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Faszination ADHS. Vom „Zappelphilipp“ bis zum „Hans-guck-in-die-Luft“

Titel: Faszination ADHS. Vom „Zappelphilipp“ bis zum „Hans-guck-in-die-Luft“

Hausarbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Andreas Backendorf (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass bei ihrem Kind ADHS festgestellt wurde“. So oder so ähnlich könnte die Diagnose eines Arztes lauten, nachdem das Kind immer wieder negativ aufgefallen ist. Diese Diagnose scheint in der heutigen Zeit auch kein Einzelfall zu sein, denn immer mehr Experten und Krankenkassen warnen vor dem sogenannten „Zappelphilipp-Syndrom“, der psychischen Störung des Aufmerksam-keitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS. So ergab der Arztreport der Kran-kenkasse der Barmer GEK, dass sich die Zahl der jungen Heranwachsenden (unter 19 Jahren) mit ADHS zwischen den Jahren 2006 und 2011 um 42 Prozent erhöht hat (vgl. Uhlmann 2013, S. o. 1).
Somit gehört heutzutage die ADHS zu den häufigsten Diagnosen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und laut einer Umfrage unter Eltern sind 3-10 % aller Kinder da-von Betroffen (vgl. Heinemann/Hopf 2006, S. 9). Der Vize-Chef der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schenker, schlägt deswegen Alarm und warnt vor der übermäßigen Di-agnose des Syndroms, damit nicht der Anschein aufkommt, es existiere eine „Gene-ration ADHS“ (vgl. Beikler 2013, S.1).
Der Erfinder der Krankheit, der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg, behaup-tet nun jedoch, rund 40 Jahre nach seiner Entdeckung im Jahre 1968, es handle sich um eine „fabrizierte Krankheit“, da die Diagnosen auswucherten und die Medi-kamentenverschreibung explodierte . Handelt es sich gar um eine Modekrankheit?
Die folgende Arbeit ist daher der Versuch, sich eingehend mit dem Phänomen ADHS auseinanderzusetzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Betrachtung

3 Symptome/Klassifikation

4 Diagnostik

4.1 Diagnostischer Standard

4.1.1 Anamnese/Exploration

4.1.2 Standardisiertes Fragebogenverfahren

4.1.3 Testpsychologische Untersuchungen

4.1.4 Verhaltensbeobachtung

4.1.5 Organische Diagnostik

5 Ursachen

6 Verlauf

7 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen ADHS auseinander, um zu klären, ob es sich dabei um eine psychische Störung oder eine gesellschaftlich konstruierte „Modekrankheit“ bzw. „fabrizierte Krankheit“ handelt. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für das Krankheitsbild, dessen Ursachen, Symptomatik und diagnostische Komplexität im Kindes- und Jugendalter zu schaffen.

  • Historische Entwicklung des ADHS-Begriffs
  • Klassifikationssysteme (DSM-IV und ICD-10)
  • Diagnostische Standards und Methoden
  • Neurobiologische und psychosoziale Ursachen
  • Verlauf der Störung vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter

Auszug aus dem Buch

4.1.3 Testpsychologische Untersuchungen

Da ADHS einer klinischen Diagnose unterliegt, existiert kein testpsychologisches Verfahren, mit welchem eine ADHS definitiv ermittelt werden kann. Zwar können Impulsivität und Aufmerksamkeit mithilfe von neuropsychologischen Tests erfasst werden, jedoch sind sie für eine abschließende Diagnose nicht aussagekräftig genug. Solche Tests werden miteinander kombiniert, um die Fehlerquote einzudämmen, da es vorkommt, dass mit solchen Tests Kinder als unauffällig eingestuft werden, die in der Schule jedoch als auffällig gelten. Daher ist es notwendig zu prüfen, ob klinische Korrelate der ADHS vorliegen, um neuropsychologische Auffälligkeiten einschätzen zu können.

Nebenbei ist eine Leistungs-, Intelligenz- und Entwicklungsdiagnostik bei Kindern mit ADHS empfehlenswert, da zum einen, wie schon in Kapitel 3 erwähnt, die Symptomatik ein Anzeichen auf schulische Überforderungen repräsentieren kann. Zum anderen geht eine ADHS vermehrt mit Leistungs- und Entwicklungsdefiziten einher (vgl. Bundesärztekammer 2007, S. 16f). Testpsychologische Untersuchungen werden ebenfalls dann angewendet, wenn Dysfunktionen der Leistung oder des Verhaltens (z.B. Legasthenie) als Ursache für ADHS typische Symptome gehalten werden (vgl. Ackermann-Stoletzky/Stoletzky 2004, S. 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der steigenden ADHS-Diagnosen ein und formuliert das Ziel der Arbeit, das Krankheitsbild kritisch zu beleuchten.

2 Historische Betrachtung: Hier wird die Geschichte von ADHS-ähnlichen Symptomen in der Literatur und Medizin seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Einführung von Medikamenten wie Ritalin dargestellt.

3 Symptome/Klassifikation: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der ADHS-Einteilung nach DSM-IV und ICD-10 sowie die Unterscheidung in verschiedene Subtypen.

4 Diagnostik: Das Kapitel beschreibt den diagnostischen Prozess, einschließlich der notwendigen Mehrebenendiagnostik zur sicheren Abgrenzung von anderen Störungsbildern.

5 Ursachen: Hier werden die möglichen Entstehungsursachen, von genetischen Faktoren und Transmitterstörungen bis hin zu psychosozialen Einflüssen, wissenschaftlich analysiert.

6 Verlauf: Diese Ausführungen skizzieren die Entwicklung der Symptomatik vom Kleinkindalter über die Schulzeit bis hin zur Situation junger Erwachsener.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass ADHS ein ernstzunehmendes Störungsbild ist, dessen Diagnose jedoch umsichtig und unter Ausschluss von Fehldiagnosen erfolgen muss.

Schlüsselwörter

ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Diagnostik, Klassifikation, DSM-IV, ICD-10, Zappelphilipp, Psychostimulanzien, Kindesentwicklung, Komorbidität, Neurobiologie, Psychiatrie, Krankheitsbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen ADHS, um zu hinterfragen, ob es sich um eine valide medizinische Diagnose oder eine übermäßig diagnostizierte Modeerscheinung handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung, den aktuellen Klassifikationskriterien, diagnostischen Verfahren sowie den Ursachen und dem langfristigen Verlauf der Störung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für das Krankheitsbild zu entwickeln und die Problematik bei der Diagnosefindung sowie die Frage nach der „Generation ADHS“ zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Standards basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Symptomatik/Klassifikation, diagnostische Standards (wie Anamnese und Fragebögen), Ursachenforschung sowie eine detaillierte Verlaufsbeschreibung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören ADHS, Diagnostik, Klassifikation, Symptome, Ursachen, Komorbidität und das Spannungsfeld zwischen medizinischer Notwendigkeit und gesellschaftlicher Überdiagnose.

Warum ist die Diagnose im Kindesalter so komplex?

Die Diagnose ist aufgrund der Ähnlichkeit zu entwicklungsbedingter Unruhe und der Notwendigkeit, komorbide Störungen oder andere Krankheitsbilder auszuschließen, sehr anspruchsvoll.

Welche Rolle spielen die Klassifikationssysteme?

DSM-IV und ICD-10 liefern die wissenschaftliche Grundlage, wobei sie durch unterschiedliche Kriterien und Anforderungen an die Diagnosestellung teilweise zu variierenden Einschätzungen führen.

Was bedeutet „fabrizierte Krankheit“ in diesem Kontext?

Der Begriff bezieht sich auf die kritische Hypothese, dass ADHS vermehrt diagnostiziert wird, um Erziehungsschwierigkeiten zu pathologisieren oder um wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie zu bedienen.

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Details

Titel
Faszination ADHS. Vom „Zappelphilipp“ bis zum „Hans-guck-in-die-Luft“
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Andreas Backendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V267881
ISBN (eBook)
9783656590514
ISBN (Buch)
9783656590521
Sprache
Deutsch
Schlagworte
faszination adhs zappelphilipp hans-guck-in-die-luft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Backendorf (Autor:in), 2013, Faszination ADHS. Vom „Zappelphilipp“ bis zum „Hans-guck-in-die-Luft“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267881
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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