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Schulen in kirchlicher Trägerschaft und das Problem staatlicher Kulturhoheit

Title: Schulen in kirchlicher Trägerschaft und das Problem staatlicher Kulturhoheit

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Uwe Baumhauer (Author)

Theology - Practical Theology
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In Deutschland - und besonders in den Neuen Bundesländern wird in einem nicht geringen Maße die Ansicht vertreten, daß es Werte und Normen gebe, die unabhängig von jeder Weltanschauung und für alle Menschen gleichermaßen von sich aus Geltung besäßen. Diese Ansicht führt zu der falschen Meinung, daß der Unterricht in staatlichen Schulen weltanschauungsneutral sei. Dieses Hausarbeit arbeitet heraus, warum Bildungs- und Erziehungsziele niemals weltanschauungsneutral sein können, und welche Probleme sich aus der Mißachtung dieser Tatsache ergeben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Das der Betrachtung zugrundeliegende Menschenbild und Staats-verständnis

2. Das Problem staatlicher Kulturhoheit

2.1 Die gängige Interpretation der in der Verfassung verlangten Verantwortung des Staates für das öffentliche Schulwesen

2.2 Die Idee der „Zivilreligion“

2.3 „Zivilreligion“ als Universalkonsens im Widerstreit zu einem demokratisch-pluralistischen Staatsverständnis

2.4 Der Widerspruch zwischen weltanschaulich-religiöser Neutralität und der Festlegung staatlicher Erziehungsziele

2.5 Problemlösung durch Schulen in privater Trägerschaft

3. Schulen in kirchlicher Trägerschaft

3.1 Der Bildungsauftrag der Kirchen

3.1.1 Der äußere Bildungsauftrag der Kirchen

3.1.2 Der innere Bildungsauftrag der Kirchen

3.2 Die Wahrnehmung des Bildungsauftrages der evangelischen Kirchen im allgemeinen

3.3 Schulen in kirchlicher Trägerschaft als Wahrnehmung des kirchlichen Bildungsauftrages

4. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kulturhoheit im Schulwesen und der verfassungsrechtlich gebotenen weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates. Ziel ist es aufzuzeigen, wie staatliche Erziehungsziele in Konflikt mit einem pluralistischen Staatsverständnis geraten können und inwiefern Schulen in kirchlicher Trägerschaft hier als Lösungsansatz dienen können.

  • Analyse staatlicher Kulturhoheit und des Begriffs der Zivilreligion.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem staatlichen Neutralitätsgebot im Bildungswesen.
  • Untersuchung des kirchlichen Bildungsauftrags in seinen zwei Ausprägungen.
  • Erörterung privater Trägerschaften als Beitrag zur konsequenten gesellschaftlichen Pluralisierung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Idee der „Zivilreligion“

Jean-Jacques Rousseaus 1762 veröffentlichte Schrift „Du Contract Social“ richtet sich vor allem gegen die Dominanz der Kirche im Staatswesen und gegen die Legitimation des Herrschaftssystems durch die damalige Kirche. Die Herrschaft soll nicht mehr durch „Gottes Gnaden“, sondern durch den Gesellschaftsvertrag legitimiert werden. Rousseau entwickelte ein Modell, nach dem sich alle in einem Staat lebenden Menschen auf einen gemeinsamen und für alle verbindlichen ethisch-moralischen Grundkonsens zu verpflichten haben.

Nach Rousseau muß sich ein Staat aus diesem Konsens heraus legitimieren lassen, d. h. er erhält seine Existenzberechtigung aus diesem „Pflichtkonsens“ heraus. Ein solcher Konsens wiederum und damit auch der Staat habe nur dann Bestand, wenn er als nicht mehr zu hinterfragendes „Dogma der bürgerlichen Religion“ formuliert und damit religiös fundiert und anerkannt werde. Rousseau: „Es gibt daher ein rein bürgerliches Glaubensbekenntnis, dessen Artikel festzusetzen dem Souverän zukommt, [...]. [...] Die Existenz der allmächtigen, allwissenden, wohltätigen, vorhersehenden und sorgenden Gottheit, das zukünftige Leben, das Glück der Gerechten und die Bestrafung der Bösen sowie die Heiligkeit des Gesellschaftsvertrages und der Gesetze - das sind die positiven Dogmen. Was die negativen Dogmen anbelangt, so beschränke ich sie auf ein einziges: die Intoleranz; [...].“ Rousseau räumt ein, daß zwar niemand zum Glauben an diese Dogmen gezwungen werden könne, daß es aber dem Fürsten zustehe, Untertanen, die nicht an sie glaubten, aus dem Staat zu verbannen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema durch das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Kruzifix und Darlegung der zentralen Problemstellung.

2. Das Problem staatlicher Kulturhoheit: Untersuchung der staatlichen Verantwortung für das Schulwesen und der problematischen Rolle der Zivilreligion im demokratischen Staat.

3. Schulen in kirchlicher Trägerschaft: Analyse des zweigeteilten Bildungsauftrags der Kirche und der Rolle kirchlicher Schulen als Beitrag zum Pluralismus.

4. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen: Reflexion über die Umsetzung der Theorie in die Praxis sowie Erwähnung verbleibender Hindernisse auf dem Weg zum Pluralismus.

Schlüsselwörter

Zivilreligion, staatliche Kulturhoheit, Religionsfreiheit, weltanschauliche Neutralität, kirchliche Trägerschaft, Bildungsauftrag, pluralistische Gesellschaft, Erziehungsziele, Schulpädagogik, konsequenter Pluralismus, Menschenbild, Staatsverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die staatliche Kulturhoheit im Bildungswesen und setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob staatliche Schulen in Deutschland ihrem Neutralitätsgebot gerecht werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die staatliche Verantwortung für das Schulwesen, die Idee der Zivilreligion, die Rolle weltanschaulicher Neutralität und das Potential privater bzw. kirchlicher Trägerschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen staatlich festgesetzten Erziehungszielen und einem pluralistischen, auf individueller Freiheit basierenden Staatsverständnis aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt systematische theologische und rechtsphilosophische Erwägungen, unter anderem durch die Analyse von Schriften von Rousseau, Bellah, Luhmann und die Bezugnahme auf das evangelische Bekenntnis.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problematisierung der staatlichen Kulturhoheit und die darauffolgende Untersuchung, wie kirchliche Bildungseinrichtungen einen pluralistischen Rahmen besser abstecken können.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Zivilreligion", "weltanschauliche Neutralität", "Bildungsauftrag der Kirchen" und "konsequenter Pluralismus" geprägt.

Inwiefern unterscheiden sich der "äußere" und "innere" Bildungsauftrag der Kirche?

Der äußere Bildungsauftrag ergibt sich aus der Rolle der Kirche als gesellschaftlicher Akteur, während der innere Bildungsauftrag direkt aus dem eigenen christlichen Bekenntnis und der Glaubensvermittlung resultiert.

Warum wird die Rolle der "August-Herrmann-Franke-Schulen" kritisch erwähnt?

Sie dienen als Gegenbeispiel, um zu verdeutlichen, dass kirchliche Trägerschaft allein keine Garantie für Pluralismus ist, wenn sie mit dem Anspruch auftritt, eine "verlorene Einheit" durch exklusive Wahrheitsansprüche erzwingen zu wollen.

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Details

Title
Schulen in kirchlicher Trägerschaft und das Problem staatlicher Kulturhoheit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (FB Theologie)
Course
Hauptseminar Zivilreligion
Grade
1,0
Author
Uwe Baumhauer (Author)
Publication Year
1997
Pages
25
Catalog Number
V2679
ISBN (eBook)
9783638116183
ISBN (Book)
9783656585176
Language
German
Tags
Schulen Trägerschaft Problem Kulturhoheit Hauptseminar Zivilreligion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uwe Baumhauer (Author), 1997, Schulen in kirchlicher Trägerschaft und das Problem staatlicher Kulturhoheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2679
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