Analyse der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts auf deutsche Unternehmen


Bachelorarbeit, 2013
65 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung
1.1 Problemeinführung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffserklärungen

2 Hintergrund
2.1 Bilanzskandale
2.2 Der FallEnron
2.3 Der Fall Worldcom
2.4 Arthur Andersen

3 Ziele und Geltungsbereich des Sarbanes Oxley Acts
3.1 ZieledesSOA
3.2 Geltungsbereichdes SOA

4 Inhalt des Gesetzes
4.1 Zusammenfassung
4.2 Abschnitt 1 : Public Company Accounting Oversight Board
4.3 Abschnitt 2: Auditor Independence
4.4 Abschnitt 3: Corporate Responsibility
4.5 Abschnitt4: Enhanced Financial Disclosures
4.6 Abschnitt 5: Analyst Conflicts of Interests
4.7 Abschnitt 6: Commission Resources and Authority
4.8 Abschnitt 7: Studies and Reports
4.9 Abschnitt 8: Corporate and Criminal Fraud Accountability
4.10 Abschnitt 9: White Collar Crime Penalty Enhancements
4.11 Abschnitt 10: Corporate Tax Returns
4.12 Abschnitt 11 : Corporate Fraud Accountability

5 Auswirkungen auf deutsche Unternehmen
5.1 Einleitung
5.2 Auswirkungen der Section 302
5.3 Auswirkugen der Section 404
5.4 Audit Committee
5.5 Sonstige Auswirkungen

6 Kosten-Nutzenanalyse des Sarbanes Oxley Acts
6.1 EmpirischeUntersuchung
6.2 SEC Final Rule Management's Reports on Internal Control Over Financial Reporting and Certification of Disclosure in Exchange Act Periodic Reports
6.3 FEI Survey on Sarbanes Oxley Section 404 Implementation March 2006
6.4 Deutsches Aktieninstitut: Auswirkungen des Sarbanes Oxley Acts auf deutsche Unternehmen: Kosten, Nutzen, Folgen für Börsennotierungen
6.5 Detecon: Der Sarbanes Oxley Act als Instrument der Corporate Gouvernance
6.6 Sarbanes Oxley Section 404 Work - Looking at the Benefits
6.7 Zusammenfassung

7 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Vorwort

Mein besonderer Dank gilt Herrn Professor Ziad Bakhaya, der mich während der gesamten Zeit sowohl praktisch als auch in der Theorie mit viel Geduld, wertvollen Ratschlägen und wichtigen Denkanstößen unterstützt hat.

Herzlich bedanken möchte ich mich außerdem bei Herrn Stefan Sigmann zum einen für die Korrektur dieser Arbeit und zum anderen für die tatkräftige Unterstützung und die Ratschläge bei der Erstellung dieser Arbeit.

Auch alle Mitarbeitern und Werkstudenten der Knowledgeagent GmbH hatten jeder Zeit ein offenes Ohr für meine Fragen und konnten mir mit guten Ratschlägen weiterhelfen, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte.

Zuletzt möchte ich mich bei meiner Familie und meinen Freunden bedanken, die mich während des gesamten Studiums und insbesondere während der Zeit der Bachelorarbeit unterstützt, immer wieder motiviert und mir viel Verständnis entgegen gebracht haben

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aktienverlauf von Enron

Abbildung 2: Überblick der Abschnitte

Abbildung 3: Position der Unternehmensvertreter

Abbildung 4: Unternehmensbereiche der Vertreter

Abbildung 5: Durch Section 404 verursachte Manntage

Abbildung 6: Enstehende Kosten der IT-Systeme

Abbildung 7: Höhe der zusätzlichen Prüfungsgebühren

Abbildung 8: Zusammengefasste Mehrkosten

Abbildung 9: Sitz und Branche der befragten Unternehmen

Abbildung 10: Einschätzung der Kosten

Abbildung 11: Budgetanpassung

Abbildung 12: Kostentreiber in der Übersicht

Abbildung 13: Kosten des Regelbetriebs

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Diese Bachelorarbeit „Analyse der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts auf deutsche Unternehmen“ beschreibt und bewertet die Folgen, welche durch den Sarbanes-Oxley Act entstehen. Durch diesen werden Unternehmen, welche an der amerikanischen Börse gelistet sind, vor immense Herausforderungen gestellt. Das Ziel dieses Gesetzes besteht darin, das Vertrauen der Investoren und Anleger in veröffentlichte Finanzzahlen wieder herzustellen sowie die Corporate Governance der Unternehmen zu verbessern. Jedoch hat der Sarbanes-Oxley Act nicht nur Auswirkungen auf amerikanische Unternehmen, sondern auch auf deutsche, welche an den amerikanischen Börsen gelistet sind. Die Einführung der neuen Regelungen ist im Zusammenhang mit immensen Kosten verbunden, welche die Firmen tragen müssen. Besonders die Einführung und Dokumentation eines internen Kontrollsystems als Kostentreiber steht hier im Blickpunkt.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Folgen des Sarbanes-Oxley Acts auf insbesondere deutsche Unternehmen aufzuzeigen und diese mit bestehenden Regelungen zu vergleichen. Des Weiteren sollen mögliche Nutzenpotentiale anhand verschiedener Studien analysiert werden und entstehenden Kosten gegenübergestellt werden. Es soll ermittelt werden, ob der Sarbanes-Oxley Act dazu beiträgt, das verloren gegangene Vertrauen in die Finanzmärkte wiederherzustellen.

This bachelor’s thesis „Analysis of the effects of the Sarbanes Oxley Act on German companies” describes and analyses the effects on companies, which arise through the Sarbanes Oxley Act. Through the Sarbanes Oxley Act, companies which are listed on the American stock market are presented with immense challenges. The aim of this law was to restore the trust of the investors in published financial figures as well as to improve the Corporate Governance of the companies. However, the Sarbanes Oxley Act does not only have effects on American companies, but also on German ones, which are listed on the American stock market. The introduction of the new regulation is

connected with immense costs, which have to be borne by the companies. Especially the introduction and documentation of an internal control system is here considered as a cost driver. The aim of the present thesis is to demonstrate the effects of the Sarbanes Oxley Act especially on German companies and to compare these with existing regulations. Furthermore, possible potential benefits shall be analyzed on the basis of different studies and compared with incurring costs. It shall be analyzed if the Sarbanes Oxley Act contributes to the restoring of the lost trust in the financial markets.

1 Einleitung

1.1 Problemeinführung

Der Sarbanes-Oxley Act ist die gesetzgeberische Reaktion auf die Finanzskandale großer amerikanischer Konzerne wie dem Stromerzeuger Enron oder dem Mobilfunkanbieter Worldcom. Dem damit in Zusammenhang stehenden Vertrauensverlust versuchte der amerikanische Gesetzgeber mit der Verabschiedung des Sarbanes-Oxley Act (SOA) entgegenzuwirken, der mit der Unterzeichnung von Präsident George W. Bush am 30. Juli 2002 rechtskräftig wurde. Benannt wurde das Gesetz nach den beiden Autoren Senator Paul S. Sarbanes und dem Kongressabgeordneten Michael G. Oxley[1]. Dem Gesetzestext geht folgender Einführungssatz voraus: „An Act to protect investors by improving the accuracy and reliability of corporate disclosures made pursuant to the securities laws, and for other purposes.“[2]

Damit und umfangreichen Ausführungsbestimmungen der zuständigen Institutionen wurden tiefgreifende Veränderungen im Bereich der Corporate Governance und der Abschlussprüfung sowie der Regulierung des Wirtschaftsprüferberufsstands vorgenommen, die Unternehmen mit neuen Anforderungen konfrontieren.

Ziel dieser Arbeit ist es, die einzelnen Abschnitte des Sarbanes-Oxley Act zu beleuchten und die wesentlichen Regelungen genauer zu erläutern. Des Weiteren werden seine Auswirkungen auf deutsche Unternehmen explizit dargestellt. Die Arbeit rundet eine Kosten-Nutzenanalyse ab, welche aufzeigt, wie mögliche Nutzenpotentiale den zu erwartenden Kosten gegenüber stehen.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nach einer Einleitung folgen die Erläuterungen des geschichtlichen Hintergrunds des Sarbanes-Oxley Acts. Zudem werden die genauen Ursachen fürdessen Einführung beschrieben.

In Kapitel 3 werden die Ziele und der Geltungsbereich dargestellt, um darzulegen, was mit dem SOA erreicht werden sollte und welche Unternehmen betroffen sind.

Danach wird der genaue Inhalt des Sarbanes-Oxley Acts mit seinen einzelnen Abschnitten vorgestellt. Es erfolgt eine detaillierte Zusammenstellung der elf Abschnitte.

Kapitel 5 geht auf die gesetzlichen Auswirkungen und neuen Anforderungen des SOA auf deutsche Unternehmen ein. Des Weiteren wird ein Vergleich gezogen zwischen den bestehenden deutschen Anforderungen an Unternehmen und deren Management gegenüber den Neuregelungen

Als nächstes erfolgt eine Kosten-Nutzenanalyse, die aufzeigen soll, ob eventuelle Nutzenpotentiale des SOA die entstehenden Kosten rechtfertigen. Hier werden verschiedene deutsche sowie internationale Studien analysiert, um eine Aussage über mögliche Nutzen und die Höhe der Kosten treffen zu können.

Das Fazit bildet den Schluss dieser Arbeit. Damit wird ein zusammenfassendes Resümee derAuswirkungen des SOA auf deutsche Unternehmen gezogen.

1.3 Begriffserklärungen

CEO: Der Chief Executive Officer entspricht in Deutschland der Bezeichnung des Vorstandsvorsitzenden oder Geschäftsführers sowie des Generaldirektors.[3]

CFO: Der Chief Financial Officer ist Teil des Vorstands und kann mit dem deutschen Finanzvorstand oder kaufmännischen Geschäftsführer verglichen werden.[4]

SEC: Die Securities and Exchange Commission ist eine amerikanische Bundesbörde zur Durchsetzung und Kontrolle amerikanischer Wertpapiergesetze. Wenn nötig, erzwingt die SEC die Sicherstellung des Wertpapierrechts durch eine Vielzahl von Mitteln, einschließlich Geldstrafen, dem Ersuchen um Strafverfolgung, Widerruf oder die Aussetzung von Lizenzen und Einreichung von Unterlassungsklagen.[5]

Corporate Governance: Corporate Governence beschreibt den rechtlichen und reellen Rahmen, in welchem die Führung und Kontrolle des Unternehmens eingebunden ist. Regelungen, die im Rahmen einer Corporate Governance Vereinbarung getroffen werden, haben zum Ziel, etwaigem Fehlverhalten der einzelnen Akteure entgegenzuwirken und dieses zu verhindern. In diesem Zusammenhang ist auch oft von verantwortungsbewusster Unternehmensführung und -kontrolle die Rede.[6]

2 Hintergrund

2.1 Bilanzskandale

Der SOA of 2002 ist ein nach dem demokratischen Senator Paul S. Sarbanes und dem republikanischen Abgeordneten Michael Oxley benanntes Gesetz, welches am 25. Juli 2002 vom amerikanischen Kongress verabschiedet wurde. Ausschlaggebend für die Implementierung waren dabei maßgeblich die Bilanzskandale bei Enron und Worldcom.[7]

2.2 Der Fall Enron

Im Jahre 1985 kam es zu einer Fusion der beiden amerikanische Unternehmen Houston Natural Gas und Internorth, einem in Nebraska angesiedelten Erdgasunternehmen. Durch diese Fusion entstand der Konzern Enron.[8] Jedoch hatte dieses neugeformte Unternehmen von Beginn an erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Als im Jahre 1985 auch noch die Ölpreise deutlich nachgaben, stand das Unternehmen kurz vor der Insolvenz.

In den folgenden Jahren übernahmen Kenneth Lay, ein amerikanischer Unternehmer, sowie Jeffrey Skilling, ein ehemaliger Unternehmensberater, die Führung. Mit diesem Wechsel änderte Enron seine strategische Richtung.[9] Im Jahre 1989 steigt Enron im großen Stil in den Energiehandel ein.[10] Zudem handelte das Unternehmen mit hochkomplexen Finanzprodukten, welche um die Energieversorgung herum gestrickt wurden. Am Ende wurden mehrere tausend Geschäfte pro Tag erledigt. Im Jahre 2000 erzielte Enron ungefähr 80 % seiner Gewinne mit dem Vertrieb dieser Finanzprodukte.[11]

Zu Hochzeiten war Enron mehr als 50 Milliarden US-Dollar Wert und eines der sieben umsatzstärksten Unternehmen der USA. Über mehrere Quartale in Folge konnte Enron seine vermeintlichen Gewinne steigern. Das Unternehmen mit seinen Managern war der Star an der Börse. Die US-amerikanische Zeitung Forbes wählte Enron mehrmals zum „innovativsten Unternehmen“.[12]

Das Hauptgeschäft von Enron lag in erster Linie in dem Verkauf von Terminkontrakten zur Absicherung von Gas- und Strompreisen. Jedoch wurde das Angebot weiter ausgedehnt, z.B. durch die Bereitstellung von Breitbandkapazitäten zur Datenübertragung.[13] Der damalige CEO Skilling verfolgte währenddessen eine besondere Strategie bei der Auslagerung von Vermögenswerten. Assets, welche nicht für den Geschäftsbetrieb relevant waren, wurden in andere Gesellschaften ausgelagert. Dies sollte eine Gewinnverringerung und Belastung der Rendite vermeiden.

Der Onlinehandel mit der Energie florierte, aber es gab auch Schattenseiten. Der Verkauf von Breitbandkapazitäten war wenig rentabel. Dies ging jedoch in der allgemeinen Euphorie über den Erfolg von Enron unter.[14]

Der Schock kam am 16. Oktober 2001. In einer Pressemeldung gab Enron bekannt, dass das Unternehmen im dritten Quartal einen Verlust erzielt habe. Der veröffentlichte Verlust betrug mehr als 600 Millionen US-Dollar. Es fand daraufhin eine Herabsetzung des Eigenkapitals um über 1,2 Milliarden US- Dollar statt. Der Aktienwert des Unternehmens gab sofort extrem nach. Enron musste rückwirkend 586 Millionen US-Dollar im Betriebsergebnis der letzten vier Jahre korrigieren. Diese Korrekturen führten letztendlich dazu, dass das Unternehmen im Dezember 2001 den Gläubigerschutz beantragen musste.

Im Nachhinein zeigt sich, dass die genaue Geschäftsbasis von Enron in der Öffentlichkeit unklar war. Es gab unter anderem unrentable Bereiche, wie bereits oben erwähnt. Die extrem komplizierte Finanzstruktur des Konzerns leistete sein Übriges. Der damalige Finanzvorstand Fastow verfolgte eine Strategie, welche die Einrichtung von Offshorepartnerschaften vorsah. Dadurch konnte Enron mehr als eine Milliarde US-Dollar an Verbindlichkeiten verschleiern, welche gegenüber diesen Gesellschaften bestanden.

Der Jahresabschlussprüfer bzw. Konzernabschlussprüfer war zum damaligen Zeitpunkt Arthur Andersen LLP, welche zu den fünf größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt gehörte, den sogenannten „Big Five“. Enron wurde mehr als 16 Jahre von Arthur Andersen geprüft und war einer der größten Kunden.[15]

Die nachfolgende Abbildung zeigt die dramatische Aktienentwicklung von Enron. Die Aktie stürzte von teilweise mehr als 100 Dollar auf den damaligen Schlusskurs von 0,67 Dollar.[16] [17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Nachhinein muss auch die politische Verbindung von Enron kritisch gesehen werden. Mehrere Millionen Dollar wurden an Republikaner und Demokraten gespendet, da die damalige Regierung die Liberalisierung des Strommarktes stark vorantrieb.[18]

2.3 Der Fall Worldcom

Einen zweiten gravierenden Finanzskandal verursachte das amerikanische Telekommunikationsunternehmen Worldcom. Diese Insolvenz war eine der größten Firmenpleiten in der US-Geschichte. Worldcom stieg in den 1990er- Jahren durch eine Vielzahl an Akquisitionen zu einem der größten Anbieter für Ferngespräche in den USA auf. Außerdem war das Unternehmen ein führender Betreiber von Internetstrukturen. In seiner Hochphase wies das Unternehmen einen Umsatz von 39,2 Milliarden US-Dollar aus.[19]

Am 25. Juni 2002 gab Worldcom bekannt, dass zwei Jahre lang Ausgaben von fast vier Milliarden Dollar als Anlagevermögen verbucht wurden. Auf diesem Weg wurden Gewinne vergrößert.[20]

Worldcom stellte am 21. Juli 2002 den Insolvenzantrag und sorgte daraufhin für weitere Aufregung. Es wurde durch die Untersuchungen aufgedeckt, dass Rückstellungen in Milliardenhöhe als Gewinn ausgewiesen wurden. Es musste insgesamt eine schwindelerregende Summe von mehr als 50 Milliarden Dollar abgeschrieben werden.

Wieder war Arthur Andersen LLP der Abschlussprüfer und geriet erneut in die Kritik, da sie diese massiven Bilanzfälschungen nicht aufgedeckt haben bzw. diese nicht entdeckt wurden.

Sowohl der Skandal um Enron als auch die Bilanzfälschung von Worldcom erschütterte das Vertrauen der Anleger in veröffentlichte Finanzzahlen. Da auch nicht mehr von Ausnahmen auszugehen war, musste der Gesetzgeber handeln, um neue Skandale zu verhindern.[21]

2.4 Arthur Andersen

Arthur Andersen LLP war sowohl der Abschlussprüfer von Enron als auch von Worldcom und somit in zwei der größten Bilanzskandale der amerikanischen Geschichte verstrickt.

Einer der größten Kunden war Enron. Dies könnte der Grund dafür sein, dass Andersen im Zusammenhang mit dem Skandal seine Mitarbeiter anwies, zahlreiche Akten und Dokumente zu vernichten, darunter eine Vielzahl an elektronischen Daten und E-Mails. Es wird vermutet, dass damit die Aufdeckung der dubiosen Geschäfte verhindert werden sollte.[22]

Somit machte sich Andersen der Justizbehinderung schuldig, da nicht anzunehmen war, dass die Gesellschaft die Dokumente im Rahmen der üblichen Dokumentenvernichtungspraxis vernichten lies. Daraufhin klagte das Washingtoner Justizministerium Andersen Worldwide wegen Behinderung der Justiz am 15. März 2002 an. Am 17. Juni 2002 wurde das Unternehmen für schuldig gesprochen. Das Urteil wurde im Juni 2005 für nichtig erklärt.

Dies spielte jedoch keine Rolle mehr, da das Unternehmen trotz seiner über 90­jährigen Firmengeschichte abgewickelt wurde. Dies geschah innerhalb von nur drei Monaten.[23]

3 Ziele und Geltungsbereich des Sarbanes Oxley Acts

3.1 Ziele des SOA

Die Verbesserung der Transparenz von Unternehmensprozessen ist eines der Hauptziele des Sarbanes-Oxley Acts. Des Weiteren soll eine hohe Transparenz der Finanzinformationen für Dritte (z.B. Investoren) sichergestellt werden. Das Rückgewinnen von Vertrauen der Anleger in veröffentlichte Jahres- und Quartalsabschlüsse ist ebenfalls eine Zielvorgabe des SOA sowie die Verbesserung der Corporate Gouvernance.

In der Gesetzesbegründung im Vorlaut des Gesetzestextes wird explizit festgehalten, dass der Schutz der Anleger durch zuverlässigere Publizitätspflichten das Ziel des Sarbanes Oxley Acts ist. Der SOA soll die Richtigkeit, Exaktheit und Vollständigkeit der veröffentlichten Finanzdaten sicherstellen sowie die Möglichkeiten des Managements zu Bilanzverschönerungen einschränken.[24]

3.2 Geltungsbereich des SOA

Der Geltungsbereich des Sarbanes-Oxley Acts ist nicht auf den amerikanischen Raum beschränkt. Alle Unternehmen, die bei der SEC registriert sind und unter deren Kontrolle stehen, sind davon betroffen: demnach alle Unternehmen, die ihre Aktien an den US-Börsen handeln (NYSE, NASDAQ, AMEX) oder ihre Aktien auf anderem Weg öffentlich in den USA anbieten.

Die Regelungen des Sarbanes-Oxley Acts gelten auch für ausländische Emittenten an amerikanischen Börsen („Foreign Private Issuer“). Foreign Private Issuer sind Unternehmen, welchen ihren Stammsitz nicht in den USA haben. Deren Tochtergesellschaften, die bei der SEC registriert und im Ausland ansässig sind, fallen ebenfalls unter die Regelungen des Sarbanes-Oxley Acts.

Eine Umgehung der Regelungen ist nur möglich, wenn betroffene Gesellschaften sich vom US-amerikanischen Börsenmarkt zurückziehen und ein Delistening beantragen. Dies kann nur erfolgen, wenn weniger als 300 Personen mit Wohnort in den USA Wertpapiere des emittierten Unternehmens besitzen. Dies ist jedoch in Bezug auf deutsche Unternehmen, welche an den US-Börsen gelistet sind, eher unwahrscheinlich.[25]

4 Inhalt des Gesetzes

4.1 Zusammenfassung

Der SOA enthält Maßnahmen mit Auswirkungen auf die verschiedenen Zielgruppen wie Unternehmen, das Management und Wirtschaftsprüfer. Gemäß seiner Rechtstradition hat der amerikanische Gesetzgeber den SOA nicht mit Detailregelungen versehen, sondern hat die Ausarbeitung konkreter Normen auf die SEC übertragen. Der SOA setzt somit nur den Gesetzesrahmen und verschiebt Detailregelungen in Richtung SEC, welche diese „Final Rules“ erlässt. Der SOA gliedert sich in elf verschiedene Abschnitte.[26]

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Sections und deren Inhalt.

Abbildung 2: Überblick der Abschnitte[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Menzies,Christof (2004), S. 13.

[2] Vgl. Sarbanes Oxley (2002), Introduction.

[3] Vgl. Businessdictionary (2013), CEO.

[4] Vgl. Businessdictionary (2013), CFO.

[5] Vgl. Legaldictionary (2013), SEC.

[6] Vgl. Wirtschaftslexikon (2013), Corporate Governance.

[7] Vgl. Menzies,Christof (2004), S.13.

[8] Vgl. Von Frentz,Clemens (2003).

[9] Vgl. Fischermann,Thomas (2006).

[10] Vgl. Von Frentz,Clemens (2003).

[11] Vgl. Fischermann,Thomas (2006).

[12] Vgl. Hillenbrand, Thomas (2004).

[13] Vgl. Menzies, Christof (2004), S. 8.

[14] Vgl. Hillenbrand, Thomas (2004).

[15] Vgl. Menzies, Christof (2004) S. 8.

[16] Vgl. Von Frentz,Clemens (2003).

[17] Vgl. Von Frentz,Clemens (2003).

[18] Vgl. Von Frentz,Clemens (2003).

[19] Vgl. Menzies, Christof (2004), S. 9.

[20] Vgl. Kay, Joseph (2002).

[21] Vgl. Menzies, Christof (2004), S. 10.

[22] Vgl. Hillenbrand, Thomas (2004).

[23] Vgl. Sturmann, Deborah (2005).

[24] Vgl. Moritz, Katja (2005), S. 6.

[25] Vgl. Menzies, Christof (2004), S. 14.

[26] Vgl. Moritz, Katja (2005), S. 7.

[27] Menzies, Christof (2004), S. 14f..

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Analyse der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts auf deutsche Unternehmen
Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg  (Betriebswirtschaft)
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
65
Katalognummer
V267936
ISBN (eBook)
9783656623588
ISBN (Buch)
9783656623496
Dateigröße
967 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, auswirkungen, sarbanes-oxley, acts, unternehmen
Arbeit zitieren
Eric Junk (Autor), 2013, Analyse der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts auf deutsche Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267936

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