierte Parteiensysteme eine Rarität; zwar liefert die neuste Publikation von HOLGER ONKEN aus dem Jahr 2013 „Parteiensystem im Wandel“ neue Erkenntnisse und Einsichten, eine Kon-zentration auf Rechtspopulismus findet dabei aber nicht statt. Weiterhin blendet ONKEN die systemisch analytische Perspektive bei seinen Untersuchungen aus.
Dementsprechend ist für die vorliegende Arbeit die anstehende Fragestellung ge-wählt worden:
Welche Auswirkungen und welchen Einfluss hat Rechtspopulismus auf die Stabilität von Parteiensystemen?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Begriffsklärungen
1. Rechtspopulismus
1.1 Allgemeines zum Populismus
1.2 Die Vier Dimensionen nach Wielenga und Hartleb
1.2.1 Die Technische Dimension
1.2.2 Die Inhaltliche Dimension
1.2.3 Die Personelle Dimension
1.2.4 Die Mediale Dimension
1.2.5 Rechtspopulismus – eine (ideologische) Annäherung
2. Parteiensystem
3. Stabilität von Parteiensystemen
III. Notwendige Grundlagen der Untersuchung
IV. Theoretischer Hintergrund der Untersuchung
1. System Perspective on Party System Change
2. Social Context Theory
V. Variablendefinition
VI. Forschungsdesign
VII. Hypothesen
1. Hypothese zur abhängigen Variable
2. Hypothesen zur unabhängigen Variablen
VIII. Analyse der abhängigen Variablen
1. Effektive Anzahl
2. Wahlbeteiligung
3. Stärkeverhältnis Parteien
4. Die vier stärksten Parteien
IX. Analyse der unabhängigen Variablen
1. Hypothes 2
1.1 Anti-Establishment – Politische Autoritäten
1.2 Fremdenabwehr – Immigranten & Muslime
1.3 Charismatische Führerschaft
1.4 Anti-EU-Positionen
1.5 Politische Informationen & Medien
2. Hypothese 3
3. Hypothese 4
3.1 Medien – Ein Vergleich Deutschland & Niederlande
3.2 Wahlsystem – Ein Vergleich Deutschland & Niederlande
3.3 Staatsstruktur – Ein Vergleich Deutschland & Niederlande
X. Ergebnis des Vergleichs & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Rechtspopulismus auf die Stabilität von Parteiensystemen. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen populistische Strömungen bestehende Parteiensysteme verändern können, wobei Deutschland und die Niederlande als Vergleichsfälle dienen.
- Wirkungsanalyse von Rechtspopulismus auf die Parteiensystemstabilität
- Vergleich der Mediensysteme in Deutschland und den Niederlanden
- Einfluss von Wahlsystemen und Staatsstrukturen auf den Erfolg rechtspopulistischer Parteien
- Analyse des Vertrauensverlusts in etablierte politische Institutionen
- Anwendung der Social Context Theory auf politisches Wählerverhalten
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Die Technische Dimension
MUDDE folgend begreift Populismus eine Gesellschaft als “separated into two homogeneous and antagonistic groups, the pure people and the corrupt elite” (2004: 543). Diese antielitäre Haltung “offenbart sich durch eine chronische, agitatorisch untermalte Beschwerdeführung im Sinne des Tabubrechens” (WIELENGA/ HARTLEB 2011: 12). Weil gerade Populisten eine “high expectations of the power of politics which is based on the will and wisdom of the people” (VOSSEN 2010: 25) aufweisen, haben sie einen starken voluntaristischen Ansatz.
Sie kreieren ein imaginäres Land Namens heartland: “an evocation of that life and those qualities worth defending […] that place, embodying the positive aspect of everyday life” (TAGGERT 2000: 95).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Rechtspopulismus ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dessen Auswirkungen auf die Stabilität von Parteiensystemen.
II. Begriffsklärungen: Hier werden die zentralen Konzepte, insbesondere Rechtspopulismus, Parteiensystem und deren Stabilitätsmerkmale, theoretisch definiert.
III. Notwendige Grundlagen der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die methodische Notwendigkeit einer systemischen Analyse in Kombination mit der psychologischen Individualebene.
IV. Theoretischer Hintergrund der Untersuchung: Es werden die "System Perspective on Party System Change" nach Gordon Smith und die "Social Context Theory" als theoretische Basis vorgestellt.
V. Variablendefinition: Hier erfolgt die Festlegung von Parteiensystemstabilität als abhängige Variable und des Rechtspopulismus als unabhängige Variable.
VI. Forschungsdesign: Das Kapitel begründet die Wahl des "Most Similar Cases Design" und den Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden.
VII. Hypothesen: Es werden vier spezifische Hypothesen aufgestellt, die den Zusammenhang zwischen Populismus, Bürgereinstellungen und Institutionen adressieren.
VIII. Analyse der abhängigen Variablen: Hier werden quantitative Kennzahlen wie die effektive Parteienanzahl und Wahlbeteiligungen in beiden Ländern ausgewertet.
IX. Analyse der unabhängigen Variablen: Dieses Kapitel untersucht die Übereinstimmung von rechtspopulistischer Rhetorik mit Bürgereinstellungen sowie den Einfluss formeller Institutionen.
X. Ergebnis des Vergleichs & Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass nur unter spezifischen institutionellen Bedingungen eine Transformation des Parteiensystems durch Populismus erfolgt.
Schlüsselwörter
Rechtspopulismus, Parteiensystem, Stabilität, Deutschland, Niederlande, Politische Institutionen, Social Context Theory, Wahlverhalten, Mediensystem, Wahlsystem, Anti-Establishment, Fremdenabwehr, Populismus, Demokratie, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss von rechtspopulistischen Parteien auf die Stabilität von Parteiensystemen in einem Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die vier Dimensionen des Populismus, die systemische Analyse von Parteiensystemveränderungen und den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: "Welche Auswirkungen und welchen Einfluss hat Rechtspopulismus auf die Stabilität von Parteiensystemen?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das "Most Similar Cases Design" genutzt, ein Paarvergleich, um die unterschiedlichen Entwicklungen in Deutschland und den Niederlanden bei weitgehend ähnlichen Kontextfaktoren zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Smith, Social Context Theory) dargelegt, gefolgt von der operativen Analyse der Variablen anhand von EVS-Daten und Wahlergebnissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rechtspopulismus, Parteiensystem, Stabilität, Institutionen und die Vergleichende Politikwissenschaft.
Warum schneiden die Niederlande und Deutschland unterschiedlich ab?
Die Analyse zeigt, dass institutionelle Faktoren wie die Speerklausel und die Staatsstruktur in Deutschland den Rechtspopulismus stärker hemmen als im zentralistischeren niederländischen System.
Welche Rolle spielen die Medien in der Untersuchung?
Medien werden als informelle Institution betrachtet, die in den Niederlanden einen leichteren Zugang für rechtspopulistisches Gedankengut bietet als in Deutschland.
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- Stefan Knabe (Author), 2013, Rechtspopulismus und Parteiensysteme. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267875